Mutter in der Lehre

Am Samstag hatte ich die völlig behämmerte Idee, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, um „schnell“ was zu besorgen. Noch bekloppter wurde die Idee, als ich den Kleinen auch noch mitnahm, und den Buggy. Ich wollte meinem Mann einfach auch mal ein paar sturmfreie Stunden bescheren, daran ist ja nichts verkehrt.
Als ich dann schon im Parkhaus mit dem Auto im Stau stand, später zu Fuß bei den Fahrstühlen, und dann einfach in der gesamten Innenstadt, verfluchte ich mich schon wieder selbst. Dann fing es auch noch an, in Strömen zu gießen. Ich erreichte weder das gewünschte Weihnachtsmarktbüdchen, noch die Alternative: Eine Abteilung im Einkaufszentrum. Da stand ich nämlich auch am Fahrstuhl an, aber nach 10 Minuten hat es mir gereicht. Draußen sind wir dann durch den Regen gelaufen und haben im Regen die Krippe mit echten Tieren angeschaut. Das war der einzige Platz, der nicht überfüllt war, nur eine andere klatschnasse Mutti stand mit ihrem Kind neben mir.
Ich hatte schon aufgegeben und wollte unverrichteter Dinge (für 9€ Parkgebühr!) wieder gehen, da lief ich dann doch noch an einem Stand vorbei, bei dem ich besorgen konnte was ich besorgen wollte. Es hörte auch auf zu regnen, sodass mein Kind und ich uns sogar noch eine riesige Dampfnudel auf einer etwas abgelegenen Parkbank teilen konnten. Ich war wieder besänftigt. Bis…

Also, auf dem Rückweg zum Auto liefen wir an einem Karussell vorbei. MTE wollte „rrrein!“ und ich Idiotin dachte, einen Versuch sei es wert. Er ist schon mal mitgefahren bei sowas, aber es gab auch schon Situationen, in denen er dann doch nicht wollte. Diesmal schien er es kaum erwarten zu können, allerdings konnte man sich wegen der Menschenmassen nicht unbedingt aussuchen, in welches Gefährt man sein Kind setzt. Das Karussell hielt, ich setzte ihn zu einem anderen Kind in einen Abschleppwagen, aber er wollte nicht und war kurz vorm Weinen. Ok, eine Runde abwarten, dem Kind erklären dass es ggf. auch mit anderen Kindern mitfahren muss und vor allem nur mit dem Abschleppwagen, weil der direkt vor uns hält. Kind wirkte sehr verständnisvoll und sagte zu allem brav „ja“. Karussell hält an, ich versuche ihn reinzusetzen, er wehrt sich wieder. Ich war wirklich nicht wütend, ich hab ja auch ein bisschen damit gerechnet. Aber erledigt war das Ding nun eben auch für mich, also sagte ich ihm, dass wir dann jetzt zum Auto gehen… Tja, was soll ich sagen? So einen krassen Wutanfall habe ich bei ihm noch nie erlebt. Mitten in der Menschenmasse, in der wir uns befanden, drehte das Kind völlig durch, war eindeutig nicht mehr Herr seiner Sinne und wehrte sich gegen jeden Versuch, ihn zu berühren. Ich konnte ihn weder hochnehmen, noch an die Hand nehmen, noch in den Buggy setzen. Er schmiss sich auf den nassen Asphalt und schrie und schrie und schrie und wollte wieder zurück zum Karussel und „rrrein!“. Alle Köpfe flogen zu mir herum, aber ich war viel zu beschäftigt damit, das Kind erstmal aus dieser Menschenmasse rauszukriegen, als dass mich das irgendwie angehoben hätte. Ich konnte ihn nur unter enormem Kraftaufwand und strampelnd unter meinem Arm zur Seite tragen, stellte ihn dann ab und ließ ihn weiter ausrasten. Als ich mich herunterbeugte, um ihm zu erklären, dass er zwei Mal nicht mitfahren wollte und wir deshalb jetzt gehen, wurde das Geschrei schon langsam weniger irre. Ich konnte mich dann dort, wo weniger Menschen waren, auch mal 3 Meter entfernen, erklärte ihm unter seinem Geschrei, dass ich jetzt zum Auto gehen möchte und mich freuen würde wenn er mitkommt. ;) Irgendwann kam er angerannt (noch immer weinend) und wollte hoch – da wusste ich, dass er nun wieder klar ist. Er bat nur noch wimmernd um seinen Schnuller und als er ihn hatte, drückte er mich ganz fest. So standen wir mehrere Minuten da, mitten in Stuttgart, und umarmten uns. Meine Aufregung, Wut und Verzweiflung waren sofort verflogen. Seine auch. Er war sichtlich geschafft von dieser Attacke, aber dann ganz lieb und auch redselig. Er erzählte mir den gaaanzen Heimweg lang, dass er ins Karussell wollte, Mama nein gesagt hat und er geweint hat („Nein nein! Mama! I weine!“). Am nächsten Morgen hat er mir das auch nochmal erläutert. :D

