Karneval statt Freitagsfüller

Nee, eigentlich nicht Karneval, sondern „Fasnet“. Das ist die schwäbisch-alemannische Fastnacht, die zur Zeit hier in der Gegend zugange ist. Und als wir letzten Sonntag nach dem Gammelsamstag Hummeln im Hintern hatten, suchten wir uns einen Fasnet-Umzug aus und fuhren einfach mal hin. Unsere Wahl fiel auf den „Ulmzug“ in, Überraschung, ULM! :D

Ulmer Münster

Der „Narrensprung“, wie der Umzug auch genannt wird, bestand aus beachtlichen 102 Gruppen, die dort mitliefen. Nicht nur Fastnachtsvereine, sondern auch etliche Guggenmusikanten waren vor Ort und die gingen richtig gut in die Ohren. Ich liebe diese Musik, denn auch mein brandenburgischer Lieblingskarnevalsverein hat sich das aus der Schweiz abgeguckt und hat schon seit vielen Jahren solche Guggenmusiker.

Narrensprung

Ich war selbst das erste Mal überhaupt bei einem Fastnet-Umzug, bisher hörte ich immer nur davon: Hexen und andere Gestalten mit aufwändig gestalteten Holzmasken ziehen durch die Straßen und spielen den Zuschauern Streiche. Und so war es auch: Da wurden Frisuren zerzaust, Leute mit Stroh eingerieben, Mützen geklaut, es wurde Konfetti in alle Jackenöffnungen gestopft, junge Mädels wurden ein paar Meter mitgezerrt und – ohne Scheiß – Menschen wie Tannenbäume in Netze gehüllt! :)) Es war sehr sehr lustig mit anzusehen, vor allem da sich an MTM und mich keiner rangetraut hat. Nur eine Kapuze voll Konfetti habe ich abgekriegt. :D

Ulmzug

Es war ein lustiger Tagesausflug bei absoluter Arschkälte, aber es gab ja warme Bratwurst und Glühwein und Musik zum Mittanzen. Jetzt überlege ich schon, welchen Umzug wir dieses Wochenende besuchen, ich muss nur noch MTM überreden, dem eine Karnevals-/Faschings-/Fastnachtsveranstaltung im Jahr tendenziell reichen würde. Mir aber nicht. ;)

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1A-Samstag

So gar nichts vorhaben, das ist mal was. Passiert irgendwie nicht häufig bei mir, irgendwas steht immer auf dem Plan. Aber da ich diesmal schon unter der Woche gründlich geputzt habe, genug lange Halligalli-Nächte am letzten Wochenende und auch die letzten Tage hatte, MTM gestern einkaufen war und für heute vorgekocht hat, lag der heutige Samstag jungfräulich vor mir. Das Wetter ist scheiße, wie es sich für den Januar gehört, also habe ich auch die Sache mit der frischen Luft, zu der man sich ja auch irgendwie genötigt fühlt, abgehakt. MTM ist bis jetzt in der Uni-Bibliothek gewesen und forderte somit auch nicht meine Aufmerksamkeit. Das Resultat dieses unverplanten Samstages ist jedenfalls fantastisch, das kann ich zum jetzigen Zwischenstand schonmal sagen:

1. Ich stecke noch im Schlafanzug und meine Haare stehen noch exakt so zu Berge wie direkt nach dem Aufstehen. Geil! :D

2. Ich habe mit MTM um halb 12 ausgiebig und gemütlich gefrühstückt gebruncht.

3. Ich habe dem Bloggerdasein gefrönt.

4. Ich habe dabei hinreichend meinen Lieblingsradiosender aus der Heimat gehört mit meinem superdupertollen Weihnachtsgeschenk.

5. Ich habe meine Vor-Entrümpelung, die sich schon ein paar Tage hinzieht, endlich abgeschlossen. Entrümpelt waren die Sachen nämlich schon längst gedanklich und/oder räumlich, ich war nur bisher zu faul, sie auch loszuwerden (Ebay, Mülltonne…). Und nun kann es bald losgehen mit dem richtigen Entrümpeln, Kleiderschrank und Co. regen mich schon länger auf.

