Windelfrei

Ich hab mir nicht groß reinreden lassen, was das Windelthema angeht. Und ihr könnt mir glauben, Thema war das Ganze oft genug. Vor allem die ältere Generation fühlt sich ja regelmäßig bemüßigt, ihre Meinung kundzutun. Meine Mutti kann das ruhig machen, sie ist ja meine Mutti, sie ist auch meinen Widerstand gewohnt und kann (und muss) damit umgehen. Sie hat dem Kleinen schon zum 1. Geburtstag einen Klositz und das Buch „Der kleine Klokönig“ geschenkt, um das Ganze mal bisschen voranzutreiben. ;) Dann gibt es aber auch andere nahestehende Personen, die irgendwann meinen, da mal ein bisschen Druck auszuüben. Nichts anderes ist es, wenn man einem Kind ständig vorbetet, dass es Bescheid sagen soll, wenn es pullern muss, obwohl es noch nicht mal ansatzweise ohne Windel ist, noch nicht mal regelmäßig (und gerne) aufs Töpchen, geschweige denn auf das Klo geht. Sehr böse wurde ich auch bei offensichtlich gezeigter Enttäuschung, wenn mal wieder die Kacke in die Windel ging, obwohl beim vorigen Mal das mit dem Töpfchen klappte. Meine Ansicht ist, dass man so gar nichts erreicht, außer Widerstand, Widerwillen und somit das Gegenteil. „Der kann ja wohl mal Bescheid sagen mit Zweieinhalb!“ ist nur eine Aussage, die ich mir anhören durfte. Oder, was ich auch liebe: Das Thema wird vor dem Kind ausgeschlachtet. „Bis er wieder bei mir übernachtet, möchte aber die blöde Windel weg sein, ich hab da keine Lust mehr drauf!“ Ätzend. Klar zweifelt man selbst auch und fragt sich, wie lange das eigene Kind eigentlich noch mit der Windel rumrennen soll. Man fühlt sich unter Druck gesetzt von anderen, schnelleren Kindern, hat Angst dass das beim eigenen NIE funktioniert… Da halfen dann nur noch die Erzieherinnen in der Kita, die das alles völlig entspannt sehen und die Freundinnen, die auch Söhne haben und es nicht nach der Lehre der älteren Generation (Töpfchentraining und früh genug anfangen und so) machten, sondern ebenfalls darauf vertrauten, dass das Kind sein Tempo schon vorgibt und das alles wird. All diese Jungs waren kurz nach dem 3. Geburtstag quasi von heute auf morgen trocken. Als sie bereit waren. Und so war es bei meinem Sohn auch und ich fühle mich in meinen mütterlichen Instinkten bestätigt, das tut mir echt gut. Ich hatte einfach keinen Bock auf Zwang und Stress, was einem ja auch gerne mal als mütterliche Faulheit oder, noch besser, Gleichgültigkeit ausgelegt wird. So wird das nie ausgesprochen, aber in den Diskussionen ist das zwischen den Zeilen klar erkennbar. Darum geht’s doch letztendlich, dass einem „Laissez-faire“ vorgeworfen wird, nur weil man um manche Themen nicht so ein Tamtam macht wie „früher“.

Naja, egal, ich hab die Klo-Entwicklung meines Kindes jedenfalls mal chronologisch festgehalten – so ein bisschen Tamtam muss eben trotzdem sein. ;)

Zwischen 2 und 3 hat er sporadisch mal ins Töpfchen gemacht (mehr klein als groß), aber eigentlich nur, wenn man ihn draufgesetzt hat (und er das zugelassen hat, war auch nicht immer der Fall). In der Kita wurde er monatelang immer wieder gefragt, ob er mit aufs Klo will, was er immer verneinte. Es war da einfach noch kein Interesse da, und das war okay und wurde akzeptiert. Ich denke, das war wichtig. Und dann ging es los:

2 Tage vor seinem 3. Geburtstag:
Zum ersten Mal ging er bei uns auf der Toilette pullern, das Töpfchen war damit (Gott sei Dank) Geschichte. Und er tat es noch 2x an diesem Tag, und hat alleine Bescheid gesagt!

1 Tag nach seinem 3. Geburtstag:
Zum ersten Mal machte er auch groß ins Klo, Meilenstein!

4 Tage nach seinem 3. Geburtstag:
Auf einmal ging er auch in der Kita aufs Klo, zwei Mal sogar! Und so zog es sich einen Monat mit einigen Unfällen und viiieeel Wechselsachen-Wäsche, dass es immer mal klappte mit dem Bescheid sagen, und oft halt auch nicht.

