Wohnst du Reihenhaus, oder was?

Diesen „Satz“ habe ich neulich gehört, original so, wie er da steht. Ich saß im Auto, das auf einem Parkplatz stand, hinter mir das schlafende Kind. Es war echt schwül und das Fenster war offen, da zogen 3 Teenie-Mädchen an meinem Auto vorbei, eine verabschiedete sich, weil sie nun in diese Straße einbiegen musste, und die andere sagte DAS. Mir war wie lachen und heulen gleichzeitig. Ich werde jetzt keine Debatte um die Zukunft der deutschen Sprache starten, nee, echt nicht, ich wollte es nur mal loswerden. Ich hab diese neue Art zu sprechen bisher eben noch nie live gehört. Ich lese die Scheiße immer nur in irgendwelchen Kommentaren auf Facebook oder Youtube. Hab ich eigentlich schonmal erzählt, dass ich mal übelst facebookkommentargemobbt wurde? Ich hatte bei einer Zeitung AUSNAHMSWEISE mal einen Kommentar abgegeben. Und zwar berichtete diese Zeitung irgendwie fünf mal hintereinander von einem Rapper, dessen Namen ich noch nie gehört hatte, und seinem Auftritt in einem Einkaufszentrum (wow…), der einen Polizeieinsatz nach sich zog. Ich fragte dann mal vorsichtig, ob ich hier die Bravo abonniert habe und weshalb diesem Rapper mit albernem Namen so viel Bedeutung beigemessen wird. Oh man. Die Jugend ging daraufhin ab wie ein Zäpfchen, Leute. So isse, die schöne neue Welt. Und ich bin nun auch eine alte Schachtel, die die Jugend nicht mehr versteht. ;)

Gut, das ist ja wieder so ein unstrukturierter Eintrag, habt ihr schon gemerkt, wa?! Also erzähle ich noch mal schnell, der Vollständigkeit eines Tagebuchs halber, dass ich diese Woche in einem echten Buchladen (!) zwei Bücher für mich und zwei für den Kleinen gekauft habe. Ich habe sogar ganz analog in bar bezahlt und war danach einfach sehr glücklich. Buchläden sind toll. Ich hatte mir mal vor einiger Zeit vorgenommen, Bücher ausschließlich in echten Läden zu kaufen und Amazon nur für andere Bestellungen zu nutzen (Musik, Bücher für den Kindle, Zeug fürs Kind, Geschenke, sowas halt). Das klappte bisher gut, weil ich einfach keine Bücher kaufen musste, da ich nicht zum Lesen kam. ;) Das ändert sich gerade wieder und ich genieße es sehr, das Lesen. Und ich genoss den Aufenthalt im Buchladen. Zum Glück ist mein Kind auch so ein Bücherfan; MTE steuert eigentlich ständig auf sein Bücherfach zu, holt ein Buch raus und bedeutet mir, mich hinzusetzen, damit er sich auf meinem Schoß platzieren und mit mir das Buch angucken kann. Absolut süß. Und er liebt am allermeisten Wimmelbücher. Deshalb hab ich in dem Laden auch zwei im Miniformat fürs Auto gekauft.

Ansonsten war in dieser Woche noch IKEA angesagt, weil die Guthabenkarten vom Weihnachtskalender nur 6 Monate gültig sind – ich hatte auf einer 20€ statt 5€, hat sich also wirklich gelohnt! Ich hab dann einen Tomatenstrauch (so heiße ich übrigens auf Instagram, falls wer mir da noch folgen möchte… ;D) und Kresse und eine Wolkenlampe für den Kleinen und die geilsten IKEA-Süßigkeiten überhaupt gekauft: Die Punschrollen. Ich liebe sowas, in meiner Heimat gibt’s manchmal beim Bäcker „beschwipste Nonne“, das schmeckt genauso. Vor diesem IKEA-Bummel fand ein Mittagessen mit ein paar Kollegen statt, was bei traumhaftem Wetter in einem Biergarten total schön war; auch MTE hat gut mitgemacht, den ich ja nunmal unter der Woche zu einem Mittagessen mitnehmen muss.

Was noch toll war in dieser Woche: Ich hatte für 5 Stunden MTMs Tante zum Babysitten engagiert und fuhr mit lauter Musik und aufgedrehtem Bass in die Stadt zum Friseur. Grauhaarabdeckung, fragt nicht. Jedenfalls kann ich da nicht so offen sein wie bei meiner Familie, das ist einfach so, auch wenn ich es theoretisch vielleicht doch könnte. Also tat ich so, als würde das immer megalange dauern beim Friseur, weshalb ich einen Zeitraum von 10 bis 15 Uhr ausmachte. Natürlich dauert das bisschen Färben und Schneiden nicht so lange, sodass ich noch zum Augenbrauenfädeln, zu DM und zu einer der geilsten Salatbars in Stuggi gehen konnte. Bei bestem Wetter, das alles. Es war eine geile Auszeit! Den Bass hab ich bei meiner Ankunft zu Hause wieder runtergedreht, damit das Kind bei der nächsten Fahrt keinen Schock bekommt.

