Das Geburtstagswunder

Ich hatte einen wirklich schönen Tag in meiner Heimat. MTM und ich standen früh auf, machten uns fertig, weckten unser Kind und seine Omi und dann ging es eigentlich auch schon los mit dem „Stress“. Wir hatten zu tun mit den Vorbereitungen, Stullen schmieren, Terrasse fertigmachen und so. Ich erwartete nämlich um 11 Uhr meine Gäste zum winterlichen Grill-Brunch im Garten.

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Es war einfach ein toller, sonniger Wintertag mit meinen Freunden und meiner Familie und vergleichsweise vielen Kindern, das gab’s zu meiner Geburtstagsfeier ehrlich gesagt noch nie. Aber so ändern sich die Zeiten, ein Brunch war für uns als Eltern eines Babys ja nun auch besser statt die fette Party abends und nachts wie früher. Und wir alle, Muttis, Vatis und Kids hatten eine Menge Spaß. :) Zeit zum Traurigsein war eigentlich gar nicht und das war auch der Plan, deshalb hatte ich mich dazu entschieden, auch diesen ersten Geburtstag ohne Papa zu feiern. Erst zu später Stunde, als ich endlich dazu kam, meinen Geburtstagstisch anzuschauen und die Geschenke auszupacken, wurde es emotional. Auch dafür muss Raum sein.

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Nun aber zu dem allerschönsten Geschenk, das mir meine Großcousine bescherte: Unser ganz eigenes Familienwunder! Stellt euch mal vor:
Sie und mich verbindet ein familiär-freundschaftliches Band. Wir sind nicht voneinander wegzudenken, auch wenn wir schwierige Zeiten hatten, die unseren Gegensätzlichkeiten geschuldet sind. Wir haben uns auch nach einem ganz schön dollen Krach und monatelanger Funkstille wieder zusammengerauft und uns geschworen: Wenn es nochmal zu so einer Fehde kommt, dann lassen wir’s. Und es kam nie wieder dazu. Wir sind erwachsen geworden. :) Jedenfalls ist es so, wir sind beide im gleichen Jahr geboren, sie am 7.1.82 und ich am 3.12.82. Nun kam es, dass mein erstes und bisher einziges Kind ausgerechnet an ihrem Geburtstag zur Welt kam, am 7.1.16. Das empfanden wir schon als krassen Zufall, die Freude war groß, sie als wurde die Taufpatin meines Sohnes, alles prima. Dann wurde sie schwanger mit ihrem ersten Kind und der Geburtstermin sollte der 20.12.16 sein. Das fanden wir nun auch ziemlich witzig, so ein Zufall, beide Kinder wie wir im gleichen Jahr, auch noch im Januar und Dezember und im Übrigen auch noch beides Jungs. Wir blödelten schon rum, dass ihr Kind nun auch an meinem Geburtstag kommen sollte, das wäre eine Sensation! Geglaubt hat aber keiner wirklich dran. Und sicherlich ahnt ihr nun schon, worauf es hinausläuft: Vorgestern schrieb sie mir noch, dass sie zu meinem Geburtstagsbrunch kommt. Gestern Morgen platzte aber ihre Fruchtblase und gestern Nacht, noch am 3.12.16, war ihr Sohn geboren. Hallo?! Das ist doch nicht normal, oder? Das ist eine kleine Sensation! Mein Geburtstagswunder. ♥

Geben und Nehmen

Schon vor einigen Monaten saßen meine Freundin (Mutti seit Juni 15) und ich (Mutti seit Januar 16) zusammen und träumten davon, mal EINEN Tag nur auf der Couch liegen zu können und Gilmore Girls zu gucken, wie früher, als wir noch keine Verantwortung hatten. Mittlerweile ist es bei mir so, dass ich mir am Tag eine Folge gönne, aber das geht auch nur wenn das Kind mitmacht. Naja, jedenfalls kam dann plötzlich diese Nachricht, dass es wirklich, nach neun Jahren, neue Folgen dieser Serie geben soll. Und so kam es: Vier neue Folgen auf einmal, aber nur auf Netflix. Die Entscheidung war schnell gefallen: Netflix-Probeabo geholt, Freundin eingeladen und Männer mit Kindern ausquartiert.

