Ostsee – Tag 6

Kindertag! Und stellt euch vor, diesen Tag haben wir Rabeneltern NICHT mit unserem Kind verbracht! ;) Da nun noch mehr Familie zur Unterstützung meiner Gipsbeinmutti vor Ort war, konnten MTM und ich unseren heiß ersehnten Paartag machen.

Es war sonnig, aber stürmisch und kühl. Deshalb, so zumindest meine Version, liehen wir uns Elektrofahrräder. Wer will schon gegen den Wind ankämpfen? Ich denke, wir hätten uns aber auch bei Windstille solche statt normaler Fahrräder geliehen, weil MTM total scharf drauf war, das auszuprobieren. Als wir dann ein paar Meter gefahren waren, machten wir schon den ersten Zwischenstopp bei meinem Wahnsinnsdaiquiri – ja, noch vor dem Mittagessen! ;) Dieses nahmen wir dann nach wenigen weiteren Kilometern auf dem Rad ein, immer noch in Kühlungsborn, in einem ganz liebevollen, schnuckeligen, kleinen Restaurant. Auch wenn es etwas teurer dort ist – die frische Küche und die Bedienung und die Atmosphäre im „Seeteufel“ sind es allemal wert!

Nach dem Essen hatten wir dann eine etwas weitere Strecke vor uns, denn wir wollten nach Rerik fahren und zu meiner Enttäuschung führte uns der Radweg nicht direkt am Meer entlang. Dennoch sah man es ab und zu mal und die ganze flache Landschaft und die Ruhe und das Grün waren ja auch nicht zu verachten.

In Rerik kamen wir dann zwar zerzaust, aber nicht total fertig (Elektroräder sind leider bisschen geil) am Hafen an und spazierten ein wenig umher, bevor wir uns in einem Strandkorb mit Meerblick niederließen und Kaffee/Wein/Eisbecher genossen. Ok, der Eisbecher war scheiße und nicht so richtig zu genießen, aber immerhin hatten wir das schönste Plätzchen am Hafen, fanden wir. Deshalb saßen wir dort auch ziemlich lange, doch irgendwann wurde es Zeit und wir mussten schon wieder den Heimweg antreten. So ein Paartag geht rum wie nix.

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann einen gesperrten Radweg am Meer entlang und da auch andere Radfahrer durch die Absperrung fuhren, machten wir das auch. Und das war der Grund für die Sperrung:

Wir haben es erfreulicherweise überlebt und kamen wohlbehalten wieder in Kühlungsborn an, wo wir gerade noch so unsere Räder abgeben konnten, bevor wir schon wieder mit der Familie zum Abendessen verabredet waren. Der Kleine hatte einen schönen Tag mit den Großen und freute sich trotzdem sichtlich, uns wieder bei sich zu haben. Total süß. ♥ Aber im Restaurant war er dann wieder nicht so süß, als sein Essen kochend heiß serviert wurde und ich ihn deshalb erstmal nicht allein essen lassen konnte. Das hat ihn zur Weißglut getrieben und er hat kurz mal die ganze Bude zusammengebrüllt (also wirklich kurz, das uferte nicht aus ins Unermessliche). Aber er hätte auch so gebrüllt wenn er heißes Essen im Mund gehabt hätte. Am Nachbartisch fühlte man sich sehr gestört und die Kellnerin sagte beim Aufnehmen der Bestellung an ebenjenem Tisch: „Das Kind brüllt so laut, ich verstehe sie nicht!“ Gut, sorry, ich bin jetzt aber auch keine Mutter, die mit ihrem Kind bei jeder Unstimmigkeit raus rennt (wenn das jetzt länger angedauert hätte, wäre ich schon mit ihm rausgegangen, aber ich wusste ja woran es liegt und dass es wieder gut ist, sobald er endlich sein Essen essen kann). Und im Übrigen musste ich als kinderlose Frau in Flugzeugen und in Restaurants und sonstwo auch schon oft dieses Gebrüll ertragen und saß nicht offensichtlich kopfschüttelnd da. Klar war ich dann auch genervt und hab die Augen gerollt, aber doch nicht so dass die das mitgekriegt haben! Mich können die alle mal, ehrlich. Da fühlt man sich schon zum Kotzen, wenn das eigene Kind die anderen Leute stört und natürlich auch, weil man selbst ein schönes Abendessen will, und dann geben solche Leute einem auch noch zusätzlich ein scheiß Gefühl. Dann muss man eben drauf achten, dass man einem Kleinkind kein brandblasenverursachendes Essen serviert, ist ja so schwer auch nicht, oder?! Das hab ich über das Geschrei hinweg auch laut gesagt, die Kellnerin hat es registriert, das habe ich gemerkt. Gut, egal, abgehakt. Der Abend wurde dann wieder sehr schön, wir kniffelten nämlich diesmal alle zusammen, also mit den Männern. Das hat wieder echt Spaß gemacht! :)

 

20 Gedanken zu „Ostsee – Tag 6

  1. Ich glaube, ich kenne den Radweg! Den bin ich mit 19 bei Gegenwind mit nem Minirad gefahren.
    Ich war in Kühlungsborn ♥ im Urlaub, und bin mit einem Mann gemeinsam nach Rerik geradelt, weil uns der dortige Pfarrer die Kirche zeigen wollte. Rückzu bekam ich dann plötzlich furchtbare Magenschmerzen, schleppte mich aber dennoch irgendwie zurück ins Hotel, und bekam dort vom Barkeeper einen „Klabautermann“ serviert, der für Spontanheilung sorgte. :-)
    Seit einem Jahr besitze ich auch ein Fahrrad mit E-Hilfsmotor. Geile Sache und hier in unserer sehr unebenen Gegend Gold wert.
    Die Bilder und der gesamte Post sind wieder super. Der Daiquiri sieht allerdings giftig rot aus.
    Was bin ich froh, dass du das mit dem heissen Kindergericht laut gesagt hast. Die denken ja wohl nicht von der Tapete bis zur Wand!

