Hotel Mama

Seit fast 2 Wochen bin ich nun schon mit Kind aber ohne Mann in meiner Heimat. Ursprünglich wollte ich am Montag, nach 10 Tagen, schon zurück fahren. Dann hab ich auf Dienstag verlängert und dann noch mal auf morgen, Donnerstag. Ich kann mich gerade ganz schlecht lösen, weil es wohl das letzte Mal ist, dass ich für längere Zeit allein mit dem Kleinen in meiner Heimat bin. Denn bald geht der „Ernst des Lebens“ (haha, als wäre die Elternzeit das nicht…) wieder los. Zum Glück ist mein Mann verständnisvoll und gewährte mir diese 4 Tage Aufschub noch, obwohl er natürlich seinen Sohn schmerzlichst vermisst.

Hier bei Mutti hatte ich nun fast zwei Wochen Urlaub, wenngleich dieser natürlich, wie immer, in Freizeitstress ausartete. Die letzten, verlängerten Tage hier habe ich nun genutzt, um mal bisschen runter zu kommen, mehr Schlaf zu kriegen und noch bisschen Zeit mit Mutti zu verbringen.

Und so sah mein Heimataufenthalt im Detail aus:

Getan
…Klassentreffen
…Steuererklärung meiner Mutti gemacht
…mit einer Freundin beim Griechen geschlemmt
…in unserem neuen Outletcenter eingekauft
…die Verwandtschaft im Erzgebirge nach Jahren mal wieder besucht
…mit einer Freundin auf der Terrasse bis nachts gequatscht
…einen Tag in Berlin mit meinem Kindchen bei meiner Cousine und ihrem Kindchen verbracht
…Hühnerabend auf der Terrasse abgehalten
…einer Freundin zugehört, die auch ihren Papa verloren hat
…21 Stunden wach gewesen wegen eines völlig durchgeknallten Junggesellinnenabschiedes in Berlin
…mit Kind meine Tante und ihren Labrador (Kind Angst vor Tier) und ihre 3 Katzen (Tiere Angst vor Kind) besucht
…zwei Mal mit Freundinnen und ihren Kindern gefrühstückt (Kind Angst vor Kindern, oh man!)
…dem Kind neue Sachen beigebracht (Wo ist das Zipfele? Wo ist der Piep? Wie macht der Fisch? Wie macht die Katze? Wie macht der Löwe?)
…geweint, weil ich so weit weg von „Heeme“ wohne

Nicht getan:
…geputzt
…gekocht
…TV geguckt
…gelesen
…unruhig geschlafen (Oma bei Kind, ich allein, geil!)

So, und da soll man nicht wehmütig werden, wenn man wieder zurück dorthin fährt, wo so eine unterstützende Familie und so viele Freunde nicht sind?

Klassentreffen

Mein erster Blogeintrag als „Bellona“ (vorher hatte ich unter einem anderen Namen auch schon 2 Jahre geblogt) handelte von meinem ersten Klassentreffen. 5 Jahre Abitur hatten wir damals. Nun war ich beim „15-Jahre-Abi-Treffen“. Unglaublich. Ich bin seit 10 Jahren Bellona, die Bloggerin. Und seit fast 12 Jahren so allgemein Bloggerin.

Davon weiß von meinem Abijahrgang natürlich niemand was, außer meine beste Freundin, die das aber nicht sonderlich interessiert. Mit dieser (seit der 7. Klasse Gymnasium kennen wir uns, auch unglaublich) und einer weiteren Freundin, mit der nach wie vor Kontakt besteht und Treffen stattfinden, gingen wir also etwas aufgeregt zum Treffen. Von 75 Mann waren 35 dort, und noch ein paar Lehrer. Es ist so schade, dass man nicht mehr Leute zusammenkriegt, aber was soll’s. Es war trotzdem schön und die Aufregung war eigentlich direkt verflogen. Es war schon ein bisschen wie früher. Wir sind irgendwie nicht so eine Truppe, die sich die Taschen bei solchen Treffen vollhauen muss. Klar fragt jeder und erzählt jeder, aber eigentlich ohne zu verurteilen oder zu rechtfertigen. Es gibt natürlich immer vereinzelte Personen, die da doch ein bisschen anders ticken, die nicht ganz dicht in meinen Augen sind, aber die wird es immer geben und die lassen auch kein Neid bei irgendwem aufkommen, auch wenn sie es vielleicht gerne so hätten.