Die Woche, merke ich gerade, war ganz schön ereignisreich. Denn bei einer Freundin  mit Baby (9 Monate) war ich auch noch, um die Kinder im Garten in den Sandkasten zu setzen und selbst zu chillen. Der Sand in meiner Wohnung hat mich später dann zwar echt angekotzt, aber es gibt eben auch Dinge, die man als Mutter leider hinnehmen muss, wenn man ein glückliches Kind will. Ich lerne stetig dazu. ;)

Nun ist mein Kind erkältet, weil es beim Kleinkindturnen, was wir immer dienstags besuchen und was total Spaß macht, wieder auf so eine kleine Rotznase getroffen ist. Sowas nervt mich echt, wenn Mütter ihre erkälteten Kinder zu solchen Nicht-Pflicht-Terminen schleifen müssen. Es ist ja keine Kita und es hängt ja offenbar auch keine Arbeitsstelle dran. Echt ätzend. Nun gut, durch die Erkältung klappt nun plötzlich das Hinlegen zum Mittags- und Nachtschlaf nicht mehr gut, und auch die Nächte sind recht unruhig. Wenn es einige Zeit gut klappte, ist das dann echt wieder eine Umgewöhnung. Hinzu kommt, dass der Kleine nach wie vor IMMER um 5:30 Uhr wach ist, auch wenn die Nacht nicht durchgeschlafen wurde. Ich bin quasi dauermüde, was aber nichts daran ändert, dass ich abends absolute Probleme habe, einzuschlafen. Voll die Muttiprobleme, ich weeß. ;)

So, nun ist mein freier Samstag (die Jungs sind seit 10 Uhr im Zoo) auch gleich wieder zu Ende. Ich hab Beauty gemacht und im Gemeinschaftsblog die nächste Episode der Fortsetzungsgeschichte gebloggt, hab auf dem Balkon gelesen und mit Mutti telefoniert, Wäsche gemacht und hier auch noch was geschrieben. Nun kommt noch eine Kochorgie, damit ich meine Jungs mit einem leckeren Mahl empfangen kann (Curry aus Hackfleisch, Pack Choi und Kichererbsen, dazu Reis), dann mache ich noch mit dem Kleinen zusammen ein Erkältungsbad und dann darf MTM ein bisschen Freiheit haben, während ich mich vermutlich zeitig zum Kleinen ins Schlafzimmer verkrümele. Wenn er krank ist, schläft er besser, wenn wir dabei sind. ♥

Also dann, tschüssi, ich geh jetzt mal Küche. ;D

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Urbaner Jahresabschluss

Berlin – Hamburg – Berlin

Nach den sehr familiären und recht ruhigen Weihnachtsfeiertagen ging es Schlag auf Schlag wieder los. Ich hab ja keine richtige Ruhe, wenn ich in meiner Heimat bin. Ich bin immer ganz schön verplant, weil ich einfach nicht anders kann. Zur Ruhe komme ich eher in Stuttgart, aber hier will ich jeden sehen, der mir wichtig ist, und ich will natürlich auch ein paar Sachen machen, die man ohne Babysitter nicht machen kann.
Am 27.12. verschlug es meine Mutti, meine Tante, meine zwei Cousinchen und mich nach Berlin. Ja, hier vom Brandenburger Land aus geht’s ratz fatz in die Großstadt, muss man nicht drauf verzichten. ;) Wir besuchten zunächst den kleinen neuen Erdenbürger, der an meinem Geburtstag zur Welt kam. Und dann ging es schon weiter, mit richtiger Kultur! Wir besuchten die „Märchenhütte“ in Berlin-Mitte. Man stelle sich mitten in der Großstadt eine urige Holzhütte vor, in der Märchen von Theaterschauspielern modern interpretiert aufgeführt werden. Das war schon was Besonderes, und unsere „Prinzessinnengruppe“ (ein Name, der aus WhatsApp entstand) war mal einheitlich unterwegs auf Weibertour, das fand ich schön.
Den 29.12. verbrachte ich dann ohne Anhang in Hamburg. Richtig, vom Brandenburger Land aus ist diese Großstadt nun nicht sooo schnell zu erreichen, aber immerhin schneller als von Stuttgart aus. Und ich hatte ja meinen Mann und meine Mutti, in deren liebevollen Händen ich mein Kind wusste. So konnte ich frühmorgens im Dunkeln ins Auto steigen, die Musik laut aufdrehen und losdüsen. In 4 Stunden war ich bei meiner Freundin und ihrer kleinen Tochter, die ebenfalls erst kürzlich zur Welt kam. Wir hatten quasi einen Mädelstag, der uns allen sowas von gut tat! Doch wie immer verging die Zeit viel zu schnell; um 20 Uhr fuhr ich wieder zurück zu meinen Lieben.
Schließlich war heute schon das nächste Abenteuer angesagt: Diesmal fuhr ich mit meiner kleinen Familie nochmals nach Berlin, denn mein kleiner Geburtstagszwilling ist schließlich auch der Großgroßcousin meines Sohnes (der Einfachheit halber haben meine Großcousine und ich entschieden, dass die beiden für uns Cousins sind, so wie wir uns immer schon als Cousinen bezeichnen)! Erstmalig trafen wir also alle als Mütter/Väter/Cousins aufeinander und hatten natürlich einen schönen Tag zusammen. Ich bin ganz selig, weil ich das Würmchen friedlich schlafend im Arm hielt und mich so sehr zurückversetzt fühlte zum letzten Januar. Gleichwohl ich nicht glauben kann, dass mein Sohn echt auch mal so winzig war.