1 Monat nach seinem 3. Geburtstag:
Der erste unfallfreie Tag, sogar beim Mittagsschlaf! Es war ein Samstag, er war also den ganzen Tag zu Hause und mit uns zusammen.

1 Woche später:
Der erste unfallfreie Kitatag!

Und damit war es das dann eigentlich auch. Es hat nur wenige Wochen gedauert und kam uns vor, als wäre das über Nacht passiert. Inzwischen kann er auch gut einhalten, wenn das Klo nicht innerhalb von Sekunden aufgesucht werden kann. Selbst im Schwimmbad hat er brav Bescheid gesagt und eingehalten. Wir hatten schon zwei 6-Stunden-Autofahrten ohne Windel und ohne Malheur. Auch einen ganzen Tag in der Stadt hat er gut mitgemacht, inklusive Toilettengänge im Restaurant und im Buchladen. ;) Natürlich passieren ab und zu trotzdem noch kleine Unfälle, aber das Gröbste ist überstanden. Nachts trägt er zur Sicherheit noch eine Windel, aber ganz oft ist sie morgens trocken und darüber freut er sich genauso wie wir.

 

März!

März mit Ausrufezeichen, weil das Wetter zwar bisher zu wünchen übrig lässt, dafür aber die Highlights nicht. Ich hatte schon ein paar, und es folgen auch noch welche! Was für mich in dieser Zeit natürlich das Größte ist, ist der Höhepunkt der 5. Jahreszeit. Wie immer, verbrachte ich Karnevalsurlaub in meiner Brandenburger Heimat. Früher alleine, jetzt mit meinem Söhnchen. Da meine Mutti eine sehr gute und geliebte Babysitterin ist, kann ich zu Hause Karneval feiern wie eh und je (na gut, wie mit 20 eher nicht mehr, aber ich geb mein Bestes). Und seit 3 Jahren lasse ich sogar den Kinderkarneval nicht aus! ;)

Die schöne Zeit ist immer so schnell vorbei und ein bisschen Trübsal brachte die erste Märzwoche mir auch – nicht wegen Karnevalsende, sondern irgendwie einfach so. Könnte am Vitamin-D-Mangel liegen, der inzwischen bei mir festgestellt wurde. Wer weiß. Geht auch nun schon wieder besser. Und ich hab die Zeit mit guten Freunden, viel Familienzeit und persönlichen wie auch Ferngesprächen überbrückt.

Man muss es sich einfach immer ein bisschen schön machen. Isso.

 

2019

Es ist fast Mitte Januar, die Zeit rast. Auch wenn mir das Angst macht, bin ich, zumindest was den Januar angeht, froh. Froh, wenn der Monat rum ist. Bis zum Geburtstag meines Kindes ist der Januar okay für mich – die Weihnachtsdeko machen wir bis zum 6. weg, dann feiern wir seinen Ehrentag und dann… Dunkelheit, Tristesse, Nachdenklichkeit. Ich weiß nicht. Mir liegt dieser Monat nicht. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht das Beste draus machen würde. Ich habe natürlich auch für diesen Monat ein paar Sachen geplant, auf die ich mich freue. Und ich werde die ruhige Zeit gemütlich und familiär gestalten. Und die irgendwie wenig euphorische, nachdenkliche Stimmung überstehen bis die Sonne wieder rauskommt. Der Februar ist meistens schon eher meins, weil da die Karnevalszeit meine Stimmung hebt – dieses Jahr ist das allerdings auch erst im März der Fall. Mal schauen, ob ich den Februar trotzdem besser leiden kann als den Januar. ;)

Zum Jahr 2018 könnte ich so viel sagen, aber ich bin lustlos. Also fasse ich kurz zusammen, wie es sich gestaltete: Sehr aktiv, sonnig, körperlich verändernd, seelisch verändernd, zufrieden und unzufrieden zugleich, glücklich und unglücklich zugleich, selbstreflexiv, selbsterkenntnisreich, familiär, freundschaftlich, partylastig, zweifelnd, hobbylos.

Hobbylos deshalb, weil ich in diesem Jahr so wenig gebloggt habe wie nie in den letzten 13 Jahren (ja, so lange blogge ich schon). Ich hab auch so wenig gelesen wie nie:

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Das 2. Buch liegt seit Februar nahezu unangerührt hier, ich hab vielleicht 10 Seiten darin gelesen. Ich war sogar der Meinung, ich hätte gar kein Buch gelesen, hatte wohl das erste völlig verdrängt.

Nun, so ist es. Vorsätze für 2019 habe ich folgende: Öfter in der Wanne baden, nicht ganz aufhören zu bloggen und öfter lesen. ;) Wenn das nicht klappt, ist es auch kein Drama, gell?

