Kurzurlaub am Bodensee

Ich hatte MTM zum Geburtstag ein paar Tage am Bodensee geschenkt, mit mir und unserem Söhnchen natürlich. Das kam ganz gut an und da die Wetteraussichten auch noch super waren (was ja wirklich nicht selbstverständlich ist für Ende August), freuten wir uns sehr auf den kleinen Tapetenwechsel. Das Gute am Bodensee ist für uns, dass er quasi umme Ecke liegt und wir deshalb schon öfter dort waren. MTM war auch als Kind schon häufig im Sommerurlaub dort. Das bedeutet, wir hatten absolut keinen Zwang, irgendwas zu sehen oder irgendwas besonderes zu unternehmen. Deshalb haben wir einfach einen richtigen Badeurlaub gemacht.

Am Montag den 21.8.17 kamen wir in unserer Ferienwohnung in einem klitzekleinen Dorf an und fuhren dann auch gleich weiter an den See zum ersten Füße-Reinhalten sowie in den Supermarkt zum Lebensmitteleinkauf. MTM kochte zum Abendessen und der Kleine überraschte uns mit sofortigem Nachtschlaf, ohne Irritation ob der fremden Umgebung. Sehr gut. Der erste chillige Abend war gesichert.

Am Dienstag holten der Kleine und ich frische Brötchen im „Dorfladen“ und danach brachen wir auf zum Strandbad, in dem MTM viele Sommer seiner Kindheit verbracht hatte. Und dort blieben wir, bis abends. Das Wetter war sonnig, aber vergleichsweise frisch, und trotzdem gut zum Baden und Chillen. Abends holten wir noch schnell ein paar Sachen im Supermarkt und machten dann selbst Pizza. Das war übrigens MTEs erste Pizza und er hat reingehauen wie sonstwas. :) Der Abend verlief wieder sehr gut: Friedlich schlafendes Kind und chillende Eltern.

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Den Mittwoch verbrachten wir genauso wie den Dienstag, mit dem Unterschied, dass es deutlich heißer war und es abends Pasta statt Pizza gab. Es war einfach wirklich sehr entspannend, nichts vorzuhaben, außer den morgendlichen Bäckerbesuch und den Tag am Strand. MTM konnte sich an beiden Tagen auch mal abseilen auf ein Bier beim Strandkiosk, so wie sein Vater früher, und ich freute mich einfach über ein bisschen Ruhe, während das Kind im Buggy sein Mittagsschläfchen hielt.

Am Donnerstag war der Kurztrip leider schon wieder vorbei. Es war ein wirklich unerträglich heißer Tag, aber wir wollten auch nicht so sang- und klanglos verschwinden aus unserem Urlaub. Also fuhren wir nach der Übergabe der Ferienwohnung noch einmal nach Wallhausen, aber nicht um zu baden, sondern um mit der Fähre rüber nach Überlingen zu fahren.

Dort gingen wir das erste Mal in diesen Tagen essen, statt uns selbst zu versorgen, und ärgerten uns auch direkt über hohe Preise und schlechte Leistungen. Wir gehen eigentlich echt gerne essen, aber irgendwie war es diesmal richtig schön und so’n bisschen rustikal, sich die Kohle zu sparen, selbst gemütlich „zu Hause“ zu kochen und zu essen. Wir wären jedenfalls an diesem Mittag echt besser mit einem Döner drangewesen, ärgerlich. Das leckere Eis hinterher und der kleine Spaziergang an der Promenade entschädigten uns dann wieder etwas.

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Dann war es auch schon wieder an der Zeit, in See zu stechen und zurück nach Wallhausen zu fahren. ;) Es folgte noch ein kleiner Einkauf von köstlichem Bodensee-Obst und -Gemüse und schon fanden wir uns auf der Autobahn Richtung Stuttgart wieder, in einem tobenden Gewitter. Fazit: Alles richtig gemacht, fast!