Endjahresstimmung

Nun ist morgen schon der letzte Tag des Jahres. Ich kann’s irgendwie nicht fassen. Das Jahr bezeichnen viele Menschen in den sozialen Netzwerken als Katastrophe. Menschlich gesehen ist das sicherlich so, aber diese ganze Scheiße in der Welt passiert doch nicht nach Jahren, die passiert SEIT Jahren. Und wenn mir jetzt einer kommt mit den ganzen berühmten Persönlichkeiten, die in diesem Jahr starben, dann kann ich mir gerade noch folgendes abverlangen: ‚Ja. Krass, so geballt.‘ Aber deshalb ist dieses Jahr gewiss kein beschissenes für mich, die ich weder Mutter noch Kind noch Freundin von einem der Verstorbenen war. Ich bin Kind eines in diesem Jahr Verstorbenen und das ist eine tiefe Trauer, die ich doch für keine mir fremde Person empfinden kann, nur weil sie berühmt ist. Und auch wenn ich im Jahr 2016 meinen Papa verloren habe und mir dieser Verlust mein Herz zerrissen hat, so kann ich dem Jahr doch trotzdem nicht die Schuld geben?! Eine Beschwerde über dieses Jahr kommt mir schon gar nicht über die Lippen, hat es mir doch nicht nur einen Menschen genommen, sondern auch Menschen geschenkt?! Mein Sohn ist geboren. Und der Sohn meiner Cousine ist geboren. Und die Tochter meiner Freundin ist geboren. Wir hatten schöne Erlebnisse und Zeiten mit Famlie und Freunden. Wir haben unser Kind wachsen und gedeihen sehen. Wir haben so viel geweint aber auch so viel gelacht. Wir haben uns!

Zu guter Letzt: Eine Tradition hier in meinem Blog ist es, meine Jahresleseliste zu präsentieren. Wenn man sich die letzten Jahre so anschaut (2015, 2014, 2013, 2012, 2011) und mit dem heutigen Bücherlistenfoto vergleicht, ist die große Veränderung in meinem Leben ganz deutlich zu erkennen. Ein Kind verändert einfach alles, nicht nur Bücherlisten. :) (Häkchen bei „Honigtot“ bitte denken, das Buch habe ich noch geschafft dank des Heimataufenthalts und vieler Vollbäder.)

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Ich wünsche euch, lieben Lesern und Blogfreunden, einen schönen Jahresausklang, ganz wie ihr ihn euch vorstellt. Rutscht gut rein und macht das Beste aus 2017, das Leben ist zu kurz um zu hadern und zu grummeln und für Pessimismus erst recht.

Guten Rutsch, bis nächstes Jahr!

Wie in jedem Jahr habe ich auch im Jahr 2015 meine Bücherliste geführt und heute, gerade vor wenigen Stunden, habe ich das letzte Buch der Liste ausgelesen. Das heißt, ich nehme nichts mit „rüber“, das nächste Buch fange ich dann morgen erst an. Die Bilanz ist ganz gut, finde ich. Meine Mutti lacht sich vielleicht jetzt kaputt, ich glaube sie liest mehr als doppelt so viele Bücher in einem Jahr. Aber jeder wie er kann und will. ;)

Hm, auf einen Jahresrückblick habe ich eigentlich keine Lust, man kann sich ja kinderleicht durch den Blog klicken, wenn man wissen will, was so los war. Ich mache das auch so, manchmal bisschen stöbern in meinem Leben, das geht mit dem Blog ganz gut. Deshalb bin ich auch weit davon entfernt, das Bloggen sein zu lassen. Das geht einfach nicht, auch wenn das Jahr aus meiner Bloggersicht nicht besonders schön war. Zumindest, wenn man von Blog.de hierher übersiedeln musste und sich einfach nicht mit WordPress anfreunden kann, so richtig dolle meine ich. Es geht schon hier, aber naja, schön isses trotzdem nicht.

Heute wird ein sehr ruhiges Silvester für MTM und mich. Grundsätzlich ist das nichts neues und vor allem auch kein Problem. Wir hatten schon zwei Silvester hier in Stuggi, einmal in der alten Bude und einmal in der jetzigen, an denen wir zu Hause blieben zu zweit, gegessen, getrunken und die super Feuerwerk-Sicht vom Balkon aus genossen haben. Wir fanden das schön und haben das beide Male gemacht, weil uns die Silvester-Rumeierei auf den Geist ging. Ständig ist man auf der Suche nach dem ultimativen Fest, alles ist sauteuer oder ausgebucht und viele Freunde rundherum eiern eben rum, machen keine konkreten Ansagen, halten sich alles offen, um am Ende das Beste herauszupicken. Das nervt.

Dieses Jahr sind wir eben zur Ruhe gezwungen, sogar Alkohol kommt für uns beide heute nicht in Frage. Es sieht nun nicht so aus, dass ich mein Kind noch in diesem Jahr entbinden werde, aber morgen ist nunmal der errechnete Termin und man weiß ja einfach gaaar nicht, wann es wie losgeht. Irgendwie schräg, aber wir sind aus unerfindlichen Gründen sehr entspannt, entspannter als alle Leute um uns herum, scheinbar, mein Handy läuft jedenfalls heiß. ;)

Gestern haben wir nochmal einen Stadtbummel gemacht, waren essen und shoppen vom Weihnachtsgeld (ein großer, geiler Fernseher musste endlich her, im neuen Jahr werden Kinogänge und Partys ja nicht mehr so einfach umzusetzen sein). Ich habe mir bei der Gelegenheit noch eine Silvester-Badebombe gekauft und gehe mit dieser gleich in die Wanne. Später machen wir selber Burger und stoßen mit alkoholfreiem Bier und Sekt an. Bisschen Feuerwerk gucken und dann ins Bett, wir sind beide erkältet und brauchen unsere Kräfte für den unbestimmten Tag, an dem wir die Geburt unseres kleinen Scheißerchens bewältigen müssen.