Projekt Selbstliebe

In den letzten Monaten haben mein Körper und meine Psyche eine Wandlung durchgemacht. Ich habe nunmehr 25kg abgenommen. Ich habe irgendwie gelernt, auf meinen Körper zu hören, esse „intuitiv“, und zwar alles worauf ich Lust habe. Bis ich angenehm satt bin. Allein das ist eine Wandlung, über die ich lang und breit philosophieren könnte, aber darum soll es hier gerade nicht gehen. Was mich nämlich schon eine Weile beschäftigt, ist, dass tiefsitzende Komplexe, Zweifel, ein negatives Selbstbild, das Sich-selbst-für-nicht-liebenswert-Halten auch nicht durch eine Norm-Kleidergröße, neue Klamotten und massenhaft Bestätigung von außen weggehen. Wenn man viele Probleme und Problemchen in seinem Leben immer auf das Gewicht geschoben hat, ob nun bewusst oder unbewusst, dann ist man ganz schön überrascht, wenn die Kilos weg, aber die Probleme noch da sind. Und dann denkt man nach.  Und schaut sich andere Leute im persönlichen Umfeld an, die entweder noch selbstzweifelnder sind oder eben genau das Gegenteil. Und merkt, dass Selbstliebe und Selbstzufriedenheit einfach der Schlüssel sind, für ganz ganz viele Bereiches des Lebens. Wenn man sich nicht selbst aufrichtig liebt und akzeptiert wie man als Mensch ist, wie kann man das denn von anderen erwarten? Wie kann man glücklich sein, wenn Unzufriedenheit einen begleitet?

Ich habe eine Freundin, die sagte mal, dass sie sich  absolut für liebenswert und toll hält und noch nie auf die Idee kam, das nicht zu tun. Und das hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Mit dieser Freundin sprach ich neulich auch drüber, dass ich nicht will, dass mein Kind wie ich wird, weil ich mich selbst ganz oft nicht leiden kann. Ich zählte ein paar negative Charaktereigenschaften auf, die sich  nicht ändern lassen, weil ich einfach ganz oft nicht aus meiner Haut kann. Diese Freundin sagte dann: „Ehm ja ok, aber was ist denn mit den vielen positiven Eigenschaften, die du hast? Ich würde eigentlich cool finden wenn dein Kind wird wie du, denn doofe Seiten haben wir doch alle!“ Ich glaube, bei mir ist wirklich ein Umdenken angesagt.

Denken, das ist sowieso ein Wort. Ich zerdenke alles mögliche auf sehr kleinkarierte Art und Weise, und das bringt mich manchmal echt an den Rand der Verzweiflung. Das geht mir richtig auf den Sack! Das Leben ist zu kurz und jeder negative Gedanke, jeder „Scheißtag“ ist einfach zu viel, echt!

Eine Erleuchtung hatte ich inzwischen aber schon: Mein Kind wird vielleicht weniger wie ich (und damit beziehe ich mich auf die negativen Seiten), wenn ich es irgendwie hinkriege, ihm beizubringen: Du bist gut genau so, wie du bist, mit all deinen Macken, innerlich wie auch äußerlich. Du musst dich nicht verändern, um Anerkennung und Liebe zu bekommen, du musst als erstes dich selbst als wertvollen Menschen anerkennen und dich vor allem lieben.

Wie und ob ich das hinkriege, weiß ich nicht, denn ich glaube, das ist eine ganz ganz schwere Aufgabe. Liebende Eltern wollen doch eigentlich immer nur das Beste für ihre Kinder, nur manchmal wählt man – weil man es selbst einfach nicht besser weiß oder wissen kann, oder weil man selbst eben auch nicht so leicht aus seiner Haut kann – den falschen Weg.

Vielerlei

Irgendwie ist das ganze Jahr durchgeplant, da findet man kaum mal ein Wochenende, an dem nichts anliegt. Und es kommt immer mehr dazu. Freundinnenwochenenden, Freundinnenbesuche in Stuttgart, Familiendates… Ich weiß nicht was los ist. Das war alles irgendwie nicht so als wir noch kinderlos waren. Komische Entwicklung, eigentlich kennt man das ja eher andersrum. Aber mir gefällt es so. Ich bin froh, dass von der alten Bellona noch viel übrig ist, denn man weiß ja vorher wirklich nie, wie man sich als Mutter so entwickelt. Ich hab mir das aber so schon auch vorgestellt. Es ist natürlich auch anstrengend, das Muttersein und das selbstbestimmte, abenteuerlustige Ich unter einen Hut zu bringen. Aber es macht mich trotzdem sehr zufrieden, ich mag beide Rollen meines bescheidenen Lebens.

