28 Stunden kinderloses Ehepaar

Wir haben es gewagt! Nun, da MTE über 6 Monate alt ist, haben wir ihn einen Tag und eine Nacht allein gelassen, also, nicht ganz allein natürlich, sondern bei seiner Omi.

Meine Mutti kam schon am Freitag mit der Mitfahrgelegenheit wieder zu uns nach Stuggi, sodass wir am Samstag ja bereits auf eine Geburtstagsgartenparty gehen konnten. Den Sonntag nutzten wir zum Ausruhen und Vorbereiten und am Montag sollte es endlich soweit sein. So sehr wir unser Kind lieben (und so sehr wir es auch tatsächlich vermisst haben), wir freuen uns trotzdem immer über ein bisschen Freiheit, auf ein bisschen „wie früher“.

MTM hat seit diesem Montag Urlaub und der erste Urlaubstag war zufällig auch der „Schwörmontag“ in Ulm. Letztes Jahr waren wir auch dort, ich schwanger und nicht partytauglich, aber wir haben es sehr genossen und wie man an meinem Blogeintrag von damals sehen kann, dachten wir tatsächlich schon an ein Hotelzimmer beim nächsten Mal. ;)

Wir hatten also eines der letzten freien Zimmer gebucht und düsten sehr aufgeregt am Montag nach dem Mittagsbrei los. Die erste Amtshandlung: Musik unvernünftig laut aufdrehen. Ich hatte extra eine CD gebrannt. ;D In Ulm checkten wir dann kurz ein und machten uns direkt auf den Weg zur Donau, suchten uns einen guten Platz und beobachteten das Spektakel des „Nabadens“:

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Danach gingen wir zum gleichen Italiener wie im letzten Jahr und genossen dort lange bei Wein und Bier die extrem laute Musik von dem Mischpult nebenan. Dann waren wir bereit und liefen durch die Stadt, an jeder Ecke Party, total viele Menschen, die überall tanzten! Also, ich war endlich mal wieder voll in meinem Element und hab trotz Hitze die Beine geschmissen. MTM ist ja nicht so der Tänzer, aber er hat die ganze Party auch sichtlich genossen.

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Wir feierten bis zum Schluss (0 Uhr) mit und liefen dann völlig erschöpft und auch ordentlich angesäuselt zurück zum Hotel. Die Nacht war herrlich, einfach weil wir unser kleines Wesen, für das wir die Verantwortung tragen, nicht neben uns liegen hatten. Wir konnten bis in die Puppen schlafen, mussten das Zimmer erst um 12 verlassen und hatten auch das Frühstück schon vorsorglich abbestellt. Das musste doch ausgenutzt werden!

Wir genossen auch nach Verlassen des Hotels die Zweisamkeit noch ein bisschen, schlenderten durch Ulm (sehr hübsches Städtchen übrigens) und aßen mit Blick auf die Donau zu Mittag. Dass die Restaurantwahl ein Reinfall war, vergessen wir einfach mal schnell wieder. Irgendwas ist wohl immer. Lieber erinnern wir uns an den Besuch im Ulmer Münster und an die Kerzen, die wir für unsere verstorbenen Lieben angezündet haben. Und an die Heimfahrt bei lauter Musik. Und auch an die Wiedersehensfreude, die wir beide ganz extrem verspürt haben. Kurz vor der Ankunft zu Hause konnte ich es nicht mehr erwarten, endlich wieder mein Kind im Arm zu halten.