Die Männer haben bereitwillig mitgemacht, was wir beide echt toll von ihnen finden. Um 10:00 Uhr heut klatschten sich MTM und MTE mit meiner Freundin ab, die beiden gingen zum Babyschwimmen und dann zu den anderen beiden frauenlosen Männern. Die vier Jungs machten sich einen netten Tag auf Spielplätzen usw.; wir zwei Mädels schenkten direkt den Sekt ein und legten los. Wir waren sooo aufgeregt! Wir lagen da wie die Penner in Spielklamotten und ungeschminkt auf der Couch, aßen Chips und Pizza, tranken Sekt, heulten hier und da mal beim Gucken… Ein Traum. Jede Folge war so lang, dass wir leider nur drei davon schafften. Um 17:30 Uhr war unser traumhafter Weibertag schon wieder vorbei und die Rollen wurden getauscht: Wir übernahmen den Kinderdienst und die Männer sind nun zusammen unterwegs in der Stadt und machen Party. So muss es doch sein, oder nicht? Ein Geben und Nehmen, damit alle in der Familie zufrieden sind und bleiben. ♥

So, ich muss. Das Kind pennt endlich und Folge 4 wartet…

Work Work Work Work Work

(Ich liebe diesen Song!)

Am Donnerstag waren mein Söhnchen und ich mal wieder bei mir auf Arbeit zu Besuch. Ich hatte mich damals, als ich noch kein Kind erwartete, immer gefragt was diverse Kolleginnen in Elternzeit eigentlich ständig angeschissen kommen müssen mit ihren Blagen. Ja, exakt das waren meine Gedanken. ;) Ich bin noch nie besonders auf Babys und Kleinkinder abgefahren und hatte meistens besseres zu tun, als mich um den Babybesuch zu scharren und „guzi guzi“ zu machen. Des Weiteren fragte ich mich immer, ob die Frauen denn kein Zuhause hätten. ;) Tja, und nun hab ich selber so einen kleinen Scheißer, auf den ich natürlich unendlich abfahre. Und ich HABE natürlich ein Zuhause, aber ich mache echt gerne solche tagesfüllenden Ausflüge mit dem Kleinen, um uns beide gut zu beschäftigen. Und ich finde es schön, wie sich meine Kollegen um uns scharren, wenngleich ich immer noch absolutes Verständnis dafür habe, wenn das jemand nicht macht. Ich bin heute selber immer noch niemand, der auf andere Kinder wie verrückt abgeht, auch wenn ich ein eigenes habe. Wie dem auch sei, wir waren mal wieder dort wo ich 5 Jahre arbeitete, bevor ich vor nunmehr einem (!) Jahr meinen letzten Arbeitstag vor dem Mutterschutz hatte. Es war wie immer sehr kurzweilig und sehr schön. Ich habe wie immer Essen mitbestellt und konnte in Ruhe speisen, während mein Kind rumgereicht und rumgeschleppt wurde. Herrlich, dass er das alles so mitmacht. Er zeigt sich in der Öffentlichkeit wirklich oft von seiner besten Seite, das ist viel wert. Am selben Abend ging es dann auch irgendwie arbeitsmäßig weiter mit zwei Ex-Kollegen, die selbst nicht mehr dort arbeiten: Wir gingen traditionell Cocktails trinken. Die Themen waren erfreulicherweise weit gefächert und drehten sich überhaupt nicht um den alten Job. Es waren wunderbare Stunden mit intimen Gesprächen und extrem guten Cocktails. Wer mal in der Gegend ist, muss die mal kosten! Wegen des Feinstaubalarms habe ich ordentlich Kohle beim Bahnfahren gespart und bin auch keinem Horrorclown begegnet, es war also ein durch und durch erfolgreicher Tag! ;)

Es folgte der Freitag, der wieder im Zeichen der alten Arbeit stand. Ich empfing meine Kollegin und inzwischen Freundin bei mir zu Hause. Sie beschäftigte sich mit dem Kleinen und mir, bis ihr Freund und mein Mann eintrudelten. Sowas ist einfach eine echt gelungene Abwechslung, vor allem wenn man meinen vorigen „Umgewöhnungseintrag“ betrachtet. Schön, dass ich hier auch so jemanden habe, der gerne mein Kind bespaßt und auch gerne Zeit mit mir verbringt. So, jedenfalls endete der Abend mit Pizza und einer Whiskey-Rum-Verkostung unter den Männern, während das Kind friedlich und ohne zu murren nebenan schlief. So muss es laufen. Ich sage ja, wenn es drauf ankommt, zeigt er sich von der besten Seite. Als er dann ab 4:17 Uhr wach war, war der Besuch ja auch weg! ;)