Wir starteten um 17 Uhr und um 2 Uhr gingen die Letzten nach Hause. Darunter natürlich auch ich, hallo, manche Dinge ändern sich nie. ;) Was sich änderte war, dass wir diesmal keine flotte Sohle aufs Parkett legten, sondern wirklich nur zusammensaßen und quatschten. Das war ein bisschen schade, aber irgendwie auch nicht schlecht. So konnte man sich wirklich mit fast jedem einmal ausführlich unterhalten, das hat mir eigentlich ganz gut gefallen.

So hab ich von dem Tratschthema schlechthin gar nichts mitgekriegt, nämlich, dass zwei zusammen auf einmal abgehauen sind, die das echt nicht sollten. Aber Arschloch bleibt einfach Arschloch, und das trifft auf beide zu. Und überrascht hat es mich persönlich auch nicht wirklich.

Ich freu mich jedenfalls schon auf „20 Jahre Abi“! (…und demnach 15 Jahre Blogbellona, hihi)

Im Übrigen…

…fahre ich auf wahnwitzige Weise auf „Bärchenstreich“ ab.

…sind simple Beitragslikes ohne ein paar Worte völlig bedeutungslos für mich.

…finde ich außerdem doof, dass man mit diesem Reader nicht mal auf die Blogs klicken muss, um die Einträge zu liken lesen.

…ist ein Wunder geschehen und wir haben einen Kita-Platz ergattert – ohne Klinkenputzen!

…betreibe ich exzessives „Voice Messaging“ mit einigen Freundinnen und liebe es!

…müssen meine mütterlichen Augen plötzlich bei „Sex and the City“ ganz oft rollen.

(Solche Einträge hat mein lieber Blogfreund GeraldS, der leider nicht mehr lebt, gerne geschrieben. Ich mache das jetzt einfach mal nach, nach so langer Zeit. Ich glaube nicht, dass er was dagegen hätte.)

Abriss: Ostertage / Heimatwoche

Blogmäßig war ich die letzten Tage ja ordentlich ausgeknockt. Freunde und Familie dürfen nicht zu kurz kommen, wenn ich in der Heimat bin. Also kommen andere Hobbys zu kurz, damit kann ich leben. Auch wenn ich in unserem schönen Gemeinschaftsblog der Ex-Blog.de-Blogger so viel verpasst habe. Da ist ganz schön was los zur Zeit (guckt ruhig mal rein), und ich kriege alles gerade nur am Rande mit. Doch erst einmal möchte ich meinen eigenen kleinen, geliebten Blog auf den neuesten Stand bringen, wenn auch nur mit einem kurzen und prägnanten Abriss. ;)

Zeit zu zweit: Restaurantbesuch zum Abendessen mit MTM; ruhige Nächte durch Zimmertausch mit meiner Mutti.
Familienoverkill: Karfreitagskaffee; Karfreitagsfeuer im Garten; Grillen am Samstag; Ostersonntagsbrunch bis nachmittags.
Party: Erster Besuch der heimatlichen Provinzdisse seit 2,5 Jahren (schräg).
Küchenfreuden: Täglich gemeinsam frühstücken und mittagessen mit Mutti, MTM und MTE; Muttis überraschende Kochkünste genießen (Spargel mit Schnitzel, Sauerbraten und DDR-Kindergartennudeln – ein Traum!); selbst die Familie verköstigen und gelobt werden.
Zeit für Freunde: Sechsstündiges Frühstück mit der Hühnergruppe; Samstagsfeuer bei einer Freundin; Familientreffen mit einer anderen Freundin; mit Letzterer noch ein Ewig-nicht-gesehen-Abend zu zweit von 18 bis 3 Uhr nachts (Sie redet wie ein Maschinengewehr und ich bin auch nicht ohne. :D).
Schönes mit Kind: Total spaßiges Radfahren mit Kind vorne im Sitz; Schaukel und Sandkasten ausprobieren; ständig Spielbesuch bekommen; mit Matschsachen den Garten unsicher machen; eeendlich Laufenlernen (sooo süß!).
Es ist nicht immer alles blumig: Lange Autofahrten mit dem Kleinen sind auch nicht mehr das was sie mal waren; mehrmals in den Regen/Hagel gekommen; Feiertagsstress ohne Familienfoto aber mit Tränen; Trotz- und Wutphasen des Kindes vom Feinsten; „aggressive Grundstimmung“ (O-Ton MTM) auch bei den zwei weiblichen Erwachsenen im Haus vertreten; Papa fehlt nun fast schon ein Jahr.

