Flittern – 4. Tag

Wir hatten für diesen Tag eine 9-stündige Tour namens „Golden Circle“ gebucht, die morgens halb 9 losging. Wir hatten den ganzen Tag absolutes Goldwetter, schweinekalt zwar, aber herrlich sonnig und klar. Nachdem wir noch im Dunkeln ein Kraftwerk besucht hatten und uns die letzten Erdbeben auf Island anhören durften, fuhren wir durch eine traumhafte Winterlandschaft der Morgendämmerung entgegen.

Island

Wir besichtigten in der absoluten Ruhe des isländischen Winterwunderlandes einen Krater und die erste Kirche des Landes.

Krater Island Kirche Island

Im Anschluss ging es weiter zu dem herrschaftlichen Wasserfall Gullfoss, dessen Anblick einem den Atem raubte. Dort gab es zum Mittagessen traditionelle Lammsuppe, bevor es schon wieder weiter ging.

Gullfoss

Unterwegs konnte man nur über diese aufregende Andersartigkeit dieses Landes und seiner Natur staunen. Man sah teilweise Wohnhäuser, wo sonst einfach nur nichts war, und überall in den Bergen und Tälern Herden von Islandpferden und Schafen. Diese beiden Tierarten werden in Island neben Fisch übrigens so häufig gegessen, wie in Deutschland Rind und Schwein. Die Schafe werden in der Sommerzeit in den Bergen freigelassen, wo sie machen können was sie wollen und den ganzen Tag die guten Kräuter futtern. Im September ist dann immer die große „Einsammelaktion“, die ein paar Tage geht und an der sogar Touristen teilnehmen können, weil vermutlich auch jede Hilfe nötig ist. Man rennt dann bei Wind und Wetter den ganzen Tag durch die Berge und fängt Schafe.

Für unsere Reisegruppe ging es nun weiter zu den Geysiren, auf die ich ja besonders scharf war. Wir besuchten ein regelrechtes „Geysirfeld“ mit vielen rauchenden kleinen und großen Quellen. Gerade bei unserer Ankunft schoss der Strokkur-Geysir in die Höhe, was er so ca. alle 10 Minuten tut. Ich hab direkt gequiekt wie blöde, so faszinierend war das!

Strokkur-Geysir

Später standen wir ganz nah dran und beobachteten mehrere solcher Ausbrüche und das Brodeln davor und das Zurückziehen danach. Ich hätte wirklich Stunden dort stehen können und bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen.

Strokkur-Geysir
Strokkur-Geysir

Weiter ging es zum Nationalpark Pingvellir, wo man in Form der Silfra-Spalte die Nordamerikanische und Eurasische Kontinentalplatte auseinanderdrifen sehen kann.

Pingvellir

Von weiter oben hatte man einen wahnsinnig schönen Blick auf den ganzen Park, den großen See und die Thingstätte der Wikinger, auf welcher eines der ältesten Parlamente der Welt entstand.

Pingvellir Pingvellir

Nun wurde es schon wieder schnell dunkel und unsere Tour war auch beendet, weshalb wir die Heimfahrt antraten. Wir besuchten an diesem Abend noch ein vom Reiseführer wärmstens empfohlenes Restaurant, bei dem man das seiner Meinung nach beste isländische Lamm und auch das beste isländische Pferd essen konnte. Beides war zwar fast in jeder Gaststätte im der Speisekarte zu finden, aber hier wollten wir aufgrund der Empfehlung unseren „Anfang“ machen. Wir wurden letztendlich nicht enttäuscht und haben wirklich vorzüglich und merklich gute Qualität gegessen.

Isländisches Pferd Isländisches Lamm

Der Abend endete wieder in unserem gemütlichen Hotelzimmer, schließlich waren wir noch immer kränklich, zudem hatten wir am nächsten Tag schon wieder eine laaaange Tour geplant. Außerdem geht in Reykjavik sowieso nur am Wochenende die Post ab, aber dann richtig.

P.S.: Frohe Weihnachten! :D

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26 Gedanken zu “Flittern – 4. Tag

  1. Frohe Weihnachten auch an Dich – und Du machst richtig Lust auf Island! Ich glaub, es rutscht auf meiner „noch hinfahren-Liste“ gerade mit jedem Eintrag eine Position höher!

  2. Herrlich!

    Es ist so genial, das zu lesen und für mich und sicher jeden, der mal dort war, so irre nachvollziehbar. Diese Tour habe ich damals ja auch gemacht, ich war sowas von beeindruckt, das kann man sich nicht vorstellen.

    Habt Ihr denn auch mit einem Bein in Europa und mit einem Bein in Amerika gestanden? Wir waren da an einer Stelle, da konnte man das hervorragend! :)

    Und die Post geht am Wochenende in Reykjavik sowas von ab, das war unfassbar!!!

    • nee ich glaub nicht, wir sind nur rumgeschlittert, es war sauglatt da. ;) leider hatten wir von den feiernden leuten nur was mitgekriegt, als wir morgens mit dem bus zum flughafen gefahren sind. wir waren zu krank zum mitfeiern.

      • Ahja, das kann ich mir vorstellen, das friert da ja auch hervorragend! ;)

        Die Leute in Reykjavik fanden wir absolut genial: Wir haben da so eine Truppe wirklich junger Leute angequatscht, weil wir Gutscheine für Freibier in einer bestimmten Kneipe hatten. Die warteten da wohl vor einer Location auf Freunde (im November bei unter 0°C, die Mädels im Minirock…) und begnügten sich nicht mit großartigem Erklären, nöö, die führten uns über 500 Meter durch die Stadt bis zu dem Lokal und ließen sich noch nicht mal zu einem Drink einladen.

        Wir haben den ganzen Abend nur mit dem Kopf geschüttelt, denn das ging nur so weiter!

  3. Die Fotos, die Landschaft, der absolute Oberhammer! Das Foto mit dem ausbrechenden Geysir, der Himmel … atemberaubend schön. Ich will da unbedingt hin, aber kann man dort auch überleben ohne Schafe und vor allem Pferde zu essen? 8|

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