Von der Hölle auf den Friedhof

Ich grüße recht herzlich aus meiner persönlichen kleinen Hölle. Wie gut, dass das Wetter meist scheiße ist. Wäre ja noch schöner, wenn draußen der Frühling tobt und ich hier zu Hause rumsiffe.

Seit Tagen hänge ich über den Büchern. In einer Woche um diese Zeit bin ich schon blau, da habe ich alles hinter mir. Meine letzte Prüfung in diesem Studium. So Gott will. (Ey wenn nicht, raucht’s!)

Heute war es dann doch mal etwas netter draußen, bisschen Sonne kam ab und zu raus. Ich konnte kaum noch an mich halten, ich brauchte Frischluft, Bewegung, Licht! Also ging ich…auf den Friedhof. Manch einer mag das seltsam finden. Das tue ich auch. Auch meine Leidensgenossin fand das merkwürdig, aber mitgestapft ist sie trotzdem, die Knalltüte. ;)

Hier in der Gegend habe ich schon alles abgelaufen, was nett ist, und viele nette Spazierwege gibt’s hier echt nicht. Deshalb kam ich auf die Idee, mal diesen Annenfriedhof zu besuchen, der ist nicht weit weg, riesengroß und naturgemäß ja sehr ruhig.
Sofern man das von Friedhöfen sagen kann, war er sehr schön. Dort gibt es viele uralte und große Grabstätten, teilweise echt faszinierend.

Annenfriedhof

Ich überlege gerade so vor mich hin, ob ich langsam einen an der Klatsche habe. Ich glaube schon. Aber wie dem auch sei, scheiß doch der Hund drauf, ich muss dann mal weiterlernen. Morgen.

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Aufmunterung erwünscht

So, diese quälende Warterei hat ein Ende. Wie bereits vermutet, ist das Ergebnis meiner schriftlichen Magisterprüfung nicht berauschend. Ich habe eine ekelhafte 3,7 erreicht, Schulterklopfer, fein gemacht Bellona. Herzlichen Glückwunsch zu einer scheiß Leistung.

Ich bin hin und her gerissen. Einerseits bin ich heilfroh, nicht durchgefallen zu sein, denn selbst damit hatte ich gerechnet. Andererseits habe ich echt gelernt wie blöde und genau deshalb ist dieses Ergebnis so unglaublich enttäuschend. Irgendwie hat man ja doch noch gehofft.

Und nach den grandiosen Ergebnissen der schriftlichen und mündlichen Magisterprüfung im anderen Hauptfach war ich natürlich auch etwas erfolgsverwöhnt.

So war das alles nicht geplant.

Aber man muss auch einstecken können, wa?! Wer weiß, wozu es gut ist.

Davon mal abgesehen habe ich momentan aber sowieso nicht die beste Laune, weil ich ja schon wieder lernen muss für die Mündliche. Ist schon komisch, wenn man sich den ganzen Tag mit dem Thema „Motivation“ beschäftigen muss, ohne ansatzweise selbst motiviert zu sein. Ich wünsche mir das „Flow-Erleben“ herbei, wovon in meinen Aufzeichnungen die Rede ist. Obwohl ich bezweifle, dass es diese Super-Motivation bei normalen lernen Müssenden (mir jetzt wurscht, ob man das so sagt/schreibt) Menschen gibt. Wer sowas hat, muss doch irgendwie’ne Scheibe haben…

Grüßle aus den Weinbergen

Gestern sind wir nach Stuttgart gefahren, hier bleibe ich bis Sonntag, und dann geht die Lernerei wieder los. Uah. Nicht dran denken.

Unseren letzten Tag in Dresden haben wir uns nochmal richtig schön gemacht. Wir waren ja spät frühstücken, und danach sind wir in den Stadtteil Loschwitz gefahren. Dort gibt es nämlich eine Schwebebahn, und auch hier haben wir wieder dem Schmuddelwetter getrotzt. Über diese Schwebebahn habe ich bei Wikipedia gelesen: „Die Schwebebahn ist wie die Wuppertaler Schwebebahn nach dem System von Eugen Langen konstruiert und hat 33 bis zu 14 m hohe Stützen. Sie gilt als die älteste in Betrieb befindliche Bergschwebebahn der Welt und gleichzeitig als einzige Bergschienenhängebahn der Welt.“

Schwebebahn Dresden

Wir sind also damit bergauf gefahren und waren äußerst angetan von dem Blick auf das Elbtal und die berühmte Brücke namens „Blaues Wunder“.

