Kuscheln in Wiesbaden

Der Titel lässt vielleicht anderes vermuten, aber es wird in diesem Eintrag NICHT um MTM und mich und einen unserer Ausflüge gehen. Nein, ich habe das kuschelige Wochenende nicht mit MTM verbracht, ich habe fremdgekuschelt!

Meine geliebte Freundin und Ex-Mitbewohnerin aus der Dresden-Zeit ist derzeit beruflich in Wiesbaden „stationiert“. Bisher besuchte ich sie immer in München, jetzt war es mal wieder an der Zeit, die Sehnsucht zu stillen und eben in die andere Richtung zu fahren.

Wir hatten viel vor, wollten durch das hübsche Städtchen bummeln, Party in Frankfurt machen und auch zu Hause bei Wein und Musik die Zweisamkeit genießen. Naja, letztlich kam es etwas anders.

Der Freitag war sowieso dafür reserviert, das Wiedersehen zu feiern und bei Sekt, Kippen und bisschen Musik vor allem zu quatschen. Es gab so unendlich viel zu labern, weil wir schon eine Weile nicht die Gelegenheit dazu hatten und es auch immer sehr genießen. Das hat immer eine ziemlich therapeutische Wirkung, wenn wir mal richtig loslegen. ;)

Der Samstag war (zumindest in Wiesbaden) sehr verregnet und das Wetter verleitete uns dazu, sehr lange im Bett zu bleiben. Wir tranken Kaffee, frühstückten im Bett und guckten mit Wonne Opfer-TV („Der Bachelor“, ich bin angefixt!). Sehr kuschelig! Trotzdem rafften wir uns ein wenig widerwillig auf, machten bisschen Beauty, schnappten uns Schirme und liefen los. Sie wohnt sehr zentral in Wiesbaden, dennoch war es eine Qual bei dem Mistwetter auch nur wenige Meter zu laufen. Was ich von der Stadt gesehen habe (und gehört, der hessische Dialekt ist ja herrlich), war wirklich hübsch, aber genießen konnte ich es nicht so recht. Wir flüchteten uns zunächst in ein Eiscafé, dann in diverse Geschäfte (Ausbeute: Lippenstift, Nagellack, Schuhe) und dann in ein italienisches Restaurant. Naja, „in“ ist hier eigentlich falsch, schließlich saßen wir draußen, aber unter einem Dach und einem Heizstrahler und mit Wolldecken. So ließ sich das Wetter dann doch aushalten. Wir entschieden dann, an diesem Abend weder in Frankfurt, noch in Wiesbaden Party zu machen. Wir waren noch immer im Kuschel-Modus und kauften uns deshalb lieber eine Flasche Rotwein und Käse und knallten uns zu Hause wieder ins Bett.

Und am Sonntag? Kaffee im Bett, Frühstück im Bett, Liebesfilmgucken im Bett, Nägel lackieren im Bett, Labern im Bett. Ach, das war sowas von herrlich, unsere WG-Zeiten lebten für dieses Wochenende wieder auf und wir waren einfach nur erholt und zufrieden mit der Welt. Leider musste ich ja dann irgendwann am Nachmittag doch mal raus aus den Federn, um zurück nach Stuggi zu fahren. Das war aber okay, ich freute mich ja auch auf MTM und meine Freundin und ich haben ja eine wunderbare Regelmäßigkeit, was unsere gegenseitigen Besuche angeht. Außerdem haben wir auch für 2014 Pläne, nachdem wir letztes Jahr zum ersten Mal gemeinsam im Urlaub (Stockholm) waren, und diese schmieden wir jetzt erstmal in Ruhe.

Eins ist klar: Ich würde überall hinfahren, um mit meiner Freundin im Bett zu liegen und Liebesfilme zu gucken!

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40 Gedanken zu “Kuscheln in Wiesbaden

  1. … Und das nächste Mal wirst Du hoffentlich einen kleinen Zwischenstopp einlegen ;)

    Fein, dass Ihr es Euch so schön gemacht habt. Und noch feiner, dass Ihr Euch so gut versteht und Euch so gut tut!

    Unbezahlbar und jeden Entfernungskilometer wert!

    • kann ich mich nicht drauf festnageln, mal sehen. :) meist ist die freundinnenzeit schon sehr knapp, weißt du.

      ja, das ist es, jeden kilometer wert! wir sehen uns nicht oft, aber wenn dann ist es jedes mal wie ein kleiner urlaub vom normalen leben.

