Mutter-Tochter-Enkel-Schwiegersohn

In der ganzen letzten Woche hatten wir sie, diese perfekte Kombi. Meine Mutti ist nun schon wieder fast eine Woche zu Hause, und wir vermissen sie immer noch ganz schön. Aber wir zehren auch von der Zeit mit ihr. Wir haben, während mein Mann arbeitete, viel zu dritt unternommen, aber auch erledigt. Wir konnten wirklich zufrieden sein. Ich bin sowieso sehr dankbar, wenn jemand sich erbarmt und meine Fenster putzt und meine Balkonkästen bepflanzt. Das ist Arbeit, die ich einfach nicht gerne mache, meine Mutti hingegen steht drauf. Und sie ist ja auch froh, wenn ihre vermaledeite Tochter, die sich nicht an dreckigen Scheiben und vertrockneten Balkonpflanzen stört, es wieder schön hat. :D

Mutti

Mein Mann und ich profitierten natürlich als Ehepaar auch sehr vom Besuch meiner Mutti. Ab Donnerstag schlief der Kleine drei Nächte im Kinderzimmer, wo auch seine Omi nächtigte. Sein Bett steht noch bei uns im Schlafzimmer, weil MTM und ich das beide noch so wollen. Wir fühlen uns so, zu dritt in einem Raum schlafend, einfach noch wohler. Dennoch war es natürlich auch mal schön, ihn für drei Nächte in guten Händen zu wissen und mal wieder alleine und vor allem tief und fest durchschlafen zu können. Aber meine Mutti hat uns nicht nur diese drei ruhigen Nächte beschert. Am Donnerstagabend konnten MTM und ich nämlich auch ENDLICH mal wieder zu zweit ausgehen. Wir suchten uns in der Innenstadt spontan ein kleines afrikanisches Restaurant aus und aßen und tranken ganz vorzüglich. Als wir um 8 zahlten, fiel uns schon beiden fast der Kopp auf den Tisch, so müde waren wir. Aber nix da – ich bestand auf ein paar Drinks in unserem Lieblingsschuppen! Dort schafften wir es gerade noch so, die Augen offen zu halten, tranken unseren London Mule / Cuba Libre fast schon ein bisschen gequält hinter, und traten den Heimweg an. Halb 11 waren wir zu Hause, um 11 lagen wir im Bett. So sieht’s aus, wenn Eltern eines Kleinkindes unter der Woche weggehen, weltklasse oder? ;)

Am Samstag haben wir dann, nach zwei ruhigen Nächten, besser durchgehalten. Wir waren auf der Hochzeit meiner Freundin/Kollegin, die ich so herbeigesehnt hatte. Fast ein ganzer Tag und eine ganze Nacht waren wir als Paar unterwegs, nicht als Eltern mit Kleinkind. Das war Luxus pur, und ich schäme mich auch nicht, das so zu sagen. Selbstverständlich ist alles in Familie total schön, aber an diesem Tag hätte ich mir keine Minute mit dem Kleinen vorstellen können. So eine Hochzeitsfeier ist für mich kein Kleinkindding, schon gar nicht wenn es keine weiteren Kinder bei der Feier gibt. Mit größeren Kindern ist das was anderes (wobei ich persönlich wahrscheinlich auch dann eher eine Babysitter-Lösung suchen würde), aber er ist eben erst 15 Monate. :) Und wir genossen das alles wirklich in vollen Zügen: Hübsch angezogen und zurechtgemacht, nette Leute, leckeres Essen, guter Wein, ungezwungenes Tanzen, und nach der Feier betrunken ins Hotelbett plumpsen. Ein Träumchen! :D

Am Sonntagmittag waren wir wieder alle vereint, aber dann wurde am Nachmittag unsere traumhafte Mutter-Tochter-Enkel-Schwiegersohn-Kombi auseinandergerissen. Aber Ostern sehen wir uns schon wieder, und wir alle freuen uns aufeinander! :)

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Der besondere Monat

Der Dezember hat für mich eine besondere Bedeutung. Er ist irgendwie mein Lieblingsmonat, was nicht nur an meinem Geburtstag liegt. Ja, ich mag meinen Geburtstag, ich mag Glückwünsche, ich mag das Zusammensein mit meiner Familie und meinen Freunden, ich mag liebevolle Geschenke. Aber das ist ja längst noch nicht alles, was den Dezember für mich ausmacht.

