2!

Am Sonntag, den 7. Januar 2018, war es genau zwei Jahre her, dass mein kleines Wurschtgewitter das Licht der Welt erblickte. Zum 1. Geburtstag war ich sehr emotional, das weiß ich noch. So schlimm war es diesmal nicht mehr, nur noch ein bisschen. ;) Im Vorfeld war ich relativ gestresst, bzw. hab ich mich selber unnötig gestresst. Denn letztlich war alles einfach wunderbar, so wie es war:

Am Freitag reisten meine Tante, mein Onkel und meine Mutti an, um übers Wochenende zu bleiben. Wir haben eine klitzekleine Wohnung, aber trotzdem fand jeder einen Platz zum Schlafen und auf die Füße getreten sind wir uns auch nicht. Der Kleine war total glücklich und ausgeglichen, weil einfach immer jemand da war, der sich intensiv mit ihm beschäftigt hat. Am Samstag kam dann auch noch meine Cousine aus Düsseldorf angereist und dann war das Kind völlig im Himmel. Das Vorbereiten des Geburtstages lief Hand in Hand super, denn es war immer jemand fürs Kind da und auch immer jemand, der helfen konnte beim Schnippeln, Aufbauen usw.. Außerdem hatte ich schon im Vorfeld Aufgaben verteilt: Für den geplanten Brunch am Sonntag hatten Tante und Mutti einiges mitgebracht (Klopse, Käsesuppe, Kartoffelsalat, Kuchen) und meine Cousine war für den Geburtstagskuchen verantwortlich. Ab 10:30 Uhr kamen alle anderen Gäste (10 an der Zahl, alles MTMs Verwandtschaft) und bis dahin hatten wir es hingekriegt, alle nacheinander ins Bad zu gehen und das Buffet herzurichten.

Der Kleine schlief am Vorabend extrem spät für seine Verhältnisse ein (erst 22 Uhr), trotzdem erwachte er pünktlich um 6 Uhr an seinem Geburtstag und stürmte sogleich das Wohnzimmer, um allen „Hajo“ (Hallo) zu sagen. :D Dort erwartete ihn sein Geburtstagstisch, der gleichzeitig unser Geschenk war, gemeinsam mit zwei Stühlen. Dazu gab es noch eine Spieluhr und sein eigenes kleines Fotoalbum mit Menschen, die ihm wichtig sind. Als er aber die Kinderküche mit Pizza im Ofen und Gemüse zum Schneiden erblickte, die seine Oma ihm schenkte, war alles vorbei. Das Kind spielte um sein Leben und alle anderen saßen verschlafen herum. :D

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Die große Gästeschar auf engem Raum nahm MTE erstaunlich gut an. Er war den ganzen Tag total entspannt, spielte mit fast jedem mal und genoss einfach, dass sich alle darum rissen. Als ich mich zum Mittagsschlaf mit ihm hinlegte, um ihm mal kurz eine Pause zu verschaffen, war er sehr empört, sackte aber direkt nach seinem Heulanfall zusammen und schlief tief und fest für eine Stunde. Dann konnte es weitergehen mit dem Spielen und Toben und „kochen“. :) Als meine Familie halb 3 die Segel strich, weil sie noch eine lange Fahrt vor sich hatten, kamen meine Emotionen hoch und ich steckte die anderen damit auch noch an. Wir lagen uns beim Abschied heulend in den Armen und ich war so traurig, dass sie schon wieder gehen mussten nach diesem schönen Wochenende. Ja, ist halt manchmal so, muss auch mal raus, der Unmut über die Entfernung…

Die anderen Gäste gingen dann gegen halb 5 und dann ließen wir erst einmal Ruhe einkehren, räumten ein bisschen auf, spielten mit unserem Geburtstagskind und aßen Abendbrot. Der Kleine wurde dann auch bisschen unausstehlich, wie das eben so ist, bei Mama und Papa kann man es rauslassen. ;) Er schlief aber schnell ein und tief und fest durch (ist nicht mehr so alltäglich bei uns seit geraumer Zeit), sodass wir uns auch noch zu zweit bei Sekt und Rumcola besinnen konnten. Was war das eine krasse Zeit für uns, vor zwei Jahren. Wie hat sich unser Leben verändert, in diesen zwei Jahren. Wie sehr lieben wir doch diesen neuen Menschen in unserer Mitte, seit zwei Jahren. ♥

Wir waren uns einig: Es war ein richtig toller 2. Geburtstag und wir sind rundum zufrieden damit. Und unsere Familien sind beide auf ihren Arten bisschen irre, aber beide auch toll. :)

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Zweitausendachtzehn

So, da haben wir’s, das neue Jahr! Das alte ist abgeschlossen und was bleibt, sind Erinnerungen an schöne Momente, anstrengende Momente, traurige Momente. Letztere gab es zum Glück wenig. Was blieb am meisten hängen? Fast nur Gutes: Die ersten Schritte des Kleinen. Ein Ostseeurlaub. Ein Bodenseeurlaub. Der Kitastart. Meine Rückkehr ins Arbeitsleben. Der Beginn der Kleinkind-Trotzphase. Weihnachten und Silvester sowieso, war ja gerade erst. Und was ich immer schriftlich festhalte, weil ich es sonst vergesse: Meine jährliche Bücherliste. Ich hab mich gesteigert im Vergleich zum letzten Jahr, aber an die Lesemenge aus den kinderlosen Zeiten werde ich so schnell nicht mehr herankommen…