Meine beständigsten Hobbies, das Lesen und das Bloggen, bleiben da allerdings gerade sehr auf der Strecke. Aber das ist auch nichts, was ich negativ sehe. Man muss Hobbies ja auch nach Lust und Laune machen. Ich hätte zwar am Donnerstag den 12.4. schon Lust gehabt, wieder 12 Fotos zu machen und zu bloggen, denn ich mache bei „12 von 12“ schon recht zuverlässig mit, aber nicht mal das bekam ich auf die Kette. Dabei war es so ein aufregender Tag! Die städtischen Kitas hatten ja gestreikt und eigentlich wollte ich (zähneknirschend) einen Tag mit Überstunden frei machen. Dann meldete mein Arbeitgeber aber per Rundmail, dass Kinder mit zur Arbeit kommen dürfen. Und ich hab das dann einfach mal probiert. Ich wusste echt nicht, was mich erwartet; schlussendlich war ich sehr überrascht. Es hat einfach wunderbar geklappt! Der Kleine war sehr lieb und hat sich beschäftigt mit allerhand Spielzeug von Kolleginnen (ich selbst hab auch eine kleine Spielecke in meinem Büro) oder mit Büromaterialien und war nicht mal heiß auf meinen PC, was schon an ein Wunder grenzt.

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Ich hatte am Vortag extra länger gearbeitet und die ganze Arbeit erledigt, die Konzentration erfordert, so musste ich am Donnerstag nur leichtes Zeug abarbeiten. Das funktionierte einwandfrei. Die Mittagspause verbrachten wir mit den ganzen Kollegen im Pausenraum, ich hatte für uns Pellkartoffeln mit Quark vorbereitet. Er ist Fremden gegenüber nicht besonders freundlich eingestellt, aber unter den ganzen Leuten um uns herum taute er auf, spielte mit einer Kollegin, machte Quatsch mit einem Kollegen und unterhielt uns alle ein bisschen. Nach dem Mittagessen fuhren wir dann wieder nach Hause, das Kind machte Mittagsschlaf im Auto und ich war fix und fertig, aber auch total happy.
Weiter ging der Tag mit einem Einkauf bei DM, „Vesperpicknick“ im Auto, bisschen spielen zu Hause. Dann übergab ich das Kind dem Ehemann und machte mich ausgehfein. Denn meine hier einzige richtig gute Freundin (auch Mutter eines kleinen Jungen und einfach genauso bekloppt wie ich es mag) und ich hatten von langer Hand einen After-Work-Ausgehabend geplant. Unsere Partyabende am Wochenende sind nicht häufig, weil wir beide immer so ausgebucht sind, aber sie sind meistens so lang und ausschweifend, dass wir das sowieso nicht öfter machen könnten. So als Mütter und in unserem Alter. ;) Nun fanden wir die Idee, einfach mal donnerstags auszugehen, total super. Erstens geht das öfter, weil man unter der Woche nicht so verplant ist. Zweitens haben wir beide freitags frei. Und drittens ist die Absturzgefahr nicht so groß wie am Wochenende. ;) Und ja, wir hatten wirklich einen tollen Frühlingsabend in der Stuttgarter Innenstadt und eine wunderbare, vernünftig kurze Partynacht in einem Club, den wir vorher nicht kannten und von dem wir absolut begeistert sind.

So, eine Sache noch: Der Frühling ist da, das Wetter ist schön, es ist warm aber nicht heiß, man ist viel öfter draußen. Und trotzdem ist mein Kind seit gestern SCHON WIEDER krank. Ich will gar nicht so arg zetern, weil wir wirklich immer gute, gesunde Wochen zwischen den Infekten haben. Aber es geht mir doch schon sehr sehr sehr auf den Geist. Er hat einen abartigen Husten und die Rotznase des Todes. Gott sei Dank bisher kein Fieber, aber dennoch musste er gestern vorzeitig aus der Kita geholt werden. Und so  muss man dann automatisch runterschrauben, Pläne und Termine sausen lassen, und abwarten, ob er schnell oder langsam wieder fit wird. Natürliche Beschneidung eines übervollen Terminkalenders. ;)

 

Tachchen! Na?!

