Absolventenfeier der TU Dresden

Für meinen derzeitigen Heimatbesuch gab es diesmal einen guten Grund mehr (neben Sehnsucht, Freunden und Familie), nämlich die Einladung zur offiziellen Absolventenfeier für die Absolventen der Fakultät SpraLiKuWi des Jahres 2010. Nach einem Jahr (letztes Jahr im Feburar bekam ich das Ergebnis, es ist unfassbar dass das schon wieder so lang her ist) bekam ich also jetzt Originalzeugnis und -urkunde überreicht. Es war ein vernünftiger Abschluss und ein schönes Ereignis, das ich allein mit meinen Eltern beging. Die haben mich schließlich jahrelang unterstützt und so einiges wegen mir mitgemacht.
Meine damalige Leidensgenossin und Immernochfreundin nahm auch an der Feier teil. Bei uns hat sich in dem Jahr einiges getan, was so nicht unbedingt vorhersehbar war: Ich hab nach ewigem Suchen einen Job bekommen, sie hingegen ein Kind. ;)

Es war wirklich herrlich, dirverse Gesichter aus Unitagen wiederzusehen, die man damals schon nicht besonders sympathisch fand, um es mal vorsichtig auszudrücken. Das beruhte auch immer auf Gegenseitigkeit, so mancher Klugscheißer hat wahrscheinlich nicht vermutet, dass wir Tussen diesen Abschluss schaffen, schließlich hatten wir noch Spaß im Leben und haben uns auch eher selten mit klugen Sprüchen in den Seminaren hervorgetan. Aber egal, ich vermiss die Unizeit und auch diese uncoolen Leute, noch viel mehr aber die coolen und die Zeit und das Feeling und alles. Auch wenn ich jetzt auch ein schönes Leben habe, keine Frage, so hänge ich dennoch oftmals solchen alten Zeiten hinterher. Dann bin ich auch geneigt, alles zu romantisieren und die oftmals dampfende Kacke (Prüfungen, studententypische Armut, Abhängigkeit von den Eltern, Fernbeziehung mit MTM…) einfach auszublenden. Aber gut, ich schwelge eben gerne in Tagträumen. Dazu gehören oftmals Erinnerungen, aber auch Luftschlösser der Zukunft. In der Gegenwart befinde ich mich dann die restlichen drei Stunden des Tages. ;)

97 Gedanken zu „Absolventenfeier der TU Dresden

  1. Nochmals herzlichen Glückwunsch :) Dem Tisch nach war das Essen ja auch sehr fein!

    Bei meiner Zeugnisverleihung fand ich es sehr beruhigend zu sehen, dass ich gar nicht so spät dran war, wie ich immer gedacht hatte, sondern ganz viele, die mit mir angefangen haben, auch erst da fertig geworden sind.

    Die Neigung zum Romantisieren kenne ich auch ;)

  2. Das liest sich gut und die Bilder sprechen ja auch dafür!

    Und das im „PS“ geschrieben kann ich mir komplett auch so vorstellen bzw. das auch im eigenen Leben immer wieder so in der Art nachvollziehen. Man blendet das Unangenehme in der Erinnerung oft aus, das ist manchmal auch ganz gut so, solange man es nicht komplett vergisst. ;D

  3. Juhu! Endlich ein gelungener Abschluss unter allem!

    Ich liebe deine Bilder! Du hast so ein süsses, freches Schnütchen, herrlich :yes:

    Tja, da setzt dann die romantische Verklärung ein aber unter der leiden viele ;)

  4. schöne Bilder sind das, man sieht dir die Freude an, die Du empfunden hast.
    Auch wenn ich zu keinem Schluß komme, wem Du ähnlicher siehst, aber ich glaube doch eher deiner Mama so im großen und ganzen.

    P.S. ich würde auch sofort noch einmal studieren, schon der legendären Gangpartys wegen ;) Das Studium ist und bleibt einfach eine ganz besondere Zeit, das können wohl nur die nachfühlen, die selbst auch studiert haben, und da ist so ein bisschen romantische Verklärung völlig okay :yes:

    • Du hast sooo recht!

      Meine Mutter meint immer, dass mein Studium Zeitverschwendung gewesen sei, weil ich ja jetzt nicht als Historikern arbeite (da ist halt nur sehr wenig Nachfrage; meine erste Ausbildung – Sekretärin – war da viel praktischer), aber ein Studium ist nie verschwendet. Erstens lernt man eine Menge nützlicher Sachen (Recherche, zum Beispiel), zweitens ist die Studienzeit einfach eine Klasse Zeit, drittens erlaubt einem ein abgeschlossenes Hochschulstudium auch in „fachfremden“ Berufen Aufstiegschancen, die man sonst nicht hätte. Aber meine Mutter rafft das nicht.

      • Aber sie ist trotzdem stolz auf dich.
        Meine Mutter war ja auch immer der Meinung, ich sei der einzige Ing. auf Gottes weiter Welt der arbeitslos ist, und das lag nur daran, daß ich tätowiert bin ….
        Jetzt, wo ich wieder arbeite ist das natürlich alles nicht wahr und das hat sie so nie gesagt *lach*
        Eltern halt, wer weiß wie wir mal werden, bestimmt auch wunderlich in den Augen unserer Kinder ;)

      • ich kopiere den kommentar mal und leg ihn meiner mutti vor. ;D und all den doofen fragern „und DAFÜR hast du jetzt studiert?!“ JA verdammt, für meinen job BRAUCHT man den uniabschluss und für das gehalt ja wohl auch! GNAAAA!