Was geht bei euch so?
Ich hoffe, ihr rutscht gut rein, liebe Leser und Freunde, so wie es für euch am schönsten ist! :)

Neujahrseintrag

Nun bin ich wieder zurück aus dem pompösen Wien und möchte es mir erstmal nicht nehmen lassen, euch allen ein frohes neues Jahr zu wünschen! Seid zufrieden, bleibt gesund und macht das Beste aus allem.

Letzteres hat mich das Jahr 2014 gelehrt, was voll mit traurigen, verzweifelten, aber auch schönen, glücklichen Emotionen war. Glück zu empfinden, obwohl der Vater, den man sehr liebt, sehr krank geworden ist, das muss man wollen, daran muss man arbeiten, dafür muss man stark sein. Aber es geht. So eine Situation kann einen lehren, umzudenken, sich über Kleinigkeiten zu freuen, positiv zu sein. Angst und Tränen braucht man dafür nicht verdrängen, man kann sie ruhig zulassen, aber sie dürfen nicht überhandnehmen. Ich habe gelernt, dass man sich aufrappeln kann. Papa hat das gemacht, Mutti hat das gemacht, ich habe das gemacht. Und MTM hilft uns dabei, weil er ganz genau weiß wie das geht.

Kommen wir nun zu meinem traditionellen Jahresleserückblick, der mich wieder einmal als Listenfreak entlarvt. Listen beruhigen mich, machen mir Spaß, ordnen mich. Was sagt das über mich aus? ;)

Bücherliste

Mit „Sterblich“ von Thomas Enger bin ich noch nicht fertig, das „Rosie-Projekt“ hingegen habe ich gestern Abend während meiner fast 3-stündigen Badesession beendet. Das neue Jahr fängt für mich nämlich gleich mal mit einer Erkältung an, weshalb ich mich direkt nach unserer späten Rückkehr gestern in die Wanne schmiss. Aber egal, Erkältungen kommen und gehen, es gibt schlimmeres. :)

Während das Wasser lief, bereitete ich noch ganz schnell unser traditionelles Neujahrsessen vor, was es heute zum Mittagessen gibt. Marinierten Hering sollte es zwar immer am ersten Januar geben, aber man kann das auch mal verschieben, wenn man auf Reisen ist. Statt dessen hatte ich am 1.1.15 ein original Wiener Schnitzel, aber davon und von der Stadt und von Silvester berichte ich natürlich noch separat!

Zeitreise

Neulich las ich zum gefühlt hundertsten Mal in meiner Bibel (Bridget Jones), da kam mir ein wertvolles Zeitdokument entgegen…

Zeitreise

Diese Karte aus dem Sommer 2005 sagt mir nicht nur, dass ich dieses Buch seit 9 Jahren nicht mehr angerührt habe und es mir trotzdem wie gestern vorkommt, als ich darin las. Sie erinnert mich auch daran, dass meine beste Freundin und ich in einem Jahr „Zwanzigjähriges“ haben. Zwanzig Jahre! Bald haben wir Silberhochzeit!

Wir lernten uns 1995 an ihrem Geburtstag kennen, denn das war unser erster Schultag am Gymnasium und wir kamen in eine Klasse. Am Anfang waren wir uns nicht ganz geheuer, aber das änderte sich schnell und seitdem sind wir unzertrennlich. Klar, auch wir hatten schwierige Phasen, so ist das bei Paaren eben. ;) Aber letztlich haben wir uns nie verloren. Bis 2005 nicht und bis heute nicht. Sie hatte recht.

Die Karte ist eine Erinnerung an eine Zeit, in der wir süße 22 und total dämlich waren, was die Kerle angeht. Beide waren wir unglücklich verliebt und haben uns in unserem Schmerz gesuhlt. Wir haben uns reingesteigert, Verhaltensweisen analysiert, uns gegenseitig immer wieder Mut zugesprochen und dabei Bridget zitiert („Emotionale Flachwichserei!“). Es war eine schräge Zeit, die wir beide trotzdem nicht missen möchten. Immerhin können wir heute so herrlich über diesen Quatsch lachen, weil wir letztlich aus diesen komischen Liebschaften gelernt haben, weil wir gestärkt waren und endlich die Augen offen hatten für die Männer, die fähig waren, uns zurückzulieben. So wie wir sind.

Und so feierten wir dies vor nicht allzu langer Zeit, als wir einander Trauzeuginnen sein durften. Ende gut, alles gut. ♥

Herzzerreißend

Vor einiger Zeit las ich die Buchempfehlung einer Bloggerin irgendwo in den Weiten des WWW und entschied spontan, mir das Buch zu kaufen. Ich lese viel „Mord und Totschlag“ und habe manchmal, aber nur manchmal das Bedürfnis nach kurzweiliger, fröhlicher, lustiger Literatur. Nur nichts zum Grübeln oder gar Heulen. Diese Geschichte interessierte mich allein deshalb, weil sie hauptsächlich in einem Amt spielt. Ich kenne die Art der Vorgänge und Abläufe auf Ämtern ziemlich gut und war gespannt, wie man das Amt in dem Buch darstellen würde. Und den Beamten, der die Hauptrolle innehat. Dieser arbeitet seit über 30 Jahren in seiner Position und das sehr gewissenhaft und starr nach Vorschrift. Doch nicht nur das: Er lebt auch in diesem Amt. Ja, richtig, inklusive schlafen, essen, waschen. Er hat sein „Zuhause“ seit über 30 Jahren nicht mehr verlassen, und zwar absolut unbemerkt. Plötzlich wird aber sein ganzes Dasein durcheinandergebracht, weil da dieser eine Antrag ist, der erstens nicht existiert und zweitens auch noch nichts beantragt. Nichts! Ein Fetzen Papier verändert das seltsame Leben dieses seltsamen Mannes auf eine ganz bezaubernde Art und Weise.