So, und ich bin einfach irgendwie stolz, dass ich das ganz gut überstanden habe. Dass ich weder nachgegeben habe, um nur das Kind zu beruhigen (was hätte er daraus gelernt?), noch ausgeflippt bin. Ich wusste vorher wirklich nicht, wie angemessen oder unangemessen ich in so einer Situation reagieren würde, ich weiß es auch fürs nächste Mal nicht. Aber mit diesem Mal bin ich einfach ein bisschen gewachsen in dieser komischen Mutterrolle, habe dazugelernt, war wieder ein bisschen selbstbewusster. Mama entwickelt sich. Kind sowieso. Diese scheiß Wutanfälle gehören unerfreulicherweise wohl dazu. Herrje, das war nur der Anfang!

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Im Übrigen…

…trage ich total gerne meinen Schlafanzug, nur nicht im Bett, weil ich beim Schlafen Hosen und Gummizug nicht ertragen kann.

…koche ich gerade zum ersten Mal Erbseneintopf und habe dabei ein seltsames Verlangen nach einer Kittelschürze, wie Oma sie getragen hat.

…plane ich eine Weihnachtsbaumschmuckreform, die (in meinem Leben zumindest) ihresgleichen sucht.

…habe ich den (vermutlich unerfüllt bleibenden) Traum, nach nächstem Mittwoch dieses Jahr dann nicht mehr einkaufen zu müssen.

…gehe ich „zwischen den Jahren“ freiwillig arbeiten, weil ich diese Ruhe auf den Straßen und auch auf Arbeit liebe.

…kommt meine Mutti am Dienstag endlich wieder zu Besuch.

…wollen wir das gleich ausnutzen und nächste Woche endlich ins Kino zu Star Wars gehen!

 

12 von 12 im Dezember

Also heute war der Wurm drin. Morgens hab ich nocht dran gedacht, und dann erst abends wieder. Zudem macht mein Handy inzwischen fast nur noch komische Bilder und die Kamera hatte ich nicht dabei; ich freu mich schon auf mein neues Handy und spare weiter fleißig, bis ich irgendwann nach Weihnachten zuschlage. Im Januar gibt’s dann also hoffentlich bessere 12 von 12. Hier aber erstmal die von heute…

Boah, nach einer schlaflosen Nacht ist heute ein besonders tiefer Griff in die Trickkiste nötig. Mein neues Lieblingsparfüm darf auch nicht fehlen.

Lebenselixier für die Fahrt zur Arbeit und ein Kofferraum voller Futter für den ersten Arbeitstag nach meinem Geburtstag.

Ich spendiere nämlich Kuchen und darf mich über ein bunt geschmücktes Büro freuen.

So, Cut. Nach Feierabend hab ich das Kind abgeholt und bin mit ihm einkaufen gefahren. Erst beim Vorbereiten des Abendbrots fällt mir wieder ein, dass der Zwölfte ist. Und dass das Kindchen auch noch sein Kalendertürchen öffnen muss!

Das Kind kriegt liebevoll Geschnittenes und Geschmiertes, die Eltern essen die übrigen Brotrinden (na gut, und Tomatensalat, so schlimm ist es nicht. ;)). Danach badet der Mann das Kind und ich fülle die Schränke mit dem DM-Einkauf auf.

Klamotten rauslegen, Brotdosen befüllen, Kind ins Bett bringen – danach hab ich mir mein erstes Mal Durchatmen des Tages verdient und verbringe es mit einem kleinen Wellnessprogramm. Und im Anschluss mit dem Mann und der ARD-Mediathek auf der Couch.

Andere Teilnehmer am Projekt „12 von 12“ findet ihr wie immer bei Caro. Danke fürs Gucken!

Die Woche war…

…vorweihnachtlich.

