Der innere Schweinehund

…konnte nach SIEBEN Monaten endlich mal überwunden werden. Denn erst sieben Monate dieses Jahres mussten vergehen, bis wir uns wieder auf unsere nigelnagelneuen Drahtesel schwingen würden. Schande über unsere Häupter, ich weiß. Aaaaber ich habe Ausreden, ich bin in einer besonderen Situation und anfangs war mir nur schlecht und ich war soooo müde und dann ging es besser aber dann war es viel zu heiß für eine untrainierte Schwangere und dann kam der Urlaub und… Na, jedenfalls sind wir gestern Rad gefahren. :D

Wir haben so einen neuen Radträger fürs Auto, damit haben wie die Räder ins schöne Ludwigsburg transportiert. Als wir sie neu hatten, sind wir von hier aus bis nach Ludwigsburg gefahren, aber fast dabei verreckt, so anstrengend war das hier im Hügelset. Das ist gerade nicht mehr drin, aber mit dem Auto hinfahren und dort bisschen radeln, das war schon gut machbar. Es war sehr heiß, aber immer noch erträglich. Und es hat Spaß gemacht. Komisch ist nur, dass ich irgendwie keine Lust hatte, Fotos zu machen. Ich hab doch sonst meine Kamera immer im Anschlag, halte alles mögliche fest. Es hätte viel zum Knipsen gegeben, das Schloss Monrepos zum Beispiel, oder die weiten Felder rundherum. Oder die wunderschönen Pferde. Nun sind die Bilder eben nur in meiner Erinnerung, ist auch mal was anderes. :)

Das machen wir jedenfalls wieder, aber nicht erst in sieben Monaten. Am besten bald, bevor ich direkt beim Draufsetzen einen Platten hab wegen aktuen Wal-Daseins.

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Wandertag

Wandern

Am Samstag waren wir in der Pampa auf dem Land zum Wandern verabredet mit zwei befreundeten Pärchen und deren Kindern (auf den Rücken der Männer, sehr chillig, alles easy… ;)). Und zwar hatten wir uns die Schwäbische Alb vorgenommen – natürlich nicht die ganze, höhö, sondern nur einen kleinen aber durchaus respektablen Teil. Insgesamt liefen wir diesen Rundweg von ca. 10 Kilometern in zwei Stunden bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen.

Schwäbische Alb

Wir waren eine lustige Wandertruppe, haben viel gelacht und gelabert, es war einfach ein sehr entspannter Nachmittag mit viel frischer Luft und viel Natur. Da hat man mal richtig den Kopf frei gekriegt, raus aus der Stadt und raus aus dem Alltäglichen.

Schwäbische Alb

Königlich war natürlich die Belohnung für den ein oder anderen Aufstieg: Freie Sicht auf Burg Hohenzollern! Und später gab’s sogar noch eine Belohung: Zwischenstopp, Eisbecher und Kaffee! Noch viel später folgte die Abschlusseinkehr mit Burger und Bier. Wir haben es uns richtig gutgehen lassen alle miteinander, es war echt ein schöner Samstag.

Burg Hohenzollern

Burg Hohenzollern

Schee isch’s im Ländle, gell? ;)

(Aktiv)Urlaub zu Hause

Nun wachten wir also am Freitag, den 26.09.14, zu Hause auf und hatten unseren ersten Heimurlaubstag vor uns. Klar, wir mussten einiges erledigen: Wäsche waschen, Lebensmittel kaufen, um Winterreifen kümmern und einen neuen Kühlschrank kaufen. Für die letzten beiden Sachen hatten wir vorher einfach keinen Nerv, aber an diesem Tag lief das alles wie von selbst und total entspannt. Wir hatten ja gefühlt noch ewig Zeit für alles urlaubsmäßig Schöne! Schon an diesem Abend war dafür wieder Zeit, denn MTM und ich gingen nach einer Ewigkeit mal wieder ins Kino und mit unserer Filmwahl waren wir sehr zufrieden. „Who am I“ hat sich gelohnt, für mich sogar doppelt, weil ich Wotan und Elyas äußerst anziehend finde. :DD

