New York City – Tag 4

Wir starteten an diesem Mittwoch mit einem deftigen Frühstück (Eier, Pancakes, das volle Programm) in einem echten Diner, wie man es aus der Glotze kennt. Die Bedienung hatte eine rauchige Stimme und hielt ein angenehmes Schwätzchen mit uns. Der Kaffee wurde ständig nachgefüllt, der O-Saft war frischgepresst und die Preise lagen im günstigen Bereich. MTM und ich waren froh über unsere Entdeckung und wussten, dass wir hier nicht zum letzten Mal eingekehrt waren.

Gut gestärkt machten wir uns auf zur Staten Island Ferry, um Manhattan von weitem und die Freiheitsstatue von nahem zu sehen.

Manhattan

Durch den Government Shutdown gab es keine Möglichkeit, direkt zur Statue zu kommen, was uns nicht störte. Wir hatten sowieso nicht vor, uns da für einen Haufen Geld anzustellen und wollten lieber den Blick von der kostenlosen Fähre aus genießen.

NY Statue of Liberty

Die Fähre brachte uns – wie der Name vermuten lässt – nach Staten Island, den am dünnsten besiedelten Stadtbezirk von New York City. Dort ließen wir uns eine Weile nieder, ließen uns die Sonne auf den Buckel scheinen und genossen den Blick rüber nach Manhattan. Bei 30 °C hielten wir es jedoch nicht lange dort aus, also nahmen wir schon bald wieder die Fähre zurück.

Staten Island

Als wir wieder in Manhatten ankamen, schmiedeten wir einen groben Plan bezüglich des weiteren Tagesverlaufes. Unser erster Weg führte uns in das meiner Meinung nach völlig durchgedrehte Chinatown.

Chinatown NY

Alles war irgendwie noch irrer hier: Die Hitze wirkte noch drückender, noch mehr Trubel, noch mehr Stadtgestank, an jeder Ecke irgendwelche ominösen Gestalten („Paper? Watches?“). Ich muss zugeben, ich wollte am liebsten schnellstmöglich Reißaus nehmen aber war irgendwie auch fasziniert. Was es nicht alles gibt!

NY Chinatown

MTM wollte unbedingt etwas vor Ort essen, mich gruselte allein der Gedanke. Doch wir fanden eine kleine Oase, völlig klimaanlagenunterkühlt (das haben sich die Chinesen fein von den Amis abgeguckt), sauber und mit ziemlich frischem, lecker aussehendem Essen auf den Tischen, an denen vorzugsweise Chinesen saßen. Die Kommunikation mit den Angestellten war nicht so einfach, aber eines konnte ich unmissverständlich klarmachen: Für mich bitte vegetarisch! Das Risiko, aus Versehen Schweinefüße und dergleichen auf dem Teller zu haben, war mir hier zu groß. MTM ist da ja nicht so, der hatte in seiner Suppe Rindermagen und was weiß ich noch alles und war sowas von begeistert! Ich war mit meiner Vegi-Variante auch sehr zufrieden und kann jetzt stolz von mir behaupten:
I survived Chinatown! ;)

Chinatown Food

So langsam ging das chinesische Viertel in das italienische über, obwohl Little Italy immer mehr von Chinatown eingenommen zu werden scheint. Irgendwie schade, hier fühlten wir uns nämlich gleich viel wohler. Zum Postkartenschreiben und italienischem Kaffeetrinken ließen wir uns noch einmal nieder. Dabei beschlossen wir, dass wir noch nicht satt an Eindrücken sind und noch heute New York City von oben sehen wollten. Gibt es eine bessere Adrese hierfür als diese?

Empire State Building

Bis vor kurzem war das Empire State Building das höchste Gebäude New Yorks, inzwischen wurde es von dem gerade erst fertiggestellten One World Trade Center (auf dem ersten Bild zu sehen) ersetzt, das nun sogar das höchste Gebäude der USA ist. Wir scheuten keine Kosten und Mühen und waren froh, nicht anstehen zu müssen, um zur Aussichtsplattform zu gelangen. Belohnt wurden wir mit einem unglaublichen Blick auf die Stadt, den Central Park (seht ihr auf Bild 1?), einfach alles.

