Zoo-Overload

Wir haben ja beide eine Jahreskarte für die Stuttgarter Wilhelma, mein Mann und ich. Er bekam das von mir zu Weihnachten und seine Karte hat er gemeinsam mit dem Kleinen schon so oft benutzt, die hat sich mehr als gelohnt. Er ist ja auch ein totaler Fan von Zoos, da kommt das Kind im Manne total raus bei ihm. Er hat auch seine helle Freude daran, seinem Sohn die ganzen Tiere und Attraktionen zu zeigen (immer und immer wieder ;D). Ich hatte für mich eine Partnerkarte gekauft, die ist etwas günstiger. Bis vorgestern war ich erst zwei Mal in diesem Jahr im Zoo, und die Dauerkarte lohnt sich erst ab dem dritten Besuch. Also nahm ich mir vor, am Montag, den 30.10. diesen Brückentag mit meinem Kind in der Wilhelma zu verbringen, während mein Mann auf Arbeit war. Nach sieben (!) Stunden Mutter-Sohn-Zoobesuch und dem Halloween-Abend im Zoo am Folgetag bin ich jetzt erst mal geheilt, das könnt ihr mir glauben! Meine Jahreskarte wurde nun vier Mal benutzt und somit habe ich 24 Euro Eintritt gespart, ich bin durch damit! ;)

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Unser gemeinsamer Ausflugstag begann mit einem astreinen Wutanfall am Morgen, bei dem ich selber fast einen Anfall gekriegt hätte. Diese Wutanfälle kommen und gehen, ich kann und will meinem Kind eben auch nicht alles recht machen, also müssen wir da beide irgendwie durch. Meine Stimmung war getrübt, aber der Rucksack war schon gepackt und es gab nun auch kein Zurück mehr. Der Vormittag verlief dann auch etwas schleppend; der Kleine war müde (Zeitumstellung: Kind ist zu früh wach, geht aber abends zur normalen Zeit ins Bett – die Stunde Schlaf holt er nun immer mittags nach) und sicherlich auch kaputt vom Wüten, wollte auf den Spielplätzen nicht spielen und zeigte auch nicht die größte Begeisterung für das ganze Viechzeug. Er schlappte einfach nur mit mir mit oder saß im Wagen und guckte. Nun, ich habe wieder einmal gelernt, dass ein Kind nicht dazu gemacht ist, erwachsene Erwartungen zu erfüllen.
Als es eeendlich um 11 war, machten wir es uns im Nashornhaus gemütlich und packten unser Proviant zum Mittagessen aus. Ich erinnere mich an einen meiner Blogeinträge, als ich noch Studentin und sehr weit von einem Kinderwunsch entfernt war. Da hab ich mich gefragt, wieso Eltern bei einem Zoobesuch haufenweise Tupperzeugs mitschleppen und sich dann ins stinkende Giraffenhaus setzen um zu picknicken. Ich verstand nicht, wieso sie für den einen Ausflug nicht vor Ort was zum Essen kaufen können. Nun, ich finde das Giraffenhaus geruchstechnisch immer noch ekelhaft (deshalb waren wir ja im Nashornhaus ;D), aber ein Picknick mit liebevoll gepackten Tupperdöschen ziehe ich dem Kantinen-/Imbissbudenfraß nun auch vor. Außerdem haben wir an dem Tag außer fürs Parken keinen Cent ausgegeben, was ich erfreulich finde. Mein Sohn taute endlich auf, aß ganz brav und beobachtete fasziniert das große Nashorn. Es wurde dann Zeit für den Mittagsschlaf, ich packte das Kind ganz warm ein und legte ihn in den Buggy, wo er innerhalb weniger Minuten einschlief und erst nach über zwei Stunden wieder aufwachte. Mittlerweile war ich total durchgefroren, ich hatte die Zeit zunächst chillend und dann spazierend verbracht. Nun konnten wir endlich weitermachen, und nach dem Vesper auf einer Bank im Freien ging’s zum Schaubauernhof. Es ist wie es ist: Giraffen, Elefanten, Löwen…die können alle einpacken gegen das gute alte Hausschwein, die Kuh, den Esel, die Ziegen und die Hühner. Das Kind war begeistert!
Gegen 16 Uhr hatten wir dann jeden Winkel der Wilhelma abgelaufen, auf diversen Spielplätzen gespielt, sämtliche Eisschilder ausgiebig begutachtet. Den Abschluss machten die Pinguine, aber der Kleine fand zunächst erst einmal vor allem das Wasser bemerkenswert, wie bei JEDEM anderen Gehege auch. „Guck mal, ein Affe!“ – „Wasser!“ – „Ooooh die Elefanten!“ – „Wasser!“ – „Boah, guck hier, das ist aber ein riesiger Fisch!“ – „Wasser!“ Nee, ich hab jetzt nicht die Augen gerollt, da habt ihr euch verguckt… ;)

42 Gedanken zu „Zoo-Overload

  1. Mutter sein ist nicht leicht. Aber Sohn sein auch nicht.
    Als ich letzte Woche von einer mir gut vertrauten Frau eingeladen wurde ihr neu renoviertes Wohnzimmer zu besichtigen und ich dann in ihre Küche kam, entglitten mir die Gesichtszüge wegen der Unordnung dort.
    Mann kann gar nichts dazu. Dein Sohn wohl auch nicht. ;)

  2. Ich hatte mich im Zoo nie über die Tupperware gewundert, sondern immer darüber, dass Eltern bereit waren den horrenden Eintritt des Zoos für ein Kleinkind zu bezahlen, dass am Ende nur Hausschweine und Wasser gut findet ;D

    • naja, vielleicht haben die eltern auch freude an dem viechzeug und auch wenn das k ind nur richtig auf schweine und wasser abfährt, hat es ja trotzdem die anderen tiere registriert. und: man geht ja nicht ständig hin (außer mit dauerkarte), aber irgendwo muss man halt auch mal hin, wenn man den tag mit dem kind gestalten will. parkspaziergänge sind allen irgendwann langweilig. ;)

  3. Kenn ich: Als wir einst die Kleine von meiner Freundin in den Zoo fuhren gab es da nur ein interessantes Tier = mein Hund, den Er an der Leine mitführte.
    Meine Schwester klagte übrigens das ihre StiefTöchter sich nur für die Spielplätze und Eis interessierten.
    Kinder halt – unberechenbar – wird sich nie ändern 😎

  4. Für uns waren Zoobesuche immer etwas ganz besonderes, was auf die Seltenheit zurück zu führen ist. Die Affen haben mich immer am meisten fasziniert und ich hätte dort stundenlan stehen und zuschauen können, meine Eltern fanden es immer sehr lästig mich von dort wieder wegzubekommen. Erstaunlicherweise ist es auch heute noch so, nur dass es heute P. lästig findet mich dort wieder wegzubekommen :D

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