    • giftig?frische erdbeeren püriert sehen doch so aus. :) er hat wirklich nur nach rum und erdbeeren geschmeckt. und zuckersirup. köstlich.

      der radweg war allerdings, als du 19 warst, noch intakt, oder? :)miniräder sind jetzt übrigens auch wieder total in. ich finde, das sieht selten dämlich aus und glaube auch nicht, dass das wirklich sehr komfortabel ist. ;)

      • Ja, der Weg war noch intakt. :-) Aber die Fahrt mit dem Minirad war dennoch ziemlich beschwerlich. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. In Rerik waren wir dann noch schön essen und ein Gläschen Wein trinken.
        EIn Minirad würde ich mir heutzutage ums Verrecken nicht mehr kaufen. Und bei 8Grad plus in der Ostsee schwimmen würde ich auch nicht mehr! Habe ich damals im Mai gemacht. Was war ich doch jung und unbedarft… ;-)

  2. Über diesen abstrafenden Blicken musst du einfach stehen ;) Lasse reden, lasse denken; kann dir doch im Endeffekt völlig egal sein, was andere Leute über euch denken, das klappt schon noch.
    Und dein Fischgericht sieht mal wieder zum Anbeißen aus. Lecker!

  3. Nicht ärgern lassen. Dass Kinder auch mal schreien ist doch normal. Störend finde ich nur, wenn Kinder um Restaurant oder sonst wo in der Öffentlichkeit mit irgendwelchen elektronischen Geräten rumspielen und Lärm machen. Dass man sowas nicht macht oder als Eltern unterbindet, gehört für mich zu guter Erziehung. Ach ja, und lautes Kreischen kann ich überhaupt nicht haben und ich hab das Gefühl, dass das immer mehr verbreitet ist.

    Auf jeden Fall gut, dass du ihr – wenn auch indirekt – deine Meinung gesagt hast. :-)

    • also, lärmende elektronische sachen sind ätzend. aber einem kleinkind kann man schlecht erklären, wieso mand as jetzt ausmacht. wenn man den fehler gemacht hat, und etwas mit geräuschen zum spielen mitgenommen hat (das hatten wir an dem tag nämlich auch, so ein kleines auto das singt, aber jetzt auch nicht wirklich laut und ohrenbetäubend), kann man das nicht einfach ausmachen, weil jemand am nebentisch das nervig findet. denn das gebrüll, das dann folgt bei so einem kleinen kerl, kommt aus tiefstem herzen, weil er mit seinen emotionen nicht umgehen kann und vor allem nicht versteht, wieso und weshalb.das geschrei will dann ja auch keiner hören. aber mit größeren kindern und wirklichem lärm von geräten gebe ich dir recht. bei uns war’s wirklich nur ein nicht allzu laut singendes autochen, und rundherum war genug los, es war wirklich nicht schlimm. wenngleich der nachbartisch sich da natürlich auch missgestimmt immer zu uns gedreht hat. wir nehmen zukünftig sowas nicht mehr mit, das war uns eine lehre.

      lautes kreischen ist bei größeren kindern wirklich eine ganz schöne unart. aber ich kann nicht sagen, wie das mal bei MTE sein wird und wie wir dann reagieren. mit vorurteilen halte ich mich zurück, weil ich selbst einfach die erfahrung noch nicht gemacht habe.

  4. Ok, man kann es nicht verhindern, das laute Geräusche andere nerven. Generell kann man auch nichts dagegen tun, dass man sich gegenseitig in einer engen Welt auf den Sack(oder was auch immer) geht. Egal was man tut, irgendwann steht man auch als ausgeglichener Mensch vor einer solchen Situation und manchmal wird man auch mal jemandem seine Meinung sagen, wie menschlich das doch ist.

    Wenn mich zum Beispiel jemand urplötzlich grundlos anblökt, in einer Situation, in der ich mich gerade nicht wehren kann, kommt halt auch sofort ein scharfsinniger Satz zurück, vollautomatisch.
    Erste denke ich dann, das war jetzt ein bisschen gemein, aber schon ein paar Stunden später kann ich wieder darüber lachen, weil,es irgendwie das Salz in der Suppe. Es wäre langweilig, wären wir alle immer FriedeFreudeEierkuchen :D

      • Naja, zwischendurch ist es schon wie FriedeFreudeEierKuchen, meist bei ganz alltäglichem, bekanntem, bewährtem. Zum Beispiel bei Freunden die man sehr lange kennt, da kann man sich auch mal fallenlassen. Nur das grosse Abenteuer, das der Mensch hier auf der Erde sucht, das findet er kaum im Realen, dafür muss die Fantasie herhalten ;)

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