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MTM und ich haben den gestrigen abend zu zweit auf der Couch verbracht. Ich war frisch gebadet und bettfertig, falls das Kind erwachen würde (so wie in der Nacht zuvor), aber nichts dergleichen geschah. Meine Anspannung wich mit jedem Schluck Wein und so konnten wir den Abend bei Käsefondue, Silvester-TV-Zappen, Eierlikör/Wein/Bier/Rumcola und bequem in Jogginghosen genießen. :) Die Feuerwerke der Anderen in unserem Stadtteil erfreuten unsere Augen; selbst haben wir für soetwas kein Geld ausgegeben. Das Kind ließ sich vom Lärm nicht beirren und schlief tief und fest durch. Heute Morgen dann noch eine Freude: Er wachte zwar um 5:21 Uhr auf, kam zu uns ins Bett und trank seine Milch, aber dann schlief er wieder ein mit dem Kopf an unserem Fußende. Bis halb 9! Sowas ist wie ein Lottogewinn bei diesem frühen Vogel. ;)

Heute gab es Bratkartoffeln mit mariniertem Hering, diesmal nicht selbstgemacht sondern gekauft und nur gepimpt. Ich mache jetzt noch ein paar Jahresabschluss-/Jahresbeginn-Sachen (Fotos von 2017 sichern, Familienplaner ausfüllen) und fange so langsam an, den Geburtstag des Kleinen vorzubereiten. Erst nach dem 7.1. komme auch ich zur Neujahrsruhe, bis dahin ist der Kopf noch voller Erledigungen. ;) Die Jungs sind schwimmen, sodass hier genug Ruhe herrscht zum Abarbeiten.

Vorsätze habe ich auch ein paar kleinere:

  1. Nie wieder Bild-Online aufrufen! Das hab ich irgendwann angefangen in einem langweiligen Moment, und es entwickelte sich irgendwie zur Sucht. Dabei reg ich mich eigentlich nur auf über Rechtschreibfehler, dämliche Redewendungen, reißerische Titel… Also, Schluss damit.
  2. Mich lockerer machen, was das Kind angeht. Dazu gehört auch, weniger zu googlen.
  3. Die nahezu ungeänderte To-Do-Liste von Januar 2017 (!) mindestens bis Dezember 2018 erledigt haben. ;)

Also, ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und es entwickelt sich so, wie ihr es euch wünscht. Bis bahaaaald!

 

 

Die Weihnachtsbaumrevolution, die keine war.

Pläne sind dazu da, verworfen zu werden. Wenn nicht von einem selbst, dann auf jeden Fall vom Kind! ;) Ich hatte mir ja vorgenommen, dieses Jahr ganz anders unseren Weihanchtsbaum zu schmücken, bezeichnete das sogar als „Revolution“, zumindest in meinem bescheidenen, ordentlichen, schlichten Leben. ;) Ich wollte einen ganz kunterbunten, kinderaugenleuchtendmachenden Baum haben, mit total lustigen, kitschigen Kugeln in Form von Eistüten, Bratwürsten, Katzen und sowas. Und dazu sollten noch runde türkise und lila Kugeln kommen. Leider hat das gar nicht geklappt, denn ich schaffte es nur, ein paar Figuren (Gurke, Auto, Flugzeug, Feuerwehr, Walnuss, Erdbeertorte, Pilz, Apfel, Orange, Champagnerflasche, VfB-Trikots… ;D) zu besorgen, dann wurde das Kind krank und klebte so an mir, dass ich an die Wohnung gefesselt war und einfach nichts mehr besorgen konnte. Also blieb unser Baum eher schlicht und weiß, mit ein paar kleinen Highlights:

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Die Kinderaugen leuchteten trotzdem und der Kleine findet bis heute noch total interessant, was da so alles am Baum hängt. Nun gut, dann sammle ich nun eben im Laufe der Zeit kitschige Kugeln, bis wir irgendwann einen superbunten Baum haben. ;)

Unser Weihnachten war trotz der Mundfäule, die das Kind heimgesucht hatte, wirklich schön. Es trat zum 24.12. endlich eine wirkliche Besserung bei dem Kleinen ein und er aß erstmalig seit Tagen wieder etwas zum Abendessen. Ich war nun ziemlich erkältet, aber das zählt ja nicht wirklich und der Verlauf des Tages war dadurch nicht beeinträchtigt. Den ganzen Tag war der Kleine mit seinem Papa bei der Verwandtschaft, und als er nachmittags nach Hause kam, war das Christkind schon da, hatte den Baum geschmückt und die Geschenke hingelegt. Der Geschenkewahnsinn ist auf dem Bild wohl gut zu erkennen… Einiges davon war auch für die Großen, aber dem Kleinen hat halt auch jeder was schenken wollen. Alles total schöne, wirklich nicht übertriebene Spielsachen. Aber es war einfach viel zu viel. Irgendwann, mitten im Auspacken, stand er auf, nahm seine Oma an der Hand und ging mit ihr in sein Zimmer zum Spielen. Mit seinem alten Spielzeug. Ich glaube, das sagt alles. ;)

Nach dem Abendessen (Käsesuppe, Kartoffelsalat, Wiener) durfte das Kind dann mit seinen neuen Bade-Eimerchen (das billigste Geschenk und eigentlich das absolute Highlight) in die Wanne; währenddessen wurde die Bude von Geschenkpapier befreit und aufgeräumt. Das Kind musste nur noch ins Bettchen, dann konnte endlich die erwachsene Gemütlichkeit losgehen. Wir haben es uns wirklich schön gemacht, MTM, meine Mutti und ich.