Ich liebe nämlich die Adventszeit sehr, die Lichter, die Deko, die Gemütlichkeit, die Plätzchen, die Musik, die Besinnlichkeit. Ich liebe kaltes, winterliches Wetter. Ich finde, die 12 ist eine ansehnliche, harmonische Zahl. Ich liebe Adventskalender. Ich liebe den Nikolaustag und Geschenke in den Schuhen meiner Lieben und natürlich auch in meinen. Ich finde Weihnachtsfeiern toll. Ich liebe die Weihnachtstage, das Essen, das Beisammensein, die Bescherung, die Freude. Das Einzige, worauf ich verzichten könnte, wäre Silvester, Silvester ist mir schnuppe.

Und weil ich den Dezember so gerne habe, habe ich natürlich auch im Dezember geheiratet, am 1.12.12. Das Datum war perfekt: Es war ein Samstag im Lieblingsmonat, ich konnte langärmelig heiraten, musste nicht schwitzen und war sogar noch unter 30. :D Der Tag selbst war wundervoll, arschkalt aber sonnig und trocken, emotional, freudig, schön. Gut, wir hatten beide Angina, aber verglichen mit einer Hochzeit bei 38 Grad ist das auch heute noch in meinen Augen das kleinere Übel. ;) (War natürlich total ärgerlich, aber was willste machen, außer das Beste draus?!)
Unsere Hochzeitsreise ging nach Island, ja, im Dezember, bei 4 Tageslichtstunden und klirrender Kälte. Aber den Adventsmonat und auch meinen Geburtstag unter Palmen konnte und kann ich mir einfach nicht vorstellen. Zum Glück habe ich MTM gefunden, der sowas mit mir mitmacht.

Aber zurück in die nähere Vergangenheit: Gestern hatten wir unseren 4. Hochzeitstag. Und den ersten mit MTE an unserer Seite. ♥ Er hat sich vorbildlich verhalten, eigentlich den ganzen Tag. Wir wurden von meinem Mann morgens um 7 mit einem Hochzeitstagsfrühstück überrascht; auf meinem Teller lag noch ein Duschgel mit der Aufschrift „Hallo Sonnenschein“, was ziemlich witzig ist, weil ich morgens alles bin aber garantiert kein Sonnenschein. ;D  Kurz nach 9 Uhr saßen wir dann im Auto und begaben uns auf die Reise in meine Heimat, die trotz recht langer Fahrt sehr entspannt war (braves Baby!). Den Abend durften wir dann zu zweit verbringen, da meine Mutti den Babydienst übernahm. Wir besuchten das neue Restaurant desjenigen Betreibers, der uns damals schon zur standesamtlichen Trauung (und zum 1. Hochzeitstag) verköstigte und speisten wirklich sehr sehr fein. Es war, trotz der langen Fahrt, ein schönes Jubiläum.