Viele liebe Grüße aus der Versenkung. Ich kann gar nicht fassen, wie inaktiv ich gerade in der Blogosphäre bin, weil das nicht sooo typisch für mich ist. Es lag und liegt so viel an, Termine, Besuche, Arbeit, Leben. Die Lust am Ausgehen, Rausgehen, Erleben ist gerade zudem riesig. Ich komme mir manchmal fast ein bisschen vor, wie in einer klitzekleinen Midlifecrisis. War ich gerade noch hochzufrieden, wenn ich friedlich und gemütlich zu Hause ohne große Action sein könnte, bin ich aktuell am liebsten unterwegs. Wenn mein Mann jetzt noch mal ein Wochenende mit dem Kleinen wegfahren würde, wäre ich aber sicher nicht die ganze Zeit zu Hause und würde Netflix und meine Couch und die Ruhe genießen. Nee, gerade würde ich vermutlich das ganze Wochenende durch irgendwelche Clubs tingeln. Nun liegt aber so ein Wochenende gerade nicht an, dafür aber morgen ein Partnertag mit meinem Mann. Den Kleinen schieben wir zu seiner lieben Großtante ab, ganztags und auch über Nacht. Und wir verbringen Zeit miteinander (!), nicht nebeneinander. Und wir werden abends durch die Clubs tingeln. :D

 

 

Pustekuchen

Das Wort des Jahres, jetzt schon. Eigentlich fing es schon kurz vor Weihnachten an, dass dieses Wort öfter zur Sprache kam. Da fing es nämlich auch an mit den Kleinkindkrankheiten. Damals hatten wir schon Plätze im Kino für Star Wars reserviert, weil meine Mutti hier war und wir somit einen Babysitter hatten. Aber Pustekuchen. Den Film haben wir bis heute nicht zusammen anschauen können und jetzt wollten wir mal wieder einen Termin finden, in der Hoffnung dass der Film noch immer läuft. Jap, Pustekuchen. Müssen wir wohl auf die DVD warten. Und so läuft das jetzt schon eine Weile. Ich stehe total auf Pläne und werde ganz irre, wenn die durchkreuzt werden durch Unvorhersehbarkeiten. Die haste aber eigentlich ständig mit einem Kindchen, vor allem wenn es in die Bazillenhöhle (Kita) geht. Da haste auf Arbeit einiges zu tun und dir einen Wochenplan für die Erledigung der Aufgaben zurechtgelegt…Pustekuchen, Kita ruft an. Oder Kind bricht. Oder Kind hat Fieber. Oder sonstwas. Oder, auch geil: Am heiß herbeigesehnten freien Freitag soll die To-Do-Liste wieder ein bisschen reduziert werden. Pustekuchen, Mutter kotzt nun auch.

Gestern hab ich dann auch richtig gekotzt, im übertragenen Sinne, also abgekotzt. Denn der lang herbeigesehnte Ausgehabend mit meiner Freundin wurde durchkreuzt. Diesmal nicht vom Kind, aber von meinem Verdauungstrakt. Scheinbar ist da was noch nicht wieder ganz auf der Höhe, ich jedenfalls hätte nicht einfach mein Zuhause mit dem schönen, hauseigenen Klo verlassen können. Dann ging halt mein Mann mit ihrem Mann aus, ganz spontan, und wir blieben zu Hause bei unseren Kindern. Sehr frustrierend, wir hatten uns echt so gefreut. Und dann kam bei mir auch noch eine durchwachte Nacht hinzu. Sowas passiert nicht oft, aber wenn ich mal alleine zu Hause bin, dann passiert es grundsätzlich, da kannste einen drauf lassen. Also, Kindchen ab halb 11 glockenwach und sehr unleidlich. Ich musste meinen Couchabend und meine Fotobucharbeit abbrechen und mit ihm ins große Bett. Wo er halb 2 erst wieder einschlief, und um 6 wieder erwachte, mit einem leichten Krupphusten. Der Mann schlummerte friedlich und verkatert auf der Couch. Bis halb 8 konnte ich das Kind noch schmusend bei mir im Bett behalten, dann war Schluss und der Papa wurde geweckt. Aber hey, er hatte auf jeden Fall mehr Schlaf als ich, das war genug Schonung für meine Begriffe. Ich bin echt richtig angepisst, das darf ich aber ja wohl auch mal. Ich weiß ja trotzdem dass es eh nichts bringt und es natüüüürlich viel Schlimmeres gibt. Gibt es immer.

Heute Abend starten jene Freundin und ich einen neuen Versuch. Ich hab Augenringe des Todes und muss morgen um 11 geschniegelt und gestriegelt und fit sein fürs Familienessen, aber ich lass mir das heute nicht nehmen. Es sei denn, ich kriege heute noch einen spontanen Blinddarmdurchbruch oder so. Hab zwar keinen Blinddarm mehr, aber hey, das interessiert ja mein Karma gerade nicht. ;)

Was den Kleinen nicht umhaut…

…haut die Große um. Unglaublich.