Die sieben Heimattage vergingen wie im Flug, wie immer. Ich freue mich, trotz des letzten Punktes, auf die nächste gemeinsame Zeit mit meiner kleinen Familie und meiner Mutti, dann sogar an der wundervollen Ostsee. Man kann immer etwas besser machen und was man nicht ändern kann, muss man eben akzeptieren. ♥

Freundinnen und Mütter

Das ist es eigentlich, was mir hier in Stuttgart so doll fehlt. Mütter, die gleichzeitig Freundinnen UND die auch noch in Elternzeit mit mir sind. ;) Ich finde allerdings, dass es ja so schon schwer genug ist, neue, richtige Freundschaften aufzubauen, die den „alten“, jahrelang gepflegten, ebenbürtig sind. Und dann noch unter Müttern Freundinnen auszumachen, die nicht auch irgendwie Feindinnen sind, das ist schon schwer. Deshalb genieße ich es so, in meiner Heimat zu sein und mit meinen guten Freundinnen ungezwungen und ohne Dogmatismus über diese ganzen Muttithemen zu quatschen und natürlich über all das andere Zeug, was uns verbindet. Denn das ist doch auch wichtig, dass man auch andere Themen zusammen hat, oder? Auch das ist schwer, wenn man sich quasi nur aufgrund der Existenz des Nachwuchses kennengelernt hat.

Nachdem die ganze Karnevalsfeierei abgehakt war, blieb ich noch ein paar Tage in meiner Heimat, um dringend notwendige Treffen mit stark vermissten Freundinnen abzuhalten. Neben einem wirklich lustigen Abend beim Griechen mit unserer „Hühnergruppe“ waren da aber auch Einzeldates (hehe, das Wort hab ich vom Bachelor, die einzige Trash-Sendung die ich wirklich leidenschaftlich gerne gucke), die unheimlich wichtig waren. Da wäre einmal der Tag mit meiner Cousine/Freundin und Taufpatin meines Kindes, die uns aus Berlin mit ihrem Baby einen Besuch abstattete. Es ist eigentlich immer das Gleiche: Wir hetzen durch alle möglichen Themen, kommen vom einen zum anderen, plappern ohne Ende und zack, ist die Zeit um. Aber wir haben sie gut genutzt, vor allem als die Kleinen in ihren Wägen bei totalem Regenwetter auf der Terrasse gepennt haben für sagenhafte 2 Stunden. :D

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Das nächste wirklich wichtige Treffen fand am Tag danach statt, und zwar mit meiner besten Freundin, ebenfalls gerade in Elternzeit. Wir verabredeten uns zum Frühstück in einem Café mit riesiger Spieleecke. Der Plan war, dann zum Mittagsschlaf der Kleinen mit den Wägen spazieren zu gehen. Aufgegangen ist er nicht, denn wir saßen von 9 bis 15 Uhr an unserem Tisch, frühstückten, tranken Sekt, aßen Eis. Die Kinder spielten oder aßen mit und pennten dann auch dort im Café in ihren Karossen. Und auch hier war es wieder wie immer: Labern, labern, labern, rasende Zeit und das Gefühl, noch ewig weiter quatschen zu können.