 

 

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Freitagsfüller

1. Heute könnte es ruhig etwas weniger heiß sein für meine Begriffe.

2. Es heißt, „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“, und unlängst kam das Sprichwort mal wieder ganz passend zur Sprache. (Matthäus-Effekt)

3. Bald können wir uns wieder einkuscheln – ich freu mich so sehr auf meine liebste Jahreszeit!

4. Es ist nicht immer einfach, ich zu sein, echt nicht.

5. Berlin wäre für mich kein Ort zum Wohlfühlen, wenn ich dort keine Herzmenschen hätte.

6. Vor langer Zeit führte ich ein Studentenleben, das ich heute nicht ganz gerechtfertigt durch die rosarote Brille sehe.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf unsere (ja, jetzt erst) neu entdeckte Serie „Sherlock“, morgen habe ich geplant, den Tag bei angesagten 32 Grad auf einem Geburtstag zu überstehen und Sonntag möchte ich dem Kindsvater seinen Sohn vom Leib halten, bis er ausgeruht ist (denn er wird samstags auf der Party bleiben, wenn ich mit dem Kleinen heim gehe).

Gefangen bei Barbara.

Gelbe lange Frucht

Seit einiger Zeit ist bei der Kommunikation zwischen MTM und mir ein lustiges Phänomen zu beobachten: Die Chiffresprache. Nun sind die Dinge, die wir sagen, nicht besonders geheimnisvoll für sprachlich voll entwickelte Menschen. Aber für klitzekleine Menschen, die gerade erst das Sprechen lernen, aber dafür schon viel mehr verstehen als man denkt, sind unsere Codes (noch) belangloses Blabla. Das machen wir uns zu Nutze, wenn wir nicht wollen, dass unser kleiner MTE sich durch einfache Wörter zu Forderungen und bei Nichterfüllung zum Weinen verleiten lässt. Es gibt nämlich Dinge, die nur angesprochen werden müssen, damit er sich daran erinnert, wie gerne er diese mag und wie gerne er diese vor allem JETZT, also auch im ungünstigsten Moment, haben, angucken oder machen will:

„gelbe lange Frucht“ – Banane

„rote runde Bällchen“ – Tomate

„das Gerät“ – Schnuller

„großes weißes Keramikgefäß“ – Badewanne

„speisen“ – essen

„getigertes Tier“ – Katze

Selbstverständlich kann man alles auch einfach mal normal aussprechen und dem Kind erklären, dass es das jetzt nicht gibt (abgesehen vom Schnuller, dieses Heiligtum wird am besten nie erwähnt, wenn wir nicht ein permanent schnullerndes Kind haben wollen). Aber in etlichen Momenten machen wir es uns einfach leichter und amüsieren uns dabei auch noch prächtig. Diese Codes kommen ja nicht von ungefähr, die kommen ja auch von der kleinen Macke, die MTM und ich haben. Wenn wir am Abendbrottisch sitzen und MTM mich fragt: „Geht’s heut ins große weiße Keramikgefäß oder wird nur gewaschen?“, könnte ich mich jedes Mal totlachen. Ich bin humoristisch eben sehr einfach gestrickt. ;D

1 Woche „heeme“

Wir haben Urlaub. Also, MTM hat Urlaub, da ich ja (noch) nicht wieder in Lohn und Brot stehe. Aber für mich ist das auch Urlaub, wenn ich tagsüber nicht mehr allein verantwortlich für den kleinen Pups bin. Und da wir die erste Urlaubswoche auch noch in  meiner Heimat, bei meiner Mutti, verbrachten, war es gleich noch mal mehr wie Urlaub für mich. Da brauche ich dann fast nix machen, Pups‘ Omi kümmert sich liebend gern um frische Windeln, Schlafenlegen, Baden, Bücher angucken, Spazieren usw. usf.. :) Nur am ersten Tag nach unserer Ankunft musste MTM nochmal als alleiniger Babysitter herhalten, ansonsten konnten wir uns entweder zu zweit oder doch zusammen in Familie eine schöne Zeit machen:

Freitag, 11.8.17
Tagsüber war erst einmal ausruhen angesagt, schließlich hatten wir eine schreckliche Nachtfahrt mit 2 Stunden Stau und Ankunft kurz nach 3 Uhr morgens hinter uns. Und für den Abend musste zumindest ich fit sein, denn es ging zum drölfzigsten Mal mit meiner Mutti, Tante und meinen Cousinen zu unserer geliebten Kaisermania ans Dresdner Elbufer. ♥


Samstag, 12.8.17 & Sonntag, 13.8.17
Beide Tage standen ganz im Zeichen der Hochzeit meiner Freundin, die wir am Samstag feierten und am Sonntag verkrafteten. ;) Das Frühstücken und Aufräumen am nächsten Morgen/Mittag war aber auch noch lustig, erst am frühen Abend waren wir wieder zu Hause bei meiner Mutti und unserem Kind.