MTE hat am Mittwoch morgens um 5 im Bett gebrochen. Nach kurzer Irritation seinerseits wollte er Milch trinken und war ganz gut drauf. Die Milch kam auch wieder raus, aber das war’s dann. Er blieb den Tag trotzdem zu Hause, aß nicht besonders gut (aber auch nicht nichts) und war sonst total fröhlich und fit. Am Donnerstag in der Kita hatte er dann ein Mal die Hose ganz arg voll, aber abgesehen von wenig Appetit war ihm sonst auch nichts anzumerken. Das war’s. Kein flotter Otto und kein Brechen mehr.

Dann war ich dran. Fragt nicht nach Sonnenschein. Von Donnerstagnacht um 3 bis Freitagmittag um 11 musste ich alles was so geht im Wechsel oder gerne auch zeitgleich, ca. im Viertelstundentakt. Ich hatte sooo einen Durst und konnte nichts bei mir behalten. Am Ende hab ich geheult und wollte nicht mehr leben. Kotzfrei, und damit wieder in der Lage zu trinken, war ich dann ab 11 Uhr, der Rest ging erst abends weg. Flach lag ich bis Samstagmittag noch.

Dann war MTM dran. Samstagabend, 3x brechen, schlapp und müde bis Sonntagabend. Das war’s.

Exakt so lief auch unsere letzte familiäre Noroinfektion, im Dezember 2016. MTE hatte sogar noch weniger auszustehen (zum Glück), MTM hatte 4x gebrochen und ich wollte nur noch sterben nach einer ganzen Nacht Toilettenpein.

Frauenfeindliches Arschgeigenvirus.


Gestern Nachmittag konnten wir dann alle 3 endlich mal wieder geschlossen vor die Tür, um das wundervolle Wetter zu genießen. Wir fuhren in den Höhenpark Killesberg in Stuttgart, doch so schön die Sonne auch schien, lange hielten wir es nicht aus. MTM war noch geschwächt und uns allen froren fast die Gliedmaßen ab. Ich finde Minus 2 Grad zwar nicht sooo kalt, aber der Wind war echt richtig eisig. Immerhin konnten wir ein paar Tiere angucken, ein bisschen auf dem Spielplatz spielen und rutschen, und immerhin wurden wir mal wieder gelüftet. Umso schöner war auch das Heimkommen in die vormittags von mir desinfizierte Bude wieder, und das Couchkuscheln zu dritt. ♥

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Welche Kinderkrankheit ist das größte Arschloch?

Also, bei mir steht da Mundfäule ganz hoch im Kurs. Es gibt so Krankheiten, die hielt ich als kinderlose Frau für entweder hochgefährlich und ausgerottet oder ich kannte sie gar nicht. Scharlach zum Beispiel. Oder Mundfäule. Ich meine, welcher normale Mensch beschäftigt sich schon mit so einem abartigen Wort?! Nun, Mütter.

Mein Söhnchen war am Montagmorgen mit mir bei der U7, da war noch alles gut, abgesehen von dem aufsehenerregenden Gebrüll, das das Kind an den Tag legte. Man hat mir versichert, dass es noch schlimmere Kinder gibt, aber im U-Heft steht nun als Auffälligkeit: „Durchgängige Abwehr bei der Untersuchung.“ Jo.
Am Abend hat der Kleine dann plötzlich beim Essen „Aua“ gesagt, auf den Mund gezeigt und geweint und alles verweigert, was wir ihm anboten. Auch die geilen Sachen, die er liebt. Die Nacht war zum Kotzen. Er war total unruhig und schlief erst um 22 Uhr ein, wachte dann aber stündlich auf und teilweise schrie er dann auch noch minutenlang. Ich bemerkte dann auch einige Bläschen auf den Innenseiten der Lippen. Ein paar Stunden Schlaf bekamen wir alle dann trotzdem zusammen im großen Ehebett und am Morgen rief ich auf Arbeit an und meldete mich erstmalig „kindkrank“. Zum Kinderarzt sollten wir vormittags kommen und bis dahin verhielt sich das Kind fit und fröhlich, aß auch Haferflocken mit Joghurt und ich fragte mich schon, ob das alles doch gar nichts war. Der Arzt erklärte mir dann (unter tosendem Geschrei natürlich wieder), dass das Kind tatsächlich „Aphten“ im Mund habe und er auf eine Herpes-Erstinfektion tippt. Er bereitete mich vor, was noch kommen würde: Hohes Fieber, offene Stellen im Mund, Mundfäule, starke Schmerzen. Tja, und er sollte Recht behalten.