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Es waren zwei perfekte Freundinnentage in Elternzeit und solange ich in dieser noch bin, werde ich sie so gut es geht ausnutzen. Auf diese Art und Weise, heeme, bei meiner Familie und meinen Homies. :)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei :(

Seit Aschermittwoch 2015 hatte ich nichts mehr mit Karneval am Hut. Ich wurde schwanger, bekam mein Kind und wurde so langsam wieder karnevalsgeil. In meiner brandenburgischen Heimat gibt es schon im November Karnevalsveranstaltungen, auf die ich aber noch schweren Herzens verzichtete – einfach weil es zeitlich nicht passte, die Strecke von 560km auf mich zu nehmen. Jetzt im Februar passte es perfekt. Ich ließ mal wieder meinen Mann zu Hause und reiste allein mit Kind heute vor einer Woche hier bei Mutti an. Weiberfastnacht ist hier nicht, diesen Tag nutzte ich noch wenig karnevalistisch, um mit einer Freundin mittags essen zu gehen und dann für Muttis Geburtstag einzukaufen. Diesen feierten wir dann am Freitag, auch noch sehr unkarnevalistisch. Aber dann ging es am Samstag los. Tagsüber führte ich meinen Sohn in die närrische Welt ein, indem ich mit ihm einen der traditionellen, kleinen Karnevalsumzüge in einem Dorf in der Nähe besuchte. Sein Vater ist ein großer Karnevalsmuffel und sowas lasse ich beim Kleinen gar nicht erst einreißen. Wenn er dann irgendwann auch mal die ganzen Kamelle futtern darf, ist er garantiert richtig angefixt. (Alter Falter, was man mit Kind im Arm bei so’nem Dorfumzug abstaubt, ist echt nicht zu verachten.) Am Abend dann machte ich mich mit meiner langjährigen Karnevalsfreundin endlich mal wieder auf zu „unserem“ Karnevalsverein, dessen Veranstaltungen wir schon besuchen, seit wir 16 sind. Es ist wie es ist, wir sind älter und das Publikum jünger, wir kennen die Songs der Jugend nicht mehr („Stoff und Schnaps“? Hä?), wir sind vernünftiger geworden. Auch wenn ich dieses Jahr die Treppe runtergeklatscht bin und mir übelst die Hämatome zugezogen habe, war ich nicht ansatzweise so raus wie in den vielen Jahren vorher. Wir haben schön Radler getrunken und die Veranstaltung klaren Kopfes noch vorm Ende verlassen. Wir Muttis, ey. ;) Es war trotzdem schön und wir werden weiterhin dorthin gehen, aber dann wohl eher zu der Veranstaltung freitags, bei der der Altersdurchschnitt gewöhnlich höher als 22 ist.
Nun gut, der Sonntag blieb ruhig, aber am Abend durfte die Karnevalsgala aus der Heimat im Fernsehen nicht fehlen. Und dann kam der Rosenmontag. Meine Freundin und ich gingen fremd, weil „unser“ Verein an diesem Tag keine normale Party mehr feiert, sondern nur noch den Seniorenkarneval. Nix für uns, trotz Radler und Unkenntnis der jugendlichen Musik. ;)  Also ab zum anderen Verein, wo wir einen wirklich schönen Freundinnenabend hatten – auch wenn uns dort das Publikum und die zugehörige Musikauswahl wiederum zu alt war. So’n Mittelding sind wir offenbar, schwierig mit Mitte 30, ich sag’s euch. Wieder ohne Kopfschmerzen startete ich in den Veilchendienstag. Bisschen müde war ich, aber pünktlich zum Kinderkarneval war ich fit. Mit meinem Kleinen den Trubel dort zu erleben, fand ich richtig schön. Er hat auch gut mitgemacht, ich glaube er ist auf einem guten Weg zum Karnevalismus. :D

Und heute ist nun alles wieder vorbei. Ich fand diese Saison schön, habe viel vom heimatlichen Karneval mitgenommen und freue mich schon auf die nächste 5. Jahreszeit. Aber jetzt kommt erstmal die Fastenzeit. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei – ich faste nüscht.