Blaues Wunder

Steil bergab gingen wir zu Fuß, durch eine tolle Wohnsiedlung, die offenbar von etwas besser situierten Menschen bewohnt ist. Träumen kann so schön sein. ;)

So, mal schauen was mich hier in Stuttgart noch erwartet. Morgen geht es erstmal nach Tübingen, wo ich einige meiner Studenten und Kollegen aus Dublin wiedertreffen werde. Die Theatergruppe der Deutschstudenten führt nämlich dort ihr Stück auf. Ich freue mich riesig auf all die Nasen!

Wie Urlaub

Die Zeit zusammen mit MTM ist irgendwie wie Urlaub für uns. Wir beide hatten Lernstress, bei mir beginnt er nächste Woche auch wieder. Aber momentan genießen wir einfach die „Freiheit“ und unternehmen schöne Dinge.

Am Sonntag fuhren wir in meine Heimat zu meinen Eltern, gingen mit ihnen essen und anschließend bowlen. Meine Mutti hat wie immer gewonnen, ich hab verloren, auch wie immer.
Nach Kaffee und Kuchen zu Hause fuhren MTM und ich wieder nach Dresden und schlenderten noch ein bisschen durch die Neustadt-Szene. Dort ist immer was los.

Gestern Abend hatte uns die Neustadt wieder, wir trafen uns mit meiner Cousine/Freundin und gingen erstmal in der Suppenbar essen. Danach zog es uns ins Pinta, Dresdens älteste Cocktailbar mit einen urgemütlichen Raucherbereich mit roten Sesseln und super schöner Musik. Ich wählte natürlich meinen obligatorischen Mojito, später erweiterte ich meinen Horizont noch um Sex on the Beach. ;) Mein zauberhafter Freund wählte natürlich nur Cocktails, die mit „für alle, die den Abend schneller beenden wollen“ beschrieben wurde. Aber der große Mann hielt tapfer durch, erst gegen 1 Uhr waren wir wieder zu Hause, und ich war ja da zum Aufpassen (ein bisschen getorkelt isser).

So, und jetzt machen wir uns auf den Weg zu einem verspäteten Frühstück, wieder in der Neustadt, in der Planwirtschaft, eine der vielen Szenekneipen.

Also an dieses Leben könnte ich mich gewöhnen. ;)

Ein Wagnis am Jahrestag

An unserem gestrigen 3. Jahrestag wurden MTM und ich aus unerfindlichen Gründen mit richtig schönem Pisswetter bestraft. Doch trotz Sprühregen (mindestens genau so übel für die Frisur wie richtiger Regen) wagten wir es: Wir gingen in den Dresdner Zoo. Wir hatten das so geplant und an dem Plan festgehalten. Schließlich gibt es ja Schirme!

Da mein Freund ja Zoo-Fan ist (zum 2. Jahrestag waren wir ja im Stuttgarter Zoo), fand ich die Idee ganz gut, das Dresdener Exemplar zu besuchen. Zumal wir das in 3 Jahren Beziehung noch nicht ein Mal geschafft haben! Zeit wurde es also.

Meine Lieblingstiere sind -abgesehen von den ganzen Großkatzen- immer die Giraffen. Sie sind so faszinierend, so riesig und wunderschön! Da könnte ich stundenlang davor stehen und einfach nur staunen.

Giraffe  Giraffen

Nach über zwei Stunden spazieren im Regen machten wir uns auf den Weg in ein warmes Restaurant und ausklingen ließen wir den Abend bei einem Glas Wein in einer kleinen und urgemütlichen (Raucher-)Bar bei mir um die Ecke.

Das war ein superschöner Tag, von grauem Wetter und Regen lassen wir uns nämlich nichts versauen. So!