Urbaner Jahresabschluss

Berlin – Hamburg – Berlin

Nach den sehr familiären und recht ruhigen Weihnachtsfeiertagen ging es Schlag auf Schlag wieder los. Ich hab ja keine richtige Ruhe, wenn ich in meiner Heimat bin. Ich bin immer ganz schön verplant, weil ich einfach nicht anders kann. Zur Ruhe komme ich eher in Stuttgart, aber hier will ich jeden sehen, der mir wichtig ist, und ich will natürlich auch ein paar Sachen machen, die man ohne Babysitter nicht machen kann.
Am 27.12. verschlug es meine Mutti, meine Tante, meine zwei Cousinchen und mich nach Berlin. Ja, hier vom Brandenburger Land aus geht’s ratz fatz in die Großstadt, muss man nicht drauf verzichten. ;) Wir besuchten zunächst den kleinen neuen Erdenbürger, der an meinem Geburtstag zur Welt kam. Und dann ging es schon weiter, mit richtiger Kultur! Wir besuchten die „Märchenhütte“ in Berlin-Mitte. Man stelle sich mitten in der Großstadt eine urige Holzhütte vor, in der Märchen von Theaterschauspielern modern interpretiert aufgeführt werden. Das war schon was Besonderes, und unsere „Prinzessinnengruppe“ (ein Name, der aus WhatsApp entstand) war mal einheitlich unterwegs auf Weibertour, das fand ich schön.
Den 29.12. verbrachte ich dann ohne Anhang in Hamburg. Richtig, vom Brandenburger Land aus ist diese Großstadt nun nicht sooo schnell zu erreichen, aber immerhin schneller als von Stuttgart aus. Und ich hatte ja meinen Mann und meine Mutti, in deren liebevollen Händen ich mein Kind wusste. So konnte ich frühmorgens im Dunkeln ins Auto steigen, die Musik laut aufdrehen und losdüsen. In 4 Stunden war ich bei meiner Freundin und ihrer kleinen Tochter, die ebenfalls erst kürzlich zur Welt kam. Wir hatten quasi einen Mädelstag, der uns allen sowas von gut tat! Doch wie immer verging die Zeit viel zu schnell; um 20 Uhr fuhr ich wieder zurück zu meinen Lieben.
Schließlich war heute schon das nächste Abenteuer angesagt: Diesmal fuhr ich mit meiner kleinen Familie nochmals nach Berlin, denn mein kleiner Geburtstagszwilling ist schließlich auch der Großgroßcousin meines Sohnes (der Einfachheit halber haben meine Großcousine und ich entschieden, dass die beiden für uns Cousins sind, so wie wir uns immer schon als Cousinen bezeichnen)! Erstmalig trafen wir also alle als Mütter/Väter/Cousins aufeinander und hatten natürlich einen schönen Tag zusammen. Ich bin ganz selig, weil ich das Würmchen friedlich schlafend im Arm hielt und mich so sehr zurückversetzt fühlte zum letzten Januar. Gleichwohl ich nicht glauben kann, dass mein Sohn echt auch mal so winzig war.

Endjahresstimmung

Nun ist morgen schon der letzte Tag des Jahres. Ich kann’s irgendwie nicht fassen. Das Jahr bezeichnen viele Menschen in den sozialen Netzwerken als Katastrophe. Menschlich gesehen ist das sicherlich so, aber diese ganze Scheiße in der Welt passiert doch nicht nach Jahren, die passiert SEIT Jahren. Und wenn mir jetzt einer kommt mit den ganzen berühmten Persönlichkeiten, die in diesem Jahr starben, dann kann ich mir gerade noch folgendes abverlangen: ‚Ja. Krass, so geballt.‘ Aber deshalb ist dieses Jahr gewiss kein beschissenes für mich, die ich weder Mutter noch Kind noch Freundin von einem der Verstorbenen war. Ich bin Kind eines in diesem Jahr Verstorbenen und das ist eine tiefe Trauer, die ich doch für keine mir fremde Person empfinden kann, nur weil sie berühmt ist. Und auch wenn ich im Jahr 2016 meinen Papa verloren habe und mir dieser Verlust mein Herz zerrissen hat, so kann ich dem Jahr doch trotzdem nicht die Schuld geben?! Eine Beschwerde über dieses Jahr kommt mir schon gar nicht über die Lippen, hat es mir doch nicht nur einen Menschen genommen, sondern auch Menschen geschenkt?! Mein Sohn ist geboren. Und der Sohn meiner Cousine ist geboren. Und die Tochter meiner Freundin ist geboren. Wir hatten schöne Erlebnisse und Zeiten mit Famlie und Freunden. Wir haben unser Kind wachsen und gedeihen sehen. Wir haben so viel geweint aber auch so viel gelacht. Wir haben uns!

