Bisschen Kultur…

…muss auch mal sein. Deshalb geht die gebildete Frau von heute auch ab und an mal auf eine Lesung. Das ist so erwachsen!

Die gebildete Frau, die ich bin, will aber eigentlich gar nicht so erwachsen sein. Kultur ist auch nicht so sehr ihres, es sei denn, es ist irgendwie schräg. Deshalb hab ich nicht nein gesagt, als ich gefragt wurde, ob ich Bock hab, Bela B von den Ärzten beim Lesen zuzuhören. Der hat doch so eine geile Stimme! Und seine Lieder haben so geile Texte! Wenn der ein Buch schreibt, kann es doch nur gut sein. Und lustig. Und seeehr seehr schräg.

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Also, gestern ging es also für mich nach Mannheim. Ich hatte mir frei genommen und verbrachte den Tag mit meiner Ex-Kollegin. Die Stadt ist zum Shoppen und Genießen übrigens auch sehr empfehlenswert! Ich mag den etwas – Verzeihung – abgefuckten Charme von Mannheim sehr. Und den Dialekt. :)

Nun gut, abends traf ich mich mit einer anderen Freundin in der Alten Feuerwache, wo nun also die Lesung stattfinden sollte. Das Buch hatte ich bereits gekauft und angefangen zu lesen, aber besonders weit war ich nicht gekommen. Das fand ich dann eigentlich ganz gut, denn so wurde ich durchaus noch überrascht. Überhaupt nicht überrascht war ich hingegen davon, dass das wirklich witzige anderthalb Stunden waren. Bela B hat jedenfalls das Zeug dazu, das Publikum zum Lachen zu bringen und ist dabei so sympathisch und anziehend wie auch als Bandmitglied der Ärzte.

Übrigens, falls irgendjemand auch, wider besseren Wissens, sich gefühlt mit den Ärzten „etwa in einem Alter“ wähnte, weil er mit ihnen und ihrer Musik aufgewachsen ist: Bela B ist süße 56 Jahre jung. Meine Mutti ist 58. :D

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Weiberkramtag

Am Mittwoch hatten meine Kollegin und ich einen Tag frei genommen, um mal einen richtigen Weibertag zu veranstalten. Nun kennt man ja Stuttgart schon zur Genüge, also zog es uns nach Mannheim, wo meine Begleitung sich gut auskennt, vor allem was die richtigen Adressen für Schönheit, Essen und Shoppen angeht. Zunächst machten wir einen kurzen Halt in Ludwigshafen, wo ich erst einmal ins Schaudern geriet. Vielleicht ist der erste Blick nicht entscheidend und ich sollte noch einen zweiten Blick riskieren, aber ich fürchte, dort wird mich so schnell nichts mehr hinziehen.

Ludwigshafen

In Mannheim hat es mir schon besser gefallen, auch wenn auch diese Stadt mich nicht so sehr vom Hocker reißt. Hübsche Ecken findet man hier und da trotzdem und schön war es auch, einfach mal in einr kleineren Stadt unterwegs zu sein, in der man alles fußläufig erreichen kann. Und neben ein wenig Sightseeing hatten wir natürlich auch noch mehrere andere Ziele, die fast alle mit Weiberkram zu tun hatten.

Rathaus und Marktplatz Mannheim

So besuchten wir einige kleine, liebevoll geführte Läden, die unsere Schuh- und Dekoherzen höher schlagen ließen. Wir aßen hervorragendes Sushi zum Mittagessen und ließen uns dann ein paar Straßen weiter die Augenbrauen fädeln (orientalische Fadentechnik). Eine weitere Pause und Erfrischung gönnten wir uns beim Genießen von Frozen Yoghurt, mal ein Trend auf den ich ziemlich abfahre.

Frozen Yoghurt

Die Krönung unseres Beuatytages stand uns aber noch bevor: Ein zweistündiger Aufenthalt im „House of Beauty“! Ich wollte eigentlich „nur mal gucken“, und plötzlich saß ich auf dem Schminkstuhl, bekam eine Profi-Beratung und ein Make Up verpasst und hielt ratz-fatz ein teures Tütchen in der Hand. ;)

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Damit aber nicht genug: Eigentlich waren wir schon im Begriff zu gehen, als mir einfiel, dass man ja noch mal kurz einen Blick auf die Düfte riskieren könnte. Prompt wurde herumgesprüht, mit Dufttüchern gewedelt, mit Kaffeebohnen neutralisiert und genauso promt hatte ich NOCH eine Rechnung zu bezahlen. Und wisst ihr was? Das schlechte Gewissen ist längst nicht so groß wie das Glücksgefühl beim Auspacken der wertvollen Schätze und beim morgendlichen Anwenden und Auftragen derer. Gott, wie weibisch!

Beautykram

Beflügelt und glücklich traten wir am frühen Abend dann unsere Heimfahrt an. „Oben ohne“ fuhren wir unter der strahlenden Abendsonne zurück und ernteten ordentlich Sommersprossen. In Stuttgart ließen wir den Abend dann noch ausklingen bei einem Salat im Biergarten und einem schönen Spaziergang mit büscheliger Begleitung und herrlichem Blick auf unsere Stadt.

Spaziergang Suttgart von oben

Für diesen Tag haben sich die Überstunden definitiv gelohnt!

Darum bin ich keine Bahnfahrerin!

Ich bin in den letzten 7 Monaten genau 4 Mal mit dem ICE gefahren. Davon wurde ich 2 Mal gezwungen, über eine Stunde blöd rumzuwarten. Einmal im Dezember bei Minusgraden nach unserer Hochzeitsreise und einmal heute. Das ist doch kein Zufall?! Das ist eine Wahrscheinlichkeit von 50%! Hinzu kommt ja die Kutscherei mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, bis man am jeweiligen Hauptbahnhof und wieder zu Hause ist. Und diese Kutschei ist mit Warterei verbunden, die mich waaaaahnsinnig macht! Wenn ich auf Arbeit mit Bus und Bahn fahren würde, würde ich inkl. aller Warterei mehr Zeit verpulvern, als im Auto inkl. Stau. Und Nerven würde ich auch verpulvern. NERVEN! Wenn Bus und Bahn voll mit Schulkindern sind (so wie heute, Klassenausflug, fragt nicht… :|), kriege ich zu jeder Tageszeit die Krätze. Mein Auto hingegen ist MEIN Reich. Ich liebe mein Auto, wirklich, ich liebe es. Danke Deutsche Bahn für die Lehren, die ich aus dir ziehen durfte, du kannst mich echt mal kreuzweise.

Zum Glück hatte ich das dickste Buch der Welt dabei, so konnte ich mir die Zeit vertreiben. Jetzt braucht mir aber keiner damit als Gegenargument kommen. Wenn ich jeden Tag so einen Schinken mit mir rumschleppen würde von Haltestelle zu Haltestelle, bekäme ich einen Haltungsschaden allererster Sahne!

Wenigstens hat sich der heutige Tag insofern gelohnt (neben der Leserei natürlich), dass ich, statt in meinem stickigen Büro zu sitzen, einen raschen Blick auf eine neue Stadt werfen konnte.

Mannheim

Ohne den Bahnhof im Nacken und mit dem Auto an meiner Seite wäre ich so flexibel gewesen, den Blick noch ein bisschen zu erweitern. Könnte sich lohnen, glaube ich!