Montag, 14.8.17
MTMs 37. Geburtstag! Wir hatten einen ruhigen Vormittag und nach dem Mittagsschlaf des Kleinen besuchten wir gemeinsam mit meinem Onkel meine Tante bei der Reha. Dort war die Wiedersehensfreude groß, wir spazierten ein Stück, versuchten mit dem Kleinen Schritt zu halten und gingen sehr lecker italienisch essen. Am Abend gab es noch einen kleinen Umtrunk ganz in Familie auf der Terrasse, während das Kindchen friedlich schlief.


Dienstag, 15.8.17
Wir hatten einen kompletten Tag in Dresden mit meiner Cousine, ihrem Mann und ihrem Baby-Söhnchen vor uns, auf den wir uns sehr freuten. Nach anfänglicher Fremdelei und der üblichen Baby-Kleinkind-Angst wurde unser Kleiner dann auch endgültig warm mit allen Beteiligten, was einfach total schön anzusehen war. Wir trafen uns morgens in der Dresdner Neustadt auf einen leckeren Kaffee und ließen uns danach für ein ausgiebiges Picknick und den Mittagsschlaf der Kinder im Großen Garten nieder. Dann trennten sich unsere Wege nach Geschlechtern: Die Jungs gingen in den Zoo, wir zwei Mädels gingen zu einer Stadtführung. Nach einer Stunde seilten wir uns von dieser mit einer Ausrede ab, weil uns an diesem heißen Tag ein kühles Radler und vor allem ein wenig Zeit zu zweit zum Quatschen plötzlich sehr viel attraktiver erschienen. Erst um 18:30 Uhr verließen wir Dresden, ich ging gleich im Anschluss zu meinem bei jedem Heimataufenthalt obligatorischen „Hühnertreffen“ und MTM ließ sich bei dem Mann einer meiner Hühner mit ein paar Bier im Schlepptau nieder. Das Kindchen blieb gerne bei „Ama“ (=Oma♥).


Mittwoch, 16.8.17
Der Tag begann sehr regnerisch und grau, aber trotzdem erfüllte mein Mann seine Schwiegersohn-Pflichten und ackerte bis nachmittags im Garten (Hecken schneiden, Sträucher absägen & Co.). Am Vormittag fuhren Mutti, Kindchen und ich mal ins neue Outletcenter, um für den Kleinen Klamotten zu kaufen. Im Buchladen besorgte ich noch ein Geschenk und natürlich auch ein Buch für das Kind, davon kriegt er nie genug. Nach dem Mittagsschlaf „half“ auch er dann mit im Garten, denn ganz unerwartet kam die Sonne doch noch raus. Den trockenen Abend nutzten MTM und ich dann noch einmal für uns, denn so schnell werden wir demnächst keinen abendlichen Babysitter haben. Wir besuchten meine Hühnerfreundin und ihren Mann, mit dem MTM schon am Vortag das Vergnügen hatte. Wir hatten einen herrlichen Terrassenabend und mussten uns für die Rückfahrt ein Taxi nehmen. ;)

Donnerstag, 17.8.17
Erstmal passierte nicht viel bei uns. Meine Mutti hat uns diesmal ein richtiges Ausschlafen gegönnt. Sie schlief die ganze Woche zusammen im Zimmer mit unserem Sohn und wir alleine im Schlafzimmer. Aber diesmal ließ sie ihn uns nicht mal um 7:30 Uhr wecken und bestand auch nicht auf ein gemeinsames Frühstück. Das war sehr lieb und uns wirklich nicht unrecht nach dem vorangegangenen Abend. ;) Am Nachmittag fuhren wir alle gemeinsam in die nächste Stadt in ein hochgelobtes Eiscafé, und das Kind bekam seinen ersten eigenen Eisbecher. Natürlich von mir zusammengestellt, eine Kugel Eis und Erdbeeren. Ich fand jetzt nicht, dass bei dem geilen Eisgenuss noch Sahne und Smarties und wasweißichnochalles mit drauf mussten, wo er doch gerade erst diese süßen Geschmäcker kennenlernt. Und schließlich bekam er auch ein wenig Sahne vom Papa ab. ;) Abends machten wir ein spontanes Grillerchen auf der Terrasse. Wir zauberten aus ein paar Bratwürsten und den vorhandenen Resten im Kühlschrank ein echt schönes Abendessen.

