Lissabon – Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel machten wir uns auf die Socken, ohne einen richtigen Plan zu haben. Im Reiseführer stand was von der Straßenbahnlinie Nr. 28, damit wollten wir evtl. fahren. Aber erst einmal brauchten wir einen Überblick über die Innenstadt, wo die Haltestellen sind, wo was abfährt und so. Wir fuhren mit der Metro zur vom Vortag bekannten Haltestelle, liefen aber fälschlicherweise in eine andere Richtung nach draußen und prompt standen wir vor der Eléctrico 28. Spontan, ohne die Richtung zu kennen, sprangen wir hinein und fuhren bis zur Endstation in dieser kleinen, alten, klapprigen Straßenbahn. Ein Erlebnis! Vor allem, wenn man durch superenge Gassen fährt oder bergauf, womit die Bahn ziemlich zu kämpfen hatte. Was uns an der Endstation erwartete, wussten wir nicht; enttäuscht wurden wir aber natürlich nicht.

Basilica Estrela

Nach der Besichtigung der Basilica Estrela spazierten wir durch den Park nebenan, tranken was frisches und genossen den Schatten, weil es schon wieder ziemlich heiß in der Stadt war. Quasi gönnten wir uns fast direkt zu Beginn unseres zweiten Städtetriptages eine Pause, warum auch nicht. Wir waren ja nicht auf der Flucht.

Jardim da estrela

Nun wollten wir dieselbe Bahn wieder nehmen und zur anderen Endstation fahren, so wie eine Million andere Menschen. Egal, reinquetschen, stehen, festhalten. Nur atmen ist schöner. ;) Zwischendurch stiegen ja die ein oder anderen Fahrgäste auch mal aus, vor allem an den höher gelegenen Stationen, wo es viele Sehenswürdigkeiten und einen Wahnsinnsausblick gab. Wir zogen es durch und landeten wieder unten, wo es eine selbstgemachte Limonade und wieder eine Pause gab. Schön war es auch hier, aber naja, es war eben unten und wir wollten eigentlich doch wieder hoch, zu dem tollen Ausblick…

Lissabon Treppen

Diesmal standen so viele Leute an der Straßenbahnhaltestelle, dass es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein würde, mit reinzupassen in den nächsten Wagen. Außerdem musste man in der prallen Sonne warten und das ging für mich einfach gar nicht. Spontan entschieden wir uns, auf ein Tuk Tuk aufzuspringen und uns wieder nach oben fahren zu lassen zu einer kleinen Kirche. Diese kurze Fahrt war mindestens genauso ein Erlebnis, wie die Fahrt mit der alten Straßenbahn!

Tuk Tuk Lissabon

Oben angekommen gab es wieder Limonade, Sandwiches und viel Schatten. Wir lieben unsere Pausen, wie man sicher merkt. ;) Und bei so einem tollen Ausblick hoch über der Stadt könnte ich ewig verweilen.

Lissabon Aussicht

Oben links sieht man das Castelo de São Jorge, welches wir während unseres Aufenthaltes nicht mehr besichtigten. Irgendwie kamen wir da nicht hin, ohne sehr viel bergauf zu laufen. Und das war mit meiner Erkältung echt nicht drin. Alsoschauten wir es uns von weitem an und hakten es so von der Sehenswürdigkeitenliste ab.

Lissabon Aussicht

Irgendwann machten wir uns wieder auf den Weg und fanden erneut zufällig eine Haltestelle der besagten Linie 28 inklusive wartender Straßenbahn davor, diesmal menschenleer. Also stiegen wir zu und fuhren noch ein bisschen weiter hoch, um noch mal einen tollen Ausblick genießen zu können.

Lissabon Aussicht

Da wir nun am höchsten Punkt dieser Strecke angekommen waren, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt, immer schön nach unten und an den Schienen entlang. So trafen wir auch immer wieder eher zufällig auf Sehenswertes, was wir vielleicht nicht absichtlich und direkt angesteuert hätten, wie z.B. die älteste Kirche Lissabons.

Se Patriarcal

Irgendwann, eigentlich sogar recht schnell, waren wir wieder unten angekommen. Es wurde quirliger, es gab wieder viel Verkehr und wir wurden nun hungrig. Wir irrten noch ein bisschen umher…

Lissabon

…bis wir ein schönes Plätzchen zum Essen fanden. Es war abends und wir waren ganz schön kaputt, deshalb traten wir mit der Metro unseren Heimweg an, als in den Gässchen gerade das Abendprogramm losging. Lange Abende in Lissabon hatte ich mir aber schon längst abgeschminkt, die Erkältung hatte mich bereits im Griff.