Dieser Dezember 2016 hat natürlich eine besondere Bedeutung. Es ist der erste Advent und es wird das erste Weihnachten sein, an dem mein Papa an unserer Seite fehlt. Das treibt mir oft die Tränen in die Augen und kommt immer mal wieder daher wie ein Schlag in die Magengrube. Wir vermissen ihn alle unheimlich. Und dennoch: Es ist auch der erste Advent und es wird das erste Weihnachten sein, an dem unser Kind an unserer Seite ist. Ich hab das schon oft gesagt: Freud und Leid liegen manchmal so nah beieinander. Ich liebe den Dezember weiterhin und ich beobachte gerade mit Freude, wie sich alles zugunsten dieses kleinen, süßen Hosenscheißers verändert. Die Schenkerei, Adventskalender, Weihnachtslieder, alles hat wieder die kindliche Bedeutung, die es auch für uns als Kinder hatte. Und auch wir werden wieder Kind, spielen mit Duplosteinen (ich hab die Eisenbahn auf dem Foto zusammengestellt und hatte SO eine Freude daran, schade dass es das zu DDR-Zeiten nicht gab ;D), öffnen selbst ganz gespannt die Adventskalender mit dem Kleinen und singen mit ihm.

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Oben links neben der hübschen, echt erzgebirgischen Spieluhr, der „Weihnachtsaussteuer“ für MTE von meiner Mutti, steht mein Adventskalender von meiner Mutti. Die Zeiten der selbst befüllten Söckchen sind vorbei, MTE ist der Mittelpunkt, aber ich bin damit einverstanden und zufrieden mit einem schönen Sprüchlein jeden Tag. Außerdem hat MTM dieses Jahr tatsächlich dran gedacht und mir den Adventskalender von IKEA besorgt. Er hat einen von Star Wars. Also, alle happy, alle irgendwie doch noch Kind. Ich liebe den Dezember. :)

3 Jahre, nicht zu fassen

Gestern hatten wir schon unseren dritten Hochzeitstag! Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich völlig krank, mit Angina, morgens mit Mutti zum Friseur gefahren bin, um geschminkt und gestylt zu werden und den Fascinator auf meinem Kopf zu platzieren. Nochmal vollgepumpt mit Medikamenten und Nasenspray ging es zur Tante von MTM, um das Kleid überzuwerfen. Und dann ging der Tag seinen Gang, gaaaanz schnell. Viel zu schnell. MTM hatte auch Angina, aber wir haben das Beste draus gemacht und hatten unsere ganz persönliche Traumhochzeit. Nach zwei Stunden Schlaf ging es heute vor drei Jahren dann direkt wieder los, Zug, Flughafen,Honeymoon in Reykjavik. Ein Traum. Ich würde das gerne nochmal erleben, von mir aus auch mit Angina.

Gestern habe ich meinen Mann mit einem selbstgefüllten Adventskalender zum Hochzeitstag überrascht. Ich bekam supertolle Pralinen (das stand „Diva“ drauf, weiß jetzt auch nicht so richtig wieso ;)) und eine Blaubeer-Lippenbutter, weil Blaubeeren mein Lieblingsobst sind. Er ar arbeiten, ich chillte herum. Am Abend gingen wir in den „Gänsebesen“ zum, wie sollte es anders sein, Gänseessen. Danach Couch, kuscheln Simpsons, alles wie immer. Es war ein unspektakulärer, verregneter und auch alltäglicher Tag, abgesehen von der Gänsekeule auf unseren Tellern. Aber für uns war er dennoch was besonderes. Es ist auch wichtig, den Alltag miteinander zu mögen und genießen zu können.

Und in Anbetracht dessen, dass wir unser erstes Kind erwarten, genießen wir gerade sowieso jede ruhige Minute mit den Simpsons auf der Couch. ;)

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Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Hach, seit 3 Tagen arbeite ich schon wieder, dabei habe ich die Urlaubswoche noch gar nicht richtig „verdaut“. Es ging wahnsinnig schnell und es war einiges los. Neben dem Polterabend und der Hochzeit meiner besten Freundin war der Ausflug in den Spreewald das schönste Urlaubserlebnis für mich. Das war ein richtiges Lustwandeln durch eine geliebte Gegend und das auch noch bei gutem Wetter, was ja nicht unbedingt bezeichnend für die letzte Woche war. Einfach scheen! :D