Und damit hatten wir auch einen schönen Heimaturlaubsabschluss. Am Freitag machten wir uns wieder auf den Weg nach Stuttgart, leider. Ich werde wirklich immer wehmütiger, mit jedem Mal. Wahrscheinlich auch, weil ich bald wieder arbeite und dann nicht mehr so frei längere Heimataufenthalte planen kann. Hilft eigentlich nur ein Umzug, aber wer weiß ob und wann dieser Fall eintritt.

Das Wochenende verbrachten wir recht unspektakulär, denn eigentlich sind wir schon wieder auf dem Sprung. Morgen geht es noch ein paar Tage in die andere Richtung in den Urlaub: MTM bekam von mir 4 Tage am Bodensee geschenkt. Wir freuen uns schon!

12 von 12 im August – Hochzeitsedition

Ich bin spät dran mit meinen 12ern, aber dafür sind sie mal was ganz anderes. Oft bisschen unscharf, da auf die Schnelle mit dem Handy gemacht, aber immerhin voller Glück. Liebesglück! :)

Nach dem Frühstück gleich im Bad verschwinden und das große Beautyprogramm starten.

Den feinen Zwirn anziehen, denn heute wird geheiratet!

Noch schnell den Wasserhaushalt regulieren, mit dem schönen Becher vom schönen Konzertabend gestern. 

Die kommunikative Überlandfahrt durchs Brandenburger Land zu viert und ohne Kind über die Bühne bringen.

Am Ziel angekommen, nach altem Brauch als Hochzeitsgesellschaft mit dem Brautpaar zur Kirche laufen. 

Hier und da ergreifend, hier und da lustig und locker – das war eine schöne Zeremonie.

Im Autokorso beim Festsaal ankommen und erst mal alles begutachten. 

Find ich auch!

Die Speisekarte lässt den Zahn tropfen, zu Recht, es war köstlich!

Selfies müssen sein, solange die Frisur und die Schminke noch sitzen. ;)

Ein Wasser zwischendurch hält fit und verringert den Kopfschmerz am nächsten Tag. ;)

Und ein bisschen schummeln muss auch mal erlaubt sein: Dieses Bild von dem Rest der Hochzeitstorte ist erst heute, beim Frühstück, entstanden. 

Die anderen Mitmacher findet ihr wie immer bei Caro.

Papas Linseneintopf

Mein Papa hat in unserem Leben eine große Lücke hinterlassen, die sich niemals schließen wird, niemals. Manchmal habe ich Momente, da kann ich es auf einmal wieder nicht fassen, was ihm und unserer Familie widerfahren ist. So ein Moment ist gerade, und das ist auch genau der richtige Moment, um meinem Papa hier zu gedenken. Ja, mit einem banalen Rezept. Warum nicht? Wir alle denken ständig an ihn, in jeder Situation, und vor allem in Situationen, die uns dann echt traurig machen. Aber wenn ich Linseneintopf esse, der nach seinem Rezept gekocht ist, dann muss ich mit einem Lächeln an ihn denken. Gut, gerade beim Schreiben jetzt, ist mir gar nicht nach lächeln zumute. Aber so ist es eben, das gehört dazu zum Vermissen und Trauern, wenn man den Menschen so geliebt hat, wie ich meinen Papa geliebt hab.

Zutaten:
1 Stk. Kasseler, 2 Knacker, Suppengrün, 1 Packung Tellerlinsen, Kartoffeln, 1 Zwiebel

Zubereitung:
Den Kasseler mit dem Suppengrün (gewaschen, ungeschnitten) und der Zwiebel (geschält, ungeschnitten) weich kochen. Alles aus der Brühe herausnehmen und die Linsen darin kochen bis sie weich sind. Nebenher ein paar geschälte Kartoffeln in Stückchen bissfest kochen. Die Linsen schon beim Kochen abschmecken mit Salz, Pfeffer, Essig und Zucker. Zum Schluss noch kurz die Knacker in Scheiben mitkochen lassen. Wenn die Linsen weich sind (bei mir sind sie bissfest, ich mag das so), werden das kleingeschnittene Kasselerfleisch sowie die Möhren vom Suppengrün in Scheibchen dazugegegben. Fertig. Mein Papa hatte das ganze noch ein bisschen angedickt mit einer sogenannten „Mehlanbrenne“. Das habe ich aber gelassen, weil es als klarer Eintopf auch lecker und dann nicht ganz so schwer und fettig ist.