Weihnachtsdeko 2711.jpg

Gesehen.: The Voice!
Gehört.: Wolfang Petrys Weihnachtsalbum.
Gelesen.: Endlich mal wieder angefangen, mit „Tödlich“ von Thomas Enger.
Getan.: Mit meinem Mann eine richtig fette Cocktailparty mit Dresscode und Roulette und allem Zipp und Zapp sehr genossen.
Gegessen.: Schupfnudelpfanne zum Frühstück bei einem Weihnachtsmarktbesuch gleich morgens mit einer Freundin.
Getrunken.: Ein Glühwein. Swei Glühwein. Rei Lühwein. Hie Hühei. Flünei. Sglwln.
Gefreut.: Dass die erste Übernachtung des Kleinen ohne uns oder Oma, aber bei einer lieben Tante, so gut geklappt hat.
Geärgert.: Über Menschen, die meinen, Reden ersetze Tun.
Gelacht.: Ja, ich würde sagen, schon recht viel.
Gedacht.: ‚Wie schön, es schneit!‘
Geplant.: Schon ein bisschen für den 2. Geburtstag des Söhnchens.
Gekauft.: Einen Elchpulli für das Kind, hihihi.

Dezemberliebe

November

Ich hatte ja hier und da schon erwähnt, dass der Dezember von mir sehr geliebt wird und auch recht ereignisreich bei uns ist. Aber erst mal musste das Ende des Novembers ordentlich über die Bühne gebracht werden, denn das war irgendwie auch nicht ohne dieses Jahr. Mein Kind sah seine Mutter 2,5 Tage gar nicht, weil diese ihren Job, städtische Erledigungen, einen abendlichen Friseurtermin und eine Weihnachtsfeier inklusive spontaner Übernachtung bei der Kollegin bewerkstelligen musste wollte. Unterdessen fiel der erste richtige liegenbleibende Schnee – ich war live dabei, auf der Terrasse meiner Kollegin, nachts um 2, in eine Decke eingemurmelt und mit Rotwein und Zigarette in der Hand. (Ich muss einfach in regelmäßigen Abständen eskalieren, sonst wäre ich nicht mehr ich.) Am 30.11. war dann die Wiedersehensfreude bei meinem Sohn und mir groß, als ich ihn aus der Kita abholte; trotzdem gab es Pflichten zu erfüllen statt einen reinen Spielenachmittag. Wir mussten nämlich unsere Abreise am Folgetag vorbereiten und die Bude in Ordnung bringen, Wäsche abnehmen, packen usw..

Dezember

Am 1.12. hatten mein Mann und ich unseren 5. Hochzeitstag. Fünf Jahre! Welche Veränderungen diese kurze Zeit mit sich brachte, geht auf keine Kuhhaut. Wir hatten viele schöne Momente, sind viel gereist, auch mit meinen Eltern, haben ein Kind bekommen und noch ein Familiengeburtstagswunder erlebt! Aber wir haben auch zwei Jahre lang die Krankheit meines Papas mit ihm verkraften und ertragen und ihn dann gehen lassen müssen. Wir haben mit einer Freundin mitgelitten. Und uns durch Startschwierigkeiten als Eltern durchmanövriert.
Ganz unromantisch starteten wir diesen Tag mit einer langen Autofahrt in meine Heimat, zu meiner Mutti. Dort parkten wir das Kind, das sich riesig über das Wiedersehen mit Oma gefreut hat, und gingen schön essen. So wie jedes Jahr an diesem Tag. Und fast jedes Jahr haben wir bisher auch beim gleichen  Gastronom gegessen, so natürlich auch dieses Mal.