Am Samstag kümmerten wir uns um das Loswerden des alten und das Aufstellen des neuen Kühlschranks, nutzten noch schnell das schöne Wetter bei einem kleinen Weinbergspaziergang und chillten dann bis nachts um 3 mit Rotwein, der Glotze, der Couch und unseren Laptops. Ja, jeder für sich und trotzdem zusammen, das geht und ist eigentlich ganz schön. Wir sind eben auch mal so. :)

Sonntags begann unser eigentlicher „Aktivurlaub“, denn wir hatten uns vorgenommen, unsere eingerosteten Glieder mal ein bisschen mehr zu bewegen und diesen Urlaub als Anfang zu nutzen. Nun hatten wir das in Holland ja mit Leichtigkeit hingekriegt: Strandspaziergänge, Radfahren, durch Amsterdam rennen. Aber zu Hause muss man sich da schon etwas mehr überwinden bzw. ein paar gute Ideen haben, damit es nicht langweilig wird. Unsere Idee war für diesen absoluten Sonnentag, 8 km in die Innenstadt zu laufen. Das Ziel: Ein Eis zur Belohnung. Auch wenn uns am Ende die Füße schmerzten, war das Laufen bei dem Wetter herrlich. Wir liefen am Neckar entlang, kamen am Volksfest vorbei, durchquerten den Schlossgarten und erreichten nach zweieinhalb Stunden das Ziel: Kokos- und Nutella-Eis beim Old Bridge, geil! Weiter ging es wenige Schritte zum geliebten Palast der Republik auf ein Radler, danach ein paar mehr Schritte in den Stuttgarter Süden zum türkischen Abendessen beim Sultan Saray. Dort waren wir nicht allein, sondern in bester Gesellschaft. Es wurde ein lustiger Abend mit unseren Freunden und für den Rückweg musste ein Taxi herhalten, weil wir zu unvernünftig für die günstigere Bahn waren. Türkischer Wein macht übermütig… ;D

Wieder hatten wir Glück mit dem Wetter am Montag und diesmal nutzte ich es fast ganztägig auf dem Balkon mit meinem Buch und meinen Listen und der Wäsche, die sonnengetrocknet so gut riecht. Entschleunigung pur. Und zur Tagesaktivität zähle ich jetzt einfach mal mit, dass wir am Abend zu zweit auf’s Volksfest gegangen gefahren sind und dort unsere übrigen Bier- und Hähnchenmarken verschleudert haben, inklusive asiatischer Bekanntschaften (wie IMMER auf dem Wasen) und Abtanzen auf der Bierbank!

Schlimm fand ich es nicht, dass der Dienstag mal nicht sonnig, sondern trüb war, gehört halt auch dazu zum Herbst. Umso gemütlicher war das Vormittagschillen und umso schöner war der nachmittägliche Besuch im Freizeitbad. Aber bevor wir in den Thermal- und Solebecken entspannten, zwangen wir uns erst einmal zu 60 Minuten Bahnenschwimmen. Ich stellte fest, dass man ungefähr nach der 10. Bahn die schmerzenden Muskeln nicht mehr spürt und dann ohne Probleme wie von alleine schwimmt. ;) Erst hinterher merkte ich, wie wackelig ich auf den Beinen bin und wie anstrengend es wohl trotzdem war. Ein gutes Gefühl.

Den wieder sonnigeren Mittwoch nutzten MTM und ich für einen ausgiebigen Shoppingtag in der Innenstadt. An einem Werktag vormittags durch die Stadt und Geschäfte laufen zu können, das ist wirklich ein besonderes Erlebnis, welches wir uns in unserem Heimurlaub nicht entgehen lassen wollten. Zudem hatte kürzlich ein neues Einkaufszentrum in der Innenstadt eröffnet, welches wir erkunden wollten. Ich war zufrieden, muss ich sagen, hat mir gut gefallen, das Gerber. Und wenn man nach außen tritt, ist man mittendrin in der City und kann noch durch genug Straßen flanieren und die Sonne genießen. Das taten wir, wir sind sehr viel gelaufen und ich habe auch hier und da ein paar nette Teile für die kühle Jahreszeit erstanden.

