Kochklops (fast) wie bei Opa

Die Woche ging echt rum wie nix. Überstunden, MTM, Freundinnen, Unternehmungen… Und schon wieder ist Samstag, dabei wollte ich doch noch von meiner Koch- und Backorgie am letzten Sonntag erzählen. Kam ich einfach nicht dazu, also mache ich es heute, obwohl das Herbstessen des letzten Wochenendes zu dem jetzigen wundervollen Spätsommerwetter gar nicht mehr passt.

Am Samstag gab es meine Kartoffelsuppe. Samstag ist nämlich Eintopftag, kennt ihr das auch so? Früher wurde das bei Oma oder auch meinen Eltern relativ häufig so durchgezogen. Und irgendwie blieb es hängen bei mir. Warum auch immer, aber mir schmeckt ein Eintopf am Samstag einfach am besten!

Am Sonntag habe ich meinen Lieblingskuchen gebacken, um davon ein Stück zu essen und den Rest bei Familie und Kollegen zu verteilen. Was will man auch zu zweit mit einem ganzen Kuchen, wa?!

Außerdem gab es Kochklops wie bei Opa. Nennt man auch Königsberger Klopse, aber bei uns heißt es eben so.

Kochklops

Mein Rezept versuche ich mal, wiederzugeben so gut es geht. Ich mache es immer bisschen „freestyle“, vor allem beim Würzen, bis es eben so ähnlich schmeckt wie bei Opa damals. Genauso kriege ich es nicht hin, sein Geheimnis hat er mit ins Grab genommen.

Da das Ganze recht viel Zeit braucht, mache ich sowas gerne in großen Mengen und friere einen Teil ein. Oder bringe es zu MTMs Oma, die sich sehr gefreut hat, weil sie das schon Jahre nicht gegessen hat. :)

Zutaten für die Klopse:

1000g Hackfleisch gemischt, fettreduziert
1 Brötchen
2 Eier
2 EL Semmelbrösel
3 TL Senf
Salz, Pfeffer

Zutaten für Kochwasser und Soße:

Gekörnte Gemüsebrühe (kann man auch selbst herstellen ohne böses Fertigpulver, da hab ich aber keinen Bock drauf)
Pimentkörner
Lorbeerblätter
1 Zwiebel

100g Butaris
100g Mehl
50ml Milch
1 Gläschen Kapern
1 EL Essig
Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung

Das Brötchen in Wasser einweichen und vorsichtig ausdrücken. Mit dem Hackfleisch und den restlichen angegebenen Zutaten vermengen und mit nassen Händen Klopse daraus formen.

Das Kochwasser mit gekörnter Brühe, ein paar Pimentkörnern, 2 Lorbeerblättern und einer geschälten Zwiebel (im Ganzen) aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Hitze runterdrehen und Piment, Zwiebel und Lorbeer rausnehmen. Die Klopse nun vorsichtig ins Kochwasser geben und darin nur ziehen lassen bei geringer Hitze und leichtem Sieden, für gut 15 Minuten. Das Wasser darf nicht mehr kochen!

Wenn die Klopse gar sind, nimmt man sie heraus aus der Brühe und stellt sie zur Seite. Die Brühe wird nun für die Soße benötigt. Hierfür erhitzt man in einem separaten Topf das Butaris, und gibt dann das Mehl unter kräftigem Rühren (mit einem Schneebesen) hinzu. Nun wird kellenweise Kochwasser unter ständigem Rührem mit dem Schneebesen hinzugefügt, bis eine sämige Soße entsteht. Man muss selbst gucken, wie dick- oder dünnflüssig man die Soße mag und wieviel Brühe man dann braucht. Klümpchen dürften wegen des exzessiven Rührens nicht vorkommen. ;)

Jetzt rührt man noch die Milch unter, köchelt die Soße noch ein wenig, fügt die Kapern hinzu (mit dem Kapernsaft!) und würzt die Soße nach Geschmack mit Essig, Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Zum Schluss wird das Ganze mit ein bisschen Zucker abgerundet.

