Österreich – Tag 6

Und schon war unser letzter kompletter Urlaubstag da. Am 7. Tag haben wir nur vormittags ausgecheckt und sind dann gefahren – davon gibt’s keine Fotos und nichts zu erzählen, daher wird dies nun der Abschluss meines Urlaubsberichtes.

Der Tag war herrlich und entwickelte sich irgendwie spontan so. Wir gingen morgens in die nahegelegene Therme – eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust drauf, aber MTM hat mich überredet. Zum Glück! Die Therme war teuer, aber wundervoll, und es wurde auch für Familien einfach an alles gedacht. Wir hatten nur 2 Stunden bezahlt, aber als diese schnurstracks rum waren, blieben wir einfach noch und zahlten schlussendlich den Tagespreis. ;) So richtig konnte ich mir den Tagesverlauf in der Therme mit Kleinkind nicht vorstellen, aber wir probierten es einfach aus und wurden letztlich nicht enttäuscht. Nach 2 Stunden Plantscherei im Wellenbad und im Sole-Becken bekam er sein Mittagessen in dem Gastrobereich. Im Bad gab es kostenfrei Buggys, wovon wir uns einen schnappten, um das Kind irgendwie zum Mittagsschlaf zu schuckeln. Das ging besser als erwartet; trotz des Lärms war der Kleine innerhalb von wenigen Minuten weggedöst. MTM machte es sich mit einer Zeitung bequem und ich verkrümelte mich in das salzige, wundervolle Außenbecken mit ganz viel Dampf um den Kopf und einer wahnsinnig schönen Aussicht auf schneebedeckte Berge.

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Nach seinem Schläfchen ging ich mit dem Kind plantschen und MTM machte Wellness im Außenbecken. Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann war unser aller Haut so schrumpelig, dass wir dann doch wieder den Weg ins Hotel antraten. Wir waren alle sehr entspannt und auch erschöpft, genau so sollte ein letzter Urlaubstag sein, finde ich.

Trotzdem gingen wir dann, nach der Jause, nochmal kurz in die Stadt, um den Wochenmarkt anzugucken, der irgendwie gar keiner war. Naja, im angrenzenden Kinderladen hab ich dann zumindest noch was für MTE und seinen kleinen Großgroßcousin gekauft.

Am letzten Abend hab ich dann sogar noch ein Foto vom fantastischen (aber leider oft zu salzigen) Essen gemacht – es gab diesmal ein 5-Gänge-Menü und dazu ein Nachspeisenbuffet. In dem Hotel kann man es sich echt richtig gutgehen lassen, bis man aus allen Nähten platzt.

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Zum Abend auf dem Zimmer mit Wein und leisem Quatschen gibt’s wie bisher auch nicht viel zu sagen. Außer, dass ich es auch nach 6 Tagen noch genossen habe, sehr sogar. Und nun hat uns längst der Alltag wieder: Selber kochen, selber putzen und keine Kinderbetreuung für wenigstens mal 2 Stunden. Aber es ist trotzdem auch zu Hause schön. Nur nicht GANZ so schön wie im Sorgenfreiurlaub. :)

Österreich – Tag 5

Am Vormittag haben wir mal wieder die Kinderbetreuung in Anspruch genommen, einfach um es nochmal auszuprobieren. Es lief nicht so toll wie beim letzten Mal, weil der Kleine ständig von den Betreuerinnen rumgetragen werden wollte. Aber immerhin hat er sie nicht angefremdelt, das ist doch was. Sie haben ihm seinen Wunsch erfüllt und wir haben in der Zeit im Aufenthaltsraum gelesen. ;)

Nach dem Mittagessen machte das Kind im Buggy seinen Mittagsschlaf, während wir mit ihm durch die kleine Stadt Altenmarkt spazierten, in der wir seit 5 Tagen unseren Urlaub verbrachten.