Trotz schlechter Prognosen hatte auch das Brautpaar mit dem Wetter dann tatsächlich Glück. Am Samstag fand also bei strahlendem Sonnenschein die Traumhochzeit statt. Ich war als Trauzeugin ganz schön gefordert, auch von mir selbst. Im Kopf hatte ich meine Liste, die ich nach und nach abhakte, jedes Mal wenn wieder ein Punkt „erledigt“ war. Es hat Spaß gemacht, vor allem weil alles gut geklappt hat und ich gelobt wurde. Aber es war auch wirklich anstrengend und die Anspannung fiel erst dann von mir ab, als kurz nach 12 der letzte Punkt erledigt war. Da setzte ich mich dann mit der Brautmutter an die Bar und trank mit ihr einen Schnaps. Feierabend! Die Party konnte dann auch für mich losgehen und das tat sie auch.

Inzwischen bin ich nun schon wieder mittendrin im Alltag und im Listenabarbeiten. Denn zwischen dem letzten und dem nächsten Urlaub liegen nur 2 Wochen, auf Arbeit habe ich deshalb einiges aufzuarbeiten und gleichzeitig für den nächsten Urlaub vorzubereiten. Macht nix, ich habe gerade einen ganz guten „Drive“, komme sehr früh aus dem Bett und bin recht fit tagsüber. Nicht gerade typisch für mich, vielleicht schlagen ja die Tabletten endlich an, die ich seit 5 Monaten nehme (Hormone, Schilddrüse, nix dramatisches). Ich habe jetzt sogar angefangen zu bügeln, was ich ehrlich gesagt zuletzt vor 3 Jahren gemacht habe, ich hasse bügeln nämlich.

Für den nächsten Urlaub muss ich noch ein paar Besorgungen machen und zwischendrin, an den Wochenenden, erwarten wir noch diverse Besucher, die bekocht und bespaßt werden wollen. Macht mir alles nix gerade, obwohl ich ja eigentlich so ein Mensch bin, der in regelmäßigen, kurzen Abständen Pausen und Zeit nur für sich und das Bloggen und das Lesen und so braucht.

Diese Hobbys bleiben gerade ein wenig auf der Strecke, aber immerhin renne ich nicht mehr zerknittert rum! ;)

Flitterende

Nun war sie also vorbei, unsere Flitterwoche. Die letzte Nacht war sehr kurz, wir wurden bereits morgens um 4:30 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Zu der Zeit war in der Stadt die HÖLLE los, es war ja eine Nacht vom Samstag zum Sonntag. Die Straßen waren voller junger und offensichtlich absolut schmerzfreier Menschen, denn die waren bei Minusgraden so leicht bekleidet (Sandaletten, Miniröcke, Shirts, keine Jacken…), dass ich schon vom bloßen Anblick fast erfroren wäre. Mit ziemlicher Sicherheit kann ich behaupten, dass ca. 99% dieser Leute irgendwas zwischen angetüdelt und stinkbesoffen waren. Grölend tanzten sie um diese Uhrzeit noch umher und verursachten einen Partylärm sondergleichen. Ich bedauerte in dem Moment, dass wir erstens schon wieder auf der Heimreise und zweitens zu krank zum Feiern waren. Beim nächsten Mal mach ich da mit, aber mit Jacke und geschlossenem Schuhwerk. ;)

Die Heimreise gestaltete sich wegen des „Schneechaos“ schwierig. Erst kreisten wir 30 Minuten über Frankfurt, weil die Landebahn erst einmal geräumt werden musste, dann verspätete sich unser Zug um knapp eine Stunde und wir saßen da in der Kälte rum. Aber wir kamen glimpflich davon, es wurden an dem Tag ja noch ganze Flüge und Zugfahrten gestrichen und was weiß ich noch alles.