Wie kriege ich jetzt die Kurve zu heute? Hm. Mit dem alten Job hatte der heutige Tag nichts zu tun, aber mit Arbeit schon irgendwie im weitesten Sinne. Nach dem Babyschwimmen waren wir nämlich bei IKEA. Zum Samstag. Und sowas Beklopptes macht man nur, wenn man (in diesem Falle mein Mann) wegen der Arbeit nicht zu weniger hochfrequentierten Zeiten dorthin gehen kann. Echt. Horrorclowns sind ein Scheiß gegen einen Samstag bei IKEA. Aber zum Glück betete mir MTM immer sein Mantra vor: „Chill dich! Wir haben alle Zeit der Welt!“ Trotzdem war ich so schnell wie noch nie durch da, ich hab es einfach kaum ausgehalten. Wegen des Weihnachtsgeschenks für MTE waren wir dort, das sah aber oll aus, deshalb haben wir stattdessen Bettwäsche für uns, Geschenkpapier, Servietten und Lätzchen gekauft. Immerhin: Keine Kerzen. Und wir haben es sogar geschafft, etwas zum Mittag (vor dem Einkauf) und zum Kaffee (danach) zu essen. Lange Platzsuche, laaaange Schlangen an der Essensausgabe, gereiztes Kind – wir haben es trotzdem durchgezogen. Und als wir dann gegen 18 Uhr nach 8 Stunden Außer-Haus-Seins wieder zu Hause ankamen, fühlten wir uns wie nach einem harten Arbeitstag. Zum „Feierabend“ belohnt sich MTM nun gemeinsam mit seinen Kumpels mit Bier in der Stadt und ich belohne mich mit Wein und dem Blog und einigen Folgen „New Girl“. Workworkworkworkwork… :D

Pläne sind dazu da, verworfen zu werden!

…oder zumindest umgewurschtelt. Denn es gibt zwei wichtige Naturgewalten, die Pläne mir nichts, dir nichts durcheinanderwirbeln können: Das Wetter und das Kind.

Beim Freitagsfüller hörte sich alles noch sehr gut durchdacht an. Wir wollten Freitagabend chillen, samstags zum Babyschwimmen und sonntags in den Zoo. Das Einzige, was so ablief wie geplant, war der Freitagabend. Ich als liebende Ehefrau willigte ein, mit meinem Mann den allerersten „Star Wars“-Film zu schauen, obwohl ich eigentlich damit nichts am Hut habe. Ich hatte MTM im Dezember schon einmal meine Liebe auf diese Art bewiesen, als ich mit ihm bei Star Wars im Kino war. Nun wünscht er sich, dass das beim kommenden Teil wieder passiert und ist der Meinung, ich müsse aber vorher erst mal ALLE anderen Teile sehen, um das alles besser zu verstehen. Na gut, was tut man nicht alles. ;) Letztlich fand ich es sowohl im Dezember, als auch am Freitag gar nicht sooo doof.

Am Samstag wurde aus dem morgendlichen Babyschwimmen nichts, weil mein Kind es vorzog, das erste Mal überhaupt bis 8:15 Uhr durchzuschlafen! Quasi. Also, eigentlich war er 5:30 Uhr das erste Mal wach in seinem Bett, ich holte ihn dann zu uns ins Bett und plötzlich wachten wir alle so spät wieder auf. Um 8 oder 9 wollten wir beim Schwimmen sein, daraus wurde nun nichts. Stattdessen frühstückten wir ausgiebig zusammen, was auch total schön war, weil es so selten vorkommt. Und dann stellten wir fest, dass das Wetter nur noch JETZT ein bisschen gut sein würde und ab Samstagnachmittag dauerhaft kacke. Also fuhren wir in die Wilhelma, was eigentlich für Sonntag geplant war. Ich bin jetzt nicht so der Zoofreund, MTM fährt aber voll drauf ab und freut sich des Lebens, dass wir nun ein Kind und damit einen Grund haben, vermutlich auch noch eine Dauerkarte zu kaufen. ;) Eigentlich könnten die beiden ja auch alleine gehen, aber MTM wollte eine Familienunternehmung machen und die Entscheidung dazu war auch genau richtig. Wir hatten einen wunderschönen Tag im Zoo und haben das Wetter optimal ausgenutzt. Als die dicken Wolken kamen, war es später Nachmittag und wir waren bereit zum Aufbruch.

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Am Abend verzog ich mich in die Küche und frönte mal wieder dem Kochen. Mache ich gerne, aber hab ich kaum noch die Ruhe dazu. Umso mehr Spaß machte es mir, und ich probierte auch ein völlig neues Rezept, weil ich es irgendwie ätzend finde, dass man immer das Gleiche kauft und kocht. Der Toskanische Hähnchenauflauf war vorzüglich und passte super zum entspannten Abendprogramm: Star Wars, Teil 2. Jap. MTM hat mich gekriegt.