Und dann plötzlich verflucht man die Person, die einem das Buch empfohlen hat. Nämlich in dem Moment, in dem man abends im Bett liegt, völlig unbedarft liest und plötzlich merkt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Man versucht, sich zusammenzureißen, aber irgendwann kann man nicht mehr anders und heult und heult und heult. Mit dem Lesen aufhören kann man dann natürlich nicht, denn noch so eine Nacht erträgt man nicht, wenn man morgens um 5 aufstehen muss. Also bringt man es heulend zu Ende und findet es schön und schrecklich zugleich und fängt dann mitten in der Nacht noch schnell ein neues, neutrales Buch an, damit man auf andere Gedanken kommt, die einen nicht am Einschlafen hindern. Tja, es hat schon seinen Grund, warum ich ergreifende Geschichten in Form von Filmen und Büchern meide wie der Teufel das Weihwasser.

Wenn man so zart besaitet ist wie ich, sollte man „Das Glücksbüro“ am besten an einem Wochenende lesen oder im Urlaub, es sei denn man möchte gerne auf Arbeit wie ein Zombie rumrennen. Fakt ist aber: Man sollte es lesen. Wirklich. Es ist so schön! Und Fakt ist auch: Ich bin vielleicht auch ein bisschen seeehr empfindlich und vielleicht zerreißt es normalen Menschen nicht das Herz. ♥

„Glück. Liebe. Romantik.
Alles Worte, die sich wie Irrläufer entrollten und auf denen sich jeder die Schuhe abtrat, wenn sie nicht das erfüllten, was man sich erhofft hatte. Man putzte sich die Hoffnung von den Sohlen und ging mit sauberen Schuhen weiter. Alles, was blieb, war ein dreckiger Teppich, den keiner mehr wollte.“

[Andreas Izquierdo: Das Glücksbüro]

Zwölf Monate, zwölf Städte

Meine Blogfreundin Bellydancer hat mich vor einiger Zeit mit diesem Eintrag zum Lesen des vorgestellten Buches und zum Nachmachen jenes Eintrages inspiriert. Inzwischen ist einige Zeit vergangen, mit dem Buch bin ich längst durch und genügend Gedanken zum Thema konnte ich mir auch machen. Wenn ich also genug Geld zur Verfügung und so ein Auszeit-Jahr geplant hätte, welche zwölf Städte würde ich in zwölf Monaten bereisen und jeweils einen Monat bewohnen?

Januar: Singapur
Während es bei uns kalt und ungemütlich wäre, würde meine Reise in die Hitze gehen. Gleich zum Start wären mir aufregende, gigantische Eindrücke recht, die mir der Stadtstaat sicher bieten könnte. Auf einen „sanften“ Start hätte ich gar keine Lust, weshalb so ein kleiner Kulturschock mich bestimmt angemessen aus der deutschen Winterstarre herausholen würde. Ausruhen könnte ich mich sicher noch in anderen Monaten dieses Jahres. Oder vielleicht auch in Singapur selbst, ich hab es schließlich bisher überall geschafft, auch mal zu chillen. Und dort hätte ich einen ganzen Monat Zeit, auch für Ausflüge zu den umliegenden Badeinseln. Ja, Singapur ist ein Ort, den ich unbedingt mal erleben möchte. Es soll alles unglaublich sauber und ordentlich sein, die Urbanität soll einem den Atem rauben, viele verschiedene ethnische Gruppen sollen friedlich nebeneinander leben. Gerade deshalb auch nicht zu verachten: Das Essen aus allen möglichen asiatischen Ländern landet dort auf den Tellern. Da muss ich einfach mal hin!

Februar: Tokio
Für mich würde es in Asien weitergehen mit ein wenig Abkühlung im japanischen Winter. Trocken und sonnig, aber angenehm kühl soll es zu dieser Zeit in Tokio meistens sein. Das wäre doch genau das richtige für eine weitere riesige und sicher kräftezehrende Metropole, die zu den sichersten Städten der Welt zählt. Ich stelle mir vor, wie ich durch Tokio irre, weil ich die Schriftzeichen nicht verstehe, und genau auf diese Art die Stadt richtig gut kennenlerne. Wie ich das beste Sushi der Welt esse bis mir schlecht wird. Wie ich in einem der unzähligen Parks sitze und mich vom Trubel einer der größten Städte der Erde erhole. Wie ich auch mal aus der Stadt fliehe und das Umland, die Berge und das Meer anschaue. Wie ich mit Japanern versuche zu kommunizieren… Hach!

März: Christchurch
Neuseeland! Mittendrin! Ja, Christchurch mag nicht groß sein, aber leben und erleben lässt es sich garantiert dort auch. Und die möglichen Ausflüge erst, ich sehe mich schon auf den Spuren von „Herr der Ringe“. Australien kommt für mich nicht in die Tüte, aber Neuseeland mit seiner weitaus unbedenklicheren Fauna hat es mir im Geiste schon angetan. Das Stadtbild von Christchurch selbst soll durch viele britische Einflüsse bestimmt sein, ich stelle mir das angenehm und gemütlich vor. Gemeinsam mit der atemberaubenden Natur des Umlandes könnte ich hier bestimmt so etwas wie Entschleunigung fühlen.