23 Gedanken zu „Lissabon – Tag 2

  1. Ach, wie traumhaft sind diese Bilder!! Ich freu mich richtig darueber zu wissendass da noch drei Tage kommen…

    Ganz nah am Castelo Sao Jorge und an der anderen Endstation der Tram 28 haben wir gewohnt. Weihnachten haben wir sehr fein damit fahren koennen, aber im Sommer… war es eben anders, eher wie Du es beschrieben hast. Dann hatte sie noch ne Panne, und jaaa, wie schwer die immer den Berg hochkam so voller Menschen, das war sowas von urig…

    Da wo Ihr ausgestiegen habt war Bairro Alto – seid Ihr da mal durch die Seitengaesschen gelaufen?> Und jetzt sag bitte bloss ja…

    Das Castelo Sao Jorge ist auch sehr schoen innen. Wir haben dort eine halbe Christmette erlebt, das war schon irgendwie was besonders, gerade weil wir kaum verstanden haben was gesprochen wurde…

    • also an dem platz martim moniz (oder so)? war ja auch nett da und nah am zentrum!

      im bairro alto sind wir an diesem tag nicht ausgestiegen, da verwechselst du was. die basilica liegt schon wieder dahinter, da sind wir nur durchgefahren. aber natürlich waren wir dort auch, am letzten tag vor allem.

      • Die Endstation der 28 ist im Barrio Alto, zumindest einen sehr kurzen Fussweg davon. Aber so gross ist Lissabon ja auch nicht, so dass vielleicht beides stimmen koennte.

        Das Castelo hab ich aber auch verwechselt, da waren wir nicht fuer die Christmette sondern in dem Dom dort in der Naehe. Das Schloss hatte ueber Weihnachten zu, aber wir sind ein bisschen was drumherum gegangen…

  2. Es sind tolle Bilder und eine herrliche Beschreibung des erlebten mit der Linie 28 :)) sehr schade, dassu gekränkelt hast. Umso mehr Beifall für dich dassus trotzdem durchgezogen hast ;)

  3. Die Straßenbahnen dort sind unglaublich schön. Ein langjähriger sehr guter Freund von mir (wir haben ab der 7. Klasse zusammen die Schulbank gedrückt und uns damals auf Anhieb bombig verstanden; zu meinem Geburtstag dieses Jahr haben wir uns nach fast 10 Jahren wieder gesehen) ist gebürtiger Portugiese und hat mir davon auch schon oft berichtet bzw. Fotos gezeigt. Saucool!

  4. Hi Bellona,

    traumhaft schöne Bilder… danke… :)

    Die Aussicht war ja gigantisch!!!Da zu verweilen ist mehr als verständlich… ;)
    So lässt es sich aushalten!

    Die Bahn… sehr cool…

    LG mosi

  5. Wunderschön – und ich frage mich, ob irgendwo ein Lissabonner gerade einen Eintrag darüber schreibt wie klasse es in Stuttgart ist.
    Ich möchte fast wetten, wenn Du mal einen Bericht über Ilmenau schreibst, finde anschließend selbst ich das Kaff noch interessant :))

    Es ist bewundernswert wie ihr euch so einlassen könnt und so spontan einfach drauf los geht und euch treiben lasst und dabei so zauberhafte Ecken entdeckt – schön! :)

    • :)) das glaube ich nicht, ich finde, stuttgart ist so eine unscheinbare schönheit. vieles findet man hier kacke, aber mit offenen augen findet man dann die schönen sachen der stadt. wahrscheinlich reist kaum ein lissaboner hier her, die wollen doch alle nach berlin, münchen und hamburg. nichts gegen diese städte, die sind toll, aber mich langweilen sie, ist mir alles zu hip. :)

  6. Hi! My mom suffered from terrible eniesotriomds. After a surprise conception with my sister, they suffered from infertility for 5 years. Eventually the doctor removed 1 ovary and tube because the endometriosis destroyed them. During the initial stages of adoption, my parents found out they were pregnant! After that pregnancy 3 more followed, a grand total of 5 children!!! Her doctor loves to tell women her story as encouragement- one never knows what the future holds! Hope this story encourages you too!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s