Gottgegebener Familientag

Unser Kind wurde ja letzten Sommer getauft, weil das meinem Mann wichtig ist. Nun flatterte neulich eine Einladung zum Familiengottesdienst mit anschließendem Brunch im Gemeindehaus in unseren Briefkasten. Mein Mann hätte sie ignoriert; auf die Idee, sie anzunehmen, ist seine konfessionslose Frau gekommen. Warum auch immer, ich bin jetzt auch nicht so der Typ für sowas, aber irgendwie fand ich die Idee einfach nett. Zudem war ich selbst noch nie bei einem Gottesdienst „außer der Reihe“ und da mein Kind ja nunmal ein kleiner Katholik ist, wollte ich irgendwie auch dazu stehen. Ich kann es schwer beschreiben, was mich dazu bewegt hat, zuzusagen. Auch wenn ich verfressen bin – das Essen war es jedenfalls nicht (nur). ;)

Wir  mussten uns dann heute Morgen ganz schön beeilen, um kurz nach 9 losfahren zu können. Mein Mann war niedlich, weil er bisschen aufgeregt war. Bloß nicht zu spät in die Kirche kommen! Bloß nicht zu weit hinten sitzen, wenn alle sich eher vorne verteilen! Und immer fein das Gesangsbuch aufschlagen, auch wenn wir nicht mitsingen. ;) So ein Gottesdienst ist natürlich für Leute wie mich etwas befremdlich, aber er war trotzdem ganz nett. Es spielte eine Kirchenband und daher wirkten die (vielen, vielen) Lieder auch schon etwas flotter. Und da der Hunger sich breit machte, war es dann auch schön dass er vorbei war und wir rüber ins Gemeindehaus gehen konnten.

Dort waren wirklich alle Teilnehmer beim Brunch sehr nett. An unserem Tisch saßen Eltern eines kleineren Kindes und noch die Kita-Erzieherin, was ich fast schon als Wink des Schicksals empfand. Wer weiß, vielleicht klappt es ja wegen unseres netten Miteinanders mit einem Kita-Platz?! Angemeldet sind wir auch in dieser Kita, wie in einigen anderen, aber Bescheid gibt’s erst im März/April und die Warteliste ist lang.
Wir aßen ziemlich lecker, und das kostenlos. Der Kleine zog wie so oft viele Frauen an, auch wenn er ja inzwischen nur noch skeptisch statt freundlich guckt und sich auch gerne bei Blickkontakt mit Fremden an mich presst (Kuscheleinheit, ich find’s auch bisschen schön, ehrlich gesagt). Auch wenn alle wirklich nett waren, so hab ich trotzdem festgestellt, dass die Leute, vor allem die Frauen, einfach nicht zu mir passen für einen engeren Kontakt. Sie leben für die Familie und die Kirchengemeinde, sie sind alle irgendwie so unfetzig, sie sind einfach nicht bekloppt genug. Ich glaube, wenn ich im Gespräch von meinen Weiberabenden, Festivalwochenenden und Karnevalspartys erzählen würde, würde da Keine mit ins Schwärmen kommen, und andersrum wäre ich vermutlich auch nicht sehr angetan von deren Geschichten. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Es gibt genug Bekloppte für mich da draußen und ein warmherziges Miteinander beim katholischen Kirchengemeindenbrunch ist nicht das Schlechteste, was mir und meiner Familie zum Sonntag passieren kann. ;)

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Nach dem Mittagessen mussten wir schnell aufbrechen, da das Kind total müde war. Wir spazierten eine Stunde herum, so dass er pennen konnte. MTM und ich quatschten währenddessen ununterbrochen über das Erlebte und allen möglichen anderen Kram. Als der Kleine dann  wach war, fuhren wir weiter auf der Suche nach einem geöffneten Eiscafé – leider erfolglos um diese Jahreszeit. So suchten wir uns dann eben ein anderes Café, aßen dort noch ein Stück Kuchen und tranken Kaffee, bevor wir nach Hause düsten. Hier angekommen, wetzte unser Sohn direkt los und stillte seinen Bewegungsdrang. Das ist nun eben auch anders als damals, als er noch so klein war. Eigentlich kann man gar nicht mehr so lange ohne Spiel- und Bewegungsmöglichkeit unterwegs sein mit ihm.Vielleicht wird es doch Zeit, dass es wärmer wird, er laufen kann und wir draußen herumtollen. Auch wenn ich den Winter echt irgendwie schon vermisse. Ich mag ihn. :)