Die restlichen Feiertage gingen auch gut über die Bühne bei der Verwandschaft und dem Kind ging es auch von Tag zu Tag besser. So konnte ich dann auch zwischen den Jahren arbeiten gehen, ich hatte ja durch die Woche „kindkrank“ einiges nachzuarbeiten. Außerdem war es für mich die pure Freude, nach der intensiven Klammerzeit des Kleinen endlich mal wieder was anderes als Mutter zu sein.

Nach den zwei Arbeitstagen folgten das große Geschenke-Wegräumen und Umräumen im Kinderzimmer, gestern ein ganzer Familientag zu dritt im Zoo und nun haben wir schon Silvester heute und ich bin nicht ganz so entspannt, muss ich zugeben. Wir bleiben zu Hause mit einer Packung Käsefondue und freuen uns auch drauf, aber nachdem die letzte Nacht plötzlich total doof war und das Kind uns stundenlang wach hielt, hab ich schon wieder Sorge, was das heute mit der Knallerei dann noch werden soll. Außerdem wollte ich noch ein paar Sachen im alten Jahr abschließen (ja, so ticke ich halt), bin aber nun total müde und demotiviert. Mal schauen, was ich heute noch auf die Kette kriege.

Eine Sache ist nun immerhin abgehakt: Mein Weihnachtseintrag und zeitgleich der letzte Eintrag im alten Jahr, mit dem ich euch allen einen guten Rutsch und alles Gute fürs Jahr 2018 wünschen möchte! Macht es euch schön, nicht nur heute, sondern immer! :)

Welche Kinderkrankheit ist das größte Arschloch?

Also, bei mir steht da Mundfäule ganz hoch im Kurs. Es gibt so Krankheiten, die hielt ich als kinderlose Frau für entweder hochgefährlich und ausgerottet oder ich kannte sie gar nicht. Scharlach zum Beispiel. Oder Mundfäule. Ich meine, welcher normale Mensch beschäftigt sich schon mit so einem abartigen Wort?! Nun, Mütter.

Mein Söhnchen war am Montagmorgen mit mir bei der U7, da war noch alles gut, abgesehen von dem aufsehenerregenden Gebrüll, das das Kind an den Tag legte. Man hat mir versichert, dass es noch schlimmere Kinder gibt, aber im U-Heft steht nun als Auffälligkeit: „Durchgängige Abwehr bei der Untersuchung.“ Jo.
Am Abend hat der Kleine dann plötzlich beim Essen „Aua“ gesagt, auf den Mund gezeigt und geweint und alles verweigert, was wir ihm anboten. Auch die geilen Sachen, die er liebt. Die Nacht war zum Kotzen. Er war total unruhig und schlief erst um 22 Uhr ein, wachte dann aber stündlich auf und teilweise schrie er dann auch noch minutenlang. Ich bemerkte dann auch einige Bläschen auf den Innenseiten der Lippen. Ein paar Stunden Schlaf bekamen wir alle dann trotzdem zusammen im großen Ehebett und am Morgen rief ich auf Arbeit an und meldete mich erstmalig „kindkrank“. Zum Kinderarzt sollten wir vormittags kommen und bis dahin verhielt sich das Kind fit und fröhlich, aß auch Haferflocken mit Joghurt und ich fragte mich schon, ob das alles doch gar nichts war. Der Arzt erklärte mir dann (unter tosendem Geschrei natürlich wieder), dass das Kind tatsächlich „Aphten“ im Mund habe und er auf eine Herpes-Erstinfektion tippt. Er bereitete mich vor, was noch kommen würde: Hohes Fieber, offene Stellen im Mund, Mundfäule, starke Schmerzen. Tja, und er sollte Recht behalten.

Seitdem geht’s eigentlich nur noch bergab. Erst kam tatsächlich 2 Tage lang hohes Fieber und das Essen wurde schwieriger, aber gewisse Sachen gingen noch (Joghurt, Milch, Banane usw.). Inzwischen ist das Fieber weg und die gestrige Nacht war auch die erste, in der der Kleine wieder zwar unruhig, aber durchgängig in seinem Bett schlief. Vorher schlief er dort zwar völlig erschöpft recht früh abends ein, aber schreckte dann irgendwann so hoch dass er zu uns ins Bett kommen musste. Nun ist es aber so, dass die Nahrungsverweigerung stärker in den Vordergrund rückt. Der Mund scheint stark zu schmerzen, das Kind sabbert wie ein Wasserfall und will nichts außer dem Schnuller im Mund haben. Manchmal gibt’s kleine Hochs, zum Frühstück gestern zum Beispiel aß er bisschen was und trank auch. Seine Milchflasche morgens im Bett trinkt er auch immer aus (90ml H-Milch, 170ml Wasser). Aber ansonsten verweigert er alles und heult nur, wenn es an den Esstisch geht. Seit das Fieber runter ist, trinkt er auch so gut wie nichts mehr, ich gehe hier fast ein vor Sorge. Nachdem er dann heute Nachmittag fast 24 Stunden nichts gegessen und (abgesehen von der Flasche morgens) nichts getrunken hatte, hab ich ihn nach einem Schmerzmittelzäpfchen (das ist auch immer sehr dramatisch) zwingen müssen, ein paar Schluck Wasser zu nehmen. Und einen Schluck Milch mit Honig. Den fand er dann doch attraktiv, so dass er Gott sei Dank das ganze Glas austrank, noch ein zweites verlangte und davon noch bisschen was trank. Dann sagte er „ja“ zu einer Viertel Banane und auch zu einer kleinen Schale Kartoffelsuppe mit Wurst und Blumenkohl. Ich war so erleichtert vorhin! Seitdem will er wieder nix mehr von irgendwas zu Essen oder Trinken wissen, das wird vermutlich auch so bleiben bis morgen, davon kann ich nun ausgehen. Aber immerhin ist er nun erst einmal bisschen gestärkt und auch nicht mehr so schwach auf den Beinen. Ich hatte schon überlegt, wegen des Flüssigkeitshaushaltes ins Krankenhaus zu fahren.