Zu guter Letzt: Eine Tradition hier in meinem Blog ist es, meine Jahresleseliste zu präsentieren. Wenn man sich die letzten Jahre so anschaut (2015, 2014, 2013, 2012, 2011) und mit dem heutigen Bücherlistenfoto vergleicht, ist die große Veränderung in meinem Leben ganz deutlich zu erkennen. Ein Kind verändert einfach alles, nicht nur Bücherlisten. :) (Häkchen bei „Honigtot“ bitte denken, das Buch habe ich noch geschafft dank des Heimataufenthalts und vieler Vollbäder.)

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Ich wünsche euch, lieben Lesern und Blogfreunden, einen schönen Jahresausklang, ganz wie ihr ihn euch vorstellt. Rutscht gut rein und macht das Beste aus 2017, das Leben ist zu kurz um zu hadern und zu grummeln und für Pessimismus erst recht.

29 Gedanken zu „Urbaner Jahresabschluss

  1. Ich hab den neuen Erdenbürger und auch den etwas älteren Erdenbürger auf WhatsApp gesehen, ZUCKERsüß! Dein Kind hat die niedlichsten Augen, die ich je bei einem Minimenschen sah und wenn ich sowas sage, dann heißt das was, ich steh ja nicht sooo auf kleine Kinder.

    Dir und Deiner Familie einen guten Übergang, bleibt gesund, lieb habt Ihr Euch ja schon. <3

  2. Für mich war das Jahr 2016 auch nicht nur schlecht. Gegen Ende etwas stressig wegen des Umzugs, aber ich sitze jetzt gerade trotzdem zufrieden auf meiner Küchenbank, schaue in den sonnigen blauen Himmel und freue mich auf das neue Jahr, aber ohne den Wunsch, mit 2016 so schnell wie möglich abschließen zu müssen.
    Ich wünsche euch einen entspannten Rutsch und freue mich auf deine Beiträge im neuen Jahr!

    • wenn ein umzug geschafft ist, ist es einfach nur befriedigend und schön oder? ich wünsche euch alles gute für 2017 und freue mich genauso auf deine beiträge, auch wenn ich sie hundert jahre später erst lese. ;)

      • Es war schon Wahnsinn befreiend, als wir die Schlüssel der alten Wohnung so problemlos abgeben konnten. Und bisher war ja jeder meiner Umzüge eine Verbesserung der, deshalb war danach wirklich immer alles schön :-) Ich hoffe mal, dass ich jetzt am Wochenende das Chaos in meinem Zimmer und dem Gästezimmer beseitigt kriege, dann bin ich zufrieden.

  3. Danke, das wuensche ich Euch auch. Dass ich Dir mit dem „oeffentlichen“ Jahr 100% zustimme, kannst Du Dir sicher denken. Es war nicht alles gut, aber (abgesehen fuer die Freunde und Verwandte der toten Celebrities und Terroropfer) nicht schlechter als das letzte und vorletzte.

    Und ich finde es toll, dass Du immer noch sagst es war gut und Dich nicht auf das (immerhin sehr grosse!) Negative konzentrierst. Es ist wie es ist, es ist wohl zu erwarten dass die Eltern vor den Kindern gehen, und jetzt ist es eben passiert. Leider sehr frueh, aber auch wenn er 90 geworden waere, haette es wahrscheinlich noch geschmerzt. Es war Dein Papa. Aber Du hast noch ein Bild wo er Dein Baby haelt, das hat er noch gesehn, und das finde ich sowas von schoen!

    • ja, das ist auch schön, für uns alle. es schmerzt auch, wenn wir den kleinen aufwachsen sehen, weil papa das nicht kann. aber sie haben sich kennengelernt, das ist viel wert. :)

  4. Ich seh das auch so, was in der Welt passiert, passiert schon immer. Es wird nur immer mehr darüber berichtet. Auch, wenn irgendwelche Promis sterben. Mit den sozialen Netzwerken wird da ein viel größeres Ding draus gemacht. Früher wurde berichtet, dass jemand gestorben ist. Heute wird berichtet, dass jemand gestorben ist und was andere darüber twittern…
    Alles Gute für euch drei für 2017! :)

  5. I'd vote for Brent. I can't understand why the US press is still interested in WTI. It seems like a historic artifact, reported in the US for naasintloitic reasons. It's frustrating to have people constantly say they can't understand high gas prices when oil prices are under $100 a barrel – except that it's just WTI that's under $100, and the gas prices are tracking Brent much more closely.

  6. Pingback: Zweitausendachtzehn | Zum Glück bin ich anders!

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