Perfekt als Beilage passen Kartoffeln.

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20 Gedanken zu “Kochklops (fast) wie bei Opa

  1. Bei uns zu Hause war früher Samstag auch immer Eintopftag! Das hatte ich ganz vergessen. Jetzt esse ich was mir Spaß macht, egal an welchem Tag.

    ‚Kochklöpse‘ hießen bei uns in der Tat ‚Königsberger Klopse‘. Die habe ich auch immer sehr gern gegessen, aber damit ist ja nun Schluss.

    Ich überleg‘ mir aber noch mal einen Eintopf für nächsten Samstag!

    • Es gab bei uns auch samstags mal was anderes als Eintopf, aber wenn Eintopf, dann samstags. :) Und so ist es bei mir heut noch, ich komme halt eher samstags dazu, einen Eintopf zu machen als unter der Woche. Was ich noch in der Tiefkühltruhe habe, esse ich auch mal auf Arbeit, aber frisch gekochter Eintopf: Samstags! :D

      Kartoffelsuppe eignet sich doch gut für Veggies, oder? Grüne Bohnen mag ich auch, oder Möhreneintopf oder Nudeleintopf oder Reis oder oder oder…

  2. Samstags Eintopftag hatten wir nicht, aber als ich noch in der Schule war, war Samstag Mittag oft „Pizza-Tag“. Meist war meine Mutter mittags noch irgendwo unterwegs (einkaufen etc) und nur mein Papa zuhause – der erlaubte uns dann oft, eine Pizza zu bestellen. Das hat mir den Samstag oft ein bisschen versüßt. :)

    Finde es immer wieder interessant, Rezepte meiner Blogfreunde zu lesen. Schade dass es den Küchenblog nicht mehr gibt – wär aber vll mal wieder eine Idee, um die zu sammeln?

    • naja einen küchenblog mit rezepten gibt es ja, der blog damals war ja nicht nur mit rezepten bespickt sondern vor allem mit fotos von dem, was man so gekauft, gefuttert und ggf. auch zubereitet hat. „allesrundumsessen“ hieß der. seitdem mach ich meine rezepte persönlich gerne in den eigenen blog, andere nutzen rezepteblogs. ich glaub, noch einer wäre zu viel.

      interessant finde ich es aber auch immer, die rezepte der anderen zu lesen. manchmal habe ich mich sogar inspirieren lassen. :)

    • früher hab ich die kapern nicht gegessen, als kind. das ging wohl echt vielen so, wenn man in den rezepten im netz stöbert. aber irgendwann werden wir alle erwachsen und inzwischen finde ich, dass es ohne kapern gar nicht geht. :)

  3. Leeeeeeeeeeeecker! Bei uns war das immer ein ganz besonderes Essen (warum auch immer), nach dem Motto: gibt’s nur einmal im Jahr!

    Danke für deine detaillierte Anleitung, die werde ich doch direkt mal in mein Kochbuch übertragen, selbst gekocht hab‘ ich Königsberger Klopse glaube ich erst einmal, und da mit telefonischer Unterstützung von zu Hause ;-)

  4. Uns ist aufgefallen, dass Ihr Blog viele leckere Rezepte hat..:) Wir würden uns dafür freuen, wenn Sie sich auf Rezeptefinden.de registrieren, damit wir auf ihn verweisen können.

    Rezeptefinden ist eine große Food-Community, die mehrere Blogs und Kochseiten aus Deutschland zusammenstellt, und die Blogger profitieren davon, dass Rezeptefinden ihre Seite weiter bekannt macht.

    Um sich auf Rezeptefinden registrieren, gehen Sie einfach auf rezeptefinden.de/top-food-blogs-hinzufügen

    Mit freundlichen Grüßen,
    Rezeptefinden.de

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