Eins

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Am Samstag war es ein Jahr her, dass ich meinen kleinen MTE zum ersten Mal in den Armen hielt. Ich war schon am Tag vor seinem Geburtstag ziemlich knatschig drauf, emotional und so. Am Morgen des 7. Januar dann heulte ich erstmal’ne Runde. Die Gefühle gingen mit mir durch – wo ist nur dieses Jahr hin? Wenn ich es Revue passieren lasse, bin ich manchmal recht traurig, weil ich nicht jede Sekunde mit dem Kleinen genießen konnte. Weil ich mich so überfordert fühlte von dieser ultrakrassen neuen Situation. Weil ich den kleinen Wurm nicht immer verstand. Weil das Stillen nicht klappte, obwohl (oder wahrscheinlich weil) ich es so sehr wollte. Weil ich die Kontrolle über mein Leben verlor, an diesen süßen kleinen Fratz. Im Nachhinein weiß ich, fast allen Müttern, die ich so kenne, ging es beim ersten Kind so. Fast jede sagt dasselbe: Könnte ich doch die erste Zeit nochmal erleben, mit den Erfahrungen die ich jetzt habe. Alle würden es gelassener angehen und mehr genießen, da sind wir uns einig. Aber was soll’s, die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen und letztlich haben wir alle doch unser Möglichstes getan und mit Liebe gehandelt.

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Der erste Geburtstag unseres Sohnes war sehr schön. Wir verbrachten ihn, wie die vielen Tage seit Weihnachten zuvor, in meiner Heimat. Der Gabentisch war voller Geschenke, einfach irre. Letztlich haben wir Eltern die Vernunft walten lassen wie geplant und haben nur EIN Geschenk besorgt. Ein größeres, ja, aber eben nur eins. Dazu kamen aber noch so viele andere Geschenke, scheinbar hat unser Kleiner vielen Menschen das Herz geklaut und jeder wollte ihm eine Freude machen. Das ist doch auch total schön. Und naja, seine Omi hat es natürlich am meisten übertrieben, aber das hatte sie mir schon gebeichtet und ich nehme es ihr nicht krumm. Letztlich war kein Blödsinn dabei und nicht alles war zum Spielen. Wenn der Kleine Klamotten kriegt, tut das ja vor allem unserem Geldbeutel gut. ;)

Nachdem wir alle Geschenke ausgepackt hatten, kam auch schon der erste Besuch: Seine Taufpatin mit seinem klitzekleinen Großgroßousin (mein Geburtstagszwilling) und ihrem Mann. Wir aßen zusammen zu Mittag und verbrachten eine viel zu kurze Zeit zusammen, aber immerhin hatte MTEs Taufpatin ja auch Geburtstag und musste weiter zu ihrer Familie. Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf zusammen mit mir im großen Bett empfing mein Sohn auch schon seine nächsten Gäste. Meine Tante und mein Onkel waren die einzigen geladenen Gäste, aber meine andere Tante und mein anderer Onkel kamen spontan auch noch vorbei und wir hatten nichts dagegen. Ein schönes Kaffeekränzchen war das, auch wenn die Onkels sich über MTEs speziellen kristallzuckerfreien Geburtstagskuchen lustig gemacht haben  – mir hat er eigentlich ganz gut geschmeckt, wie ein Früchebrot, und MTE hat auch reingehauen. :)

Am Abend, als der Kleine im Bett lag, packten wir schonmal alle Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke ein, denn am nächsten Tag traten wir nach 17 Tagen in meiner Heimat wieder die Heimreise nach Stuggi an.

Und jetzt? Hab ich kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. ♥

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27 Gedanken zu “Eins

  1. Ach, wie versteh ich Dich!
    Unsere Tochter wurde immer krank oder es war irgendwas anderes wenn Mutti nicht da war. Viele haben dann immer gelacht aber ich hatte in der Schule nicht das Fach „Vater sein“. Unsere kleine Tochter ist mittlerweile 18!, hat Abi und jetzt geht’s weiter. Hey, ich bin doch grade erst Vater geworden und jetzt fährt sie morgens los in den Kindergarten.

    Also, das die „Kleinen“ zu schnell groß werden ist nun mal so. Das müssen wir Eltern lernen. Leider verfliegt die Zeit viel zu schnell. Nutze sie intensiv aber das machst Du gewiss schon so und brauchst nicht mein Geschwafel dazu!

    Alles Glück euch!

    • dein geschwafel ist hier herzlich willkommen. ;) man hört das ja immer von eltern, dass die zeit zu schnell rast, es ist eben in diesem fall was ganz besonderes. die kinder werden groß und man muss sie großwerden lassen. sie werden immer unabhängiger. das muss man eben verkraften. :)

  2. Aaaaawww… 1… Mensch… wie die Zeit raaast… wahnsinn!!!
    Ich kann mich noch an die tolle Neuigkeit erinnern und daran, wie Du uns hast dran teilhaben lassen an Deiner Schwangerschaft!!!
    Muoaaah… 1… alles Liebe nachträglich an den Kurzen… 🕯

  3. Schon ein Jahr alt? Meine Güte – ich weiß noch die Hochzeitsvorbereitungen und die Hochzeitsreise und und und. Die Zeit kann doch nicht so schnell vergangen sein!
    Alles Gute für MTE und auch alles Gute für Euch. Ich denke, beim ersten Kind will man halt nichts falsch machen, auch nicht zeigen, wie unsicher man ist und glaubt, es gibt nur eine richtige Möglichkeit und die will man auf keinen Fall „vermasseln“.
    Es dauert, bis man feststellt, daß es viele richtige Möglichkeiten gibt und ruhiger und entspannter wird.

    • es ist ein phänomen des erwachsenseins. die zeit rast wie bekloppt.

      dankeschön! ich glaube zwar nicht, dass es nur eine richtige möglichkeit gibt, aber ich will halt auch nicht unbedingt die falsche erwischen. ;) am anfang war es aber einfach wirklich überforderung. ich musste mich selbst einfach neu programmieren. ;)

  4. Beim nächsten Baby bist Du dann einfach ruhiger und gelassener.^^

    Die Zeit flitzt dahin wie bekloppt, allein wir beide kennen uns nun schon 8 (?) Jahre. Irre, oder?! Ich kann mich gut an Deine Party Einträge erinnern und die Einträge zu MTM, also die, aus der Anfangszeit. Meine Güte … <3

  5. Herzlichen Glueckwunsch zum Geburtstag an den Kleinen! Das mit dem Spielzeug kann ich gut verstehen – die Kleinen sind ja vollkommen ueberwaeltigt, wenn sie so viel auf einmal kriegen.

  6. Ich liebe Kristallzucker, leider ! Aber jetzt forschen sie daran, dass sie diesen Zucker innen Hohl machen können, er würde dann quasi nicht mehr schädlich und auch keine Kalorien mehr, nur der Geschmack im Mund würde bleiben ;)

  7. Time flies, aber sowas von. Jetzt isser schon 1. Kann mich noch genau an den: „ich bin schwanger!“-Eintrag erinnern. Nur ein paar gefühlte Stunden noch, dann postet er hier mit.

    • hehe, ich kann mich auch noch genau an deinen kommentar erinnern. dass du es gut findest wenn sich menschen vermehren, bei denen das auch sinn ergibt. und dass du „föti“ alles gute wünscht. und damit bist du fürunseren kosenamen für das ungeborene kind verantwortlich gewesen. :D

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