MTM ist wieder zu Hause und nun kann der zweite Teil des Tages starten, und der wird auch herrlich:

6. Ich werde jetzt in die duftende Badewanne steigen und mit der Mordermittlung ein gutes Stück vorankommen.

7. Ich werde danach einen frischen Schlafanzug anziehen. :D

8. Wir werden dann mit Hingabe zubereitete, sauleckere Spagetthi Bolognese essen, dazu einen guten italienischen Rotwein im Kerzenschein schlürfen und dabei so viel von der Trilogie „Der Pate“ angucken, bis uns die Augen zufallen.

Ein 1A-Samstag!

Freitagsfüller

1. Vielen Dank an die Arschlöcher, die die Straßen der schönsten Stadt der Welt für ihre geisteskranken Zwecke missbrauchen!

2. Ich fürchte, ich fühle mich gewissen Verantwortungen des Lebens nicht gewachsen.

3. Es ist so langweilig wenn Menschen nur ein einziges Thema haben, über das sie reden können.

4. Ein Pub Quiz besuchte ich diese Woche nicht zum ersten Mal.

5. Kann mir bitte jemand morgens EFFEKTIV aus dem Bett helfen?!

6. Vom Bachelor habe ich dieses Mal vor lauter Gequatsche kaum was mitgekriegt und genau so war es richtig und schön.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Schlaf, der mir die letzten Tage abhanden gekommen ist, morgen habe ich einen Abend mit MTM, dem Paten, Spaghetti Bolognese und italienischem Wein geplant und Sonntag möchte ich den Kieler Tatort nicht verpassen!

Freitagsfüller

1. Zur Zeit bin ich süchtig nach langen, heißen Bädern.

2. Ich grüble über das Weltgeschehen viel zu intensiv.

3. Mit nur einem Klick hat man nämlich die News-App geöffnet und kann sich die neuesten Hiobsbotschaften reinziehen.

4. Es allen recht zu machen, ist mir zu kompliziert.

5. Es muss doch nicht sein, dass man sich ständig selber stresst.

6. Ich habe gar keinen Lieblingstee.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das frisch bezogene Bett, morgen habe ich die Teilnahme an einem Geburtstagsbrunch geplant und Sonntag möchte ich lesen, bloggen und natürlich heiß baden!

Gefangen bei Barbara

13 von 13 im Januar

Jetzt habe ich doch tatsächlich die 12 von 12 verpasst! Gestern ist mir viel zu spät erst eingefallen, dass wir schon wieder den zwölften Januar haben und so kam es, dass ich das erste Mal seit Jahren nicht bei diesem Blogprojekt mitgemacht habe! Nun war sogar eine treue Leserin (meine Mutti ;)) darüber traurig und erklärte mir, man könne auch „12 von 13“ machen, ausnahmsweise. Und irgendwie hat es sich tatsächlich ergeben, da ich heute nicht auf Arbeit war; der Ordnung halber dem Datum angepasst mit dreizehn Fotos vom dreizehnten Januar. :)

Nach einem kleinen Eingriff beim Arzt nicht gleich wieder ins Auto steigen, sondern die Morgensonne genießen…
Kurpark

…und ein Stück durch den Kurpark spazieren.
Kurpark

Das erste Mal in meinem Leben einen Specht in Aktion sehen!
Specht

Strohhalm im Kaffee wegen frischer Naht am Mund.
Kaffee

Die warme Sonne weiter nutzen.
Wäsche trocknen

Das Lieblingsessen geht immer, notfalls halt zermatscht!
Pellkartoffeln mit Quark

Gilmore Girls beim Mittagessen: Der Shit! :D
Gilmore Girls

Snack in mundgerechten Stücken.
Obstteller

Zeit haben zum Erstellen von einigen Ebay-Angeboten.
Pakete

Aus den Resten das Abendbrot zaubern.
Abendbrot

Entspannen im Blauen.
Badewasser

Meine neue Gesichtspflege (und -Rettung!) mit Freuden benutzen.
Türkisches Rosenwasser

Und jetzt: In der Glotze Bones und im Mund ein bisschen Wein (nicht im Bild: der Strohhalm).
Fernsehabend

Neujahr in Wien

Da wir vom Silvesterabend reichlich durchgefroren und relativ früh (2 Uhr) und relativ nüchtern (2 Piccolo, 2 Glühwein) zurück ins Hotel kamen, konnten wir am Neujahrstag nochmal richtig durchstarten mit dem Sightseeing. Naja, fast. Ich merkte schon die Erkältung in mir aufsteigen, aber das hinderte mich nicht an der Teilnahme am traditionellen Katerfrühstück auf dem Rathausplatz.