So, die Weihnachtsstimmung ist erstmal dahin hier. Meine Mutti ist da und MTM hat seit gestern auch frei, aber ich bin trotzdem zu Hause, weil das Kind an mir klebt. Er tut mir so leid, aber ich mir ehrlich gesagt auch ein bisschen. Ich bin seit 3 Tagen ungeschminkt und kann froh sein, dass er mal 10 Minuten mit seiner Oma spielt und ich duschen gehen kann. Meine Mutti wäscht seit ihrem Eintreffen permanent Wäsche (Bettlaken, vollgesabberte Pullis, vollgesabberte Spucktücher, vollgesabberte Erwachsenenklamotten…) und hat heute die Bude geputzt um uns herum. MTM hat die letzten Besorgungen gemacht. Jeden Abend wünsche ich mir die weihnachtliche Stimmung wieder herbei, die ich bisher hatte, aber doch bin ich jeden Abend völlig unentspannt, weil ich weiß dass ich gleich wieder ans Bettchen werde gehen müssen und weil ich mir solche Sorgen mache, weil das Kind so wenig trinkt und solche Schmerzen  hat. Und nein, das Gröbste scheint nicht überstanden zu sein. Das dauert wohl eine ganze Weile, bis es wieder gut im Mund ist und unser Sohn belehrt uns auch jeden Tag eines Besseren, wenn wir es mal gewagt haben, Hoffnung zu haben. Morgens ist er nämlich meistens ganz gut drauf, aber bisher ging es immer wieder bergab im Laufe des Tages.

Mundfäule, ey. Arschloch.

 

 

Mutter in der Lehre

Am Samstag hatte ich die völlig behämmerte Idee, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, um „schnell“ was zu besorgen. Noch bekloppter wurde die Idee, als ich den Kleinen auch noch mitnahm, und den Buggy. Ich wollte meinem Mann einfach auch mal ein paar sturmfreie Stunden bescheren, daran ist ja nichts verkehrt.
Als ich dann schon im Parkhaus mit dem Auto im Stau stand, später zu Fuß bei den Fahrstühlen, und dann einfach in der gesamten Innenstadt, verfluchte ich mich schon wieder selbst. Dann fing es auch noch an, in Strömen zu gießen. Ich erreichte weder das gewünschte Weihnachtsmarktbüdchen, noch die Alternative: Eine Abteilung im Einkaufszentrum. Da stand ich nämlich auch am Fahrstuhl an, aber nach 10 Minuten hat es mir gereicht. Draußen sind wir dann durch den Regen gelaufen und haben im Regen die Krippe mit echten Tieren angeschaut. Das war der einzige Platz, der nicht überfüllt war, nur eine andere klatschnasse Mutti stand mit ihrem Kind neben mir.
Ich hatte schon aufgegeben und wollte unverrichteter Dinge (für 9€ Parkgebühr!) wieder gehen, da lief ich dann doch noch an einem Stand vorbei, bei dem ich besorgen konnte was ich besorgen wollte. Es hörte auch auf zu regnen, sodass mein Kind und ich uns sogar noch eine riesige Dampfnudel auf einer etwas abgelegenen Parkbank teilen konnten. Ich war wieder besänftigt. Bis…

