7 Wochen Muddi

Am Donnerstag den 25.02.16 war mein kleiner Sohn schon 7 Wochen alt. Diese 7 Wochen waren dermaßen ereignisreich, wie noch nie irgendwas in meinem Leben. Dabei kommt man ja eigentlich zu nichts, und dennoch passiert so viel. Mit einem selber, mit der Partnerschaft, mit dem Säugling, mit dem Leben.

Die ersten Tage im Krankenhaus waren nicht besonders schön, darüber habe ich in privater Runde schon berichtet. Die ersten Tage zu Hause hatten es ebenfalls in sich. Es sind so viele Tränen geflossen wegen der Stillproblematik, der Überforderung, der Angst vorm Versagen, der Angst vor dem neuen Leben… Was Hormone mit der Psyche machen können, realisiere ich erst richtig seit ich ein Kind geboren habe. Zwischenzeitlich habe ich sogar die Wochenbettdepression gegoogelt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass das normal ist. Scheint aber normal zu sein, denn inzwischen geht es mir gut und diese Phase ist vorüber. Und trotzdem frage ich mich oft, ob es meinem Kind wohl gut geht mit uns. Das Gefühl, etwas falsch zu machen, hört nicht auf. Da kann man sich noch so sehr vornehmen, sich auf seinen Instinkt zu verlassen, so eine richtig selbstbewusste und auch lockere Mutti wird man wahrscheinlich erst beim zweiten Kind. Oder manche Frau auch nie. ;)

Was letztlich dennoch zu täglich ein bisschen mehr Muddi-Selbstbewusstsein und zu weniger Verzweiflung/Angst/Überforderung führt, sind die Meilensteine, die man immer wieder schafft. Mit jedem Mal, mit jeder Hürde die man genommen hat, ist man einen Schritt weiter. Und wenn es dann noch gut geklappt hat alles, ist man auch wieder ein bisschen mutiger, hat wieder ein bisschen mehr Vertrauen in sich und sein Kind. Am Anfang hatte ich einfach nur Panik vor allem neuen, vor jedem dieser Schritte, die letztlich alle erfolgreich gemeistert wurden:

Mit MTM:

  • Die erste Nacht zu Hause und das erste Mal schlafen in seinem neuen Bettchen.
  • Der erste Spaziergang mit dem Kinderwagen, noch gaaaanz nah an der Wohnung.
  • Das erste Mal nachts von dem Baby wegdrehen (das hat echt Überwindung gekostet!).
  • Das erste Mal Auto fahren.
  • Das erste Mal in die Innenstadt fahren, Baby vom Maxi Cosi in den Kinderwagen umschichten, lange spazieren und ein Eis essen.
  • Das erste Mal das Baby baden (sooo schön!).
  • Die erste große Fahrt in meine Heimat, 560km!
  • Zum ersten Mal das Baby alleine schlafen legen. (Die ersten Wochen war er immer bei uns im Wohnzimmer, bis wir ins Bett gegangen sind. Die letzten Wochen ist immer einer von uns zusammen mit ihm schlafen gegangen. Und gestern blieb er allein zurück gegen 19:30 Uhr und hat es akzeptiert ohne weinen. Dafür hab ich bisschen geweint. Bald ist er erwachsen und zieht aus!)
  • Zum ersten Mal wieder zu zweit einen (kurzen, wegen der Müdigkeit) Abend auf der Couch verbringen und darauf anstoßen.

Ohne MTM:

  • Der erste Termin, beim Osteopathen, 20 Fahrminuten entfernt.
  • Die erste Nacht ohne den Papa.
  • Der erste Schnupfen und damit verbundene spontane Arztbesuch.
  • Der erste richtige Kinderarzttermin.
  • Das erste Mal woanders füttern und wickeln.
  • Das erste Mal im Supermarkt.
  • Das erste Mal beim Spazieren recht weit von der Wohnung entfernen.
  • Der erste lange Heimataufenthalt (12 Tage!), ohne die gewohnte Umgebung der Wohnung und vor allem ohne den Papa.
  • Das erste Mal das Kind allein mit der Omi lassen.
  • Der erste Einkaufsbummel mit Oma zur Unterstützung, sogar mit großer Ausbeute für Mutter und Kind.
  • Das erste Mal ein Bad genießen und über die doofen Sprüche frustrierter Mütter lachen, die einem prophezeiten, dass das nicht mehr möglich sein wird (inzwischen habe ich schon 3 Mal gebadet und dabei gelesen oder telefoniert und sogar Wein getrunken, HA!).
  • Der erste eigene Arztbesuch inklusive längerer Wartezeit.
  • Der erste Besuch auf Arbeit für mehrere Stunden, inklusive Trubel durch die vielen Kollegen, die sich um Mutter und Kind scharrten.
  • Der erste Stadtbummel, sogar mit einem Mittagessen in der Sonne (siehe Foto).

 

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Es hört auch nach ganzen 7 Wochen nicht auf mit den Meilensteinen. Heute kommt dann hoffentlich auch noch „das erste Mal erfolgreich putzen“ dazu. ;)

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Alles ist anders

Das wurde mir ständig unter die Nase gerieben während der Schwangerschaft. Und es ging mir auf den Kranz, denn schließlich war mir das auch klar. Dass nun wirklich alles anders ist, überrascht mich kein bisschen. Aber mitteilen will ich es trotzdem. Ich würde so gerne so viel erzählen, lesen was bei euch so los ist… Ich schaffe es aber nicht mal, zeitnah auf eure Kommentare zu antworten. Nun ist es aber auch nicht so, dass mich das total nerven würde, so wenig Zeit für meinen Kram zu haben. Vielmehr ist es so, dass ich halt andere Dinge mache, die mir auch gut tun, die aber eben mit Baby machbar sind. Mein Kind schläft tagsüber vor allem dann lange, wenn es im Kinderwagen liegt oder im Maxi Cosi herumkutschiert oder -getragen wird. Deshalb und auch weil ich es wichtig finde, gibt’s jeden Tag eine große Portion frische Luft (außer wenn echt Weltuntergangswetter ist, das brauchen wir beide dann auch nicht) oder eben irgendeine Unternehmung, da stehen ja auch diverse Termine bei Ärzten an und so. Da ist schon so viel Zeit weg, die ich eben „nur“ fürs Spazieren/für Unternehmungen nutzen konnte, nicht aber für all den Kram, den ich sonst gemacht hätte. Und wenn wir zu Hause sind und er mal schläft, was nie besonders lange ist, dann wusel ich hier halt rum. Mache mich morgens frisch, mache bisschen Ordnung, koche Fläschchen aus, esse was, bereite das Abendessen vor, beantworte die unzähligen Whatsapp-Nachrichten (Geburtsvorbereitungskursgruppe, meine Mutti die viele Bilder braucht um die Entfernung ertragen zu können, andere Verwandtschaft die auch nach Bildern verlangt, Freundinnen von hier und Heimat über alle Neuigkeiten und natürlich Mutti-Tipps… Telefonieren geht halt nicht mit all den Leuten!). Geputzt habe ich seit 2015 nicht mehr, ohne Scheiß. MTM hat mal durchgesaugt, die Betten frisch gemacht oder das Klo geputzt. Aber so richtig, mit Staub wischen und so, dafür hab ich einfach keine Ruhe. Das muss man sich mal vorstellen. Aber wenn das Kind wach ist, liegt es eben nicht ständig fröhlich glucksend und brabbelnd rum, nein, dann braucht es auch Unterhaltung/eine frische Windel/bisschen kuscheln/eine Flasche… Es lässt sich schon auch mal ablegen, aber nicht so lange dass ich hier vernünftig putzen oder gar bloggen könnte. Aber für heute hab ich es mir vorgenommen, denn MTM ist ja zum Bespaßen da. Gerade ist er unterwegs mit dem Kleinen und ich trinke schon meinen zweiten Kaffee (ja, ich kann Gott sei Dank wieder, der pränatale Ekel ist verschwunden) und blogge! Fürs Putzen ist den Rest des Tages noch Zeit und zur Not kenne ich auch schon den Preis für eine einmalige Putzhilfe, geht eigentlich. ;D

 

Freitagsfüller

  1. Gar nicht in Frage kommt für mich, dass ich mein Baby aus erzieherischen Gründen schreien lasse.

2. Die Zeit in meiner Heimat nutze ich intensiv für Freunde und Familie, aber in Blogs oder meinem Buch lesen, das habe ich bisher trotz des Vorsatzes nicht geschafft.