Katerfrühstück Wien

Dort wurde das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker übertragen, wovon wir ein Stückchen bei einem Punsch ansahen. Die Stimmung war irgendwie schön und heimelig, auch wenn natürlich massenhaft Touristen wie wir unterwegs waren.

Wien

Wir schlenderten den ganzen Tag durch die Stadt, mir taten die Füße am Ende fast so weh wie in New York, muss ich sagen. Die Kälte kroch an diesem Tag auch mehr in die Glieder, obwohl es eigentlich wärmer war. Aber das feuchte Tauwetter und der Wind machten’s doch bisschen ungemütlich. Dennoch ließen wir uns davon nicht beeindrucken, stattdessen öffneten wir den Blick für diese Stadt, die mit all ihrem Schnörkel und Pomp ganz schön beeindruckte.

Hofburg

Lustig war es auch hier und da, die kleinen feinen Sprachunterschiede entzückten mich besonders, habe ich mich damit doch u.a. in meiner Magisterarbeit beschäftigt. Schade, dass auf den Speisekarten ganz touristenkonform inzwischen „Tomaten“ und „Blumenkohl“ vermerkt sind statt der echten österreichischen Worte. Oder sagt man die allgemein auch seltener?

Fussgeher

Auf der besagten Speisekarte fanden wir erfreulicherweise das heißersehnte Wiener Schnitzel, das wir natürlich unbedingt in Wien essen wollten. Ein Stückchen Mini-Sachertorte hatten wir uns vorher schon geteilt, das war auch so ein Vorhaben. Am Hotel Sacher haben wir uns dafür jedoch nicht angestellt, das kann sich so sehr gar nicht lohnen, dass ich mich für ein Stückchen Kuchen und Massenabfertigung anstelle.

Wiener Schnitzel

Nach dem Essen und Biertrinken zog es uns nochmal zum Stephansdom, um ihn nochmal ohne den Silvestertrubel zu bestaunen und auch von innen zu sehen. Auch sehr beeindruckend, muss ich sagen. Eine wahnsinnig imposante Stadt, dieses Wien! Fahrt hin und staunt!

Stephansdom Wien

Am 2.1. machten wir uns nach dem Frühstück gleich auf den Heimweg, weil ich stärker kränkelte und trotz wunderbaren Sonnenscheins keine richtige Kraft hatte, nochmal durch die Kälte zu rennen. Schade eigentlich, aber wir haben uns vorgenommen, Wien nochmal ausgiebiger im Sommer zu bestaunen, vielleicht sogar diesen Sommer.

Unsere Heimreise dauerte sehr lange, aber wir machten auch einen kurzen Zwischenstopp in der ältesten Stadt Österreichs (Enns) und einen in Linz zum Mittagessen. Es gibt Leinöl in Österreich und ich habs gegessen, mit zermatschten Erdäpfeln! Ein Traum für eine Lausitzerin, ich hab diesen krönenden Abschluss sehr genossen. :)

Silvester in Wien

Am Silvestermorgen quälten wir uns sehr früh aus dem Bett, um unsere doch recht lange Reise nach Wien anzutreten. Da wir nicht mit dem Flieger, sondern mit dem Auto unterwegs waren aus Kostengründen, mussten wir ca. 7 Stunden für die Anreise einplanen. Alles lief super und wir kamen am Nachmittag im Motel One am Prater an. An dieser Stelle muss ich kurz meine Begeisterung für diese Hotelkette teilen: Ich finde es toll, man weiß immer was einen erwartet, es ist stilvoll eingerichtet und sauber und bietet eigentlich alles, was man braucht für weniger Geld als anderswo. Zu Silvester in Wien bekam man das Zimmer allerdings zu keinem günstigen Preis, den Aufschlag zahlt man aber überall und letztlich war es mir das auch wert. Denn Wien zu Silvester, das muss man mal erlebt haben!

