New York City – Tag 2

Wir waren wegen der ganzen Zeitverschieberei also sehr früh auf den Beinen, was ja praktisch ist, wenn man nur 7 Tage Zeit für die unglaublichste Stadt hat. Wir stürzten uns in die Wallstreet-Massen, denn es war montags und im Financial District herrschte reges Treiben. Überall sah man tüchtige Anzugträger mit Take-away-Kaffee in der Hand schnellen Schrittes unterwegs zum nächsten Bagel-Stand und dann zur Arbeit. Wir taten es ihnen gleich, holten uns einen Kaffee und einen köstlichen Creamcheese Bagel zum Frühstück und liefen geschäftig durch die Straßen. Man erkannte unser Touristendasein natürlich leicht: Rucksack, Fotoapparat, staunende Gesichter, Kopf im Nacken. :)

NY Financial District

Die größte Wertpapierbörse der Welt hätten wir uns allerdings etwas aufregender vorgestellt:

NY Stock Exchange

Wir trauten uns nach einer Zeitlang in die New Yorker Subway (vor sowas hab ich ja immer bisschen Schiss am Anfang) in Richtung Midtown und kamen wunderbar zurecht. Sie führte uns zu unserem Ziel: Grand Central Station. Was für ein Palast!

NY Grand Central Station

Beim Heraustreten erblickten wir sogleich das Chrysler Building, welches als vierthöchstes Gebäude der Stadt herrschaftlich über uns thronte. Es ist einfach unglaublich, was in einem vorgeht, wenn man zum ersten Mal durch diese hektische, große, atemberaubende Stadt wandelt. Ich war dermaßen aufgedreht und unter Strom, ich hätte gar keinen Kaffee benötigt!

NY Chrysler Building

Wir ließen uns einfach treiben und zogen durch die Straßen, ungeachtet der bereits zu schmerzen beginnenden Füße. Auf sowas kann man einfach keine Rücksicht nehmen, wenn es sooo viel zu sehen gibt. Das Stadtleben fühlen, das ist mir wichtig. Ich brauche keine Museen, ich will die Luft der Gegend atmen und unter den Menschen sein, die dort leben. An den „Hotspots“ gehe ich natürlich trotzdem nicht vorbei, und so kommt man eben auch in die Touri-Massen hinein an Orten wie dem Rockefeller Center…

Rockefeller Center

Laufen macht hungrig und Füße und Körper sehnen sich nach einer Verschnaufpause, also machten wir uns auf die Suche nach einem Mittagessen. Wir trafen eine vorzügliche Wahl mit diesem Schnellfressimbiss und durften die besten Sandwiches genießen, die wir je aßen. Diesen Status behielten sie auch bis zum Ende des Urlaubs. :)

Sandwiches

Gut gestärkt liefen wir weiter und kauften nebenbei noch für jeden eine Jeans. Und liefen, liefen, liefen, bis in den Central Park hinein. Dies war natürlich der beste Ort für eine lange, herrliche Pause im Grünen mit nur noch gedämpftem Stadtlärm (so wie die New Yorker hupen alle Spanier und Italiener nicht mal zusammen!) und viel Zeit, Leute und Baseballer zu beobachten. Schön!

NY Central Park

Wir nahmen uns diesmal wirklich viel Zeit zum Ausruhen und Auftanken, denn wir waren ja nicht auf der Flucht. Irgendwann rafften wir uns wieder auf und liefen, liefen, liefen wieder zurück bis wir uns auf dem Times Square befanden und uns von den Eindrücken berauschen ließen.

Times Square

Wir hielten uns aber nicht lange dort auf, wollten lieber noch einmal wiederkommen, wenn es dunkel ist. An diesem Tag wussten wir, dass wir es nicht schaffen würden, bis zur Dunkelheit durchzuhalten und dann das Szenario zu genießen. Der Jetlag ergriff Besitz von uns, wir waren hundemüde und schafften es zu Fuß nur noch bis zum Madison Square Garden, dann hatten wir nur noch den Wunsch, dem Lärm und der ganzen Aufregung zu entfliehen. Wir winkten uns unser erstes New Yorker Taxi heran (auch wieder aufregend ;D), fuhren zum Hotel, fielen ins Bett und ließen uns vom Ami-Fernsehen berieseln. Das frühe Zubettgehen kam der geplanten Tour am nächsten Tag entgehen, wir mussten nämlich um 6:45 Uhr wieder in Midtown sein.

NY Madison Square Garden

New York City – Tag 1

Es war Sonntag, wir mussten nach einer heißen Volksfescht-Nacht morgens halb sechs aufstehen, um pünktlich zum Flughafen zu kommen. Mir ging es reichlich beschissen, was ich auf das Lángos schiebe (obligatorisch nach dem Verlassen des Festzeltes in der Nacht), nicht etwa auf das Bier. Mein ursprünglicher Plan war ja, heftig zu feiern und dann den langen Flug vor Erschöpfung zu verpennen. Tja, daraus wurde nichts. Wie soll man so eingepfercht zwischen zwei Menschen und im Sitzen pennen können? Ich muss ja immer in der Mitte sitzen, weil MTM wegen seiner langen Beine einen Gangplatz braucht. Neben mir saß so ein Flegel, der sich breit gemacht hat wie sonstwas. Die allgemeine Enge im Flugzeug trägt dann natürlich noch zum Unwohlsein bei.
Wie dem auch sei, ich überstand den Flug trotz meiner lángosbedingten Übelkeit und wurde in der letzten Stunde mit einem Platzwechsel zum Fenster belohnt. Mein allererster Blick auf Amerika erfüllte mich mit Freude. Endlich Urlaub!