Also, auf dem Rückweg zum Auto liefen wir an einem Karussell vorbei. MTE wollte „rrrein!“ und ich Idiotin dachte, einen Versuch sei es wert. Er ist schon mal mitgefahren bei sowas, aber es gab auch schon Situationen, in denen er dann doch nicht wollte. Diesmal schien er es kaum erwarten zu können, allerdings konnte man sich wegen der Menschenmassen nicht unbedingt aussuchen, in welches Gefährt man sein Kind setzt. Das Karussell hielt, ich setzte ihn zu einem anderen Kind in einen Abschleppwagen, aber er wollte nicht und war kurz vorm Weinen. Ok, eine Runde abwarten, dem Kind erklären dass es ggf. auch mit anderen Kindern mitfahren muss und vor allem nur mit dem Abschleppwagen, weil der direkt vor uns hält. Kind wirkte sehr verständnisvoll und sagte zu allem brav „ja“. Karussell hält an, ich versuche ihn reinzusetzen, er wehrt sich wieder. Ich war wirklich nicht wütend, ich hab ja auch ein bisschen damit gerechnet. Aber erledigt war das Ding nun eben auch für mich, also sagte ich ihm, dass wir dann jetzt zum Auto gehen… Tja, was soll ich sagen? So einen krassen Wutanfall habe ich bei ihm noch nie erlebt. Mitten in der Menschenmasse, in der wir uns befanden, drehte das Kind völlig durch, war eindeutig nicht mehr Herr seiner Sinne und wehrte sich gegen jeden Versuch, ihn zu berühren. Ich konnte ihn weder hochnehmen, noch an die Hand nehmen, noch in den Buggy setzen. Er schmiss sich auf den nassen Asphalt und schrie und schrie und schrie und wollte wieder zurück zum Karussel und „rrrein!“. Alle Köpfe flogen zu mir herum, aber ich war viel zu beschäftigt damit, das Kind erstmal aus dieser Menschenmasse rauszukriegen, als dass mich das irgendwie angehoben hätte. Ich konnte ihn nur unter enormem Kraftaufwand und strampelnd unter meinem Arm zur Seite tragen, stellte ihn dann ab und ließ ihn weiter ausrasten. Als ich mich herunterbeugte, um ihm zu erklären, dass er zwei Mal nicht mitfahren wollte und wir deshalb jetzt gehen, wurde das Geschrei schon langsam weniger irre. Ich konnte mich dann dort, wo weniger Menschen waren, auch mal 3 Meter entfernen, erklärte ihm unter seinem Geschrei, dass ich jetzt zum Auto gehen möchte und mich freuen würde wenn er mitkommt. ;) Irgendwann kam er angerannt (noch immer weinend) und wollte hoch – da wusste ich, dass er nun wieder klar ist. Er bat nur noch wimmernd um seinen Schnuller und als er ihn hatte, drückte er mich ganz fest. So standen wir mehrere Minuten da, mitten in Stuttgart, und umarmten uns. Meine Aufregung, Wut und Verzweiflung waren sofort verflogen. Seine auch. Er war sichtlich geschafft von dieser Attacke, aber dann ganz lieb und auch redselig. Er erzählte mir den gaaanzen Heimweg lang, dass er ins Karussell wollte, Mama nein gesagt hat und er geweint hat („Nein nein! Mama! I weine!“). Am nächsten Morgen hat er mir das auch nochmal erläutert. :D

So, und ich bin einfach irgendwie stolz, dass ich das ganz gut überstanden habe. Dass ich weder nachgegeben habe, um nur das Kind zu beruhigen (was hätte er daraus gelernt?), noch ausgeflippt bin. Ich wusste vorher wirklich nicht, wie angemessen oder unangemessen ich in so einer Situation reagieren würde, ich weiß es auch fürs nächste Mal nicht. Aber mit diesem Mal bin ich einfach ein bisschen gewachsen in dieser komischen Mutterrolle, habe dazugelernt, war wieder ein bisschen selbstbewusster. Mama entwickelt sich. Kind sowieso. Diese scheiß Wutanfälle gehören unerfreulicherweise wohl dazu. Herrje, das war nur der Anfang!

Dezemberliebe

November

Ich hatte ja hier und da schon erwähnt, dass der Dezember von mir sehr geliebt wird und auch recht ereignisreich bei uns ist. Aber erst mal musste das Ende des Novembers ordentlich über die Bühne gebracht werden, denn das war irgendwie auch nicht ohne dieses Jahr. Mein Kind sah seine Mutter 2,5 Tage gar nicht, weil diese ihren Job, städtische Erledigungen, einen abendlichen Friseurtermin und eine Weihnachtsfeier inklusive spontaner Übernachtung bei der Kollegin bewerkstelligen musste wollte. Unterdessen fiel der erste richtige liegenbleibende Schnee – ich war live dabei, auf der Terrasse meiner Kollegin, nachts um 2, in eine Decke eingemurmelt und mit Rotwein und Zigarette in der Hand. (Ich muss einfach in regelmäßigen Abständen eskalieren, sonst wäre ich nicht mehr ich.) Am 30.11. war dann die Wiedersehensfreude bei meinem Sohn und mir groß, als ich ihn aus der Kita abholte; trotzdem gab es Pflichten zu erfüllen statt einen reinen Spielenachmittag. Wir mussten nämlich unsere Abreise am Folgetag vorbereiten und die Bude in Ordnung bringen, Wäsche abnehmen, packen usw..

Dezember

Am 1.12. hatten mein Mann und ich unseren 5. Hochzeitstag. Fünf Jahre! Welche Veränderungen diese kurze Zeit mit sich brachte, geht auf keine Kuhhaut. Wir hatten viele schöne Momente, sind viel gereist, auch mit meinen Eltern, haben ein Kind bekommen und noch ein Familiengeburtstagswunder erlebt! Aber wir haben auch zwei Jahre lang die Krankheit meines Papas mit ihm verkraften und ertragen und ihn dann gehen lassen müssen. Wir haben mit einer Freundin mitgelitten. Und uns durch Startschwierigkeiten als Eltern durchmanövriert.
Ganz unromantisch starteten wir diesen Tag mit einer langen Autofahrt in meine Heimat, zu meiner Mutti. Dort parkten wir das Kind, das sich riesig über das Wiedersehen mit Oma gefreut hat, und gingen schön essen. So wie jedes Jahr an diesem Tag. Und fast jedes Jahr haben wir bisher auch beim gleichen  Gastronom gegessen, so natürlich auch dieses Mal.