Seitdem geht’s eigentlich nur noch bergab. Erst kam tatsächlich 2 Tage lang hohes Fieber und das Essen wurde schwieriger, aber gewisse Sachen gingen noch (Joghurt, Milch, Banane usw.). Inzwischen ist das Fieber weg und die gestrige Nacht war auch die erste, in der der Kleine wieder zwar unruhig, aber durchgängig in seinem Bett schlief. Vorher schlief er dort zwar völlig erschöpft recht früh abends ein, aber schreckte dann irgendwann so hoch dass er zu uns ins Bett kommen musste. Nun ist es aber so, dass die Nahrungsverweigerung stärker in den Vordergrund rückt. Der Mund scheint stark zu schmerzen, das Kind sabbert wie ein Wasserfall und will nichts außer dem Schnuller im Mund haben. Manchmal gibt’s kleine Hochs, zum Frühstück gestern zum Beispiel aß er bisschen was und trank auch. Seine Milchflasche morgens im Bett trinkt er auch immer aus (90ml H-Milch, 170ml Wasser). Aber ansonsten verweigert er alles und heult nur, wenn es an den Esstisch geht. Seit das Fieber runter ist, trinkt er auch so gut wie nichts mehr, ich gehe hier fast ein vor Sorge. Nachdem er dann heute Nachmittag fast 24 Stunden nichts gegessen und (abgesehen von der Flasche morgens) nichts getrunken hatte, hab ich ihn nach einem Schmerzmittelzäpfchen (das ist auch immer sehr dramatisch) zwingen müssen, ein paar Schluck Wasser zu nehmen. Und einen Schluck Milch mit Honig. Den fand er dann doch attraktiv, so dass er Gott sei Dank das ganze Glas austrank, noch ein zweites verlangte und davon noch bisschen was trank. Dann sagte er „ja“ zu einer Viertel Banane und auch zu einer kleinen Schale Kartoffelsuppe mit Wurst und Blumenkohl. Ich war so erleichtert vorhin! Seitdem will er wieder nix mehr von irgendwas zu Essen oder Trinken wissen, das wird vermutlich auch so bleiben bis morgen, davon kann ich nun ausgehen. Aber immerhin ist er nun erst einmal bisschen gestärkt und auch nicht mehr so schwach auf den Beinen. Ich hatte schon überlegt, wegen des Flüssigkeitshaushaltes ins Krankenhaus zu fahren.

So, die Weihnachtsstimmung ist erstmal dahin hier. Meine Mutti ist da und MTM hat seit gestern auch frei, aber ich bin trotzdem zu Hause, weil das Kind an mir klebt. Er tut mir so leid, aber ich mir ehrlich gesagt auch ein bisschen. Ich bin seit 3 Tagen ungeschminkt und kann froh sein, dass er mal 10 Minuten mit seiner Oma spielt und ich duschen gehen kann. Meine Mutti wäscht seit ihrem Eintreffen permanent Wäsche (Bettlaken, vollgesabberte Pullis, vollgesabberte Spucktücher, vollgesabberte Erwachsenenklamotten…) und hat heute die Bude geputzt um uns herum. MTM hat die letzten Besorgungen gemacht. Jeden Abend wünsche ich mir die weihnachtliche Stimmung wieder herbei, die ich bisher hatte, aber doch bin ich jeden Abend völlig unentspannt, weil ich weiß dass ich gleich wieder ans Bettchen werde gehen müssen und weil ich mir solche Sorgen mache, weil das Kind so wenig trinkt und solche Schmerzen  hat. Und nein, das Gröbste scheint nicht überstanden zu sein. Das dauert wohl eine ganze Weile, bis es wieder gut im Mund ist und unser Sohn belehrt uns auch jeden Tag eines Besseren, wenn wir es mal gewagt haben, Hoffnung zu haben. Morgens ist er nämlich meistens ganz gut drauf, aber bisher ging es immer wieder bergab im Laufe des Tages.

Mundfäule, ey. Arschloch.

 

 

Mutter in der Lehre

Am Samstag hatte ich die völlig behämmerte Idee, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, um „schnell“ was zu besorgen. Noch bekloppter wurde die Idee, als ich den Kleinen auch noch mitnahm, und den Buggy. Ich wollte meinem Mann einfach auch mal ein paar sturmfreie Stunden bescheren, daran ist ja nichts verkehrt.
Als ich dann schon im Parkhaus mit dem Auto im Stau stand, später zu Fuß bei den Fahrstühlen, und dann einfach in der gesamten Innenstadt, verfluchte ich mich schon wieder selbst. Dann fing es auch noch an, in Strömen zu gießen. Ich erreichte weder das gewünschte Weihnachtsmarktbüdchen, noch die Alternative: Eine Abteilung im Einkaufszentrum. Da stand ich nämlich auch am Fahrstuhl an, aber nach 10 Minuten hat es mir gereicht. Draußen sind wir dann durch den Regen gelaufen und haben im Regen die Krippe mit echten Tieren angeschaut. Das war der einzige Platz, der nicht überfüllt war, nur eine andere klatschnasse Mutti stand mit ihrem Kind neben mir.
Ich hatte schon aufgegeben und wollte unverrichteter Dinge (für 9€ Parkgebühr!) wieder gehen, da lief ich dann doch noch an einem Stand vorbei, bei dem ich besorgen konnte was ich besorgen wollte. Es hörte auch auf zu regnen, sodass mein Kind und ich uns sogar noch eine riesige Dampfnudel auf einer etwas abgelegenen Parkbank teilen konnten. Ich war wieder besänftigt. Bis…