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Wir machten einen Schaufensterbummel und kauften auch dies und das ein. Alles in allem fanden wir es für so ein idyllisches Örtchen einfach viel zu laut wegen des regen Verkehrs, aber was soll’s. Schöne, ruhige Fleckchen entdeckten wir immerhin auch.

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Wir liefen dann mit dem inzwischen wieder wachen Kind zurück und schauten uns nochmal im großen Garten des Hotels um. Wir entdeckten Ziegen und eine Katze, vor der unser Kind leider etwas Angst hatte. Oh man, und ich bin so eine Katzennärrin. :) Nun gut, ich hab mich mit der Miez ein bisschen befasst und sie folgte mir deshalb natürlich überall hin. Im Hotelgarten gibt es einen Badeteich, der nun ganz dick zugefroren war, sodass ich mich traute, darauf herumzurutschen. Mit meiner pelzigen Freundin, natürlich! (Auf dem Bild sieht es aus, als wäre da genau unter meinen Füßen ein Riss. Oh man, wer weiß in welcher Lebensgefahr ich schwebte!? ;D)

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Den restlichen Nachmittag verbrachten meine Jungs wieder im Spielzimmer, während ich eine Cleopatea-Packung und eine Kopfmassage genoss. Sooo herrlich! Ich hätte danach am liebsten das Abendessen im Bett vor der Glotze zu mir genommen, aber das geht ja weder mit Baby im Zimmer, noch mit Buffet im Speisesaal. ;) Das brachten wir dann noch schnell hinter uns, bevor wir einen weiteren chilligen Abend auf dem Zimmer in unseren Betten verbrachten – eigentlich brauche ich das gar nicht mehr zu erwähnen, oder?!

Österreich – Tag 4

Am 4. Urlaubstag traten wir wieder hinaus ins Winterwunderland – und wie! Das Wetter war wunderbar: Sonnig, trocken, knackig kalt. Wir hatten einen kleinen Ausflug geplant zu einer der Seilbahnen in der Nähe. Da das Kind im Auto eingepennt war, fuhren wir noch ein bisschen herum und bestaunten die idyllische Gegend.

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Als der Kleine dann sein Schläfchen beendet hatte, starteten wir auch direkt unser Abenteuer, liehen uns unten an der Talstation wieder einen Schlitten aus und stiegen in die Gondel. Bei der Mittelstation stiegen wir aus, da es dort eine kleine Winter-Kinderwelt gab. Für so ganz kleine Scheißerchen wie unseren war das leider nichts, aber zumindest gab es einen kleinen Hügel, und er saß ja wieder schön dick eingemummelt im Schlitten. Wir konnten ihn also ein paar Mal rodeln lassen, ansonsten zogen wir ihn hinter uns her und staunten über die ganzen Skifahrer (und darüber, wie leicht und locker das aussieht). Es war Zeit für das Mittagessen, also kehrten wir in die einzige Skihütte ein. Es gab keinen Hochstuhl und die Bude war brechend voll, aber wir konnten das Kind trotzdem irgendwie füttern und sogar selbst noch ein typisches, überteuertes Convenience-Skihüttengericht probieren. ;) Wie erwartet, waren der Topfenpalatschinken und die Dampfnudel enttäuschend, aber immerhin hatten wir es nun mal live miterlebt.

Wir entschieden dann, noch weiter nach oben mit der Gondel zu fahren. Die Fahrt durften wir sogar noch kostenlos antreten, der Österreicher hat ein Herz für Eltern mit Kind und Schlitten. ;) Ganz oben angekommen, raubte es mir persönlich erstmal den Atem. Zum Glück haben wir das gemacht, auch wenn man oben nichts tun kann als gucken und wieder runterfahren – im Normalfall halt auf Skiern.

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Was für eine Sicht! Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Und so stromerten wir ein Weilchen dort oben rum, ich fotografierte wie eine Irre und freute mich des Lebens. Unser Sohn machte alles prima mit, staunte bei der Seilbahnfahrt, steckte die Kälte gut weg und zeigte sich auch für Selfies kooperativ. ;) Als die Bäckchen immer roter wurden, fuhren wir dann aber auch wieder nach unten, nicht ohne einen letzten Blick über die Berge.