Zu Hause angekommen erwartete uns eine weihnachtlich dekorierte und saubere Wohnung. Wofür wir im Hochzeitsstress keine Zeit hatten, hatten meine Eltern für uns nach dem ganzen Trubel noch erledigt, bevor auch sie wieder ihre Heimreise antraten. Das war sowas von lieb und für uns auch wirklich eine große Erleichterung.

Den Abend verbrachten wir damit, Geld zu zählen Hochzeits- und Geburtstagsgeschenke auszupacken. Es gab so viele schöne Ideen, liebe Worte, Großzügigkeiten, dass wir diese Freude beim Auspacken und Bestaunen bis in die halbe Nacht hinein zelebrierten.

Hafen der Ehe

Unsere letzte Urlaubswoche nutzten wir dann hauptsächlich zur Erholung und Genesung. Eigentlich ärgerlich, wenn man im Urlaub nicht die Bäume ausreißen kann, die man ausreißen möchte (den Partybaum zum Beispiel).

Flitterwoche :)

Kürzlich haben MTM und ich ja eine kleine Reise getätigt, aus Gründen. ;) Ich konnte diese Woche im hohen Norden noch gar nicht richtig gedanklich Revue passieren lassen, weil so viel anderes anlag, seit wir wieder zu Hause sind. Zum Beispiel hatten wir viele wunderschöne Geschenke zu begutachten und dann ist ja auch noch dieses Weihnachten bald, wo man auch etwas unter den Baum legen möchte. Nun habe ich es heute endlich geschafft, knapp 800 (!) Bilder zu sichten und zu sortieren. Das heißt, meine Urlaubsberichte hier im Blog können losgehen, worauf ich mich schon sehr freue. Es war bei meinem letzten Urlaub auf Kreta im Frühjar auch so, dass ich beim Schreiben der Urlaubseinträge noch einmal richtig eintauchen konnte in die Erinnerungen.

Unser Anreisetag war nun allerdings nicht so toll, was einfach daran lag, dass er eine echte Tortur war. Das hat nichts mit der Planung der Reise oder dem Ziel an sich zu tun, sondern mit den Umständen: Unsere „Hochzeitsnacht“ war kurz. Wir hatten zwei Stunden Schlaf, bevor wir um 7 Uhr wieder aufstehen mussten. Beide hatten wir Husten und Schnupfen wie verrückt, nun kam die Krankheit raus, die wir am Vortag erfolgreich mit Chemiekeulen unterdrückt hatten. Wir wurden von meinem Vater zum Bahnhof gebracht und fuhren zunächst eine Stunde mit dem ICE zum Flughafen Frankfurt. Dort mussten wir hier und da anstehen und warten, bis wir ins Flugzeug einsteigen konnten. Ich nahm Platz und schlief sofort ein. Mir war alles egal. Meine natürliche, aber nur leichte Angst vorm Fliegen war wie weggeblasen, ich war einfach in komatösem Zustand. Selbstverständlich hatte ich keinen tiefen, wohltuenden Schlaf, also fühlte ich mich auch nicht besser, als wir nach 3,5 Stunden landeten. Die Busfahrt zu unserem Hotel dauerte nochmals eine Stunde. Viel konnte man im nachmittags schon stockdunklen Island ♥ nicht sehen, aber eines erfreute mich sofort: Weihnachtslichter überall in den Fenstern! Schwibbogen, Lichterketten, Sterne, beleuchtete Tannen in Vorgärten! Genau so habe ich mir unser Traumreiseziel in der Adventszeit vorgestellt, perfekt! Denn unter Palmen liegen im Advent konnte ich mir noch nie vorstellen…

Wir kamen gegen 18 Uhr in unserem schicken Innenstadthotel in Reykjavik an und bezogen unser ebenfalls schickes, kleines, gemütliches Zimmer. Das Haus war sehr nordisch-kühl-modern gehalten, aber gar nicht ungemütlich! Unsere Aussicht war das einzige, was mich zunächst sehr störte, wir schauten nämlich in einen sehr unschönen Hinterhof. Jedoch war das eigentlich auch egal, da wir die 5 Tageslichtstunden des isländischen Dezembertages sowieso draußen und nicht auf dem Zimmer verbrachten.