So, das war eine typische Beschreibung nach Bellona-Art. Wir sind ja hier nicht bei Chefkoch.de. ;) Und mein Kind liebt dieses Gericht heiß und innig, letztens hat er richtig irre gelacht, als er das vorgesetzt bekam. :D Mein Papa würde vor Stolz platzen!

Die Woche war…

…Sommer pur.

Gesehen.: Unsere Freunde mal wieder seit langem, zu unserem heutigen Sonntagsgrillerchen.
Gehört.: „Siiih“ (sagt mein Kind zu Musik).
Gelesen.: Reichlich Seiten meines Island-Krimis.
Getan.: Einen heißen Sommertag mit meinem Kind im Park verbracht, mit Picknick und Mittagsschlaf auf der Decke.
Gegessen.: Köstliches Gegrilltes.
Getrunken.: Viel kalten Wein in der Stadt in einer lauen Sommernacht bis morgens halb 4.
Gefreut.: Über unseren kleinen Garten hinterm Haus, den wir diesen Sommer ausgiebig nutzen.
Geärgert.: Über die vielen anstrengenden Momente mit dem kleinen Trotzkopf.
Gelacht.: Auch immer mal. :)
Gedacht.: ‚Woher kommt diese Energie, mit einem Kater und nur 3,5 Stunden Schlaf die Bude stundenlang zu putzen?‘
Geplant.: Einen Dresden-Tag mit meiner Cousine/MTEs Patentante und ihrer kleinen Familie.
Gekauft.: Allerhand für die Kita-Ausstattung.

Freitagsfüller

Freitagsfüller

  1. Wie kann ich mir nur mehr Gelassenheit in bestimmten Situationen aneignen?

2. Ich gehöre zu den Frauen, die sich ihre Blumen selbst kaufen (müssen).

3. Meine Haare lasse ich mir einiges kosten und auf diesen Luxus kann ich nur schwer verzichten.

4. Mein Kind die ganze Woche allein zu entertainen, fällt mir schwer und es klappt auch nur so mittelprächtig.

5. Meine liebsten Früchte sind jetzt Blaubeeren, Kirschen, Erdbeeren – in der Reihenfolge.

6. Frieren, was war das nochmal?

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Stadt, die laue Sommernacht, ein paar Drinks und meine Freundin, morgen habe ich geplant, ein paar kind- und mannfreie Stunden möglichst effektiv zu nutzen und Sonntag möchte ich eine gute Gastgeberin sein, wenn unsere Freunde zum Grillen und Chillen zu uns kommen.

Märchenhafter Sonntag

Wir haben am Sonntag mal wieder einen Familienausflug gemacht. Das kommt so oft gar nicht vor, weil wir uns normalerweise eher gegenseitig freie Zeit verschaffen, indem wir uns mit dem Kleinen abwechseln. Ich profitiere meistens am Wochenende davon, ja, aber MTM profitiert, wenn ich mehrere Tage in meiner Heimat bin mit dem Kleinen oder wenn er abends ausgeht mit Kumpels und am nächsten Tag verkatert ist. Und er profitiert auch davon, dass ich in diversen kindfreien Stunden die Bude putze, Essen koche usw.. Diesmal hatten wir beide keine Zeit für uns, aber Zeit mit uns und zusammen mit unserem Kindchen.