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Nun war es auch an der Zeit, sich wieder aufzuwärmen. Wir fuhren ins Hotel zurück, stärkten uns bei der Jause und gingen dann aufs Zimmer, um zu dritt im großen Bett noch ein Nachmittags- bzw. Vorabendschläfchen zu halten. Beim Abendessen stürzten wir uns aufs köstliche italienische Buffet und dann ging es auch schon wieder ins Bett – der Kleine ins kleine und die Großen ins große. :D

 

Österreich – Tag 3

Das wird ein kurzer Eintrag, denn wir haben es uns gegönnt, den ganzen Tag keinen Schritt vor die Hoteltür zu machen. Wir hielten uns ausschließlich drinnen auf und schauten nur raus in die schöne weiße Kälte…

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Zuerst brachten wir nach dem Frühstück den Kleinen wieder in die Betreuung, einfach um es nochmal auszuprobieren. Diesmal gab es überhaupt keine Probleme, er hat gespielt und nicht geweint und als wir nach einer Stunde zurückkamen, hat er uns überhaupt nicht beachtet. Da sind wir direkt nochmal abgedampft für eine Stunde. :D Die Zeit verbrachten wir im Aufenthaltsraum mit unseren Büchern.

Zum Mittagessen gingen wir ins hauseigene Restaurant und danach machten wir zusammen einen ausgedehnten Mittagsschlaf im großen Hotelbett. Der Kleine war völlig fertig vom Spielen. Nach dem Schläfchen war er wieder fit, deshalb ging MTM mit ihm nach der „Jause“ nochmal ins Spielzimmer, aber blieb mit dabei. Und ich? Ich hatte einen Termin zur Ganzkörpermassage. Herrlich!

Der Abend war wie immer: Abendessen, Bett, Wein, Chillen. :D

Österreich – Tag 2

Nach dem herrschaftlichen Frühstück brachen wir Drei auch direkt auf. MTM hatte sich in den Kopf gesetzt, mit MTE zu rodeln. Also, irgendwie hatten wir da falsche Vorstellungen, wir dachten an kleine Hügel die man sanft und zaghaft runterrutschen kann. Wir hatten einen Flyer von einem Rodelverleih irgendwo weit oben an einer Hütte, wo man angeblich gut mit dem Auto hinkommen sollte. Wir tuckerten ohne Schneeketten hinauf, weil wir bei österreichischen Autos auch keine Schneeketten entdecken konnten, aber irgendwann bekamen wir es doch mit der Angst zu tun. :D Wir kamen zwar oben an, aber der Schnee war sehr tief und als wir die Rodelbahn sahen, war uns klar, dass das nicht geht mit einem Einjährigen. Die Rodelbahn war ungefähr 100km lang und steil wie sonstwas. Da gab es auch nicht einen kleinen Hügel nebenan oder so… Ich dachte mir das ehrlich gesagt schon vorher, aber MTM musste sich wohl erst davon überzeugen mit eigenen Augen. ;) Wir fuhren unverrichteter Dinge wieder runter und in den nächsten Ortsteil Zauchensee, ohne zu wissen was wir dort sollten. Und die Entscheidung war richtig, alles was sich dann entwickelte machte diesen schönen Urlaubstag aus. :)

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Wir parkten vor Ort ein, um uns herum sahen wir Skihänge und viele Skifahrer heruntersausen. Besonders hübsch war es dort erstmal nicht, aber wir blieben einfach mal, liehen uns einen Schlitten für den Kleinen mit Rückenlehne aus, packten ihn in seinen Fußsack uns zogen los. Wir spazierten, schauten uns die Kinderskischule an, kehrten zum Mittagessen (MTE aß sein Gläschen, wir tranken Bier und Glühwein) schnell und unkompliziert ein und spazierten dann noch durch die Gegend. Ein bisschen weiter weg von den Skihängen wurde es doch landschaftlich noch richtig schön und auch ein bisschen hügelig auf dem Spazierweg. So konnten wir den Kleinen immer mal wieder mit dem Schlitten anstupsen und er fuhr dann mit einem lauten „Huuuuiiii“ meinerseits zum wartenden Elternteil weiter unten. Wir hatten Spaß!