Am Donnerstag erreichten uns die beiden Gründe, die uns zu einem günstigeren Holland- und Heimurlaub veranlassten. Ursprünglich schwebten uns nämlich ganz andere Ziele vor, das weiteste war Kanada. Aber dann besannen wir uns auf eine Anschaffung, von der wir uns unsere verkümmerten Muskeln länger etwas haben: Fahrräder! :D Direkt nach deren Ankunft düsten wir los, hier den Berg runter, am Neckar und Volksfest vorbei, durch den Berufsverkehr (ohne Stau für uns, ha!) in einen Biergarten. Herrlich! Auf dem Rückweg machten wir noch an einem anderen Biergarten Halt und dann erklommen wir „unseren“ Berg, auf dem wir wohnen, ohne Absteigen. Ein Wunder, wirklich, das hab ich nicht erwartet, ich sah mich schon schiebend.

Den sonnigen Freitag, Tag der deutschen Einheit, nutzten wir wieder zum Radfahren. Diesmal war unser Ziel das 20km entfernte Ludwigsburg. Wir hatten uns zum Kaffee bei Freunden angekündigt und erreichten unser Ziel nach 2 Stunden, nicht ohne zwischendurch wegen diverser laaaanggezogener Steigungen fast auszuflippen. Aber wir haben es geschafft und waren froh und stolz, zumindest hinterher. Der Rückweg war dafür angenehmer (bis zu „unserem“ Berg, dem Drecksding, versteht sich) und wieder einmal hielten wir an einem Biergarten zum Abendbrot, den wir schon lange mal besuchen wollten. Nun, mit Rädern hat man irgendwie einen besseren Grund, soowas anzusteuern. Selten setzt man sich doch ins Auto und fährt direkt zu einem Biergarten, isst eine Bratwurst und fährt wieder heim. Mit dem Rad ist das anders, es fühlt sich jedenfalls anders (und besser) an.

Gestern, am Samstag nutzte ich die freie Zeit nicht wie üblich zum Putzen o.ä. (im Urlaub putze ich nicht, kannste abhaken), sondern zum Sortieren von Fotos, Bloggen, Kochen. Gekocht habe ich sowieso in dem Urlaub einiges, was ich mal wieder kochen wollte, wozu ich aber sonst zu faul war. Es war einfach immer viel Zeit für alles mögliche da, nur zum Lesen (Blogs und Bücher) bin ich kaum gekommen, obwohl auch das mir Freude bereitet. Naja, bei doofem Wetter wieder. :) Das Wetter gestern war ja erneut herrlich und zum Abend nutzten wir das wieder, indem MTM und ich auf die Piste gingen. Aufgehübscht gingen wir was essen und dann ein paar Cocktails vernichten, das alles draußen, wo es zwar frisch, aber trotzdem noch angenehm war. Erst später besuchten wir noch einen Club auf einen Absacker, aber zum Tanzen kam ich nicht mehr (MTM sowieso nicht, der ist eher der Kopfnicker), weil wir gegen 1 Uhr beschlossen, der Müdigkeit nachzugeben und nach Hause zu gehen. Völlig ok so, ein Abend muss nicht bis zum Morgen andauern, um schön zu sein.

Und heute? Eigentlich chillen, Beauty machen, mental auf die Arbeit morgen vorbereiten…wie ein letzter Urlaubstag eben so ist. Aber ich habe irgendwie Hummeln im Hintern. Die Sonne scheint, zwei super Fahrräder stehen im Keller, in der Innenstadt gibt’s geiles Kokos- und Nutella-Eis… Ich bin dann erstmal weg!