Der 2.12. verlief sehr chillig, wir haben den Tag recht gemütlich verbracht zusammen mit meiner Mutti und dem Kleinen und sind dann nachmittags auf einen Dorfweihnachtsmarkt hier um die Ecke gegangen. Das lief nicht so geil (Kind machte unseren Erwartungen einen Strich durch die Rechnung, wie immer ;)), aber das ist nun nicht der Rede wert. Am Abend ging ich mit meinen Freundinnen in unsere Provinzdisse zur Schlager-Party, um in meinen Geburtstag reinzufeiern. Die Stimmung war irgendwie nicht sehr  berauschend, aber es wurde dann um 0 Uhr besser, als ich mit einer DJ-Durchsage und einem Song von Roxette überrascht wurde. Bei der folgenden 90er-Runde machten die ganzen Schlagerfreunde am Rand lange Gesichter, aber 5 von uns tanzten fröhlich, auch wenn wir die Einzigen auf der Tanzfläche waren. ;) Um 4 Uhr war ich dann im Bett und halb 8 war ich wieder wach, weil mein Kind zwar bei Oma im Zimmer geschlafen hat, aber trotzdem wach und laut war und zu „Maaamaaa“ wollte. ;)
Nun war ich an diesem 3.12., meinem 35. Geburtstag, ein wenig müde, aber nicht unleidlich. Wir verbrachten einen entspannten Vormittag, gingen mittags dann essen und fuhren weiter nach Berlin. Denn dort wartete mein Geburtstagszwilling auf mich, mein „Pseudoneffe“ (Kind von meiner Großcousine, aber wir tun einfach so als wären unsere Kinder Cousins und damit unsere Neffen). Er wurde ein Jahr alt und da durften wir natürlich nicht fehlen bei dem Geburtstagsfest! Und es war so praktisch, denn ich hab auch gleich mein Geburtstagsfamilienkaffeekränzchen gekriegt. :) Am Abend kamen noch meine Tante und mein Onkel vorbei und wir saßen beisammen und vernichteten ein paar Flaschen Lieblingssekt. Es war ein schöner Geburtstag! ♥
Der 4.12. wurde auch erst mal ruhig angegangen und am Nachmittag machten mein Mann und ich uns dann auf den Weg in meine Herzensstadt: Dresden. Wir besuchten zwei Weihnachtsmärkte, zuerst den an der Frauenkirche, dann natürlich den Striezelmarkt. Es waren schöne und äußerst leckere Stunden und ich habe sogar noch ein ungeplantes Weihnachtsgeschenk gekauft. Für mich. :)

Heute ist nun endlich mal Zeit zum Runterkommen und Bloggen und natürlich auch Stiefelputzen, aber leider auch zum Kofferpacken. Morgen früh reisen wir wieder ab nach Stuttgart,  nachdem wir uns über die Gaben vom Nikolaus gefreut haben. Und dann geht’s für mich abends schon wieder weiter, zum Konzert, und ich bereue es ein bisschen, dass ich da zugestimmt habe. Mit 35 scheint man dann doch auch mal die Nase voll zu haben von dem ganzen Trubel und will nur noch auf die Couch. Naja, ich werd’s überleben. ;)

Undankbarer Job

Jetzt hat es mich auch erwischt, wovon einige Freundinnen mir schon berichteten: Papa ist der Held und Mama ist die olle Pissnelke, die ständig „nein“ sagt und statt permanenter Entertainer zu sein, auch unverschämterweise mal damit zu tun hat den Alltag in geregelten Bahnen zu halten. Und wenn Papa nicht der Held ist, ist es Oma. Mama ist aber irgendwie aus der Mode gekommen in letzter Zeit. Wenn Mama z.B. mit dem Söhnchen in der Wanne sitzt und Papa/Oma mal kurz reinkommt und wieder geht, brüllt der kleine Teufel los wie verrückt. „Papa daaa!“ „Oma daaa!“ Hallo? Mama ist doch da, hömma, zählt das nichts? Oder, wenn abends zu dritt noch ein Buch gelesen wird und Mama es dann wagt, das Kind ins Bett bringen zu wollen, inklusive Dazulegen und Händchenhalten (ja, das macht Mama natürlich, damit das Kind sich behütet und geborgen fühlt). „Neeeeein! Papaaaaa! Heulheulheul.“ Oder, wenn Mama samstags mit dem Kind rausgehen will und der Papa zu Hause bleibt. „Nein! Papaaaaaa! Papa daaa!“ Ey. Wie soll man da noch verständnisvoll und cool reagieren (macht man so heutzutage), wie soll man da nicht genervt sein bei so einem Theater ständig? Übrigens hat später am selben Tag der Papa auch gemeinsam mit dem Kind die Wohnung verlassen und Mama blieb zu Hause. Kind hat fröhlich gewunken. Und tschüss.

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne panisch reagiert. Schwarzmalerisch auch zuweilen. Ich sehe schon eine total kaputte Mutter-Kind-Beziehung vor meinem inneren Auge. Habe ein schlechtes Gewissen und denke an Entfremdung, weil das Kind 3 Tage in der Woche morgens nur den Papa sieht. Denke, dass der Papa ihn vielleicht zu oft abends ins Bett bringt (wir wechseln uns ab). Dass er zu oft mit Papa coole Ausflüge macht und mit mir nur die Alltagsbewältigung mitkriegt. Möchte mich vielleicht irgendjemand freundlicherweise ein bisschen beruhigen und mir ein paar einleuchtende Erklärungsversuche präsentieren? Danke.