Radisson Blu 1919

Neben unserem Hotel befand sich ein sehr berühmter Hotdog-Stand mit dem angeblich besten Hotdog Europas, den sogar schon Bill Clinton probiert und gelobt hat. Nun, wir gingen also noch mal kurz raus, zum Abendessen. ;) Es war durchaus lecker und so passend unkompliziert. Schnell waren wir wieder auf dem Zimmer, ich landete direkt in der großen Badewanne und dann auch schon im Bett. Unseren ersten ganzen Urlaubstag und meinen Ehrentag wollte ich schließlich ausgeschlafen antreten!

"Bis du heiratest, ist alles wieder gut."

Das hat meine Omi immer gesagt, wenn ich mir wehgetan habe. Dem Timing nach könnte, nein SOLLTE, dieser Spruch diesmal auch hinhauen. Ich komme nämlich gerade aus dem Krankenhaus…

Am Dienstagabend 18 Uhr ging es mir plötzlich so schlecht, dass MTM mit mir in die Notaufnahme fuhr. Nach mehreren Untersuchungen und dem Wechsel in ein anderes Krankenhaus lag ich dann 23:30 Uhr auf dem OP-Tisch und konnte es nicht fassen, was für eine unerwartete Wendung dieser Tag doch genommen hatte.

Dieses Arschloch von Blinddarm hatte sich entzündet und musste in dieser Notoperation entfernt werden. Das ganze wurde Gott sei Dank nicht mit einem Bauchschnitt gemacht wie früher üblich, sondern ich bekam eine Laparoskopie. Am gestrigen Morgen konnte ich schon wieder langsam mobilisiert werden und heute fielen die Blutuntersuchungen gut aus und auch sonst lief alles wieder wie es sollte ;), weshalb ich entlassen werden konnte. Ich habe da auch ein bisschen drauf gedrängt und mich sehr angestrengt, auch wenn das Krankenhaus inkl. Personal und auch Essen wirklich toll war. Mein Zimmer lag im 8. Stockwerk und es gab einen wahnsinnig schönen Ausblick, vor allem der Sonnenuntergang war toll.

Morgen muss ich zum Hausarzt um mich weiter krankschreiben zu lassen, vermutlich die ganze nächste Woche noch. Ich habe noch Schmerzen von der OP und bin eingeschränkt in meinen Bewegungen. Nun lieg ich hier auf der Couch und MTM umsorgt mich total lieb.

Wir können es beide irgendwie noch gar nicht richtig fassen, dass ich echt notoperiert wurde und nun auch schon wieder daheim bin und das alles so knapp vor der kritischen Hochphase der Hochzeitszeit passiert ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass das auch hätte 3 Wochen später passieren können. Denn heut in einem Monat heiraten MTM und ich! Und schon eine woche vorher gehts heftig los mit Polterabend und der Trauung beim Standesamt.

Zwischendrin muss ich wenigstens noch eine Woche auf Arbeit, um das Zeug abzuarbeiten, was während der Krankheit anfiel und meinen langen Jahresurlaub vorzubereiten, der am 22.11. losgeht. Aber jetzt erstmal gesund werden…

Mein Junggesellinnenabschied :)