Blick auf Amerika

Am Flughafen Newark kamen wir an, einen Shuttle hatten wir organisiert und schnell erreichten wir unser Hotel und unsere Wohngegend für nunmehr eine Woche. Das „Business-Hotel“ nahe der Wallstreet erfüllte unsere Erwartungen, wir fühlten uns wohl; doch auch wenn das Bett regelrecht nach uns schrie, lockte die aufregende Stadt mehr. So zogen wir nach dem Auspacken los, um uns in der näheren Umgebung umzuschauen und zurechtzufinden. Und zu staunen, nach oben zu glotzen, Genickstarre zu kriegen.

NY Financial District

Das Wetter war bombastisch und sollte sich so auch die ganze Woche halten. Wir konnten deshalb an der nahegelegenen Uferpromenade einen herrlichen Sonnenunterhang genießen und – was noch viel aufregender war – das erste Mal Lady Liberty erblicken. Sie war weit weg, aber nicht zu verkennen und entlockte mir ein erfreutes Quieken. Wir waren in New York City, verdammte geile Scheiße! :D

NY Promenade

Die Suche nach einem Abendessen gestaltete sich dann nicht so einfach, da das Financial District am Wochenende ein bisschen wie ausgestorben ist, zumindest im Vergleich zu den Wochentagen. Erschwerend kam hinzu, dass wir uns in dem Straßenwirrwarr noch nicht gut zurechtfanden. Letztendlich landeten wir in „Murphy’s Tavern“ neben unserem Hotel und genehmigten uns unser erstes Amifutter (MTM: Chicken Club Sandwich, ich: Ceasar Salad). Wir gingen sehr zeitig – nach neuer Zeit – ins Bett, ich glaube es war erst 21 Uhr, und schliefen völlig erledigt tief und fest. Am nächsten Morgen starteten wir erfrischt um 5 Uhr morgens in den zweiten und diesmal kompletten Urlaubstag.

Alles inkl. Kastanienbewegung!

Seit drei Tagen bin ich wieder in Deutschland, hab immer noch Urlaub, hab den Jetlag endlich überwunden, hab 905 Urlaubsfotos sortiert, genieße das herbstlich Kuschelige hier, freue mich auf das kommende Freundinnenwochenende in Berlin…

Am Montagmorgen landeten MTM und ich nach 8 Stunden Flieger-Enge wieder in Stuggi, totmüde weil schlaflos. Wir kamen zu Hause an und hauten uns sofort auf’s Ohr. Natürlich ist das nicht gut, um den Jetlag zu überwinden, aber wir hatten ja am Abend noch was vor, um jenem Jetlag den Garaus zu machen. Nach einem 4-stündigen tiefen Schlaf machten wir uns (ich topfit, MTM komischerweise völlig fertig) auf zum Stuttgarter Volksfest, um uns mit meinen Kollegen zu treffen und unsere übriggebliebenen Biermarken auf den Kopf zu klopfen. Wir erinnern uns: Am Abend vor unserem Abflug waren wir bereits auf „dem Wasen“ (fragt nicht nach dem Reisestart am Morgen…) und hatten es tatsächlich geschafft, noch etliche Biermarken von der Reservierung wieder mit nach Hause zu nehmen. Also hatten wir ein hochgestecktes Ziel am Montagabend, das wir erreichten: Die Biermarken sind weg und wir haben uns nochmal richtig den Arsch abgefeiert. Es hat in der Runde großen Spaß gemacht und wir haben nach einer Woche in den USA das gute deutsche Bier und den leckeren Festzeltgockel sehr genossen.

Obwohl wir erst um Mitternacht im Bett lagen, war ich morgens um 4:45 Uhr schon wieder glockenwach und konnte so den Urlaubstag sehr ausgiebig genießen. Was ich gemacht habe? Na, gechillt! Nach über einer Woche Aktivität bis zum Gehtnichtmehr ist es sooo schön, einfach nur zu Hause zu sein und nichts sinnvolles zu tun!

Heute, an MTM’s letztem Urlaubstag, haben wir uns nochmal aufgerafft, füllten die Lebensmittel- und Kosmetikvorräte auf, besuchten seine Oma und gönnten uns dann in der Gaststube hier um die Ecke bei milder Herbstluft „Neuen Wein“ und Zwiebelkuchen. Wir saßen gemütlich unter einer riesigen Kastanie und ab und zu fielen ein paar ihrer Bollen herunter. Und genau da fiel es mir wieder ein: Die Kastanienbewegung! Die erste Kastanie, die mir in die Augen fiel, nahm ich an mich. Sie wird nun in meine Winterjackentasche gesteckt und dort bleibt sie nun bis zum Frühling!

Neuer Wein