Und zum Kompott hab ich jetzt drei völlig vollgepackte Tage und kriege mein Kind gar nicht zu Gesicht: Morgen früh bin ich wahrscheinlich auf dem Weg zur Arbeit, wenn er erwacht. Mein Mann holt den Kleinen ab, während ich ein paar Erledigungen mache und abends zum Friseur gehe. Wenn ich nach Hause komme, pennt das Kind. Mittwochs fahre ich auch zur Arbeit und lasse den Kleinen nachmittags von einer Tante abholen und hüten, bis der Papa kommt. Denn ich hab nach der Arbeit Weihnachtsfeier. Da komme ich auch erst sonstwann nach Hause. Am Donnerstag gehts morgens wieder superfrüh los zur Arbeit, und am Nachmittag hole ich den Kleinen wieder selbst ab. Wahrscheinlich hält er mich dann nur noch für irgendeine flüchtige Bekannte und weigert sich, mitzugehen. ;)

Er plus ich minus Kind

Unser Kleiner soll Mitte Dezember zum ersten Mal bei MTMs Tante übernachten, weil wir zu einer Feier gehen und nicht zu Hause schlafen werden. Da sein letzter Tag allein mit der Tante schon eine Weile her ist, hat sie sich gestern dazu bereit erklärt, den Tag mit ihm zu verbringen. Die Probe aufs Exempel sozusagen. :) Die beiden verstanden sich natürlich prima und wir konnten so mit gutem Gewissen von 10 bis 18 Uhr einen Paartag machen. Und dieser war einfach so wunderbar, weil wir keine Pläne hatten und uns einfach treiben ließen:

Nach zwei kurzen Erledigungen fuhren wir spontan ins VfB-Restaurant beim Stadion, weil wir unbedingt Schnitzel essen und dort sowieso schon lange mal einkehren wollten. Es hat sich gelohnt und wir waren ganz überrascht, dass uns mal eine spontane Entscheidung wirklich geglückt ist. Das passiert echt nicht so oft.
Nach dem Mittagessen fuhren wir in die Stadt, genauer gesagt den Stuttgarter Westen. Dort schlenderten wir umher und fanden ein klitzekleines, sehr alternatives Café, in das wir uns für einen Verdauungskaffee setzten. Dann war noch ein Verdauungsspaziergang in die Innenstadt angesagt und dort angekommen, bummelten wir ein bisschen herum und hatten tatsächlich wieder Glück mit spontanen Eingebungen. So fanden wir ein paar praktische Sachen für den Kleinen, an deren Existenz wir nach bisher vergeblicher Suche schon gezweifelt hatten. Manchmal lohnt sich dann doch die Recherche in den Läden, statt nur im Internet.
Weiter ging unser Spaziergang durch die Stadt auf der Suche nach Glühwein, worauf ich plötzlich richtig Appetit hatte. Nun, hier wurde ich leider enttäuscht, aber so wild ist das dann auch nicht. Stattdessen stellten wir erstaunt fest, dass ein Bauprojekt abgeschlossen und das Ergebnis richtig toll geworden war. Im neuen Dorotheen-Quartier werden wir zwar nicht shoppen gehen, weil die Läden zu luxuriös sind, aber das Flanieren dort war trotzdem schön. Es machte hungrig auf ein „süßes Stückle“ (die Schwaben, süß wa?!), was wir uns bei einem uralten Traditionsbäcker besorgten. Und dann wurde es auch Zeit, den Stadtrundgang zu beenden, denn wir wollten noch ein bisschen Zeit bei Bier und Wein in unserem geliebten Palast der Republik verbringen. Was? Schon nachmittags? Klar, abends ging ja nicht. ;) Es war total schön, zusammenzusitzen, zu quatschen und zu lachen. Da hat mir dann die Bahnfahrt zurück nicht mal mehr was ausgemacht, obwohl mir Bahnfahren wirklich ganz akut auf den Wecker geht.
Unser Kind empfing uns fröhlich und vor allem schon total „abgefertigt“, sogar Abendbrot hatte er schon gegessen. Wir mussten nur noch nach Hause fahren, ihn bisschen waschen, bisschen schmusen und ihn dann ins Bett bringen. Wir machten dann zu zweit noch ein wenig weiter mit Bier und Wein und der Glotze. Und nun sind wir auch optimistischer, was des Kindes Übernachtung bei jener Tante angeht. :)

Freitagsfüller

  1. Der Geruch von Glühwein ist momentan (noch) sehr attraktiv für mich, den ersten dieser Saison gab es aber noch nicht.

2. Ich denke schon drüber nach, meine Arbeitsstunden aufzustocken, aber bitte erst im nächsten Jahr.

3. Nein, wir werden nicht in meine Heimat fahren über Weihnachten, was mich ein wenig traurig stimmt.

4. Mein Sohn ist reichlich antrengend gerade, aber auch sehr kuschelig und süß und vor allem gesund, dafür bin ich dankbar.