Na, das war mal eine Überraschung! Ich bin ja seit Dienstag in der Heimat und hatte abends mit einer Freundin noch ein „kleines“ Stelldichein mit einigen Flaschen Sekt. Ich wusste ja nicht, was mich am Feiertag (Mittwoch, 3.10.12) erwarten würde und sie konnte mich ja auch schlecht nach Hause schicken, sonst hätte ich Verdacht geschöpft. Am nächsten Morgen war ich ein bisschen verkatert, hatte mich aber ganz gut im Griff. Schließlich stand ein gemeinsamer Tag mit meiner Mutter und meinen zwei Cousinen an, dachte ich zumindest. Meine Mutter hatte mich im Vorfeld informiert, dass ich diesen Tag für sie und die Cousinen freihalten sollte. Sie habe mit uns einen Ausflug nach Dresden geplant, werde uns aber mit dem Tagesprogramm überraschen. Wir sind also gegen halb 12 losgedüst und meine Cousinen (23 und 16 Jahre) gaben sich total aufgeregt und neugierig, weil ja auch sie (vermeintlich) wissen wollten, was der Tag so bringt. Wir hielten am Bahnhof Dresden Neustadt, wo sich ein Lidl befindet, der auch sonntags und an Feiertagen geöffnet hat. Dort wollte meine Mutter Piccolos für uns kaufen, also stiefelten wir Drei ihr hinterher. Im Lidl auf Höhe des Wurstregals :D stand ich plötzlich alleine da und sah Menschen, die sich Schilder vors Gesicht hielten. Zusammen ergaben sie den Schriftzug „From (Abkürzung alter Name) to (Abkürzung neuer Name), Welcome to your JGA“. Plötzlich fingen die 12 Weiber an zu schreien und zu jubeln, und dann fiel der Groschen auch bei mir. Sogar meine Freundin, die ich aus Stuttgart kenne, ist extra angereist! Nun gut, es war natürlich alles sehr aufregend, wir drückten uns alle und draußen vorm Lidl gabs dann erstmal Geschnatter und natürlich Sekt und ich bekam mein T-Shirt. Wir trugen alle dieselben, nur mit den persönlichen Namenskürzeln. Meines hatte natürlich zweierlei Kürzel, das jetzige und das zukünftige.

Meine Mutti fuhr dann wieder nach Hause und wir liefen dann in die Kneipe „Scheune“ in der Dresdner Neustadt, um superlecker zu brunchen. Dort verbrachten wir ein paar Stunden damit, zu essen, zu trinken, zu tratschen, und allerhand Fotos zu machen.

Nach ein paar Besuchen in einer „Fotokiste“, die am Straßenrand stand, holte uns dann unser persönlicher Busfahrer mit einem kleinen schwarzen Bus ab. Wir tourten stundenlang durch Dresden, total entspannt und fröhlich. Der Busfahrer erzählte bisschen was, aber wir kennen die Stadt ja und hauptsächlich dröhnten uns aus den Boxen laut Roland Kaiser, Michael Jackson, Deichkind und Co. entgegen und wir sangen alle lauthals mit. Das war einfach sowas von perfekt, herrlich! Wir machten einige Stops an meinen persönlichen „Hotspots“ in Dresden, zum Beispiel die Uni, die beiden Wohnungen die ich mal bewohnt habe… Der Busfahrer zeigte uns dann auch noch einen Punkt mit toller Aussicht, einen Pavillon hoch über der Elbe. Dort erlebten wir einen traumhaften Sonnenuntergang. Der Busfahrer war übrigens ein richtiges Herzchen, ein ganz lieber, lustiger Mann. Mit dem hatten wir echt Glück.

Während des Busfahrens gab es zwischendrin auch noch ein Quiz, bei dem es nur um mich ging. Jede Freundin musste abwechselnd Fragen beantworten. Bei der richtigen Antwort musste sie einen Schnaps trinken, bei der falschen zwei. Ich war dann meistens die, die jeweils den zweiten Schnaps hinterkippen musste. :D Zum Abendessen machten wir dann bei meinem absoluten Lieblingsdönermann Halt, was ich total witzig fand. Nirgends schmeckt der Dürüm wie dort und ich vermisse das Zeug in Stuggi echt. Wenn ich an Dresden vorbeifahre während Heimatreisen, mache ich dort ohne Scheiß nur wegen des Döners manchmal Halt, fahre extra von der Autobahn ab und durch die halbe Stadt durch. Das wissen die Weiber natürlich und so speisten wir dort alle unsere leckeren Dürüms und bekamen sogar noch Raki aufs Haus, was dem Dönermann ein Ständchen bescherte („Ein Hooooch auf unsern Dönermann, Dönermann, Dönermann…“). Dieses Ständchen hörte der Busfahrer auch ständig, ich glaube er mochte es. ;)