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Am Sonntag, der ja eigentlich für die Wilhelma reserviert war, machten wir nun nicht nichts, sondern einfach was anderes. Ursprünglich waren wir nämlich für den Zoo mit einem befreundeten Paar verabredet. Mit diesem gingen wir nun zum Chinesen unseres Vertrauens essen. Ich mag so Buffets nicht wirklich, aber im New Shanghai könnte ich mich wirklich reinlegen. Wir waren dort kurz vor der Geburt von MTE mehrmals hintereinander und unser erster Restaurantbesuch überhaupt mit Kind fand ebenfalls dort statt. Uns verbindet viel mit dem Schuppen. ;D Wir hatten nun auch wieder einen sehr leckeren und schönen Mittag und Nachmittag, MTE machte ganz gut mit und mit unseren Freunden ist es sowieso immer sehr nett. Und sie fahren dermaßen auf das Kind ab, das ist echt rührend. So lange kennen wir uns noch nicht, sie war eigentlich meine Kollegin, aber es passt einfach mit uns Fünfen. :)

Und Sonntagabend? Und im Übrigen auch gestern Abend? Klar, Star Wars. Teil 3 und Teil 4. Ich fürchte, ich bin angefixt. Und ich fürchte, heut geht’s weiter. ;D

„Deutschpoeten“, was für ein schönes Wort. :)

Seit Wochen schon hatte ich die Karte. Vor Monaten hätte ich mir das überhaupt nicht vorstellen können und jetzt tat ich es einfach, ohne mit der Wimper zu zucken: Zwei Tage Berlin, Freundinnenzeit, Festival, Party. Zwei Tage ohne Kind. Zwei Tage Kind bei Oma. Joa, es klappte alles wie erwartet hervorragend! :)

Ich reiste diesmal alleine mit MTE im Auto in meiner Heimat in Südbrandenburg an, schon am Donnerstag den 1. September. Berlin ist ja dann nicht mehr weit, was sehr praktisch ist: Die Omi hat viel Zeit mit dem Kleinen und die Mutti kann in Big Bad City „schwoofen“ gehen. Hat se auch gemacht, am Freitag düsten meine Freundin und ich los und saßen pünktlich 18:30 Uhr auf der Wiese im IFA Sommergarten. Dort fand das 2-tägige Festival „Fritz Deutschpoeten“ statt. Den Radiosender Fritz höre ich recht wehmütig gerne in Stuttgart übers Handy und letztes Jahr hörte ich auch bei den Deutschpoeten mit. Ist doch herrlich, die Idee, der Name dafür, und alles. Oder? Nur deutschsprachige Acts versüßten uns die nächsten 30 Stunden, und wie!

Am Freitagabend wartete ich nur auf Sido, weil Hip Hop und Rap eher meins sind – meine Freundin hingegen mochte eher so das gegenteilige Zeug, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Bei Sido rastete das Publikum aus und ich direkt (ein bisschen) mit, denn der ging echt ab wie Sau. Total geil! Der „Arschficksong“ zum Abschluss verstörte glaub ich meine Freundin komplett. :D

Die Nacht verbrachten wir dann zu zweit in der kleinen Single-Wohnung meiner kleinen Cousine, sie war nicht da und wir konnten komplett genießen, was wir da hatten: Zusammen im Bett pennen bis in die Puppen; keine Verantwortung; Frühstück, Sekt und Kippen in der Sonne über den Dächern Berlins; sich nochmal wie 20 fühlen. Gott, das war so scheiße herrlich, echt mal!

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Um 14 Uhr ging es weiter mit den Deutschpoeten, wir fanden nur noch einen Platz in der prallen Sonne und schwitzten vor uns hin, doch das war trotzdem nicht so schlimm, weil wir es einfach wieder genossen. Sitzen, trinken, rauchen, essen, quatschen, mithören und -singen – was wollten wir denn mehr? Nüscht!

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Als eeeendlich meine Favoriten des Tages zu später Stunde auf die Bühne kamen, sprang ich dann auch mal auf und tanzte und sang ausgelassen mit. Fettes Brot! Die sind nämlich auch abgegangen wie Sau und rissen alle mit sich!

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Wir wurden nach dem ganzen Spektakel abgeholt und schliefen noch in dieser Nacht wieder im beschaulichen Brandenburg in unseren Betten. Da fühlten wir uns auch überhaupt nicht mehr wie 20, da ging es dann nur noch um Regeneration. ;) Meine Mutti schlief bei meinem Kind und ich konnte die Nacht nochmal in Ruhe in ihrem Bett verbringen und richtig schön ausschlafen am Sonntagmorgen. Und so überstand ich das Ganze am Ende ziemlich erholt und aufgetankt und konnte dann wieder ganz MTEs Mutti sein. :)

Es ist Samstag!