5. Gestern hat er das erste Mal beim Vorlesen wirklich zugehört und es auch bei jeder neuen Seite mit Text verlangt.

6. Ich empfinde die allermeisten „Influencer“ und allein auch schon diese Bezeichnung und ehrlich gesagt auch deren Bewunderer als absolut lächerlich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein heißes Bad bei diesen eisigen Temperaturen, morgen habe ich geplant, mir einen schönen Tag mit meinem Mann zu machen und Sonntag möchte ich schon einmal anfangen mit den Fotogeschenken.

Gefangen bei Barbara, die einen tollen Eintrag zu alten und neuen Zeiten in der Blogosphäre geschrieben hat.

12 von 12 im November

Der vorletzte Zwölfte in diesem Jahr, nicht zu fassen! Meine zwölf Fotos von heute folgen gleich, aber vorher will ich nicht unerwähnt lassen, dass ihr die anderen Mitmacher bei diesem Blogprojekt wie immer bei Caro findet.

Wetter kacke? Regenjacke! Sonst fehlen ja die frischen Brötchen beim Sonntagsfrühstück.

Ich kan froh sein, dass ich noch aufessen durfte, denn diese „Lesezeit“ wird rigoros eingefordert. :)

Ich darf mich für einen Kaffee ins Arbeitszimmer verziehen und ein bisschen in der Blogosphäre surfen, während mein Mann das Kind bespaßt.

Heute wurde der Frost geplündert, es musste also nur aufgetaut und bisschen gerührt werden. Unterdessen spielt das Kind lieber mit Brettchen als mit seinem Spielzeug. ;)

Mittagsschlaf zu zweit im großen Bett, geht gerade nicht anders (und ist ja auch schön).

Das Vesper ist nicht so ansehnlich. Dem Kind schmeckt’s aber und es sorgt für Abwechslung (Apfelmark, Kiwi, Mandelmus, Haferflocken).

Es liegt noch ein Familientreffen an, zu dem wir mit einem Lockenköpfchen gehen und von dem wir mit einem frisch frisierten Kindchen nach Hause kommen.

Das Schlafgemach des Kleinen ist bezugsbereit.

Die Jungs machen das Einschlafding unter sich aus, ich mach lieber meine Haarspange rein und gehe duschen. Schließlich will ich pünktlich zu „The Voice“ auf der Couch sitzen! ;)

 

Im Übrigen…

…begann heute um 11 Uhr 11 die fünfte Jahreszeit und ich sitze bisschen traurig hier rum im karnevalistischen Brachland.

…war meine Mutti jetzt anderthalb Wochen bei uns und hat sich rührend um unser Kind und unsere Bude gekümmert.

…waren MTM und ich mal wieder zu zweit aus und haben Paella und Flamenco beim Spanier genossen.

…hat mein Kind von einem Tag auf den anderen sein Verhalten geändert und zeigt starke Verlustängste.

…fällt es mir unglaublich schwer, das hinzunehmen und diverse, monatelang problemlose Abläufe anzupassen.

…tut es mir auch leid, dass meine Mutti deshalb die letzten Tage ihres Besuches wieder allein, ohne ihren Enkel, schlafen musste.

…mache ich mir zu viele Gedanken, die letztlich auch nichts bringen, sagt mein Mann.

…habe ich eine Sucht nach Ofenkäse entwickelt.

…hat es sich eingebürgert, dass ich jeden Sonntag in aller Herrgottsfrühe in Jogginghose und ungeschminkt zum Bäcker laufe und wir dann ein schönes Sonntagsführstück mit Ei und allem Zipp und Zapp zelebrieren.

…gibt’s an allen anderen Wochentagen Haferflocken mit Milch oder Joghurt.

…kann ich einen schnellen Gang zum Bäcker von meinem Mann nicht verlangen, bevor er sich geduscht und gestriegelt hat, der feine Pinkel. :D

…habe ich alle Weihnachts- und Dezembergeburtstagsgeschenke zusammen, abgesehen von ein paar Fotogeschenken!