Bis wir aber erstmal am Ziel waren, war Hektik angesagt. Ich durfte etwas länger pennen (bis halb 8), aber die Jungs hatten versäumt, das Frühstück schonmal vorzubereiten. Ein Familienfrühstück mit Ei (liebt das Kind wie Sau) und allem gehört für mich zum Sonntag dazu. Sonst frühstücken wir nie zu dritt und MTE und ich essen jeden Tag zusammen Müsli morgens, da muss auch mal ein bisschen Abwechslung her. Nun gut, das Frühstück dauerte dann auch seine Zeit und dann mussten wir uns auch noch alle tagesfertig machen. Zudem galt es, die Kühltasche für unser Mittagspicknick vorzubereiten. Das Kind ist aktuell echt unausgeglichen und trotzig und plärrt wegen jedem Scheiß, der ihm gegen den Strich geht – und verbreitet damit noch zusätzlich Hektik und schlechte Laune. Ich sah den Tag schon den Bach runtergehen. Statt um 9 kamen wir dann 10:45 Uhr los und um 11 schlief das Kind im Auto. Auch geil, wenn man nur 30 Minuten fährt und das mit dem Mittagsschlaf eigentlich anders geplant hatte (im Buggy, während Mama und Papa auf einer Bank sitzen und Eis essen oder so). Als wir angekommen waren, merkten wir, dass wir den Buggy vergessen hatten. Dieser war aber unabdingbar, wir waren vollgepackt und das Kind muss da halt auch ab und zu mal rein, wenn es nicht mehr laufen will oder wenn wir schneller vorankommen wollen. Also, Buggy nicht dabei, Kind schlief noch, sind wir halt zurück gefahren. Ääätzend! Beim Einladen des Wagens wurde dann auch das Kind wach, nach nicht mal einer Stunde „Mittagsschlaf“. Das konnte ja heiter werden.

Als wir dann endlich wieder am Ort des sonntäglichen Geschehens waren, machten wir kurzen Prozess, suchten die nächstbeste schattige Parkbank und aßen erst mal unser Mittagessen. So kamen wir auch schön runter und der eigentliche Ausflug konnte eeendlich starten:

Durchs „Blühende Barock“ in Ludwigsburg gingen wir nur schnell durch, denn unser eigentliches Ziel war der zugehörige Märchengarten – ein Paradies für Kinder! Und auch unseres hatte seine Freude, zwischen diversen Motzattacken. ;) Wir fuhren zusammen Boot, gingen durch einen Irrgarten, aßen Eis, gingen Rapunzels Turm herunter, fuhren Eisenbahn… Es war ein heißer Tag und es war anstrengend, aber es war auch sehr schön! Die Hektik des Vormittags war schnell vergessen und wir hatten diesmal gut vorgesorgt mit vollen Wasserflaschen und unserem mitgebrachten Essen. Nach 4 Stunden waren wir alle kaputt und auch mit allem durch, da waren wir dann sogar ganz froh, dass wir nicht schon um 9 dort waren. So ein Nachmittag zieht sich dann ja auch, mit Kindchen, das hatten wir ja schon mal thematisiert.

Wir hatten einen schönen, unperfekten Familiensonntag. Ich frage mich manchmal, ob andere Familien das besser hinkriegen oder ob diese ganze Hektik und das alles wohl einfach dazugehören?! Aber letztlich ist immer wichtig, was man aus seiner Situation macht. Diesmal gelang uns das super. Und am Abend gab es dann das samstags von mir schon vorbereitete (und verfluchte) Kalbsfrikasse, völlig stressfrei, weil es eben schon fertig war und vor allem uns allen geschmeckt hat. Das Kind ging früh ins Bett (Vorteil von wenig Mittagsschlaf) und MTM und ich chillten mit’nem kalten Bier auf der Couch. So muss es laufen. :D

Im Übrigen…

…ist der Ausquartierdrops bis auf weiteres gelutscht.

…fühlt sich das bedingungslose Hören aufs Bauchgefühl restlos richtig an.

…traue ich mich fast nicht, zu gestehen, dass ich so langsam den Hausfrau-Mutti-Job satt habe.

…hab ich trotzdem Zweifel und Gewissensbisse wegen der baldigen Kita-Aufnahme.

…habe ich neulich zum ersten Mal köstliches Kalbsfrikassee gekocht, aber mich für die Idee verflucht.

…ist es nun doch ein kleiner Klopper geworden.

…fühlt sich ein Friseurbesuch für mich wie eine kleine Wiedergeburt an – jedes Mal.

…führe ich To-Do-Listen, die ungelogen seit Januar 2017 exakt gleich aussehen – ohne auch nur einen Haken an irgendeinem Punkt.