In meiner Elternzeit machen Wochentage ja eigentlich nicht so viel aus, aber das Wochenende ist genauso geil wie damals, vor gefühlten Urzeiten, als ich noch arbeiten war. Denn am Wochenende steht MTM nicht um 5:15 Uhr auf, ist nicht den ganzen Tag fort, fehlt dem Kleinen nicht als Papa und mir nicht als Ehemann und Babysitter. Ich liebe das Wochenende! Ich bin jetzt nicht unbedingt ausgeruhter, denn jede nächtliche Regung vom Baby kriege weiterhin NUR ich mit und nie er, aber zufriedener bin ich irgendwie.

Nachdem ich gestern schon einen sehr erfolgreichen aber auch langen Tag als Vollblutmutter hatte (vormittags spazieren und einkaufen und dann von 13 bis 23 Uhr (!) Babybreie auf Vorrat kochen), viel zu spät im Bett war und auch nicht sonderlich gut schlief, ging es heute direkt so anstrengend weiter. Aber auch schön, denn viel selbstbestimmter als unter der Woche, wo das Baby einem schon auch mal einen Strich durch die Rechnung machen kann.

Heute Morgen wachte der Knirps erstmalig um 4:22 Uhr auf, zwei Mal Schnuller geben, gut war es wieder. Für ihn. Für mich nicht, ich war wach und bekam jede Regung von ihm mit und hoffte, er würde noch ein bisschen schlafen. Das tat er auch, bis 5:30 Uhr. Dann war er wach, nichts zu machen. Das erkannte ich daran, dass er einfach lachte. Im Stockdunkeln, worüber auch immer, er lachte einfach. Dann lag er auf dem Bauch und guckte herum. Schluss mit der Ruhe, aber auch so süß, denn es gibt ja auch andere Arten aufzuwachen, heulen zum Beispiel. Nach dem Morgenfläschchen ruhten wir noch zu dritt ganz in Familie im Ehebett, das Baby blieb wach aber ruhig, auch als MTM schonmal aufgestanden war und ich nochmal einnickte und sogar träumte. Aber dann, um 6:45 Uhr, hieß es: Aufstehen! Schnell Baby und mich fertig machen und dann schon losdüsen, um 8 Uhr hatten wir Babyschwimmen, was sowas von niedlich und toll ist, ich kann das echt nur empfehlen. Ich war diesmal nur schwitzende Dekoration am Beckenrand (mit Klamotten in einem tropisch heißen Hallenbad, ganz toll), um Videos und Fotos zu machen. Außerdem hatte ich noch was vor (nunmehr mit schwitzigen Haaren und bisschen verwischter Schminke, aber was soll’s).

Nach dem Schwimmen kümmerte sich MTM ganztags um unser Kind, er wischte zu Hause sogar noch Staub und saugte und wischte den Boden, ganz ohne Anweisung meinerseits. Ich muss gestehen, so fleißig bin ich selten, wenn ich „Babydienst“ habe. Ein guter Mann. ;) Ich jedenfalls frönte dem Stadtleben, war frühstücken, bummeln und bei der Kosmetik mit meiner Freundin, ging dann noch Lebensmittel einkaufen und kam um 16 Uhr ziemlich kaputt zu Hause an. Bei meinem fröhlichen, zuckersüßen Kind und meinem lieben, zuckersüßen Mann. Schön war das. Um das Abendessen und den Abendbrei kümmerte ich mich wieder, auch das Bettfertigmachen und Schlafenlegen übernahm ich natürlich, denn das macht MTM schon immer unter der Woche. Er ist nun unterwegs mit Kumpels in der Stadt und ich sitze hier, trinke Wein, blogge. Der Kleine pennt und ich bin eigentlich auch sowas von scheißmüde, aber ich geniiieeeße die kleine abendliche Freiheit so, Herrgott, ich finde wieder kein Ende. Irgendwann muss ich mal mit meinem Kind um 7 ins Bett gehen und richtig viel schlafen. Mach ich auch, ganz bestimmt. Kurz bevor ich vor Müdigkeit abklappe, mindestens. ;)

Vau ef Beheee!