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So richtig weiß ich jetzt gar nicht mehr, wie der Nachmittag weiterging. Vermutlich haben wir uns dann alle zum Mittagsschlaf hingelegt und sind später noch ins Spielzimmer gegangen, dann zum Abendessen und dann alle ins Bett, MTE mit Schnuller und wir mit einer Pulle Wein! :D

Österreich – Tag 1

Still war es mal wieder hier, aber diesmal war es nicht das reine Familienleben, was mich vom Bloggen abhielt. Nee, wir waren nämlich im Winterurlaub. Wir hatten nach den zwei Wochen in der Heimat noch eine Woche in Stuttgart und dann ging es auch schon weiter ins Salzburger Land. Eigentlich, das muss ich zugeben, war uns das alles auf einmal zu viel. Als ich den Urlaub buchte, hielt ich das für eine tolle Idee, die Elternzeit von MTM auch zum Teil für Urlaub zu nutzen. Aber dann wünschten wir uns, wir hätten nicht so viel geplant. Die Zeit in meiner Heimat war wunderbar und wichtig, doch nach 17 Tagen dort sehnten wir uns auch ein bisschen nach dem normalen Leben in unseren eigenen 4 Wänden. Gut, sämtliche Überlegungen (Reiserücktrittsversicherung nutzen, Krankenschein irgendwie holen…) verliefen doch im Sande und nach der einen Woche in unserem Zuhause fühlte ich mich plötzlich doch urlaubsreif. Ich stand so unter Strom, wollte Listen abarbeiten sobald ich eine freie Minute hatte – und davon hatte ich viele, weil MTM und MTE viel zusammen unternommen haben. Die Tage verflogen nur so und bestanden aus Listen, Haushalt, Mahlzeiten… Ich freute mich richtig auf einen pflichtfreien Urlaub, zum Glück! Denn trotz unserer anfänglichen Unlust haben wir unsere Reise keine Minute bereut. Alles klappte wunderbar, auch all das, worüber ich mir Gedanken machte (Mahlzeiten vom Kind, kindlicher Schlaf im fremden Hotelzimmer, Unternehmungen mit Kind, Kinderbetreuung…).

Wir fuhren am Samstag den 14.1. vormittags los, die Fahrt war beschissen, mehr gibt’s nicht dazu zu sagen. ;) Wir kamen erst um 18 Uhr im Hotel an und hatten kaum Zeit zum Auspacken, den der Kleine war schon müde und wir mussten noch zum Abendessen. Dieses war ausgezeichnet, lief aber mit dem Kind etwas anstrengend wegen der Umstellung vermutlich, richtig genießen konnten wir es jedenfalls nicht. Oben auf dem Zimmer gab es auch nochmal ein ziemliches Trara beim Hinlegen des Kleinsten, aber mit Händchenhalten schlief er schnell ein und somit war das fremde Bett akzeptiert. Wir lagen dann mucksmäuschenstill in unserem Bett, ohne Glotze, nur mit Buch und Tablet und flüsternden Gesprächen. Wie genau das werden würde – mit dem Kind ab 19/20 Uhr auf dem Zimmer zu sein, konnte ich mir vorher nicht richtig vorstellen. Aber genau diese Abende waren es dann, worauf ich mich jeden Tag total freute.

Am nächsten Morgen, und jetzt kommen wir endlich zu Tag 1, probierten wir nach dem Frühstück gleich mal die Kinderbetreuung für eine halbe Stunde. In den 30 Minuten wurde 3 Mal geweint, gut, wir waren ja noch am Anfang. ;) Wir erkundeten in Familie dann erst einmal den Garten des Hotels…

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…und dann die nähere Umgebung. Knackig kalt war es im wunderschönen Winterwunderland.