Der 2.12. verlief sehr chillig, wir haben den Tag recht gemütlich verbracht zusammen mit meiner Mutti und dem Kleinen und sind dann nachmittags auf einen Dorfweihnachtsmarkt hier um die Ecke gegangen. Das lief nicht so geil (Kind machte unseren Erwartungen einen Strich durch die Rechnung, wie immer ;)), aber das ist nun nicht der Rede wert. Am Abend ging ich mit meinen Freundinnen in unsere Provinzdisse zur Schlager-Party, um in meinen Geburtstag reinzufeiern. Die Stimmung war irgendwie nicht sehr  berauschend, aber es wurde dann um 0 Uhr besser, als ich mit einer DJ-Durchsage und einem Song von Roxette überrascht wurde. Bei der folgenden 90er-Runde machten die ganzen Schlagerfreunde am Rand lange Gesichter, aber 5 von uns tanzten fröhlich, auch wenn wir die Einzigen auf der Tanzfläche waren. ;) Um 4 Uhr war ich dann im Bett und halb 8 war ich wieder wach, weil mein Kind zwar bei Oma im Zimmer geschlafen hat, aber trotzdem wach und laut war und zu „Maaamaaa“ wollte. ;)
Nun war ich an diesem 3.12., meinem 35. Geburtstag, ein wenig müde, aber nicht unleidlich. Wir verbrachten einen entspannten Vormittag, gingen mittags dann essen und fuhren weiter nach Berlin. Denn dort wartete mein Geburtstagszwilling auf mich, mein „Pseudoneffe“ (Kind von meiner Großcousine, aber wir tun einfach so als wären unsere Kinder Cousins und damit unsere Neffen). Er wurde ein Jahr alt und da durften wir natürlich nicht fehlen bei dem Geburtstagsfest! Und es war so praktisch, denn ich hab auch gleich mein Geburtstagsfamilienkaffeekränzchen gekriegt. :) Am Abend kamen noch meine Tante und mein Onkel vorbei und wir saßen beisammen und vernichteten ein paar Flaschen Lieblingssekt. Es war ein schöner Geburtstag! ♥
Der 4.12. wurde auch erst mal ruhig angegangen und am Nachmittag machten mein Mann und ich uns dann auf den Weg in meine Herzensstadt: Dresden. Wir besuchten zwei Weihnachtsmärkte, zuerst den an der Frauenkirche, dann natürlich den Striezelmarkt. Es waren schöne und äußerst leckere Stunden und ich habe sogar noch ein ungeplantes Weihnachtsgeschenk gekauft. Für mich. :)

Heute ist nun endlich mal Zeit zum Runterkommen und Bloggen und natürlich auch Stiefelputzen, aber leider auch zum Kofferpacken. Morgen früh reisen wir wieder ab nach Stuttgart,  nachdem wir uns über die Gaben vom Nikolaus gefreut haben. Und dann geht’s für mich abends schon wieder weiter, zum Konzert, und ich bereue es ein bisschen, dass ich da zugestimmt habe. Mit 35 scheint man dann doch auch mal die Nase voll zu haben von dem ganzen Trubel und will nur noch auf die Couch. Naja, ich werd’s überleben. ;)

Undankbarer Job

Jetzt hat es mich auch erwischt, wovon einige Freundinnen mir schon berichteten: Papa ist der Held und Mama ist die olle Pissnelke, die ständig „nein“ sagt und statt permanenter Entertainer zu sein, auch unverschämterweise mal damit zu tun hat den Alltag in geregelten Bahnen zu halten. Und wenn Papa nicht der Held ist, ist es Oma. Mama ist aber irgendwie aus der Mode gekommen in letzter Zeit. Wenn Mama z.B. mit dem Söhnchen in der Wanne sitzt und Papa/Oma mal kurz reinkommt und wieder geht, brüllt der kleine Teufel los wie verrückt. „Papa daaa!“ „Oma daaa!“ Hallo? Mama ist doch da, hömma, zählt das nichts? Oder, wenn abends zu dritt noch ein Buch gelesen wird und Mama es dann wagt, das Kind ins Bett bringen zu wollen, inklusive Dazulegen und Händchenhalten (ja, das macht Mama natürlich, damit das Kind sich behütet und geborgen fühlt). „Neeeeein! Papaaaaa! Heulheulheul.“ Oder, wenn Mama samstags mit dem Kind rausgehen will und der Papa zu Hause bleibt. „Nein! Papaaaaaa! Papa daaa!“ Ey. Wie soll man da noch verständnisvoll und cool reagieren (macht man so heutzutage), wie soll man da nicht genervt sein bei so einem Theater ständig? Übrigens hat später am selben Tag der Papa auch gemeinsam mit dem Kind die Wohnung verlassen und Mama blieb zu Hause. Kind hat fröhlich gewunken. Und tschüss.

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne panisch reagiert. Schwarzmalerisch auch zuweilen. Ich sehe schon eine total kaputte Mutter-Kind-Beziehung vor meinem inneren Auge. Habe ein schlechtes Gewissen und denke an Entfremdung, weil das Kind 3 Tage in der Woche morgens nur den Papa sieht. Denke, dass der Papa ihn vielleicht zu oft abends ins Bett bringt (wir wechseln uns ab). Dass er zu oft mit Papa coole Ausflüge macht und mit mir nur die Alltagsbewältigung mitkriegt. Möchte mich vielleicht irgendjemand freundlicherweise ein bisschen beruhigen und mir ein paar einleuchtende Erklärungsversuche präsentieren? Danke.