Leute, ich hab endlich mal was anderes zu erzählen als von Babykram, Pärchenkram und Mutterdasein! ;D Zwar hat der Ursprung des Ganzen doch mit allen drei Themen zu tun, aber den reiße ich nur kurz an, weil wir, meine Freundin und ich, der Renner mit unserer Story waren an diesem Abend. Wir konnten nämlich Folgendes erzählen: Wir sind beide in Elternzeit und unsere Männer hatten sich überlegt, uns mal einen schönen Abend zu bereiten. Deshalb, jetzt kommt’s, haben sie uns Karten besorgt zum ersten Spiel des VfB Stuttgart in dieser Saison. Die Männer passten auf die Kinder auf und wir konnten zum allerersten Mal überhaupt die Mercedes-Benz-Arena besuchen. Und wir sind nicht mal Fans des VfB, meine Freundin steht auf den FCB und ich stehe auf nüscht, ich drücke nur, wenn ich dran denke, Stuttgart und Cottbus die Daumen und bin immer gegen Bayern. :D Aber die Idee fanden wir total süß, denn Interesse haben wir eigentlich schon lange daran, mal ins Stadion zu gehen, wenn es schon umme Ecke ist. Jedenfalls haben die Leute, die wir zu Hauf an diesem Abend kennenlernten (sehr kommunikativ so ein Fußballspiel), nicht schlecht gestaunt und fast alle sowas wie „Haha, verkehrte Welt, die Frauen gehen ins Stadion und die Männer machen Babydienst!“ gesagt. Tja, so sind sie, unsere Männer! Kann sich manch Einer durchaus mal’ne Scheibe abschneiden. Von den unhöflichen Pauli-Fans direkt am Zaun zum Beispiel, an dem wir dummerweise saßen, da es keine anderen Karten mehr gab:

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Selbstverständlich waren da nicht alle doof, und die haben für ihre 600 Mann (das Stadion war ausverkauft, 60000 Zuschauer!), die sie gerade mal waren, ganz schön Stimmung gemacht. Ich hab mir sagen lassen, dass die Stimmung in der Ultra-Kurve des VfB auch bombastisch war, ich hab aber leider nur die Pauli-Fans gehört (abgesehen von den Momenten in denen der VfB seine zwei Tore schoss). Jedenfalls waren da aber ein paar Exemplare direkt am Zaun, die hatten direkt mal Beißschienen dabei, haben ihre unansehnlichen Bierbäuche nackig gemacht, sind fast über den Zaun gestiegen und haben unschöne Dinge zu unserer Seite gerufen. Die waren wirklich wie so aggressive Tiere im Zoo. :D Sehr amüsant.

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Die Stuttgarter Fankurve und deren „Choreographien“ und deren Stimmung bekamen wir nur von weitem mit, aber schön anzusehen war es auf jeden Fall. Die Hoffnung war im ausverkauften Neckarstadion natürlich groß nach dem Abstieg in die zweite Bundesliga. Allzu einfach hat es der FC St. Pauli dem VfB echt nicht gemacht; zuerst kassierte der VfB ein Gegentor und wir waren schon echt angenervt, dass die Tiere hinterm Zaun jetzt auch noch’ne größere Fresse hatten. ;) Außerdem wollten wir uns natürlich über Tore freuen bei unserem ersten Stadionbesuch. Die Gelegenheit hatten wir, der Ausgleich folgte in der zweiten Halbzeit und kurz vor Schluss ging der VfB in Führung. Schön war das, ich war ganz schön heiser am Folgetag.

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Nach dem Spiel waren wir noch lange nicht bereit, nach Hause zu gehen, also gingen wir in die einzige Bar weit und breit. Dort ist nach den Spielen immer ordentlich was los und sogar Kevin Großkreuz schaute mal vorbei. Wir sind ja jetzt nicht so die Autogrammjäger und genossen lieber unsere Getränke und schauten dem Spektakel zu. Erst um 1 Uhr war ich zu Hause und der Folgetag wurde, wie eigentlich immer, wenn man es gar nicht gebrauchen kann, babymäßig extrem anstrengend. Aber darüber wollte ich heute nicht berichten, dies bleibt ein weitestgehend babyfreier Eintrag. :)

Das süße Sommerleben

IMG-20160710-WA0021Gestern hatten wir einen langen und perfekten Sommersonntag, und das sogar recht unerwartet. Also, dass das geplante Frühstück mit meiner Kollegin/Freundin und ihrem Freund schön werden würde, war mir schon klar. Aber dass der Tag so lang wird und vor allem unser Kind so prächtig mitmacht, das haben wir nicht erwartet.