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Am Nachmittag gingen wir noch mal in den Kinderclub und ließen MTE spielen, blieben aber dabei. Er beachtete uns überhaupt nicht, aber ab und zu guckte er sich kurz mal um, um sich rückzuversichern dass wir noch da sind. Wir quatschten unterdessen mit anderen Eltern und ich muss gerade echt schmunzeln beim Schreiben dieser Worte. Sowas wäre für mich früher, offen gestanden, der Horror gewesen. Jetzt tut es mir einfach nur gut, andere Familien zu erleben, weil nirgends alles perfekt ist und man sich einfach ungeniert austauschen kann über den Kinderkram, der einen beschäftigt.

Das Abendessen verlief diesmal schon besser, auch weil ich entspannter war, und der Abend auf dem Zimmer war schön ruhig und chillig. Das war von außen betrachtet sicherlich ein wenig spektakulärer Urlaubstag, aber für uns war es toll. Wir mussten nicht kochen und nicht sauber machen und brauchten uns nur darum zu sorgen, was wir unternehmen. Zudem haben wir erstmalig unser Kind in fremde Hände gegeben und natürlich ein kleines Stückchen vom winterlichen Österreich kennengelernt. Passt (würde der Österreicher jetzt sagen)!

Neujahr in Wien

Da wir vom Silvesterabend reichlich durchgefroren und relativ früh (2 Uhr) und relativ nüchtern (2 Piccolo, 2 Glühwein) zurück ins Hotel kamen, konnten wir am Neujahrstag nochmal richtig durchstarten mit dem Sightseeing. Naja, fast. Ich merkte schon die Erkältung in mir aufsteigen, aber das hinderte mich nicht an der Teilnahme am traditionellen Katerfrühstück auf dem Rathausplatz.

Katerfrühstück Wien

Dort wurde das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker übertragen, wovon wir ein Stückchen bei einem Punsch ansahen. Die Stimmung war irgendwie schön und heimelig, auch wenn natürlich massenhaft Touristen wie wir unterwegs waren.

Wien

Wir schlenderten den ganzen Tag durch die Stadt, mir taten die Füße am Ende fast so weh wie in New York, muss ich sagen. Die Kälte kroch an diesem Tag auch mehr in die Glieder, obwohl es eigentlich wärmer war. Aber das feuchte Tauwetter und der Wind machten’s doch bisschen ungemütlich. Dennoch ließen wir uns davon nicht beeindrucken, stattdessen öffneten wir den Blick für diese Stadt, die mit all ihrem Schnörkel und Pomp ganz schön beeindruckte.

Hofburg

Lustig war es auch hier und da, die kleinen feinen Sprachunterschiede entzückten mich besonders, habe ich mich damit doch u.a. in meiner Magisterarbeit beschäftigt. Schade, dass auf den Speisekarten ganz touristenkonform inzwischen „Tomaten“ und „Blumenkohl“ vermerkt sind statt der echten österreichischen Worte. Oder sagt man die allgemein auch seltener?

Fussgeher

Auf der besagten Speisekarte fanden wir erfreulicherweise das heißersehnte Wiener Schnitzel, das wir natürlich unbedingt in Wien essen wollten. Ein Stückchen Mini-Sachertorte hatten wir uns vorher schon geteilt, das war auch so ein Vorhaben. Am Hotel Sacher haben wir uns dafür jedoch nicht angestellt, das kann sich so sehr gar nicht lohnen, dass ich mich für ein Stückchen Kuchen und Massenabfertigung anstelle.

Wiener Schnitzel

Nach dem Essen und Biertrinken zog es uns nochmal zum Stephansdom, um ihn nochmal ohne den Silvestertrubel zu bestaunen und auch von innen zu sehen. Auch sehr beeindruckend, muss ich sagen. Eine wahnsinnig imposante Stadt, dieses Wien! Fahrt hin und staunt!