Schön war’s, Ulm, wir kommen wieder! Gerne mal so zu Besuch, oder zur Fasnet, aber auf jeden Fall nächstes Jahr zum Nabada. Wir wollen ein Floß bauen und mitmachen! :)

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19 Gedanken zu “28 Stunden kinderloses Ehepaar

  1. Ich find das richtig gut, dass ihr euch Zeit für euch nehmt! Man ist ja eben auch noch Mann+Frau und nicht nur Mama+Papa..das finde ich bei meinem Bruder und seiner Frau so schade..die Kleine von den beiden ist jetzt über 1 1/2 Jahre und hat noch nicht einmal bei meinen Eltern übernachtet geschweige denn, dass die beiden Mal für einen Abend ins Kino gegangen sind oder sowas.. (gut, die Beziehung zwischen meinen Eltern + meinem Bruder ist auch immer noch so beschissen, aber selbst wenn nicht würden die das nicht nutzen.) ..dabei wohnen die sogar im gleichen Stadtteil, was ja wie bei oder wie bei T.’s Schwester ja zum Beispiel auch nicht der Fall ist und im Vergleich dazu ja schon so eine Art Luxus, die aber nicht genutzt wird.

    • siehste, und wir haben niemanden direkt umme ecke, dem wir unser kind über nacht anvertrauen würden. und trotzdem klappt’s, weil wir meinem utti voll einspannen, auch auf 560km entfernung. ;D

  2. Ich war auch auf dem Schwörmontag. Die ganze Innenstadt war total voll, sodass wir uns meist in Seitenstrassen aufgehalten haben. Wenn ich aber ehrlich bin, war das meiste Publikum U25 und nicht wie ich Ü35. Im Stadtteil Söflingen gibt es an Schwörmontagen wohl auch eine Festivität für älteres Publikum.

    • Ich persönlich habe kein Problem damit, mich unter jüngeres Publikum zu mischen, und ich bin auch Ü30. Aber ich habe auch viele Leute gesehen, die Ü30, Ü40 und Ü50 waren. Und die haben sich genauso unter das junge Publikum gemischt und Spaß schienen alle zu haben. ;)

  3. Oh, das klingt toll :) Wie schon oben geschrieben, finde auch ich es wichtig und schön, dass ihr auch noch ein Paar seid und nicht „nur“ Eltern. Und auch für deine Mama ist es sicherlich ein schönes Gefühl, dass ihr ihr soweit euer Kind anvertraut. Es gibt ja doch diese Helicoptereltern, die ihre Kinder keine Sekunde aus den Augen lassen können. Schön, dass ihr die Zeit genutzt habt :)

  4. Was für ein toller Ausflug. Von der Veranstaltung in Ulm habe ich noch nie was gehört, dabei ist München gar nicht so weit weg.
    Also, wenn ihr nächstes Jahr wieder dort hinfahrt, dann treffen wir uns da. 😉

  5. Ich bin so neidisch, wenn ich lese, wie viel ihr (mit und ohne Kind) unternehmt. Hier läuft genau das Gegenteil ab. Ich stille so oft, dass sich mein Radius nach wie vor klein hält und Familie und potenzielle Sitter haben wir hier auch keine. Und überhaupt besteht unser Eheleben derzeit praktisch nur aus dem Gewohnheits-Abschiedkuss vor der Arbeit. War das anfangs bei euch auch so? Wie kriegt man da die Kurve?

    • meine mutti, die die einzige ist der ich momentan mein kind über nacht anvertrauen würde, ist ja auch 560km entfernt. sie kommt aber halt auchmal zu besuch und das wird dann ausgenutzt. und wenn wir in der heimat sind, wie gerade auf urlaub, dann ist das ja auch möglich.

      ich weiß nicht, so richtig war es nicht nötig, eine kurve zu kriegen. es hat sich alles eingespielt und dann kamen auch wieder die anderen prioritäten an die oberfläche. natürlich nicht in dem ausmaß wie früher, aber das finde ich auch gar nicht nötig.

    • achso und die unternehmungen mit kind, ja, ist mit flasche vermutlich leichter, aber brust auspacken kann man ja theoretisch auch fast überall aufm klo oder so. inzwischen, mit dem brei, ist es schon wieder mehr heckmeck aber das muss auch irgendwie gehen. ich denke, man darf sich nicht hindern lassen wegen dieser „kleinen“ hindernisse.

  6. Pingback: Freestyle | Zum Glück bin ich anders!

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