Wir hatten einen Groupon-Deal an Land gezogen und trafen uns in einem hübschen Café um 10 Uhr zum vergünstigten Frühstück. Es war schon ganz schön warm, aber noch angenehm. Es war schön, einfach mal zum Sonntag schon aufgebrochen zu sein um diese Zeit. Das passiert nicht so häufig bei uns, wir waren ja schon vorm Elternsein bisschen faul und sind die Dinge – vor allem am Wochenende – gerne ruhig angegangen. Aber jetzt kommt ja noch ein Menschlein hinzu, das fertig sein muss. Und nicht nur das, die Wickeltasche packen mit allen möglichen Utensilien, inzwischen sogar noch mit Breichen und dem ganzen Drumherum, das gehört ja auch noch dazu. Jedenfalls mussten wir uns diesmal eben bisschen drehen und es war richtig schön, dann durch den noch frischen Morgen zu spazieren und im Café zu sitzen.

MTE war einfach prima, er hat wie immer unsere Freunde bezaubert, hat gar nicht gemeckert, obwohl er ganz schön geschwitzt hat (ich könnte da permanent nur meckern), hat zwischendrin einfach’ne ganze Weile im Kinderwagen gepennt, sein Mittagsbreichen hat er auch „priiiima“ gegessen… ;D Ich war begeistert. Auch von meiner Brei-Lösung, da ich immer noch die Gläschen verweigere und aber ein bisschen Bedenken hatte mit Seltgekochtem bei der Hitze. Aber hat alles gut geklappt, der Brei blieb kühl und wurde am Tisch kurz vorm Füttern aufgewärmt. Viel wichtiger war aber, dass die Zeit wie im Flug verging und wir vier Erwachsenen einfach total leckere, amüsante, schöne Stunden hatten.

Am frühen Nachmittag verließen wir erst das Café, aber nur um ein paar Schritte weiter in den Biergarten zu gehen, den wir schon immer mal besuchen wollten. So ließ es sich leben trotz der nunmehr ganz schön heftigen Hitze: Im Schatten mit einem kühlen Radler und weiterhin netter Gesellschaft. Und das Kind? Ja, hat weiter NICHT gemotzt, im Kinderwgen gespielt und erneut gepennt… Ein Traum. (Die Quittung dafür kam heute, er war wirklich unausstehlich, aber lassen wir das, ist unwichtig, heute lag nichts an.)

Erst um 16 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander. Ich freue mich schon auf den nächsten Groupon-Deal oder vielleicht einfach nur Cocktail-Abend bei uns oder so. Wir sind nämlich noch gar nicht so lange befreundet, wir Vier, aber es passt einfach total gut und ich glaube, das hat Zukunft mit uns. ;)

Jedenfalls sind MTM und ich noch mit dem Kleinen spaziert, haben ihm die Flasche im Park gegeben und seine Füßchen in einem Brunnen abgekühlt. Wir merkten, dass wir noch nicht fertig waren mit diesem Tag und außerdem inzwischen wieder Hunger hatten. Spontan düsten wir nach Esslingen zu einem Italiener, der uns empfohlen wurde, und aßen Pizza. Wir waren mutig, irgendwann könnte das Baby ja auch mal genug haben. Hatte es aber nicht. Wieder wurden wir überrascht, wieder spielte der Kleine ganz entspannt im Kinderwagen und ließ uns in Ruhe essen. Klar, wir haben ihn auch mal rausgeholt, damit er was sieht von der Welt. Das hat er auch dankbar angenommen, aber ohne (wie z.B. heute) zu motzen wenn er wieder liegen sollte. Hach, das war echt schön, ein richtig schöner, heißer, entspannter Sommersonntag. ♥

 

 

Ein kleiner Familienausflug

Wenn man auch mal größer in den Urlaub will, muss man sich ja mal bisschen vorbereiten, mit einem kleinen Ausflug in ein Urlaubsgebiet zum Beispiel. Ich wollte doch schon längst davon gebloggt haben, dass wir am 30. April recht spontan zu dritt an den Bodensee gefahren sind. Vieles war erstmal wichtiger, aber jetzt bin ich bereit, euch teilhaben zu lassen an diesem sonnigen, schönen Tag.

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Eigentlich hatten wir das Nützliche mit dem Schönen verbunden, denn wir hatten im Keller noch eine riesige Babykiste stehen von meiner langjährigen Blogfreundin Wunderbilly. Wir wollten Platz schaffen und fuhren einfach mal zu Billy, so konnten wir auch gleich endlich mal ihre beiden Söhne und ihr hübsches Haus begutachten. Es war ein kurzes Wiedersehen aber es war trotzdem schön und Billy und ich sind uns einig, dass wir irgendwann mal kindfrei machen müssen und dann stundenlang quatschen und Sekt trinken. Wie früher als wir noch unverheiratete und kinderlose Bloggerinnen waren, hach, das waren Zeiten. ;)

