Umgewöhnung

Ich brauche nach so einem Heimataufenthalt immer ein bisschen. Einerseits freue ich mich natürlich nach fast 2 Wochen auch wieder auf meine eigene Wohnung und logischerweise auf meinen Mann. Andererseits trage ich nun die meiste Zeit wieder alleine die Verantwortung für das kleine Pupsgewitter namens MTE. Der muss sich außerdem auch immer erstmal umgewöhnen, von Kontinuität kann ja in seinem Leben auch nicht unbedingt die Rede sein. „Heeme“ wird er ständig im Wagen rumkutschiert und schläft tagsüber fast nie im Bett. Außerdem gibt es dort kein Laufgitter; die meiste Zeit krabbelt er auf dem Boden rum und macht alles unsicher. Aber es ist ja auch fast immer noch jemand außer mir da, der den Kleinen bespaßt oder überwacht, sei es meine Mutti, meine Tante, meine Cousine… Jeder reißt sich fast darum, auf den Kleinen aufzupassen. All das läuft natürlich wieder anders hier in Stuttgart, zumindest an den Werktagen, wenn MTM nicht zu Hause ist. Wir  beide, Söhnchen und ich, müssen uns erstmal neu arrangieren. Und dabei geht viel Zeit flöten, die ich z.B. für die riesige Ebay-Verkaufskiste gebrauchen könnte.

Für mich ist natürlich die Umstellung auch enorm, was die sozialen Kontakte betrifft. Würde ich in der Heimat wohnen, würde ich diesen „Freizeitstress“ nicht dauerhaft durchstehen, aber dann wären die Tage auch nicht derart durchgeplant. Aus meinen zeitlich begrenzten Aufenthalten hole ich hingegen immer alles raus, was geht. Mein Terminkalender sah in der zweiten Heimatwoche genauso voll aus wie in der ersten, ich war in Berlin, bekam viel Besuch von Freunden und besuchte auch viele Freunde, war frühstücken, bummeln, hatte Weibertreffen, war essen… Zudem hab ich sogar wieder ein paar Seiten gelesen. Zwischendrin bekam MTE auch noch sein erstes leichtes Fieber. Und alles hab ich mit der Hilfe meiner Mutti gewuppt.

Nun ist also erstmal wieder alleine klarkommen angesagt. Das tue ich ja auch, aber ich freue mich wirklich wahnsinnig auf jeden Feierabend von MTM und jedes Wochenende. Zusammen (ob mit Mutti oder meinem Mann) ist es einfach leichter und auch schöner. Deshalb kommen jetzt auch bald die absolut tollsten Zeiten auf uns zu: Das nächste Wochenende ist mit Brückentag am Montag und Feiertag am Dienstag verlängert. In drei Wochen kommt meine Mutti zu uns für eine ganze Woche, dann wird der Weihnachtsputz gemacht und ich werde dann hoffentlich auch zum Plätzchenbacken kommen. Und ab Dezember hat MTM zwei Monate Elternzeit. Geil, ich freu mich wie bekloppt!

32 Gedanken zu „Umgewöhnung

  1. Ja das kann ich total gut verstehen. Es ist ja eher ein modernes Bild, dass die Mutter ohne weitere Familienmitglieder erzieht… Und deshalb sind auch alle Mütter heute so kaputt – weil sie allein machen, was in den vorigen Generationen keine Frau allein machen musste.

    • Ja, das mag sein. Im Prinzip müssen viele Mütter aber ja allein klarkommen, weil sich Familien so verstreuen, weil kaum noch jemand im Umkreis seiner Familie lebt. Ansonsten wäre es definitiv alles leichter, bei mir jedenfalls. Dafür müsste ich nicht mal in einem Haus mit meiner Familie leben. :)

    • Das war früher immer so.
      Mutti war zuhause und Papi war arbeiten.

      Ob die Mütter früher so gestresst wären, Kann ich nicht sagen, aber sie haben Wäsche und Windeln sowie Geschirr per Hand gewaschen und gespült.

      • Ja, weil Fremdbetreuung von Familie und Nachbarn tendenziell öfter gegeben war als es heutzutage gegeben ist. Ich war früher zb immer bei Oma oder Nachbarin, wenn meine Mutter arbeiten war.

      • kommt drauf an, welches früher du meinst. im osten sind die mütter arbeiten gerannt, meine z.b. schon nach 6 monaten wieder. und ich konnte aber bei omas und tanten abgegeben werden, ich war bis 3 nicht mal im kindergarten. allerdings, das stimmt, musste meine mutti nebenher auch noch windeln waschen und geschirr spülen. es hört sich nie an, als wäre sie mega gestresst gewesen und sicherlich ist das heute ganz anders, egal ob die frauen früher arbeiten waren oder nicht. man hat das alles anders ausgehalten. man hatte aber auch gar nicht die möglichkeiten wie heute, es war nicht selbstverständlich als frau auch sein eigenes ding zu machen. es wurde nicht so viel gelesen, gebloggt, gesurft. es wurde nicht so viel ausgegangen. es wurde früher geboren, als die frauen nicht schon 10 jahre (zwischen 20 und 30) ein selbstbestimmtes leben geführt haben mit dem geld, alles mögliche machen zu können. ich denke, das alles zählt mit rein, wenn mütter sich heute „gestresst“ fühlen. und ich hab hier zwar jetzt bisschen gejammert, ja, aber mega gestresst wollte ich eigentlich auch nicht klingen, denn das bin ich nicht. hier und da mal überfordert, aber in gesundem maße denke ich. :)

      • Ich war jetzt übers Wochenende mit einer Freundin am Bodensee, deren Tochter ungefähr so alt ist wie MTE. Ich fand das sehr interessant, wie unterschiedlich Mütter sein können. Du wirkst soooo entspannt im Vergleich :-)

          • Wir waren ja ohne Kind unterwegs, ich hab die Tochter nur kurz gesehen, bevor die Schwiegermutter sie abgeholt hat.
            Ich kann das ja alles nur von außen als Nicht-Mutter betrachten, aber so ein Chaos hab ich noch nirgendwo erlebt. Und vieles davon ist glaube ich selbst verursacht.
            Und obwohl sie ja kindfrei haben wollte, waren wir quasi nur in Läden mit Babysachen…

    • nicht nur babykram. und das ganze zeug zur erstausstattung ist schon bei meinen freundinnen mit babys oder unverkäuflich, weil wir es aufheben. also kinderwagen und so behalten wir. hab jetzt ein paar jungsklamotten in der 68/74 zu verkaufen, bisschen spielzeug, nichts weltbewegendes. frag sie ruhig mal was sie noch braucht, vielleicht kann ich irgendwas beisteuern. ich hab gerade keinen richtigen überblick über meine ebay-kiste. ;)

  2. Sonnige Aussichten! Ich hoffe, dass Du alles schaffst, was Du Dir vornimmst.
    Ach ja, wenn Du einen Plätzchen-Vorkoster brauchst weißt Du ja, wo Du mich findest… 😜

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