Der letzte Halt war dann eine Karaokebar. Beim Ausstieg kam zufällig Roxette im Radio, so stoppten wir alle und blieben im Bus stehen und brüllten sangen wie die Heidelerchen unser Abschiedsständchen. Der Busfahrer war vermutlich auch bissl froh, als wir endlich weg waren, hihi. Naja, in der Karaokebar konnten wir dann all unsere Stimmgewalt rauslassen, was wir auch taten. Es sind ein paar Mädels gegen 10 gefahren, weil sie arbeiten oder mütterliche Pflichten erfüllen mussten am nächsten Tag. Der harte Kern blieb übrig, denn für uns war ein Hostelzimmer in der Neustadt reserviert, das wir dann gegen halb 2 bezogen. Wir waren total fertig von diesem Tag, der ja schon mittags mit Sekt begann und mit Mixgetränken in der Karaokebar endete. Heiser, gerichtet und todmüde fielen wir ins Bett. Ich konnte allerdings nicht einpennen, weil ich sowas von glücklich über diesen Tag war und ständig alles gedanklich Revue passieren lassen musste. Es war einfach absolut perfekt! Es hat solchen Spaß gemacht, die Ideen mit dem Brunch und dem Bus und der Karaoke waren voll mein Ding. Ich hatte kein Krönchen auf, keine Schärpe um und musste nichts aus dem Bauchladen verkaufen. Es gab keinen Stripper und auch sonst nichts peinliches. Sowas wollte ich nie, weil ich es einfach banane finde.

Zum Glück habe ich diese Trauzeugin und diese Freundinnen, die so einen schönen, gemeinsamen Tag möglich machen und auch aus Stuttgart, München und Berlin anreisen. Ich weiß das sehr zu schätzen und bin ihnen allen von ganzem Herzen dankbar. Könnt direkt heulen wenn ich so dran denke… :)

Sommer in Stuttgart

Sommerfest Stuttgart

Er ist wieder da, der Sommer, pünktlich zum Stuttgarter Sommerfest! MTM und ich verbrachten den Feierabend am Donnerstag zwischen all dem Schickimicki, der dieses Fest ausmacht. Eine simple Bratwurst sucht man da vergebens, aber es gibt allerhand wirkliche Köstlichkeiten zu entdecken. Die Cocktails und Weine munden ebenfalls hervorragend und der Genuss wird durch die sommerliche Atmosphäre, die angenehmen musikalischen Klänge und die schöne Umgebung noch verstärkt.

Stuttgarter Sommerfest

Ich mag das Sommerfest, weil es einfach mal ein bisschen anders, von mir aus auch gesitteter ist. Perfekt für einen entspannten Feierabend. Zum Gutgehen lassen und Gönnen, das hat man sich ja auch mal verdient.

Deshalb verirrten wir uns am Freitag Nachmittag tatsächlich noch einmal dorthin. Die Arbeitspflichten waren getan und wir hatten noch einen Grund, uns zu belohnen: Wir haben gestern unsere Eheringe ausgesucht und gekauft! Wir waren uns beim Aussuchen sofort einig, auch was die dann unvermeidliche Budgetüberschreitung anging. Scheiß drauf, wir wollten die und keine anderen!

Folglich fröhlich und beschwingt ging es nochmal zum Sommerfest, wo ich das beste Eis meines Lebens aß (Kokos!), einen „Hugo“ schlürfte und das Leben genoss, gemeinsam mit meinem zukünftigen Ehemann. Thihi! :D

Stuttgarter Sommerfest