Also, auf dem Rückweg zum Auto liefen wir an einem Karussell vorbei. MTE wollte „rrrein!“ und ich Idiotin dachte, einen Versuch sei es wert. Er ist schon mal mitgefahren bei sowas, aber es gab auch schon Situationen, in denen er dann doch nicht wollte. Diesmal schien er es kaum erwarten zu können, allerdings konnte man sich wegen der Menschenmassen nicht unbedingt aussuchen, in welches Gefährt man sein Kind setzt. Das Karussell hielt, ich setzte ihn zu einem anderen Kind in einen Abschleppwagen, aber er wollte nicht und war kurz vorm Weinen. Ok, eine Runde abwarten, dem Kind erklären dass es ggf. auch mit anderen Kindern mitfahren muss und vor allem nur mit dem Abschleppwagen, weil der direkt vor uns hält. Kind wirkte sehr verständnisvoll und sagte zu allem brav „ja“. Karussell hält an, ich versuche ihn reinzusetzen, er wehrt sich wieder. Ich war wirklich nicht wütend, ich hab ja auch ein bisschen damit gerechnet. Aber erledigt war das Ding nun eben auch für mich, also sagte ich ihm, dass wir dann jetzt zum Auto gehen… Tja, was soll ich sagen? So einen krassen Wutanfall habe ich bei ihm noch nie erlebt. Mitten in der Menschenmasse, in der wir uns befanden, drehte das Kind völlig durch, war eindeutig nicht mehr Herr seiner Sinne und wehrte sich gegen jeden Versuch, ihn zu berühren. Ich konnte ihn weder hochnehmen, noch an die Hand nehmen, noch in den Buggy setzen. Er schmiss sich auf den nassen Asphalt und schrie und schrie und schrie und wollte wieder zurück zum Karussel und „rrrein!“. Alle Köpfe flogen zu mir herum, aber ich war viel zu beschäftigt damit, das Kind erstmal aus dieser Menschenmasse rauszukriegen, als dass mich das irgendwie angehoben hätte. Ich konnte ihn nur unter enormem Kraftaufwand und strampelnd unter meinem Arm zur Seite tragen, stellte ihn dann ab und ließ ihn weiter ausrasten. Als ich mich herunterbeugte, um ihm zu erklären, dass er zwei Mal nicht mitfahren wollte und wir deshalb jetzt gehen, wurde das Geschrei schon langsam weniger irre. Ich konnte mich dann dort, wo weniger Menschen waren, auch mal 3 Meter entfernen, erklärte ihm unter seinem Geschrei, dass ich jetzt zum Auto gehen möchte und mich freuen würde wenn er mitkommt. ;) Irgendwann kam er angerannt (noch immer weinend) und wollte hoch – da wusste ich, dass er nun wieder klar ist. Er bat nur noch wimmernd um seinen Schnuller und als er ihn hatte, drückte er mich ganz fest. So standen wir mehrere Minuten da, mitten in Stuttgart, und umarmten uns. Meine Aufregung, Wut und Verzweiflung waren sofort verflogen. Seine auch. Er war sichtlich geschafft von dieser Attacke, aber dann ganz lieb und auch redselig. Er erzählte mir den gaaanzen Heimweg lang, dass er ins Karussell wollte, Mama nein gesagt hat und er geweint hat („Nein nein! Mama! I weine!“). Am nächsten Morgen hat er mir das auch nochmal erläutert. :D

So, und ich bin einfach irgendwie stolz, dass ich das ganz gut überstanden habe. Dass ich weder nachgegeben habe, um nur das Kind zu beruhigen (was hätte er daraus gelernt?), noch ausgeflippt bin. Ich wusste vorher wirklich nicht, wie angemessen oder unangemessen ich in so einer Situation reagieren würde, ich weiß es auch fürs nächste Mal nicht. Aber mit diesem Mal bin ich einfach ein bisschen gewachsen in dieser komischen Mutterrolle, habe dazugelernt, war wieder ein bisschen selbstbewusster. Mama entwickelt sich. Kind sowieso. Diese scheiß Wutanfälle gehören unerfreulicherweise wohl dazu. Herrje, das war nur der Anfang!