New York CityNew York City

Wir hielten uns recht lange dort oben auf, schossen eine aberwitzige Anzahl an Bildern von uns und der Stadt und uns und der Stadt… Manchmal kriegt man einfach den Hals nicht voll. Kurz vor der Abenddämmerung fuhren wir wieder nach unten, weil es dort oben ziemlich voll wurde. Alle wollen New York bei Nacht von oben sehen! Kann ich verstehen, hätte ich auch gerne, aber so viel Geduld hatten wir beide dann nicht mehr. Wir verzichteten und entschieden, uns New York bei Nacht lieber von unten anzuschauen. In unserem Hotelumkreis, im Financial District. Nach Feierabend sind die Bars dort gut gefüllt und so reihten wir uns einfach ein, genossen ein paar Bier in einem Pub und beobachteten mit heller Freude die Leute um uns herum. Zum Reden kamen wir eher nicht, die New Yorker Weiber plärren fast alle so ohrenbetäubend laut herum in ihren Gesprächen untereinander, da kommt mein zartes Stimmchen nicht gegen an. ;)

25 Gedanken zu „New York City – Tag 4

  1. Sehr schön ;)
    In SF ist Chinatown auch so schräg, die Stadt wurde ja von Chinesen gegründet. Das Essen ist dort auch so …. so anders.

    Aber ich war auch schon eine Woche in Hongkong. Seitdem ist die kantonesische Küche für mich gestorben.

    Yes, you survived Chinatown. Wirklich wahr.

  2. Oooh, ich bin gerade durch die Startseite von blog.de auf deinen Blog aufmerksam geworden und habe mir gleich alle deine Posts zu NYC durchgelesen, da ich seit Freitag hier bin, allerdings für ein halbes Jahr :D
    So tolle Bilder, da freue ich mich auf noch weitere Posts und meine eigenen Erfahrungen :)

  3. Moin Belly ! Habe mich heute morgen schon auf Deinen Eintrag gefreut, hock hier mit ’ner Tasse Tee und träume wieder…. Awwwwwwwwwww ! Ein Traum, und das bei dem Wetter! Dieser blaue Himmel machen die Bilder noch schôner !

    Empire State Building… ich muss bei den Fotos immer an die vielen amerikanischen Spielfilme denken, und Ihr beiden mittendrin :))

    Boah, Chinatown ist mit Sicherheit sehenswert, aber, mit Essen wäre es mir da auch unwohl ;)

    NY by night !!!! Bin schon auf die Fotos gespannt :D

    Nach Japan wûrde ich gerne mal reisen ;)

  4. Die Chinesen hätte ich vermutlich extrem ausgelebt, ich mag so ein Gewusel und die Gerüche und liebe es Leute zu beobachten, wobei ich bei dem Essen auch so meine Sorgen gehabt hätte :))

    Und mit dem Wetter hatten ihr ja mehr als Glück, ey, 30° Hammer!!!

    NY von oben, es wirkt so still und friedlich, man kann sich kaum vorstellen, dass dort soviel Hektik ist. Jetzt begreife ich auch, warum die in den Filmen so gerne auf irgendwelchen Dächern hocken :))

    Übrigens, schicker Lack auf den Füssen! Habe ich gestern schon bewundert :yes:

  5. Gut gekochter Pansen kann übrigens wirklich lecker sein (wenn man denn Fleisch zu sich nimmt). Hatte ich mal von dem echt guten und authentischen Chinesen bei mir erzählt? Da gibt es als Dim Sum z.B. auch kalte Hühnerfüße. (Ich gestehe aber, dass ich mich da auch noch nicht rangetraut habe.)

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