Neujahr in Wien

Da wir vom Silvesterabend reichlich durchgefroren und relativ früh (2 Uhr) und relativ nüchtern (2 Piccolo, 2 Glühwein) zurück ins Hotel kamen, konnten wir am Neujahrstag nochmal richtig durchstarten mit dem Sightseeing. Naja, fast. Ich merkte schon die Erkältung in mir aufsteigen, aber das hinderte mich nicht an der Teilnahme am traditionellen Katerfrühstück auf dem Rathausplatz.

Katerfrühstück Wien

Dort wurde das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker übertragen, wovon wir ein Stückchen bei einem Punsch ansahen. Die Stimmung war irgendwie schön und heimelig, auch wenn natürlich massenhaft Touristen wie wir unterwegs waren.

Wien

Wir schlenderten den ganzen Tag durch die Stadt, mir taten die Füße am Ende fast so weh wie in New York, muss ich sagen. Die Kälte kroch an diesem Tag auch mehr in die Glieder, obwohl es eigentlich wärmer war. Aber das feuchte Tauwetter und der Wind machten’s doch bisschen ungemütlich. Dennoch ließen wir uns davon nicht beeindrucken, stattdessen öffneten wir den Blick für diese Stadt, die mit all ihrem Schnörkel und Pomp ganz schön beeindruckte.

Hofburg

Lustig war es auch hier und da, die kleinen feinen Sprachunterschiede entzückten mich besonders, habe ich mich damit doch u.a. in meiner Magisterarbeit beschäftigt. Schade, dass auf den Speisekarten ganz touristenkonform inzwischen „Tomaten“ und „Blumenkohl“ vermerkt sind statt der echten österreichischen Worte. Oder sagt man die allgemein auch seltener?

Fussgeher

Auf der besagten Speisekarte fanden wir erfreulicherweise das heißersehnte Wiener Schnitzel, das wir natürlich unbedingt in Wien essen wollten. Ein Stückchen Mini-Sachertorte hatten wir uns vorher schon geteilt, das war auch so ein Vorhaben. Am Hotel Sacher haben wir uns dafür jedoch nicht angestellt, das kann sich so sehr gar nicht lohnen, dass ich mich für ein Stückchen Kuchen und Massenabfertigung anstelle.

Wiener Schnitzel

Nach dem Essen und Biertrinken zog es uns nochmal zum Stephansdom, um ihn nochmal ohne den Silvestertrubel zu bestaunen und auch von innen zu sehen. Auch sehr beeindruckend, muss ich sagen. Eine wahnsinnig imposante Stadt, dieses Wien! Fahrt hin und staunt!

Stephansdom Wien

Am 2.1. machten wir uns nach dem Frühstück gleich auf den Heimweg, weil ich stärker kränkelte und trotz wunderbaren Sonnenscheins keine richtige Kraft hatte, nochmal durch die Kälte zu rennen. Schade eigentlich, aber wir haben uns vorgenommen, Wien nochmal ausgiebiger im Sommer zu bestaunen, vielleicht sogar diesen Sommer.

Unsere Heimreise dauerte sehr lange, aber wir machten auch einen kurzen Zwischenstopp in der ältesten Stadt Österreichs (Enns) und einen in Linz zum Mittagessen. Es gibt Leinöl in Österreich und ich habs gegessen, mit zermatschten Erdäpfeln! Ein Traum für eine Lausitzerin, ich hab diesen krönenden Abschluss sehr genossen. :)

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Silvester in Wien

Am Silvestermorgen quälten wir uns sehr früh aus dem Bett, um unsere doch recht lange Reise nach Wien anzutreten. Da wir nicht mit dem Flieger, sondern mit dem Auto unterwegs waren aus Kostengründen, mussten wir ca. 7 Stunden für die Anreise einplanen. Alles lief super und wir kamen am Nachmittag im Motel One am Prater an. An dieser Stelle muss ich kurz meine Begeisterung für diese Hotelkette teilen: Ich finde es toll, man weiß immer was einen erwartet, es ist stilvoll eingerichtet und sauber und bietet eigentlich alles, was man braucht für weniger Geld als anderswo. Zu Silvester in Wien bekam man das Zimmer allerdings zu keinem günstigen Preis, den Aufschlag zahlt man aber überall und letztlich war es mir das auch wert. Denn Wien zu Silvester, das muss man mal erlebt haben!

Wurstelprater

Wir hübschten uns erstmal auf und gingen dann direkt rüber zum „Wurstelprater“ am Wiener Riesenrad, wo ein schöner Wintermarkt mit Fressbuden und Glühwein auf uns wartete. Hier war eine Bühne aufgestellt und die Band fing so langsam an, während wir uns Punsch und Glühwein schmecken ließen. Lange hielt es uns dort trotzdem nicht, wir wollten schließlich endlich die Altstadt sehen! Also ab in die U-Bahn und zum Rathaus, wo schon mächtig viel los war. Musik und viele Büdchen boten alles, was das Herz begehrte.

Rathaus Wien

Mein Herz haben aber dann die Geigenspielerinnen auf einer kleineren Bühne erobert, sowas wundervolles habe ich wirklich selten gehört. Ich konnte mich kaum losreißen, aber schließlich ist der berühmte „Silvesterpfad“ in Wien sehr weitläufig und wir hatten noch so viel zu laufen und zu sehen. Überall trieben sich Menschenmassen herum, an jeder Ecke spielten Bands oder DJs alle möglichen Musikrichtungen, es gab ein Überangebot an Essen und Getränken, wir konnten einfach nur sehr zufrieden sein.

Sekt und Krakauer

Die Minusgrade steckten wir recht locker weg, schließlich waren wir ständig in Bewegung, hier und da schwang ich auch kurz den Hintern zur Musik und als wir kurz vor 12 zurück zum Rathausplatz gingen, tanzte MTM mit mir den Schneewalzer in einer großen Menge anderer Tänzer. Das war vielleicht romantisch, das kann ich euch sagen (und das sage ich echt nicht oft)! Als dann zum Jahreswechsel ein herrliches Feuerwerk überm Rathaus erleuchtete, tanzten wieder alle Menschen, diesmal den Donauwalzer. MTM und ich selbstverständlich auch, und so hatten wir mit tausenden anderen Leuten einen richtig tollen Start ins neue Jahr und für den kurz aufkeimenden Schwermut in mir war plötzlich kein Platz mehr, denn er musste der Freude weichen.

Silvester Wien