April: Buenos Aires
Die argentinische Hauptstadt kurz nach deren Hochsommer ist bestimmt eine Reise wert. Die Autorin des o.g. Buches hatte Buenos Aires als ihr zweites Ziel gewählt und mir die Stadt total schmackhaft gemacht, nicht nur mit der Erwähnung der besten, zartesten Steaks der Welt. ;) Einen Monat in einer südamerikanischen Metropole zu leben, stelle ich mir nach Asien und Neuseeland wie einen wohligen Kulturschock vor: Feurig! Die Lebensart ist garantiert Welten von dem entfernt, was ich kenne oder kennengelernt habe. Und ich bin mir sicher, sie würde mir dennoch total gefallen. Ich würde vielleicht nicht gleich zur Tangotänzerin werden, aber mich treiben lassen und einlassen auf Stadt und Leute, das würde mir vielleicht sogar weniger schwerfallen als anderswo. Das hab ich so im Gefühl.

Mai: New Orleans
Von Südamerika aus würde es selbstverständlich weiter in die USA gehen! MTM und ich träumen schon länger von der „Geburtsstadt des Jazz, des Cocktails und der entspannten Lebensart“. Klingt doch absolut herrlich, oder? Die europäischste Stadt in Amerika übt einen besonderen Reiz auf mich aus und darf auf dieser Liste nicht fehlen. Ich würde zu gerne dort durch die sommerlichen Straßen tingeln, zum Jazzfestival gehen, dieses amerikanische Europa erleben, die Cajun-Küche und kreolische Speisen genießen… Mit Amerika wäre ich nach New Orleans natürlich immer noch nicht fertig, aber bei so einer kleinen Auswahl von nur zwölf Städten muss eine einzige Stadt in den Staaten nun mal reichen.

Juni: Vancouver
Kanada steht schon länger auf meiner imaginären Reiseliste und ich hatte mich auch schon längst für Vancouver als bevorzugtes Ziel entschieden. Würde ich einen Monat dort leben, würde ich mit Sicherheit einen Mietwagen fahren und öfter in die kanadischen Weiten rundherum abhauen. Vancouver soll eine offene, multikulturelle, sehr grüne Stadt mit einer hohen Lebensqualität sein; die Bilder der Stadt mit der Skyline und den hohen Bergen im Hintergrund sprechen mich total an. Und nach Vancouver Island müsste ich dann auch mal einen Ausflug machen! Und Wale kieken! Ach und die zweitgrößte Chinatown der Welt in der Stadt, die muss man doch auch mal erlebt haben (auch wenn ich in ebenjenem Viertel in New York am liebsten Reißaus genommen hätte)! Ja, ich will nach Vancouver, unbedingt.

Juli: Helsinki
Skandinavien bzw. der ganze europäische Norden üben einen besonderen Reiz auf mich aus, da stehen noch einige Reisen bei mir auf dem Programm. Finnland und seine Hauptstadt interessieren mich z.B. sehr und der Juli wäre ein geeigneter Monat, um dort zu leben. Wegen der „weißen Nächte“, wisst ihr, in denen es im Sommer nicht richtig oder zumindest sehr spät erst dunkel wird. Finde ich ja sehr faszinierend! Wahrscheinlich würde ich auch für ein paar Tage raus aus der Stadt und noch viel weiter hoch fahren, um die richtige Mitternachtssonne zu erleben. Ansonsten gäbe es in Helsinki selber sicher viel zu sehen und zu erleben. Nicht nur die Architektur soll ja ziemlich ansehnlich sein, sondern auch das Meer ist direkt vor Ort, inklusive Badestränden. Egal wie kalt das Wasser wäre, ich würd’s machen, ich würde reinspringen! Und ansonsten? Ich erwarte eine nicht ganz so hektische Großstadt, statt dessen eine gewisse Lockerheit, wie sie auch in Stockholm vorherrschte. Perfekt zum Flanieren, Käffchen trinken, Lachs essen, Bummeln.

August: Moskau
Ich bin jetzt nicht wirklich heiß auf Russland, aber Moskau möchte ich unbedingt mal gesehen haben! Ich stelle mir die Stadt sehr sehr sehenswert vor, und irgendwie auch „überrollend“ mit all ihren Sehenswürdigkeiten und Zwiebeltürmen und Menschen und Lokalitäten und Geschäften. Vor allem die offensichtliche Gegensätzlichkeit zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft ist sicher sehr spannend zu beobachten. Zu hoffen wäre, dass ich nicht in die Bredouille käme, mit waschechten Russen waschechten Wodka trinken zu müssen. Das würde ich eher nicht packen. :DD

September: Lissabon
Eine schnörkelige, mediterrane europäische Stadt gehört natürlich auch noch auf die Liste, denn längst habe ich in Südeuropa noch nicht alles gesehen, was ich sehen möchte. Ich war z.B. noch nie in Portugal, obwohl ich das schon lange vorhabe. In der dortigen Hauptstadt Lissabon stelle ich mir mich, ziemlich hingerissen vom südländischen Flair, spazierend am Hafen und durch malerische Gassen in der Altstadt vor. Die Lebensart, die mediterrane Küche, die Meeresluft und die Sonne genießend. Herrliche Hügelblicke, abwechslungsreiches Nachtleben, sonnige Küstenausflüge stünden auf meinem Plan für einen Lebensmonat dort.