            • in meiner welt versorgen beide elternteile kind und familie und ermöglichen sich gegenseitig ausflüchte aus dem alltag. und gemeinsame ausflüchte ermöglichen oma und opa. falls du jetzt sagen willst, dass das nicht funktioniert: jeder macht daraus, was er daraus machen will. ich habe meine einstellung und ich habe die besten vorbilder: meine eltern.

              • Schwiegereltern sind früh gestorben und meine wohnen in Brandenburg. Wir zwei waren immer allein.
                Solche Ausflüge wurden immer weniger.
                Wenn, dann zu dritt. Oder ich allein auf Dienstreise.

                • und dass einer das kind am wochenende hütet, während der andere mal dem alltag entflieht, das kam nie in frage? das mit den großeltern ist natürlich nicht schön, wenn man nicht auf sie zurückgreifen kann. ich habe auch keine schwiegereltern und meine eltern leben auch in brandenburg. aber die kämen wegen eines kindes noch 10x öfter her als momentan. und ein umzug näher an „heeme“ ran ist auch noch nicht ausgeschlossen. man wird sehen. man braucht sich ja über ungelegte eier auch noch keine gedanken machen. ;)

                  • Stimmt schon. Man muss über nicht gelegte Eier diskutieren.
                    Unser Kind ist adoptiert. Sie war gerade 6 Wochen alt.
                    Wir haben sie nie aus den Augen gelassen.
                    Meine Eltern haben sie nicht akzeptiert.
                    Als sie flügge wurde, mussten wir unsere Rolle neu lernen.

                    Entschuldige bitte, ich habe verallgemeinert.

                    • tut mir leid, dass euer kind nicht von den großeltern akzeptiert wurde. ich mag mir nicht vorstellen, wie sich das anfühlen muss für mutter und vater, egal ob das kind adoptiert ist oder nicht. :(

            • Ja, wenn man das so handhaben möchte, gerne, das muss ja jede Familie für sich selbst entscheiden, aber ich habe nicht verstanden, was das nun damit zu tun hat, dass ein Part mal ne Auszeit nimmt, während der andere Part das Kind betreut?

        • das mit der „rosa laune“ bringt mich ein wenig auf die palme, muss ich gestehen. ich bin ja nicht blauäugig, nur weil ich dinge anders sehen und angehe.

          im übrigen habe ich etliche freundinnen, die kinder haben. davon ist nicht jede bereit, ein freundinnenwochenende zu machen, aber einige sind es und sie tun es auch. da passen die väter auf die kinder auf, während die muttis nach stuttgart kommen oder sogar bis nach dublin fliegen. und weißte was? es funktioniert! nix ist „aus“, wenn man es nicht will.

  2. NATÜRLICH fährt man 500 km um mit der Freundin im Bett zu sitzen und zu labern ! :D

    P.S. wir fahren nächstes WE auch so weit, allerdings um beim Umzug zu helfen, und auch das ist natürlich unter Freunden :)

  3. Schön :) ich hab mir auch die Diskussion durchgelesen und muß ehrlich sagen, mit Kindern wird es wirklich schwieriger, ich will nicht sagen, das es nicht geht, aber es muß noch mehr geplant werden, insbesonderen wenn die Kinder ganz klein sind 1-2 Jahre geht es einfach nicht und schwups ist auch schnell mal ein Kind krank, mit Kindern kann man einfach nicht so planen.
    P.S. Wiesbaden ist eine wirklich schöne Stadt – da mußt Du nochmal hin :)

    • hast du kinder? ich frage es mich gerade echt, weil man sooo viel ja gar nicht von dir erfährt im blog. :)

      ich weiß, dass es schwieriger wird, es wäre ja albern, das du verleugnen. aber dass sowas dann „aus und vorbei“ ist, wenn man mal kinder hat, das sehe ich nicht so. muss jeder selber wissen, wie er das handhabt. ich orientiere mich an meinen eltern.

      ich fand das, was von ich von wiesbaden im dunkeln und regen sah, auch ganz hübsch. im frühjahr oder sommer ist es bestimmt toll. :)

      • Nein habe ich nicht, aber halt auch Freundinnen mit Kindern und mußte halt auch erfahren, das das schon passieren kann, das sich dadurch Freundschaften auseinanderleben wenn einer Kinder hat und einer nicht, das ist dann leider der Lauf des Lebens.

  4. Solche Wochenenden müssen manchmal einfach sein. Ich bin heute z. B. auch den ersten Tag in dieser Woche mal wirklich daheim und freu mich drauf. Werde nachher auch noch was lesen, sobald ein paar kleinere Pflichten erfüllt sind. :)

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