Urbaner Jahresabschluss

Berlin – Hamburg – Berlin

Nach den sehr familiären und recht ruhigen Weihnachtsfeiertagen ging es Schlag auf Schlag wieder los. Ich hab ja keine richtige Ruhe, wenn ich in meiner Heimat bin. Ich bin immer ganz schön verplant, weil ich einfach nicht anders kann. Zur Ruhe komme ich eher in Stuttgart, aber hier will ich jeden sehen, der mir wichtig ist, und ich will natürlich auch ein paar Sachen machen, die man ohne Babysitter nicht machen kann.
Am 27.12. verschlug es meine Mutti, meine Tante, meine zwei Cousinchen und mich nach Berlin. Ja, hier vom Brandenburger Land aus geht’s ratz fatz in die Großstadt, muss man nicht drauf verzichten. ;) Wir besuchten zunächst den kleinen neuen Erdenbürger, der an meinem Geburtstag zur Welt kam. Und dann ging es schon weiter, mit richtiger Kultur! Wir besuchten die „Märchenhütte“ in Berlin-Mitte. Man stelle sich mitten in der Großstadt eine urige Holzhütte vor, in der Märchen von Theaterschauspielern modern interpretiert aufgeführt werden. Das war schon was Besonderes, und unsere „Prinzessinnengruppe“ (ein Name, der aus WhatsApp entstand) war mal einheitlich unterwegs auf Weibertour, das fand ich schön.
Den 29.12. verbrachte ich dann ohne Anhang in Hamburg. Richtig, vom Brandenburger Land aus ist diese Großstadt nun nicht sooo schnell zu erreichen, aber immerhin schneller als von Stuttgart aus. Und ich hatte ja meinen Mann und meine Mutti, in deren liebevollen Händen ich mein Kind wusste. So konnte ich frühmorgens im Dunkeln ins Auto steigen, die Musik laut aufdrehen und losdüsen. In 4 Stunden war ich bei meiner Freundin und ihrer kleinen Tochter, die ebenfalls erst kürzlich zur Welt kam. Wir hatten quasi einen Mädelstag, der uns allen sowas von gut tat! Doch wie immer verging die Zeit viel zu schnell; um 20 Uhr fuhr ich wieder zurück zu meinen Lieben.
Schließlich war heute schon das nächste Abenteuer angesagt: Diesmal fuhr ich mit meiner kleinen Familie nochmals nach Berlin, denn mein kleiner Geburtstagszwilling ist schließlich auch der Großgroßcousin meines Sohnes (der Einfachheit halber haben meine Großcousine und ich entschieden, dass die beiden für uns Cousins sind, so wie wir uns immer schon als Cousinen bezeichnen)! Erstmalig trafen wir also alle als Mütter/Väter/Cousins aufeinander und hatten natürlich einen schönen Tag zusammen. Ich bin ganz selig, weil ich das Würmchen friedlich schlafend im Arm hielt und mich so sehr zurückversetzt fühlte zum letzten Januar. Gleichwohl ich nicht glauben kann, dass mein Sohn echt auch mal so winzig war.

Endjahresstimmung

Nun ist morgen schon der letzte Tag des Jahres. Ich kann’s irgendwie nicht fassen. Das Jahr bezeichnen viele Menschen in den sozialen Netzwerken als Katastrophe. Menschlich gesehen ist das sicherlich so, aber diese ganze Scheiße in der Welt passiert doch nicht nach Jahren, die passiert SEIT Jahren. Und wenn mir jetzt einer kommt mit den ganzen berühmten Persönlichkeiten, die in diesem Jahr starben, dann kann ich mir gerade noch folgendes abverlangen: ‚Ja. Krass, so geballt.‘ Aber deshalb ist dieses Jahr gewiss kein beschissenes für mich, die ich weder Mutter noch Kind noch Freundin von einem der Verstorbenen war. Ich bin Kind eines in diesem Jahr Verstorbenen und das ist eine tiefe Trauer, die ich doch für keine mir fremde Person empfinden kann, nur weil sie berühmt ist. Und auch wenn ich im Jahr 2016 meinen Papa verloren habe und mir dieser Verlust mein Herz zerrissen hat, so kann ich dem Jahr doch trotzdem nicht die Schuld geben?! Eine Beschwerde über dieses Jahr kommt mir schon gar nicht über die Lippen, hat es mir doch nicht nur einen Menschen genommen, sondern auch Menschen geschenkt?! Mein Sohn ist geboren. Und der Sohn meiner Cousine ist geboren. Und die Tochter meiner Freundin ist geboren. Wir hatten schöne Erlebnisse und Zeiten mit Famlie und Freunden. Wir haben unser Kind wachsen und gedeihen sehen. Wir haben so viel geweint aber auch so viel gelacht. Wir haben uns!