          • stimmt schon.
            in sachen humanität und solidarität entwickeln wir uns einfach zurück.
            heute treffen sich freunde im pub und hacken jeweils jeder für sich autistisch auf ihrem i-phone rum; das nennt man dann einen gelungenen abend unter freunden. :D
            was wir an technik gewinnen, verlieren wir am menschsein.
            um nur ein bsp zu nennen.

            • Am schlimmsten finde ich daß man genau von sowas früher geträumt hat. Wenn man sich sowas damals vorstellte, das war schon scieence-fiction-mäßig, ein kleiner Computer den man immer dabei hat, der einem sagt wo man ist, der Kommunikation ermöglicht…
              Aber man sagt ja „be careful what you wish for“, vieles wird wahr, aber eben nicht ganz so wie man es sich vorgestellt hat.

              Neulich hab ich mal einen Kommentar gelesen beim Video „Oh People“ von Patti LaBelle auf Youtube. Wie toll das doch sei, daß der Text noch genau so gültig ist wie damals vor 25 Jahren. Aber ist es nicht eher armeselig, daß es immer noch diese Lieder gibt gegen Krieg, gegen Armut und für ein Miteinander, und daß sich nichts aber auch nichts getan hat?

              Wie du schon sagst, vieles entwickelt sich eher gegenläufig. Was es in den 80ern an Aufbruchsgeist, Auflehnung und Solidarität gab ist alles verpufft. Schlimmer noch, ich kenne viele die damals die kritischen Liedertexte mitgegröhlt haben und heute die schlimmsten Konsumzombies sind.

              Jetzt hab ich nen ganzen Roman geschrieben… :))

              • be careful what you wish for and enjoy the upcoming intensive regret ;)
                …würd ich sagen :)
                naja, die auflehnung ist da, nur nicht mehr so existenziell wie gegen atomkraft oder gegen die alte nazi-regierung oder ne ddr diktatur oder wirklich großen dingen.
                heute isses halt ein bahnhof der bestreikt wird :( ähm?! ja. und die hälfte derer die vor ort waren wussten nur halb so viel wie sie wissen hätten sollen bevor sie dort antraten. allzu schnell wird heute ne populäre meinung mitgegröhlt die morgen ersetzt wird durch ‚ach, ich hab heut besseres vor….zb schuhe kaufen‘
                die emotionale tiefe die einst menschen in revolutionen steckten, die persönliche verbindung zum thema, fehlt.
                so lange es machtgeile, egozentrische und geldsüchtige menschen gibt, so lange darf patti labelle und john lennon singen, also 4ever and ever and ever…..

                man kann höchstens im kleinen privaten anfangen, seine welt wenigstens so zu gestalten dass man sie ok finden kann. wir haben am pubtisch jedenfalls händiverbot ausgesprochen. und eine freundschaft fiel sogar schon einem die-phone besitzer zum opfer.
                naja. vermissen tue ich ihn ja auch nicht, er war ja nur noch ein geist der ständig versuchte einerseits mir zuzuhören aber auch gleichzeitig seinem ultraanspruchsvollen händi-inhalt gerecht zu werden.
                manchmal muss man einfach entscheidungen treffen. in diesem fall hab ich sie gegen ihn getroffen.
                vllt. hatt ers noch gar nicht bemerkt in seiner zwischenwelt? :))

  5. Ich denke das ist doch normal. „Früher war alles Besser.“ das erzählen doch auch die Omas immer ;-)
    Fotos sind sehr schön – auch wenn man den Eindruck gewinnt, das deine Mum Kameras nicht mag.

  6. Ach schön auch mal Deine Eltern zu sehen – weil Du ja auch immer so schwärmst, Du bist schon ein kl. Abbild deiner Ma oder ?

    Ich denke auch gerne an früher, aber komischerweise hänge ich wirklich nie alten Zeiten nach, was war war und gut :) (ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn man den halben Tag von früher spricht – jetzt ist der Augenblick) Ich sage immer die Zeit ist jetzt anders schön – wenn jemand jammert und es bleibt weiterhin spannend.

  7. Jetzt muß ich aber auch noch was zum eigentlichen Thema hier schreiben :))
    Schön, mal deine Eltern zu sehen! Auf dem oberen Bild sieht man wirklich die Ähnlichkeit zwischen dir und deiner Mama. Und es ist immer wieder gut, die alten gesichter zu sehen mit denen mam mal – mehr oder weniger – verbunden war. Auch die uncoolen (die sogar ganz besonders :>> Ist der/die… alt geworden! oder: Moah, immer noch die alte Hackfresse, nur mit 10 Kilo mehr! oder: Immer noch der selbe Langweiler… sowas wird Facebook nie ersetzen können :)))

  8. Ui! Also, so was Schickes mit Essen und so hatten wir nicht. Wir hatten nur so eine kleine Veranstaltung, wo jeder seiner Magisterurkunde bekam und einen feuchten Händedruck. Es gab nicht einmal ein Glas Sekt. :no:

    Das mit den Hackfressen stimmt. So welche hatten wir auch. Auch in der Schule, und bei jedem Abitreffen sieht man: Wer früher schon bescheuert war, der ist es auch immer noch. :))

  9. Oh, was für schöne Fotos!!! Danke, dass ich Dich jetzt endlich mal „life“ sehe :) Noch so’ne hübsche Blogfreundin !!!!!
    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung ;)

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