3. Am liebsten mag ich weiße Tulpen.

4. Wegen meiner Abwesenheit habe ich keinen blassen Schimmer, was gerade so los ist in meinem Kühlschrank.

5. Ich werde schwach, wenn ich in diese stahlgrauen Augen schaue (siehe unten).

6. Jetzt will ich ihn echt auch nicht mehr, den Schnee.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Babyguckbesuch von meiner kleinen Cousine, morgen habe ich nach 12 Tagen Abstinenz intensives Kuscheln mit MTM und unserem Kleenen geplant und Sonntag möchte ich eine ebenso gute Rückfahrt nach Stuttgart erleben, wie die Hinfahrt in meine Heimat war.

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12 von 12 im Februar

Ich bin für 12 Tage in meiner Heimat und diesmal war meine Mutti hinterher, mich an die 12 von 12 zu erinnern. Sie guckt sich das auch so gerne an. ;) Jetzt komme ich dazu, das schnell zu bloggen, während Mutti den Enkel huschelt. ♥

Der Tag fing früh an, wie man an dieser herrlichen App erkennt, mit der ich alles im Blick habe. ;)

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Wir wollen noch nicht aufstehen und halten lieber noch ein bisschen Händchen. :)

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Das Outfit des Tages liegt schon bereit.

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So ist das dann: Die Muddi noch im Nachthemd und das Kindchen schon rausgeputzt. :)

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Das Schicksal einer Flaschenmama. Das macht es nicht unbedingt leichter, damit klarzukommen dass man eine ist.

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Die Küche meiner Eltern ist voll in Beschlag genommen. ;)

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Opa passt auf, eine schnelle Dusche ist also drin.

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Das Kind schläft kurz mal (an diesem Tag leider eine absolute Seltenheit), da kann man schnell mal den Freitagsfüller machen.DSC06203

Spaziergang durch die alte Heimat, leider die Hälfte der Strecke mit schreiendem Kind. :(

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Mit einem kleinen Einkauf wieder zu Hause.

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Lieben Besuch von seiner „Tante“ empfangen, die am selben Tag wie das Kindchen Geburtstag hat. Und den ersten Sekt seit 10 Monaten trinken. Ein halbes Glas hab ich geschafft.

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Husch Husch ins Körbchen, noch eine eher untypische Schreiattacke überstehen, selbst mit Tränen in den Augen, und dann zusammen fix und fertig einschlafen.

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Es war einer der anstrengenden Tage, manchmal ist das Kind unleidlich und keiner kann sagen wieso. Es gibt aber auch viele gute Tage, den heutigen zum Beispiel, an denen er schön chillig ist. Vielleicht beim nächsten Zwölften? ;)

Freitagsfüller

  1. Es könnte so schön sein, wenn mein Papa nicht so krank wäre.

2. Dass ich mich schon nach der Hälfte des Tages ausgelaugt fühle, ist heute kein Wunder

3. Die größte Flasche Sekt/Rotwein/sonstiger Fusel kann mich gerade null beeindrucken.

4. Ich war nie der Typ für extravagante Klamotten.

5. Im Kino läuft sicher irgendwas tolles, wofür ich sowieso keine Zeit habe. ;)

6. Dass MTM für 12 Tage 9327,98 Kilometer Luftlinie von uns entfernt ist, macht mich nervös.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Babyguckbesuch aus Berlin, morgen habe ich ein Frühstück bei meiner Freundin und Kaffetrinken mit Babybguckbesuch aus dem Erzgebirge geplant und Sonntag möchte ich Zeit mit meiner Familie und weiterem Babyguckbesuch verbringen, denn mein Kindchen und ich verweilen gerade in meiner Heimat.

Gefangen bei Barbara.