Zu guter Letzt: Eine Tradition hier in meinem Blog ist es, meine Jahresleseliste zu präsentieren. Wenn man sich die letzten Jahre so anschaut (2015, 2014, 2013, 2012, 2011) und mit dem heutigen Bücherlistenfoto vergleicht, ist die große Veränderung in meinem Leben ganz deutlich zu erkennen. Ein Kind verändert einfach alles, nicht nur Bücherlisten. :) (Häkchen bei „Honigtot“ bitte denken, das Buch habe ich noch geschafft dank des Heimataufenthalts und vieler Vollbäder.)

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Ich wünsche euch, lieben Lesern und Blogfreunden, einen schönen Jahresausklang, ganz wie ihr ihn euch vorstellt. Rutscht gut rein und macht das Beste aus 2017, das Leben ist zu kurz um zu hadern und zu grummeln und für Pessimismus erst recht.

Das Geburtstagswunder

Ich hatte einen wirklich schönen Tag in meiner Heimat. MTM und ich standen früh auf, machten uns fertig, weckten unser Kind und seine Omi und dann ging es eigentlich auch schon los mit dem „Stress“. Wir hatten zu tun mit den Vorbereitungen, Stullen schmieren, Terrasse fertigmachen und so. Ich erwartete nämlich um 11 Uhr meine Gäste zum winterlichen Grill-Brunch im Garten.

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Es war einfach ein toller, sonniger Wintertag mit meinen Freunden und meiner Familie und vergleichsweise vielen Kindern, das gab’s zu meiner Geburtstagsfeier ehrlich gesagt noch nie. Aber so ändern sich die Zeiten, ein Brunch war für uns als Eltern eines Babys ja nun auch besser statt die fette Party abends und nachts wie früher. Und wir alle, Muttis, Vatis und Kids hatten eine Menge Spaß. :) Zeit zum Traurigsein war eigentlich gar nicht und das war auch der Plan, deshalb hatte ich mich dazu entschieden, auch diesen ersten Geburtstag ohne Papa zu feiern. Erst zu später Stunde, als ich endlich dazu kam, meinen Geburtstagstisch anzuschauen und die Geschenke auszupacken, wurde es emotional. Auch dafür muss Raum sein.

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Nun aber zu dem allerschönsten Geschenk, das mir meine Großcousine bescherte: Unser ganz eigenes Familienwunder! Stellt euch mal vor:
Sie und mich verbindet ein familiär-freundschaftliches Band. Wir sind nicht voneinander wegzudenken, auch wenn wir schwierige Zeiten hatten, die unseren Gegensätzlichkeiten geschuldet sind. Wir haben uns auch nach einem ganz schön dollen Krach und monatelanger Funkstille wieder zusammengerauft und uns geschworen: Wenn es nochmal zu so einer Fehde kommt, dann lassen wir’s. Und es kam nie wieder dazu. Wir sind erwachsen geworden. :) Jedenfalls ist es so, wir sind beide im gleichen Jahr geboren, sie am 7.1.82 und ich am 3.12.82. Nun kam es, dass mein erstes und bisher einziges Kind ausgerechnet an ihrem Geburtstag zur Welt kam, am 7.1.16. Das empfanden wir schon als krassen Zufall, die Freude war groß, sie als wurde die Taufpatin meines Sohnes, alles prima. Dann wurde sie schwanger mit ihrem ersten Kind und der Geburtstermin sollte der 20.12.16 sein. Das fanden wir nun auch ziemlich witzig, so ein Zufall, beide Kinder wie wir im gleichen Jahr, auch noch im Januar und Dezember und im Übrigen auch noch beides Jungs. Wir blödelten schon rum, dass ihr Kind nun auch an meinem Geburtstag kommen sollte, das wäre eine Sensation! Geglaubt hat aber keiner wirklich dran. Und sicherlich ahnt ihr nun schon, worauf es hinausläuft: Vorgestern schrieb sie mir noch, dass sie zu meinem Geburtstagsbrunch kommt. Gestern Morgen platzte aber ihre Fruchtblase und gestern Nacht, noch am 3.12.16, war ihr Sohn geboren. Hallo?! Das ist doch nicht normal, oder? Das ist eine kleine Sensation! Mein Geburtstagswunder. ♥