Oktober: Kapstadt
Klar, Afrika fehlt noch! Ich würde mir eigentlich nur Südafrika zutrauen, und wenn ich Bilder von Kapstadt sehe, würde ich am liebsten sofort in den Flieger steigen. Im Oktober geht der dortige Frühling los, wahrscheinlich angenehm warm und nicht zu heiß. Perfekt, um den Tafelberg zu erwandern?! Naja, zur Not täte es ja auch die Seilbahn. In der Stadt erwarte ich einen langsam voranschreitenden Mix aus Kulturen und somit auch bedrückende Eindrücke, die noch an die Apartheid erinnern und vor denen ich nicht die Augen verschließen möchte. Ich erwarte auch das Erlebnis Afrika, würde gespannt der Sprache Afrikaans lauschen, mich durch quirlige Stadtviertel treiben lassen (jaja, tagsüber und nicht in den ganz gefährlichen, wird schon irgendwie hinhauen…) und bestimmt auch ein paar Touren ins Landesinnere mitmachen.
Und dann das Kap der Guten Hoffnung sehen. Was für ein Name! ♥

November: Tel Aviv
Hier war die Autorin des o.g. Buches ebenfalls, aber auch ohne sie wäre ich auf Tel Aviv gekommen. Ihre Beschreibung hat mein Interesse nur noch verstärkt. Es ist sicher hochinteressant, diese so junge Stadt kennenzulernen und ihr Leben zu leben. Ich würde den November in Tel Aviv verbringen und mich dort so langsam auf das Ende meines Reisejahres einstimmen. Auch die Autorin berichtet von einer entspannten Atmosphäre und Ausflügen, die man zur weiteren Entspannung machen kann. Tel Aviv und Umgebung sind schließlich auch Strandurlaubsorte! Es ist zwar zu dieser Jahreszeit nicht mehr ganz so heiß dort, aber meine Recherche ergab, dass am Toten Meer doch noch wärmere Temperaturen herrschen. Und das ist etwas, was ich mir nicht entgehen lassen würde! Ein paar Tage würde ich zum Toten Meer reisen, mich in ein Hotel einquartieren und mich dort einfach nur erholen. Das wäre dann auch die perfekte Einstimmung auf den letzten Reisemonat; nochmal Wärme tanken und die Fremde der letzten Monate Revue passieren lassen…

Dezember: Wien
…denn den Advent würde ich in nicht mehr ganz so unbekannten, fernen Gefilden verbringen. Ich war noch nie in Wien, nicht mal wirklich in Österreich, aber es ist vergleichsweise doch schon sehr heimatnah und die Umstellung auf andersartige Gegebenheiten wäre hier sicher nicht so drastisch wie in den Monaten zuvor. Ich stelle mir Wien zur Weihnachtszeit einfach wunderschön vor: Lichter, Kerzen, Romantik, vielleicht ein bisschen Schnee? Den hatte ich vermutlich 12 Monate nicht! Ich liebe ja den Advent und ich könnte mir in diesem Monat keinen Aufenthalt unter Palmen oder in unweihnachtlichen Gegenden vorstellen. In Wien würde ich mir die Stadt richtig vorknöpfen, schon aufgrund der Sprache und der Mentalität viel sicherer als all die anderen Städte. Und ich würde mir nach und nach Freunde und Familie einladen und ihnen „meine“ Dezember-Stadt zeigen. Zu Weihnachten würde ich das erste Mal wieder deutschen Boden betreten und den Neujahrswechsel nochmal richtig in Wien begehen. Zum Abschluss eines unglaublichen Jahres!

So, jetzt bin ich nah dran, meinen Arbeitgeber um ein Sabbatjahr zu bitten und mich einfach zu verpissen. Ich bin durch diesen Eintrag imaginär in jede Stadt gereist, habe mich belesen, mir Bilder angeguckt und Sehnsüchte entwickelt. Noch nie hat mich das Schreiben eines Blogeintrages so viel Zeit gekostet, aber ich habe sie gerne geopfert. Ich werde das hier mal als Liste sehen, bei der ich vielleicht ja hier und da mit der Zeit etwas werde abhaken können?! Mal kieken.

Und ihr so? Welches wären eure zwölf Städte? Und warum?

Ein frohes Neues, nachträglich!

So, da bin ich wieder. Nach 19 Stunden Reise vom Hotel bis zu unserer Wohnung möchte eine leicht sonnengebräunte, kraftaufgetankte aber gerade ziemlich müde und fröstelnde Bellona euch noch ein gesundes, zufriedenes, schönes Jahr 2014 wünschen!

Auf einen Jahresrückblick verzichte ich, meine Highlights waren meine Urlaube, und davon habe ich ja schon groß und breit berichtet. Der nächste große Urlaubsbericht folgt ja auch bald, wenn ich wieder klarkomme mit der „Ersten Welt“. :DD

Wie schon 2012 und 2011 zeige ich auch für 2013 meinen kleinen Jahres-Lese-Rückblick (ihr wisst ja, meine Listenobsession…):

Bücher 2013

Das letzte Buch habe ich zugegebenermaßen erst 2014, nämlich im Urlaub, beendet, aber eben noch 2013 angefangen. Und die nicht abgehakte Bridget Jones ist meine derzeitige Badewannenlektüre, die ich zum 5. Mal und parallel zu den E-Books lese.