Urlaubscollage

Brechreizerregende Idylle ;)

Gestern waren wir also auf unserer Radtour. Ungefähr 5 Stunden waren wir unterwegs, da sind aber auch ein ausgedehntes Päuschen im Biergarten und diverse Zwischenstopps an Brunnen und Bänken zur Abkühlung/Erholung inbegriffen. Der Plan, in nicht so bergiger Gegend zu fahren, hatte sich dann auch erledigt. Spätestens, als wir mitten in den Weinbergen landeten. Ich glaube, man hat mich bis Heidelberg fluchen hören. ;)
Unsere völlig unverplante Tour führte uns ins benachbarte Remstal, wo wir einige Dörfer passierten, wo die Großstadt meilenweit entfernt zu sein scheint (aber doch so nah ist), wo es Landwirtschaft noch und nöcher gibt, wo man sich vorkommt wie im Schlaraffenland vor lauter Obst- und Gemüsefeldern…
Kennt ihr „Rehleinfilme“? Diese Heimatfilme, in denen man fast das Kotzen kriegt vor lauter Idylle? Wo Rasen und Bäume grüner sind als sonstwo, es an jeder Ecke glückliche Tiere gibt, jedes Haus aussieht wie gemalt, überall freundlich lächelnde Menschen aufkreuzen. Leute, im Ernst, ich befand mich gestern in einem Rehleinfilm. Nur meine Wenigkeit störte ein wenig dieses perfekte Bild, glaube ich (schwitzend, keuchend, fluchend – wie das eben so ist, wenn ein Flachlandkind mit dem Rad über BERGE gescheucht wird).

Remstal

Und wie gesagt, wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland. Nur, dass man den Obstbauern ja nicht einfach ihre Ernte klauen darf. Dieser Aspekt hatte mich sehr frustriert, als wir auf einer Bank ein Päuschen machten und ich den PERFEKTEN Apfel bemerkte. Ganz oben am Baum. Nun, selbst wenn wir ihn hätten klauen wollen, wir wären nicht rangekommen. Nicht mal mein riesiger Freund. Wozu ist man eigentlich so groß, wenn man nicht mal ohne Leiter einen Apfel pflücken kann?! Nun ja, letztendlich fiel vor meiner Nase ein anderer, auch recht hübscher Apfel von diesem Baum. Den hab ich dann mal mitgenommen, ihn quasi vorm Verfaulen bewahrt. Das ist doch nobel, oder? Das ist doch dann kein „Mundraub“, nicht?! Ich meine, wäre er vor Ort gewesen, ich hätte dem Besitzer auch 1€ gezahlt. Dann hätte ich aber jenen perfekten Apfel von ganz oben noch dazu gewollt!

Der perfekte Apfel

Was also auch auffält: Kaum ein Obst-/Gemüsebauer hatte einen Zaun um seine Felder. Hier rechnet man offenbar gar nicht damit, dass irgendwer mal zugreift. Es scheint hier ausschließlich ehrliche, freundliche, lächelnde Menschen zu geben. Und ein natürliches Urvertrauen in das Gute im Menschen. Ich sag ja, Rehleinfilm.

Kurz vorm Ziel, nachdem wir viel geradelt waren, geschwitzt hatten, und unsere Gesichter sich mit knallroten, sonnenverbrannten Nasen schmückten, kreuzte ein Brunnen unseren Weg. Also Füße rein und ausdampfen.

Abkühlung am Brunnen

Das war ein abkühlender Segen, der mich die letzten Kilometer nach Hause begleitet von Jubelschreien fahren ließ. Das Jubeln könnte aber auch daran gelegen haben, dass es plötzlich richtig steil bergab ging und ich quasi ca. 50km/h OHNE das Zutun von Muskelkraft fuhr. Gott, war DAS geil! Allein dafür hat sich dieser Ausflug gelohnt. Und für die Pferdchen. Und den Ausblick. Und die Berge, den Apfel, das Grün, die freundlichen Menschen… Ja, verdammt, ich STEH auf brechreizerregende Idylle!!