Nun gut, auf der Hand lag einfach ein Abstecher nach Überlingen an den Bodensee, wo ich mit Billy und auch MTM schon mehrmals war. Es ist aber auch zu schön dort und es war doch auch schon wieder lange her. MTE hatte keinen ganz so guten Tag, er hatte auf der Fahrt schon ab und zu gemotzt und nun im Kinderwagen erst recht. An Schlaf war nicht zu denken und somit auch nicht an ein entspanntes Spazieren mit dem Wagen. Sobald man stehenblieb ging das Gezerter los. ;) Trotzdem genossen wir es, an der Promenade entlang zu laufen, man gewöhnt sich eben auch dran, dass man nun nicht mehr nur allein unterwegs ist. Ausblick, Sonne und Bewegung taten so gut, es war ein richtiger Tapetenwechsel.

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Wir suchten uns einen netten Biergarten aus und wollten Bodenseefisch zum Mittag essen. MTE machte sich ganz gut, wir holten ihn aus dem Wagen und ließen ihn am Leben teilhaben. ;) Pünktlich als das Essen kam, packte es ihn jedoch und er brüllte aus unerfindlichen Gründen los wie am Spieß. Da kann man noch so locker eingestellt sein und sich sagen „Es ist ein Baby, das schreit halt auch mal!“, wenn aber plötzlich alle Augen auf einen gerichtet sind, wird man doch nervös. Ich hab den kleinen dann im Wagen umhergefahren (erfolglos), während MTM schnell sein Essen aß. Dann tat MTM das Gleiche und ich aß meinen kalten und grätigen Fisch. Tja, so ist es manchmal. Unser Sohn macht wirklich viele Dinge problemlos mit, aber manchmal ist eben auch bei ihm der Wurm drin. Muss man akzeptieren. Wir haben uns auch nicht entmutigen lassen und sind dann weiter und nochmal in ein Café eingekehrt, wo wir uns einen geilen Eisbecher gegönnt haben. Also, ich fand das sehr mutig von uns nach dem Drama kurz vorher. Und siehe da, alles war gut. MTE war wach aber wohlgelaunt und wir konnten uns das Eis schmecken lassen. Es war dann schon früher Abend und wir liefen noch ein bisschen umher, in der Hoffnung, das Kind so „einzuschläfern“, was uns nicht gelang.

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Im Auto motze der Kleine dann wieder und natürlich schlief er dann irgendwann ein. ich weiß gar nicht mehr, wie sich dann das Schlafenlegen und die Nacht zu Hause gestalteten, war wahrscheinlich nicht schlimm. Wir jedenfalls, MTM und ich, waren total happy über diesen schönen Tag, auch wenn er ab und zu anstrengend war. Aber man ist einfach zufriedener, wenn man was unternommen und erlebt hat, und nicht nur im Alltag festhängt, der mit Kind natürlich auch mit Einschränkungen verbunden ist. Dieser Tag am Bodensee hat uns mal wieder gezeigt, dass wir uns auch nicht vergessen und das alles schon ganz gut machen, für unsere Begriffe. ♥

Jener Tage…

…denke ich viel nach. Zum Beispiel über die Aussage, dass „2016 ein scheiß Jahr“ ist. Nun hat mir das Jahr 2016 einen meiner liebsten Menschen genommen. Und mir einen meiner liebsten Menschen geschenkt. Wie könnte ich dieses Jahr hassen? Ich kann nicht mal den Monat Mai 2016 hassen und auch nicht den 2. Tag im Mai 2016. Es ist, das kann ich mit Gewissheit sagen, der traurigste Tag in meinem bisherigen Leben, aber ich hatte mein Kind an meiner Seite, das mich über diesen Tag gerettet hat. Und über den Monat Mai retten wird. Und 2016 für immer zu einem guten Jahr machen wird. ♥

…bin ich natürlich in meiner Heimat. Es ist schön und schlimm zugleich. Mutti und ich halten zusammen, gehen schwere Wege nebeneinander, verbingen Zeit miteinander. Wir sind gerührt von der riesigen Anteilnahme. Wir vermissen Papa wie verrückt.

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…merke ich, wie wichtig Familie und Freunde sind, die sich um einen kümmern wollen, die einem einfach gut tun mit Kleinigkeien, die aufrichtig mit einem trauern.

…hatte ich meinen ersten Muttertag als Mutter. Und seit langem einen Muttertag zusammen mit meiner Mutter. Und wir beide empfanden Freude, trotz allem, über wunderschöne Blumensträuße, über uns, über unseren Kleinen.

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…sage ich es wieder einmal: Freud und Leid liegen so nah beieinander.