Apropos Wanne: Da geh ich jetzt mal rein, um den Temperaturschock zu überwinden. Es ist zwar derzeit nicht besonders kalt hier für Januar, aber ich hatte mich doch gerade an tropische Gradzahlen gewöhnt! Frisch und wieder aufgeheizt werde ich heute Abend dann meine beste Freundin empfangen, die auf eine Übernachtung vorbeischneit. Die Müdigkeit wird ignoriert – so fängt das neue Jahr an, wie das alte aufhörte: Kein bisschen langweilig.

Ausgehen mit dem Ehemann 2.0

Gestern war wieder so ein goldener Herbstsamstag wie letzte Woche, dieser Oktober 2013 lässt sich echt nicht lumpen und zeigt sich von seiner besten Seite. MTM und ich wollten diesen Samstag daher gebührend würdigen, weshalb wir die Bude dreckig ungeputzt ließen und nach einem gelungenen Kohlrabieintopf raus gingen. Einen Plan hatten wir nicht, wir latschten irgendwie ein bisschen „ins Blaue“, wie wir das im Urlaub auch ganz gerne mal machen.

Als ein herumstehendes Car2Go unseren Weg kreuzte, düsten wir runter zum Unteren Schlossgarten, stellten das Autochen dort ab und liefen lange durch diese große Stuttgarter Parkanlage, bis wir im Mittleren Schlossgarten ankamen. Nach all der Sonne und den schönen bunten Farben fanden wir es nicht schlimm, uns dem mal kurz zu entziehen.

Denn unseren Weg kreuzte die neue, riesige Stuttgarter Stadtbibliothek, die sehr imposant aus einer großen Baustelle herausragt. Sie leuchtet im Dunkeln sehr farbenfroh und schon oft dachte ich mir, dass man da mal reingehen sollte. Nun war es also soweit und MTM und ich bereuten diesen kulturellen Teil unseres Ausfluges kein bisschen. Die Aufmachung des Gebäudes ist sehr interessant, alles ist supermodern und hell und freundlich und es gibt wirklich viel zu lesen/hören/sehen. Überall findet man gemütliche, ruhige Plätze und wenn man von den Büchern mal aufschaut, hat man meist eine ziemlich weitschweifende Aussicht auf Stuttgart und Umgebung. Diese Aussicht kann man auf der Dachterrasse richtig intensiv genießen, zum Beispiel auf einem der fest installierten Liegestühle. Hunger und Durst lassen sich in dem bibliotheksinternen Café „LesBar“ stillen, welches von der Caritas betrieben wird. Und das Beste: Mitten im städtischen Trubel findet man in (oder oben auf) diesem riesigen Würfel eine herrliche Ruhe, da dieser Ort der einzige in der Stadt zu sein scheint, der nicht von Menschen überlaufen ist. Das ist etwas ganz besonderes hier und ich glaube, dort wird es mich wieder mal hinziehen.

Wir zogen nach einiger Zeit weiter, am Hauptbahnhof vorbei in die Innenstadt. Leider haben wir vom „Zombiewalk“ nichts mitbekommen, später sahen wir nur Flaschen mit Kunstblut auf dem Boden herumliegen. Wir hielten uns jedoch gar nicht so weit davon entfernt auf, nämlich zunächst am Palast der Republik, einer absoluten Kult-Institution in Stuttgart. Hier kann man sich völlig ungezwungen auf ein Bierchen niederlassen, wenn Platz ist auf einem der Bänke oder Stühle, wenn nicht dann auf dem Boden. Rund um den kleinen Pavillon, dem „Palast“ ist immer was los am Wochenende. Normalos, Alternative, Junge, Ältere sitzen hier zusammen zum Relaxen, Quatschen, Rumgucken. Zum spießigen, verbohrten Ruf Stuttgarts passt das gar nicht, da sieht man mal wie hohl Vorurteile sein können. Dies ist nämlich nicht der einzige Ort in der Stadt, an dem man abends ungezwungen und locker und ohne überstylten, oberflächlichen Schickimickischeiß unterwegs sein kann.

Unseren Hunger stillten wir diesmal auch unkoventionell in einem echten schwäbischen Schnellimbiss. Für Nichtschwaben wie mich gibt’s dort auch Currywurst, ausnahmsweise. ;) Wir liefen dann ein ganzes Stück weiter zu einer sehr kleinen, kauzigen Cocktailbar, die ich schon lange mal ausprobieren wollte. Und danach weiter zum nächsten Schuppen. Gegen 10 Uhr waren wir mittlerweile sieben Stunden unterwegs und eigentlich auch sehr zufrieden mit diesem Tag. Also entschieden wir, nach Hause zu fahren statt uns die Nacht in der Stadt um die Ohren zu hauen. Es ist doch auch mal ganz angenehm, sonntags nicht zerknirscht, sondern fit zu sein!

Stuttgart Collage

Das wird doch nicht etwa…

Sch?nwetter

…der Frühling sein?! Hm, die 22°C fühlten sich zumindest so an. Und der Feierabendkaffee auf dem einst verwaisten Balkon auch.

Balkon

Die Lektüre zur Urlaubsvorbereitung hat das Gemüt noch zusätzlich erhellt. Denn wenn der Frühling sich wieder verpisst, fahr ich ihm einfach hinterher! Noch einen Tag arbeiten und dann…ARSCHLECKEN!

Nachtrag: Kaum gebloggt, schon schifft es. :D