Stephansdom Wien

Am 2.1. machten wir uns nach dem Frühstück gleich auf den Heimweg, weil ich stärker kränkelte und trotz wunderbaren Sonnenscheins keine richtige Kraft hatte, nochmal durch die Kälte zu rennen. Schade eigentlich, aber wir haben uns vorgenommen, Wien nochmal ausgiebiger im Sommer zu bestaunen, vielleicht sogar diesen Sommer.

Unsere Heimreise dauerte sehr lange, aber wir machten auch einen kurzen Zwischenstopp in der ältesten Stadt Österreichs (Enns) und einen in Linz zum Mittagessen. Es gibt Leinöl in Österreich und ich habs gegessen, mit zermatschten Erdäpfeln! Ein Traum für eine Lausitzerin, ich hab diesen krönenden Abschluss sehr genossen. :)

Silvester in Wien

Am Silvestermorgen quälten wir uns sehr früh aus dem Bett, um unsere doch recht lange Reise nach Wien anzutreten. Da wir nicht mit dem Flieger, sondern mit dem Auto unterwegs waren aus Kostengründen, mussten wir ca. 7 Stunden für die Anreise einplanen. Alles lief super und wir kamen am Nachmittag im Motel One am Prater an. An dieser Stelle muss ich kurz meine Begeisterung für diese Hotelkette teilen: Ich finde es toll, man weiß immer was einen erwartet, es ist stilvoll eingerichtet und sauber und bietet eigentlich alles, was man braucht für weniger Geld als anderswo. Zu Silvester in Wien bekam man das Zimmer allerdings zu keinem günstigen Preis, den Aufschlag zahlt man aber überall und letztlich war es mir das auch wert. Denn Wien zu Silvester, das muss man mal erlebt haben!

Wurstelprater

Wir hübschten uns erstmal auf und gingen dann direkt rüber zum „Wurstelprater“ am Wiener Riesenrad, wo ein schöner Wintermarkt mit Fressbuden und Glühwein auf uns wartete. Hier war eine Bühne aufgestellt und die Band fing so langsam an, während wir uns Punsch und Glühwein schmecken ließen. Lange hielt es uns dort trotzdem nicht, wir wollten schließlich endlich die Altstadt sehen! Also ab in die U-Bahn und zum Rathaus, wo schon mächtig viel los war. Musik und viele Büdchen boten alles, was das Herz begehrte.

Rathaus Wien

Mein Herz haben aber dann die Geigenspielerinnen auf einer kleineren Bühne erobert, sowas wundervolles habe ich wirklich selten gehört. Ich konnte mich kaum losreißen, aber schließlich ist der berühmte „Silvesterpfad“ in Wien sehr weitläufig und wir hatten noch so viel zu laufen und zu sehen. Überall trieben sich Menschenmassen herum, an jeder Ecke spielten Bands oder DJs alle möglichen Musikrichtungen, es gab ein Überangebot an Essen und Getränken, wir konnten einfach nur sehr zufrieden sein.

Sekt und Krakauer

Die Minusgrade steckten wir recht locker weg, schließlich waren wir ständig in Bewegung, hier und da schwang ich auch kurz den Hintern zur Musik und als wir kurz vor 12 zurück zum Rathausplatz gingen, tanzte MTM mit mir den Schneewalzer in einer großen Menge anderer Tänzer. Das war vielleicht romantisch, das kann ich euch sagen (und das sage ich echt nicht oft)! Als dann zum Jahreswechsel ein herrliches Feuerwerk überm Rathaus erleuchtete, tanzten wieder alle Menschen, diesmal den Donauwalzer. MTM und ich selbstverständlich auch, und so hatten wir mit tausenden anderen Leuten einen richtig tollen Start ins neue Jahr und für den kurz aufkeimenden Schwermut in mir war plötzlich kein Platz mehr, denn er musste der Freude weichen.

Silvester Wien