Geben und Nehmen

Schon vor einigen Monaten saßen meine Freundin (Mutti seit Juni 15) und ich (Mutti seit Januar 16) zusammen und träumten davon, mal EINEN Tag nur auf der Couch liegen zu können und Gilmore Girls zu gucken, wie früher, als wir noch keine Verantwortung hatten. Mittlerweile ist es bei mir so, dass ich mir am Tag eine Folge gönne, aber das geht auch nur wenn das Kind mitmacht. Naja, jedenfalls kam dann plötzlich diese Nachricht, dass es wirklich, nach neun Jahren, neue Folgen dieser Serie geben soll. Und so kam es: Vier neue Folgen auf einmal, aber nur auf Netflix. Die Entscheidung war schnell gefallen: Netflix-Probeabo geholt, Freundin eingeladen und Männer mit Kindern ausquartiert.

Die Männer haben bereitwillig mitgemacht, was wir beide echt toll von ihnen finden. Um 10:00 Uhr heut klatschten sich MTM und MTE mit meiner Freundin ab, die beiden gingen zum Babyschwimmen und dann zu den anderen beiden frauenlosen Männern. Die vier Jungs machten sich einen netten Tag auf Spielplätzen usw.; wir zwei Mädels schenkten direkt den Sekt ein und legten los. Wir waren sooo aufgeregt! Wir lagen da wie die Penner in Spielklamotten und ungeschminkt auf der Couch, aßen Chips und Pizza, tranken Sekt, heulten hier und da mal beim Gucken… Ein Traum. Jede Folge war so lang, dass wir leider nur drei davon schafften. Um 17:30 Uhr war unser traumhafter Weibertag schon wieder vorbei und die Rollen wurden getauscht: Wir übernahmen den Kinderdienst und die Männer sind nun zusammen unterwegs in der Stadt und machen Party. So muss es doch sein, oder nicht? Ein Geben und Nehmen, damit alle in der Familie zufrieden sind und bleiben. ♥

So, ich muss. Das Kind pennt endlich und Folge 4 wartet…

Work Work Work Work Work

(Ich liebe diesen Song!)