Und zum Kompott hab ich jetzt drei völlig vollgepackte Tage und kriege mein Kind gar nicht zu Gesicht: Morgen früh bin ich wahrscheinlich auf dem Weg zur Arbeit, wenn er erwacht. Mein Mann holt den Kleinen ab, während ich ein paar Erledigungen mache und abends zum Friseur gehe. Wenn ich nach Hause komme, pennt das Kind. Mittwochs fahre ich auch zur Arbeit und lasse den Kleinen nachmittags von einer Tante abholen und hüten, bis der Papa kommt. Denn ich hab nach der Arbeit Weihnachtsfeier. Da komme ich auch erst sonstwann nach Hause. Am Donnerstag gehts morgens wieder superfrüh los zur Arbeit, und am Nachmittag hole ich den Kleinen wieder selbst ab. Wahrscheinlich hält er mich dann nur noch für irgendeine flüchtige Bekannte und weigert sich, mitzugehen. ;)

Er plus ich minus Kind

Unser Kleiner soll Mitte Dezember zum ersten Mal bei MTMs Tante übernachten, weil wir zu einer Feier gehen und nicht zu Hause schlafen werden. Da sein letzter Tag allein mit der Tante schon eine Weile her ist, hat sie sich gestern dazu bereit erklärt, den Tag mit ihm zu verbringen. Die Probe aufs Exempel sozusagen. :) Die beiden verstanden sich natürlich prima und wir konnten so mit gutem Gewissen von 10 bis 18 Uhr einen Paartag machen. Und dieser war einfach so wunderbar, weil wir keine Pläne hatten und uns einfach treiben ließen:

Nach zwei kurzen Erledigungen fuhren wir spontan ins VfB-Restaurant beim Stadion, weil wir unbedingt Schnitzel essen und dort sowieso schon lange mal einkehren wollten. Es hat sich gelohnt und wir waren ganz überrascht, dass uns mal eine spontane Entscheidung wirklich geglückt ist. Das passiert echt nicht so oft.
Nach dem Mittagessen fuhren wir in die Stadt, genauer gesagt den Stuttgarter Westen. Dort schlenderten wir umher und fanden ein klitzekleines, sehr alternatives Café, in das wir uns für einen Verdauungskaffee setzten. Dann war noch ein Verdauungsspaziergang in die Innenstadt angesagt und dort angekommen, bummelten wir ein bisschen herum und hatten tatsächlich wieder Glück mit spontanen Eingebungen. So fanden wir ein paar praktische Sachen für den Kleinen, an deren Existenz wir nach bisher vergeblicher Suche schon gezweifelt hatten. Manchmal lohnt sich dann doch die Recherche in den Läden, statt nur im Internet.
Weiter ging unser Spaziergang durch die Stadt auf der Suche nach Glühwein, worauf ich plötzlich richtig Appetit hatte. Nun, hier wurde ich leider enttäuscht, aber so wild ist das dann auch nicht. Stattdessen stellten wir erstaunt fest, dass ein Bauprojekt abgeschlossen und das Ergebnis richtig toll geworden war. Im neuen Dorotheen-Quartier werden wir zwar nicht shoppen gehen, weil die Läden zu luxuriös sind, aber das Flanieren dort war trotzdem schön. Es machte hungrig auf ein „süßes Stückle“ (die Schwaben, süß wa?!), was wir uns bei einem uralten Traditionsbäcker besorgten. Und dann wurde es auch Zeit, den Stadtrundgang zu beenden, denn wir wollten noch ein bisschen Zeit bei Bier und Wein in unserem geliebten Palast der Republik verbringen. Was? Schon nachmittags? Klar, abends ging ja nicht. ;) Es war total schön, zusammenzusitzen, zu quatschen und zu lachen. Da hat mir dann die Bahnfahrt zurück nicht mal mehr was ausgemacht, obwohl mir Bahnfahren wirklich ganz akut auf den Wecker geht.
Unser Kind empfing uns fröhlich und vor allem schon total „abgefertigt“, sogar Abendbrot hatte er schon gegessen. Wir mussten nur noch nach Hause fahren, ihn bisschen waschen, bisschen schmusen und ihn dann ins Bett bringen. Wir machten dann zu zweit noch ein wenig weiter mit Bier und Wein und der Glotze. Und nun sind wir auch optimistischer, was des Kindes Übernachtung bei jener Tante angeht. :)

Im Übrigen…

…begann heute um 11 Uhr 11 die fünfte Jahreszeit und ich sitze bisschen traurig hier rum im karnevalistischen Brachland.

…war meine Mutti jetzt anderthalb Wochen bei uns und hat sich rührend um unser Kind und unsere Bude gekümmert.

…waren MTM und ich mal wieder zu zweit aus und haben Paella und Flamenco beim Spanier genossen.

…hat mein Kind von einem Tag auf den anderen sein Verhalten geändert und zeigt starke Verlustängste.

…fällt es mir unglaublich schwer, das hinzunehmen und diverse, monatelang problemlose Abläufe anzupassen.

…tut es mir auch leid, dass meine Mutti deshalb die letzten Tage ihres Besuches wieder allein, ohne ihren Enkel, schlafen musste.

…mache ich mir zu viele Gedanken, die letztlich auch nichts bringen, sagt mein Mann.

…habe ich eine Sucht nach Ofenkäse entwickelt.

…hat es sich eingebürgert, dass ich jeden Sonntag in aller Herrgottsfrühe in Jogginghose und ungeschminkt zum Bäcker laufe und wir dann ein schönes Sonntagsführstück mit Ei und allem Zipp und Zapp zelebrieren.