Wurstelprater

Wir hübschten uns erstmal auf und gingen dann direkt rüber zum „Wurstelprater“ am Wiener Riesenrad, wo ein schöner Wintermarkt mit Fressbuden und Glühwein auf uns wartete. Hier war eine Bühne aufgestellt und die Band fing so langsam an, während wir uns Punsch und Glühwein schmecken ließen. Lange hielt es uns dort trotzdem nicht, wir wollten schließlich endlich die Altstadt sehen! Also ab in die U-Bahn und zum Rathaus, wo schon mächtig viel los war. Musik und viele Büdchen boten alles, was das Herz begehrte.

Rathaus Wien

Mein Herz haben aber dann die Geigenspielerinnen auf einer kleineren Bühne erobert, sowas wundervolles habe ich wirklich selten gehört. Ich konnte mich kaum losreißen, aber schließlich ist der berühmte „Silvesterpfad“ in Wien sehr weitläufig und wir hatten noch so viel zu laufen und zu sehen. Überall trieben sich Menschenmassen herum, an jeder Ecke spielten Bands oder DJs alle möglichen Musikrichtungen, es gab ein Überangebot an Essen und Getränken, wir konnten einfach nur sehr zufrieden sein.

Sekt und Krakauer

Die Minusgrade steckten wir recht locker weg, schließlich waren wir ständig in Bewegung, hier und da schwang ich auch kurz den Hintern zur Musik und als wir kurz vor 12 zurück zum Rathausplatz gingen, tanzte MTM mit mir den Schneewalzer in einer großen Menge anderer Tänzer. Das war vielleicht romantisch, das kann ich euch sagen (und das sage ich echt nicht oft)! Als dann zum Jahreswechsel ein herrliches Feuerwerk überm Rathaus erleuchtete, tanzten wieder alle Menschen, diesmal den Donauwalzer. MTM und ich selbstverständlich auch, und so hatten wir mit tausenden anderen Leuten einen richtig tollen Start ins neue Jahr und für den kurz aufkeimenden Schwermut in mir war plötzlich kein Platz mehr, denn er musste der Freude weichen.

Silvester Wien

Neujahrseintrag

Nun bin ich wieder zurück aus dem pompösen Wien und möchte es mir erstmal nicht nehmen lassen, euch allen ein frohes neues Jahr zu wünschen! Seid zufrieden, bleibt gesund und macht das Beste aus allem.

Letzteres hat mich das Jahr 2014 gelehrt, was voll mit traurigen, verzweifelten, aber auch schönen, glücklichen Emotionen war. Glück zu empfinden, obwohl der Vater, den man sehr liebt, sehr krank geworden ist, das muss man wollen, daran muss man arbeiten, dafür muss man stark sein. Aber es geht. So eine Situation kann einen lehren, umzudenken, sich über Kleinigkeiten zu freuen, positiv zu sein. Angst und Tränen braucht man dafür nicht verdrängen, man kann sie ruhig zulassen, aber sie dürfen nicht überhandnehmen. Ich habe gelernt, dass man sich aufrappeln kann. Papa hat das gemacht, Mutti hat das gemacht, ich habe das gemacht. Und MTM hilft uns dabei, weil er ganz genau weiß wie das geht.

Kommen wir nun zu meinem traditionellen Jahresleserückblick, der mich wieder einmal als Listenfreak entlarvt. Listen beruhigen mich, machen mir Spaß, ordnen mich. Was sagt das über mich aus? ;)

Bücherliste

Mit „Sterblich“ von Thomas Enger bin ich noch nicht fertig, das „Rosie-Projekt“ hingegen habe ich gestern Abend während meiner fast 3-stündigen Badesession beendet. Das neue Jahr fängt für mich nämlich gleich mal mit einer Erkältung an, weshalb ich mich direkt nach unserer späten Rückkehr gestern in die Wanne schmiss. Aber egal, Erkältungen kommen und gehen, es gibt schlimmeres. :)

Während das Wasser lief, bereitete ich noch ganz schnell unser traditionelles Neujahrsessen vor, was es heute zum Mittagessen gibt. Marinierten Hering sollte es zwar immer am ersten Januar geben, aber man kann das auch mal verschieben, wenn man auf Reisen ist. Statt dessen hatte ich am 1.1.15 ein original Wiener Schnitzel, aber davon und von der Stadt und von Silvester berichte ich natürlich noch separat!