Am Donnerstag waren mein Söhnchen und ich mal wieder bei mir auf Arbeit zu Besuch. Ich hatte mich damals, als ich noch kein Kind erwartete, immer gefragt was diverse Kolleginnen in Elternzeit eigentlich ständig angeschissen kommen müssen mit ihren Blagen. Ja, exakt das waren meine Gedanken. ;) Ich bin noch nie besonders auf Babys und Kleinkinder abgefahren und hatte meistens besseres zu tun, als mich um den Babybesuch zu scharren und „guzi guzi“ zu machen. Des Weiteren fragte ich mich immer, ob die Frauen denn kein Zuhause hätten. ;) Tja, und nun hab ich selber so einen kleinen Scheißer, auf den ich natürlich unendlich abfahre. Und ich HABE natürlich ein Zuhause, aber ich mache echt gerne solche tagesfüllenden Ausflüge mit dem Kleinen, um uns beide gut zu beschäftigen. Und ich finde es schön, wie sich meine Kollegen um uns scharren, wenngleich ich immer noch absolutes Verständnis dafür habe, wenn das jemand nicht macht. Ich bin heute selber immer noch niemand, der auf andere Kinder wie verrückt abgeht, auch wenn ich ein eigenes habe. Wie dem auch sei, wir waren mal wieder dort wo ich 5 Jahre arbeitete, bevor ich vor nunmehr einem (!) Jahr meinen letzten Arbeitstag vor dem Mutterschutz hatte. Es war wie immer sehr kurzweilig und sehr schön. Ich habe wie immer Essen mitbestellt und konnte in Ruhe speisen, während mein Kind rumgereicht und rumgeschleppt wurde. Herrlich, dass er das alles so mitmacht. Er zeigt sich in der Öffentlichkeit wirklich oft von seiner besten Seite, das ist viel wert. Am selben Abend ging es dann auch irgendwie arbeitsmäßig weiter mit zwei Ex-Kollegen, die selbst nicht mehr dort arbeiten: Wir gingen traditionell Cocktails trinken. Die Themen waren erfreulicherweise weit gefächert und drehten sich überhaupt nicht um den alten Job. Es waren wunderbare Stunden mit intimen Gesprächen und extrem guten Cocktails. Wer mal in der Gegend ist, muss die mal kosten! Wegen des Feinstaubalarms habe ich ordentlich Kohle beim Bahnfahren gespart und bin auch keinem Horrorclown begegnet, es war also ein durch und durch erfolgreicher Tag! ;)

Es folgte der Freitag, der wieder im Zeichen der alten Arbeit stand. Ich empfing meine Kollegin und inzwischen Freundin bei mir zu Hause. Sie beschäftigte sich mit dem Kleinen und mir, bis ihr Freund und mein Mann eintrudelten. Sowas ist einfach eine echt gelungene Abwechslung, vor allem wenn man meinen vorigen „Umgewöhnungseintrag“ betrachtet. Schön, dass ich hier auch so jemanden habe, der gerne mein Kind bespaßt und auch gerne Zeit mit mir verbringt. So, jedenfalls endete der Abend mit Pizza und einer Whiskey-Rum-Verkostung unter den Männern, während das Kind friedlich und ohne zu murren nebenan schlief. So muss es laufen. Ich sage ja, wenn es drauf ankommt, zeigt er sich von der besten Seite. Als er dann ab 4:17 Uhr wach war, war der Besuch ja auch weg! ;)

Wie kriege ich jetzt die Kurve zu heute? Hm. Mit dem alten Job hatte der heutige Tag nichts zu tun, aber mit Arbeit schon irgendwie im weitesten Sinne. Nach dem Babyschwimmen waren wir nämlich bei IKEA. Zum Samstag. Und sowas Beklopptes macht man nur, wenn man (in diesem Falle mein Mann) wegen der Arbeit nicht zu weniger hochfrequentierten Zeiten dorthin gehen kann. Echt. Horrorclowns sind ein Scheiß gegen einen Samstag bei IKEA. Aber zum Glück betete mir MTM immer sein Mantra vor: „Chill dich! Wir haben alle Zeit der Welt!“ Trotzdem war ich so schnell wie noch nie durch da, ich hab es einfach kaum ausgehalten. Wegen des Weihnachtsgeschenks für MTE waren wir dort, das sah aber oll aus, deshalb haben wir stattdessen Bettwäsche für uns, Geschenkpapier, Servietten und Lätzchen gekauft. Immerhin: Keine Kerzen. Und wir haben es sogar geschafft, etwas zum Mittag (vor dem Einkauf) und zum Kaffee (danach) zu essen. Lange Platzsuche, laaaange Schlangen an der Essensausgabe, gereiztes Kind – wir haben es trotzdem durchgezogen. Und als wir dann gegen 18 Uhr nach 8 Stunden Außer-Haus-Seins wieder zu Hause ankamen, fühlten wir uns wie nach einem harten Arbeitstag. Zum „Feierabend“ belohnt sich MTM nun gemeinsam mit seinen Kumpels mit Bier in der Stadt und ich belohne mich mit Wein und dem Blog und einigen Folgen „New Girl“. Workworkworkworkwork… :D