…gibt’s an allen anderen Wochentagen Haferflocken mit Milch oder Joghurt.

…kann ich einen schnellen Gang zum Bäcker von meinem Mann nicht verlangen, bevor er sich geduscht und gestriegelt hat, der feine Pinkel. :D

…habe ich alle Weihnachts- und Dezembergeburtstagsgeschenke zusammen, abgesehen von ein paar Fotogeschenken!

 

Zoo-Overload

Wir haben ja beide eine Jahreskarte für die Stuttgarter Wilhelma, mein Mann und ich. Er bekam das von mir zu Weihnachten und seine Karte hat er gemeinsam mit dem Kleinen schon so oft benutzt, die hat sich mehr als gelohnt. Er ist ja auch ein totaler Fan von Zoos, da kommt das Kind im Manne total raus bei ihm. Er hat auch seine helle Freude daran, seinem Sohn die ganzen Tiere und Attraktionen zu zeigen (immer und immer wieder ;D). Ich hatte für mich eine Partnerkarte gekauft, die ist etwas günstiger. Bis vorgestern war ich erst zwei Mal in diesem Jahr im Zoo, und die Dauerkarte lohnt sich erst ab dem dritten Besuch. Also nahm ich mir vor, am Montag, den 30.10. diesen Brückentag mit meinem Kind in der Wilhelma zu verbringen, während mein Mann auf Arbeit war. Nach sieben (!) Stunden Mutter-Sohn-Zoobesuch und dem Halloween-Abend im Zoo am Folgetag bin ich jetzt erst mal geheilt, das könnt ihr mir glauben! Meine Jahreskarte wurde nun vier Mal benutzt und somit habe ich 24 Euro Eintritt gespart, ich bin durch damit! ;)

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Unser gemeinsamer Ausflugstag begann mit einem astreinen Wutanfall am Morgen, bei dem ich selber fast einen Anfall gekriegt hätte. Diese Wutanfälle kommen und gehen, ich kann und will meinem Kind eben auch nicht alles recht machen, also müssen wir da beide irgendwie durch. Meine Stimmung war getrübt, aber der Rucksack war schon gepackt und es gab nun auch kein Zurück mehr. Der Vormittag verlief dann auch etwas schleppend; der Kleine war müde (Zeitumstellung: Kind ist zu früh wach, geht aber abends zur normalen Zeit ins Bett – die Stunde Schlaf holt er nun immer mittags nach) und sicherlich auch kaputt vom Wüten, wollte auf den Spielplätzen nicht spielen und zeigte auch nicht die größte Begeisterung für das ganze Viechzeug. Er schlappte einfach nur mit mir mit oder saß im Wagen und guckte. Nun, ich habe wieder einmal gelernt, dass ein Kind nicht dazu gemacht ist, erwachsene Erwartungen zu erfüllen.
Als es eeendlich um 11 war, machten wir es uns im Nashornhaus gemütlich und packten unser Proviant zum Mittagessen aus. Ich erinnere mich an einen meiner Blogeinträge, als ich noch Studentin und sehr weit von einem Kinderwunsch entfernt war. Da hab ich mich gefragt, wieso Eltern bei einem Zoobesuch haufenweise Tupperzeugs mitschleppen und sich dann ins stinkende Giraffenhaus setzen um zu picknicken. Ich verstand nicht, wieso sie für den einen Ausflug nicht vor Ort was zum Essen kaufen können. Nun, ich finde das Giraffenhaus geruchstechnisch immer noch ekelhaft (deshalb waren wir ja im Nashornhaus ;D), aber ein Picknick mit liebevoll gepackten Tupperdöschen ziehe ich dem Kantinen-/Imbissbudenfraß nun auch vor. Außerdem haben wir an dem Tag außer fürs Parken keinen Cent ausgegeben, was ich erfreulich finde. Mein Sohn taute endlich auf, aß ganz brav und beobachtete fasziniert das große Nashorn. Es wurde dann Zeit für den Mittagsschlaf, ich packte das Kind ganz warm ein und legte ihn in den Buggy, wo er innerhalb weniger Minuten einschlief und erst nach über zwei Stunden wieder aufwachte. Mittlerweile war ich total durchgefroren, ich hatte die Zeit zunächst chillend und dann spazierend verbracht. Nun konnten wir endlich weitermachen, und nach dem Vesper auf einer Bank im Freien ging’s zum Schaubauernhof. Es ist wie es ist: Giraffen, Elefanten, Löwen…die können alle einpacken gegen das gute alte Hausschwein, die Kuh, den Esel, die Ziegen und die Hühner. Das Kind war begeistert!
Gegen 16 Uhr hatten wir dann jeden Winkel der Wilhelma abgelaufen, auf diversen Spielplätzen gespielt, sämtliche Eisschilder ausgiebig begutachtet. Den Abschluss machten die Pinguine, aber der Kleine fand zunächst erst einmal vor allem das Wasser bemerkenswert, wie bei JEDEM anderen Gehege auch. „Guck mal, ein Affe!“ – „Wasser!“ – „Ooooh die Elefanten!“ – „Wasser!“ – „Boah, guck hier, das ist aber ein riesiger Fisch!“ – „Wasser!“ Nee, ich hab jetzt nicht die Augen gerollt, da habt ihr euch verguckt… ;)